Skull and Bones
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[bearbeiten] Wesen
Skull & Bones ist eine in der Form einer diskreten Gesellschaft organisierte US-amerikanische Studentenverbindung der Yale University.
[bearbeiten] Einfluss
Skull & Bones gehört zu den mächtigsten und einflussreichsten geheimen Seilschaften der Welt und konnte bereits drei Mitglieder erfolgreich in die Position des Präsidenten der USA platzieren.
[bearbeiten] Geschichte
Skull & Bones wurde 1832 gegründet. Grund dafür soll Unzufriedenheit der Gründer mit der Studentenverbindung Phi Beta Kappa gewesen sein. Die Geschichte der Studentenverbindung Skull & Bones lässt sich so interpretieren, dass ihre Mitglieder seitdem stets bestrebt waren, attraktiver, effektiver, geheimer und intimer als konkurrierende Studentenverbindungen zu sein.
[bearbeiten] Organisationsform
Skull & Bones ist eine sogenannte senior society, d. h. eine Gesellschaft aus Studierenden des letzten Studienjahres vor dem Bachelor, die fünfzehn Mitglieder, meistens im Alter von etwa 22 Jahren, umfasst. Der jeweils aktive Jahrgang wählt aus dem nächstjüngeren, also aus den juniors, seine fünfzehn Nachfolger aus. Es gibt keine Probezeit. Anders als in deutschen Studentenverbindungen setzt sich die jeweils eng zusammenhängende Kernseilschaft jeweils aus nur einem einzigen Studienjahrgang zusammen. Seit 1991 gibt es bei Skull & Bones auch weibliche Mitglieder.
[bearbeiten] Clubregeln
Von den Clubregeln, nach denen die Mitglieder zu handeln haben, ist folgendes bekannt:
- Wesentliches Gebot ist die Verschwiegenheit. Über die Interna der Gesellschaft und insbesondere von dem, was im Innern an Privatem und Beruflichem der einzelnen Ritter besprochen wird, darf nichts nach außen dringen.
- In jedem neuen Club müssen sich die fünfzehn Mitglieder gegenseitig offenbaren und alles über ihr bisheriges Leben berichten, einschließlich ihrer sexuellen Erfahrungen, ihrer Vergehen und Verbrechen und ihrer Charakterschwächen erstatten. Aus diesen Lebensbeichten soll eine kollektive Intimsphäre entstehen, die die jeweilig 15-köpfige Seilschaft lebenslang miteinander verbindet.
- Die Bonesmen sind verpflichtet, sich gegenseitig in ihrer Karriere zu helfen.
[bearbeiten] Symbole & Riten
Über eine weltanschauliche Ausrichtung von Skull & Bones ist nichts bekannt. Die oft überinterpretierten bekannten Symbole und Riten von Skull & Bones lassen jedoch auf eine besonders ausgeprägte Neigung zu schwarzem Humor und Sarkasmus schließen.
[bearbeiten] Wöchentliches Meeting
Die fünfzehn Mitglieder eines Jahrgangs kommen während des Studienjahres mindestens einmal in der Woche zusammen. Nach einigen Quellen gibt es einen Donnerstagstermin, an dem u. a. ein gemeinsames, üppiges Mahl abgehalten wird, welches von Angestellten in der Gruft zubereitet wird. An diesen Treffen nehmen auch Patriarchen teil. Anders als in deutschen Studentenverbindungen wird im Order of Death kein Alkohol ausgeschenkt.
[bearbeiten] „Skull & Bones“
Der Totenschädel über den gekreuzten Knochen, namensgeber für Skull & Bones, erscheint sowohl im Organisationslogo als auch auf dem Gruppenbild eines Jahrgangs, wo ein Schädel mit Knochen auf dem Tisch liegt. Zusammen mit den im Tomb gesammelten menschlichen Knochen, den abgebildeten Totenschädeln, deutschen Sprüchen und nicht zuletzt den Namen der Geheimgesellschaft ist eine starke Vorliebe zur Todesthematik belegt.
[bearbeiten] 322
Die Zahl 322 gehört zum Logo, es ist die Raumnummer des Inneren Tempels in der Gruft. Bonesmen benutzen sie als Merkzahl, z. B. für Zahlenschlösser, oder als symbolische Spendensumme an Ordensbrüder, die einer politischen Gegenpartei angehören. Sie unterschreiben mit „Dein im Geiste von 322”.
[bearbeiten] Eulogia
Der Legende nach verehren die Bonesmen eine Göttin namens Eulogia, die für die Redekunst stehen soll, die mit dem Tode Demosthenes im Jahre 322 v. Chr. in den Himmel aufgestiegen und zur Gründung des Eulogian Clubs 1832 wieder hinabgestiegen sei. Im Griechischen und Lateinischen hat das Wort Eulogia die Bedeutung „Lobpreisung, Schönrednerei, Ruhm, Segnung, Wohltat, gesegnete Mahlzeit, Grabsprüche“.
