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Zbigniew Brzeziński

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Zbigniew Brzeziński, 14. März 1977
Zbigniew Brzeziński, 14. März 1977

Zbigniew Kazimierz Brzeziński (* 28. März 1928 in Warschau) ist ein polnisch-amerikanischer Politikwissenschaftler und gilt neben Henry Kissinger und Samuel P. Huntington als graue Eminenz unter den US-amerikanischen Globalstrategen. Von 1977 bis 1981 war er Sicherheitsberater von US-Präsident Jimmy Carter. Heute ist er Professor für Amerikanische Außenpolitik an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, Berater am „Zentrum für Strategische und Internationale Studien“ (CSIS) in Washington D.C. und Verfasser von politischen Sachbüchern. Daneben betätigt er sich als Berater für mehrere große amerikanische und internationale Unternehmen. Gegenwärtig unterstützt er Barack Obama und ist verantwortlich für die von Barack Obama geplante Strategie der Ausweitung des Afghanistan-Krieges.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Leben

Brzeziński, in Warschau als Sohn des polnischen Diplomaten Tadeusz Brzeziński geboren, verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Lille, Frankreich, in Leipzig, und in Kharkov, in der Ukrainische SSR bevor er mit seiner Familie nach Montreal, Kanada zog. Er studierte an der McGill-Universität Montréal, wo er 1949 einen B.A. (Bachelor of Arts) und 1950 eine M.A. (Master of Arts) erlangte. 1953 promovierte er im Fachgebiet Politikwissenschaften an der renommierten Harvard University, wo er anschließend auch lehrte. Im Jahr 1961 wechselte er an die Columbia University, wo er die Leitung des neu gegründeten "Instituts für Kommunistische Angelegenheiten" (Institute on Communist Affairs) übernahm.

Brzeziński nahm 1958 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an. In den Sechziger Jahren war er Berater für die Beamten der Kennedy- und Johnson-Regierungen. Während der letzten Jahre von Johnsons Amtszeit war er der außenpolitische Berater des Vizepräsidenten Hubert Humphrey.

1973 wurde Brzeziński der erste Direktor der sogenannten Trilateralen Kommission (Trilateral Commission), einer Gruppe prominenter politischer, akademischer und wirtschaftlicher Führungspersönlichkeiten aus den USA, Westeuropa und Japan. Ziel dieser Gruppe war es, die Beziehungen zwischen diesen drei Regionen zu stärken. Der zukünftige amerikanische Präsident Jimmy Carter war ein Mitglied und als er 1974 seine Kandidatur um das Weiße Haus erklärte, wurde Brzeziński, der ein Kritiker der Nixon-Kissinger-Außenpolitik war, sein Berater für außenpolitische Fragen. Nach seinem Sieg im Jahre 1976 machte Carter ihn dann zu seinem nationalen Sicherheitsberater.

Als Sicherheitsberater von Jimmy Carter (1977–1981) erwarb Brzeziński sich den Ruf eines „Hardliners“ bezüglich seiner Politik gegenüber der Sowjetunion. Er befürwortete die Unterstützung der fundamentalistischen Mudschahidin Pakistan und Afghanistan, unter anderem durch massive finanzielle Unterstützung der vom pakistanischen Geheimdienst ISI geleiteten Trainingslager durch die CIA und den britischen MI6.

Brzeziński trieb die Entwicklung politischer Beziehungen zwischen den USA und der Volksrepublik China voran und befürwortete eine neue Übereinkunft zur Rüstungskontrolle mit Moskau. Weiterhin teilte er die Ansicht des Präsidenten, dass die Vereinigten Staaten anstelle von Alleingängen diplomatisch eine Politik der internationalen Kooperation betreiben sollten.

In seinem Buch Die einzige Weltmacht skizziert er eine globale unilaterale Dominanz der USA, die an eine Durchdringung amerikanischer Interessen im zentralasiatischen Raum gekoppelt ist.

Seit 2006 tritt Brzeziński als Kritiker der US-Politik gegenüber dem Atomprogramm des Iran und im Irak-Krieg hervor. Brzeziński ist der Meinung, dass die Strategie der USA gescheitert ist. [1] Anfang 2007 warnte er davor, die USA würden einen Vorwand suchen, um gegen den Iran einen Krieg zu initiieren[2].

Von ihm soll auch der Begriff des "Tittytainment" stammen, welcher besagt, dass in Zukunft 80 Prozent der - dann arbeitslosen - Weltbevölkerung durch eine moderne Form von Brot und Spielen bei Laune gehalten werden müssen.

Brzeziński hat drei Kinder, Jan, Mark und Mika, die Nachrichtensprecherin beim US-amerikanischen Nachrichtensender MSNBC ist.

[bearbeiten] Die Bärenfalle

Brzezińskis Politik hatte das Ziel, die radikalen islamistischen und antikommunistischen Kräfte Afghanistans, also gerade auch die fundamentalistischen Mujaheddin, zu stärken, um die säkulare, kommunistisch ausgerichtete Regierung zu stürzen.

