Tron
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[bearbeiten] Person
Boris F., genannt Tron, war ein Spezialist für Sicherheit in der Informationstechnik aus Berlin-Neukölln. Tron wurde 1972 geboren und starb 1998. Die Eltern von Tron haben Angst vor Diskriminierungen und deshalb unter Berufung auf das Persönlichkeitsrecht ihres Sohnes darum gebeten, den ausgeschriebenen Nachnamen nicht zu nennen.
[bearbeiten] Interessengebiete
Tron beschäftigte sich leidenschaftlich mit Elektronik und Sicherheitssystemen aller Art. Zu seinen Interessensgebieten zählten unter anderem Angriffe auf die deutsche Telefonkarte und Pay-TV-Systeme. Im Rahmen seiner Forschung und Entwicklung tauschte er sich mit anderen Hackern wie auch seriösen Wissenschaftlern aus.
Auf der Mailingliste „tv-crypt", einer geschlossenen Gruppe von Pay-TV-Hackern, schreibt Tron 1995 über sich selber, dass seine Interessen unter anderem Mikroprozessoren, Programmiersprachen, Elektronik aller Art, digitale Funk- und Datenübertragung und insbesondere das Knacken von vermeintlich sicheren Systemen umfassen. Er behauptet, dass er unter anderem einen Emulator für Chipkarten zur Freischaltung des britischen Pay-TV-Systems erstellt habe, und sich mit dem Verschlüsselungsystem Nagravision/Syster, welches zur damaligen Zeit unter anderem vom deutschen Pay-TV-Anbieter Premiere verwendet wurde, befassen würde.
Später beschäftigte sich Tron unter anderem mit einem von Wissenschaftlern aus den USA nur theoretisch skizzierten Angriff auf Chipkarten für den Mobiltelefonstandard GSM. Zusammen mit anderen Hackern aus dem Chaos Computer Club gelang ihm die erfolgreiche Simulation einer kopierten Karte.
Ebenfalls erfolgreich war Tron beim Versuch, Simulatoren von Telefonkarten herzustellen. Diese Simulatoren wurden von Kartentelefonen wie eine richtige Telefonkarte akzeptiert, konnten also für kostenlose Gespräche missbraucht werden.
Tron entwickelte ein ISDN-Telefon mit integrierter Verschlüsselung, was er Cryptophon nannte und von welchem er einen Prototypen herstellte. Es entstand im Wintersemester 1997/1998 im Rahmen seiner Diplomarbeit mit dem Titel "Realisierung einer Verschlüsselungstechnik für Daten im ISDN B-Kanal". Hauptaugenmerke der Entwicklung waren ein günstiger Preis und die einfache Nachbaubarkeit für Hobbybastler. Das Telefon verschlüsselt Gespräche mit dem symmetrischen Kryptoalgorithmus IDEA. Da dieser Algorithmus patentgeschützt ist, wurde die Verschlüsselung auf einem austauschbaren Modul vorgenommen. So wäre es möglich gewesen, später ein anderes (nicht patentiertes) Verfahren zu wählen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollte das System um einen Schlüsselaustausch auf Basis des asymmetrischen Kryptoalgorithmus RSA ergänzt werden, um eine höhere Sicherheit auch gegen kompromittierte Gegenstellen zu erreichen.
[bearbeiten] Todesumstände
Tron wurde seit dem 17. Oktober 1998 vermisst und am 22. Oktober 1998 in einem Park im Berliner Bezirk Neukölln erhängt aufgefunden. Zu den Todesumständen wurde eine staatsanwaltschaftliche Ermittlung durchgeführt. Das offizielle Ermittlungsergebnis lautet auf Suizid. Eine Vielzahl von Personen sind jedoch nicht von der Richtigkeit des Ermittlungsergebnisses überzeugt, weil es viele Indizien gibt, die für Mord anstelle von Suizid sprechen.
[bearbeiten] Ermittlungen
Die Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Berlin wurden jeodch im Sommer 2001 von Staatsanwalt Bauer eingestellt. Einer Beschwerde gegen die Einstellung wurde von der Generalstaatsanwaltschaft Berlin in Person von Staatsanwältin Nielsen nicht entsprochen. Eine spätere Petition an Justizsenatorin Karin Schubert führte nicht zur Wiederaufnahme von Ermittlungen.
[bearbeiten] Links
R-Archiv 10.01.2006: In Replik auf – Burkhard Schröder
Burks in Telepolis 10.01.2006: Hacker leben nicht gefährlich
Tronland: persönliche Erinnerungen und Dokumentation der Ermittlungen
Stefan Krempl in Telepolis 1999: Der CCC und die Eltern des Berliner Starhackers werfen der Polizei Versagen beim Ermittlungsverfahren vor und weisen auf zahlreiche Ungereimtheiten hin