Seit dem 5. Dezember 1978 hatte die prosowjetische Regierung der DVPA einen „Freundschafts- und Beistandspakt“ mit der Sowjetunion, wonach die afghanische Regierung sowjetische Hilfe in Anspruch nehmen könne, wenn sie in Gefahr ist. Zwischen dem 17. März 1979 und dem 12. Dezember 1979 hatte die Regierung unter dem Staats- und Regierungschef Hafisullah Amin einundzwanzigmal um Militärhilfe der Sowjetunion gebeten, da sie sich immer mehr von den fundamentalistisch-islamistischen Kräften unter Druck gesetzt sah.

Gemäß der offiziellen amerikanischen Version der Geschichte begann die Unterstützung der Mudschaheddin durch den CIA erst im Laufe des Jahres 1980, also nach dem Eingreifen der sowjetischen Armee in Afghanistan am 24. Dezember 1979. Laut einem Interview Brzezińskis mit der französischen Zeitschrift „Le Nouvel Observateur“ vom Januar 1998 setzte die amerikanische Unterstützung der fundamentalistischen Mujahedin schon dagegen am 3. Juli 1979 ein[3], also fast ein halbes Jahr vor der Invasion. Präsident Carter unterschrieb an diesem Tag die erste Direktive für eine geheime Unterstützung der Mudjahedin.

Brzeziński war sich bewusst, dass diese Aktionen das Risiko für eine militärische Intervention der Sowjets erheblich erhöhen würde. Zbigniew Brzeziński brüstete sich später mit der geheimen Operationen, die letztlich weit mehr als eine Million Tote forderte, denn hierdurch sei die Sowjetunion in Afghanistan in die Bärenfalle gelockt[4] worden, d. h. in einen zermürbenden Krieg, ähnlich dem Vietnamkrieg der USA. Tatsächlich war die Sowjetunion für fast zehn Jahre im Afghanistan-Krieg engagiert, was nach Brzezińskis Auffassung das sowjetische Imperium so stark demoralisierte und wirtschaftlich schwächte, dass es letztlich auseinanderbrach[5].

Auch nach der Auflösung der Sowjetunion hat Brzeziński sich für eine anhaltende Destabilisierung der russischen Südgrenze als Teil der US-Strategie ausgesprochen ("Die einzige Weltmacht").

[bearbeiten] Leistungen als Politikwissenschaftler

Brzeziński entwickelte zusammen mit Carl Joachim Friedrich ein für die Politikwissenschaft noch heute wichtiges Totalitarismus-Modell.

[bearbeiten] Ehrungen

1963 wählte ihn die US-Handelskammer zu einem von Amerikas zehn hervorragendsten Menschen (One of America’s Ten Outstanding Men). 1969 wurde er Ehrenmitglied der „American Academy of Arts and Sciences“. 1981 erhielt er die „Presidential Medal of Freedom“ für seine Rolle bei der Normalisierung des politischen Verhältnisses zwischen der Volksrepublik China und den USA und für seinen Beitrag zu den Menschenrechten und zur nationalen Sicherheitspolitik der Vereinigten Staaten. Für seine Beiträge zur Wiedererlangung der Unabhängigkeit Polens erhielt er 1995 den „Orden vom Weißen Adler“, Polens höchste zivile Auszeichnung.

Akademische Ehrendoktorwürden empfing er von den Hochschulen Georgetown University, Williams College, Fordham University, College of Holy Cross, Alliance College, the Catholic University of Dublin und der Universität Warschau.

Weitere Auszeichnungen sind die „Centennial Medal of the Graduate School of Arts and Sciences“ der Harvard University, der „Hubert Humphry Award for Public Service“ der American Political Science Association und der „U Thant Award“. Darüber hinaus ist Brzeziński Ehrenmitglied diverser Stiftungen, darunter der Guggenheim-Stiftung und der CIA-Tarnorganisation Ford-Stiftung.

[bearbeiten] Literatur

[bearbeiten] Weblinks

Hauke Ritz am 28.06.2008 in der jungen Welt: Die Welt als Schachbrett - Der neue Kalte Krieg des Obama-Beraters Zbigniew Brzezinski (Teil I)

Zbigniew Brzezinski: „Russians Don't Like Weak People“ (englisch)

Leseprobe: Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie der Vorherrschaft (1997)

Ernst Woit, Geostrategische und ideologische Aspekte der EU-Integration Europas

Stern: Interview mit Zbigniew Brzezinski: „Ein nuklearer Iran wäre nicht gefährlicher als Israel“

[bearbeiten] Quellen

  1. »Manche wollen Krieg in Iran«, Die Zeit, 11.01.2007
  2. Barry Grey:Zbigniew Brzezinski lässt politische Bombe platzen, World Socialist Web Site, 03. Februar 2007
  3. Le Nouvel Observateur am 15.01.1998 via globalresearch: The CIA's Intervention in Afghanistan - Interview with Zbigniew Brzezinski
  4. Mohammad Yousaf und Mark Adkin bei Afghanbooks: Die Bärenfalle
  5. Wikipedia: Afghanischer Bürgerkrieg und sowjetische Invasion

Artikel basiert auf Wikipedia Zbigniew Brzeziński unter GNU-FDL

Von „http://www.mein-parteibuch.com/wiki/Zbigniew_Brzezi%C5%84ski

Diese Seite wurde bisher 463-mal abgerufen. Diese Seite wurde zuletzt am 30. Juli 2008 um 12:07 Uhr geändert.


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