[bearbeiten] Der Schädel des Geronimo
Prescott Bush, später Senator von Connecticut, Vater von George H. W. Bush und Großvater von George W. Bush, soll im Mai 1918 den Schädel des Apachenhäuptlings Geronimo aus dem Fort Sill bei Oklahoma eigenhändig mit fünf anderen Bonesmen aus vier Jahrgängen ausgegraben und ihn als Geschenk der Bruderschaft präsentiert haben. Diese Geschichte und Fotos aus der Gruft vom Schädel und anderen gestohlenen Grabbeigaben wurden dem Apache-Indianer und Aktivisten „Chief“ Ned Anderson zugespielt, der auf der Suche nach den sterblichen Überresten Geronimos war. Er verlangte die Herausgabe. Das FBI lehnte es ab, sich in den Streit einzumischen, so lange, bis Anderson sich nicht aus den Ermittlungen zurückziehe und seine Belege überdenke; ein Angebot, welches Anderson ausschlug. Anderson berichtete A. Robbins, dass ein Treffen mit Jonathan Bush, dem Bruder des damaligen Vize-Präsidenten George H. W. Bush, nicht zustande gekommen sei. Bei einem Treffen mit Skull-&-Bones-Anwalt Davison sei ihm der Schädel eines zehnjährigen Jungen gezeigt worden. Auf den Vorschlag, diesen Schädel mitzunehmen und eine Erklärung des Ordens zu akzeptieren, der Schädel Geronimos befinde sich nicht in der Gruft, ließ Anderson sich nicht ein. Er veröffentlichte die Begebenheiten des Treffens mit der Bemerkung, dass es sich nicht um den Schädel aus der Skull-&-Bones-Bruderschaft gehandelt habe. Seinem Ersuchen, einen DNA-Test durchführen zu lassen, wurde nicht stattgegeben, und somit geht die Legende weiter. Yale erhält die Gerüchte jedoch weiter am Leben, indem sie in einem eigenen Magazin veröffentlicht, dass die Gruft in New Haven ebenso im Besitz des Schädels von Pancho Villa sein könnte.
[bearbeiten] Skull & Bones Time
Man hat eine eigene Zeitrechnung, kurz: S. B. T., die von der üblichen Zeit an der Ostküste um fünf Minuten abweicht. Nennt die Ankündigung für ein abendliches Treffen die Uhrzeit „VIII S. B. T.“, dann ist 19.55 Uhr gemeint. Die Jahrgangszahlen des jeweiligen Clubs, die hinter den Namen des Mitglieds geschrieben werden, sind codiert aus einem „D“ und einer Zahl anstelle der Angabe in unserer Zeitrechnung. „D113“ steht für 1915. D ist bei Skull & Bones somit ein Substitut für die Zahl 1802 (1802 + 113 = 1915). Die Zahl hinter dem „D” plus der D-Zahl (1802) ergibt das Jahr nach der üblichen Zeitrechnung. Es ist aber ohnehin fraglich, ob eine bestimmte Verknüpfung zwischen S. B. T. und Ostküstenzeit besteht.
[bearbeiten] Boodle
Die Mitglieder des Ordens werden auch „Boodle boys“ genannt; warum ist nicht klar. Es ist aber bekannt, dass sie zusammen im leergeräumten Speisesaal boodle ball spielen, angeblich jeden Donnerstagabend. Die beiden Kamine am etwa 18 Meter langen Raum dienen als Tore. Es handelt sich um eine Art Raufball mit einem halb leeren Ball, bei der es ziemlich ruppig zugehen soll. 1981 haben einige Bonesmen ihre Freundinnen und Frauen zum Zuschauen in die Gruft geschmuggelt. Die Härte des Spiels wurde vor 1991 von einigen Patriarchen als Grund dafür angegeben, dass Studentinnen nicht in die Geheimgesellschaft aufgenommen werden sollten. Das Wort „boodle“ bedeutet Bestechungs- oder Schmiergeld und daneben einen „Batzen Geld“.
[bearbeiten] Aliasnamen
Skull & Bones ist unter vielen Namen bekannt: The Order of Death („Orden des Todes“), einfach The Order und The Eulogian Club („Der eulogianische Club“) oder Loge 322. Initiierte werden als Bonesmen (Knochenmänner), Knights of Eulogia („Ritter der Eulogia“) oder Boodle Boys bezeichnet. Da seit 1991 auch Frauen Mitglieder sind, gibt es seitdem auch Boneswomen (Knochenfrauen), Ladies of Eulogia (Hohe Damen von Eulogia) und Boodle Girls.
[bearbeiten] Literatur
Alexandra Robbins 2002 bei Little, Brown: "Secrets of the Tomb: Skull and Bones, the Ivy League, and the Hidden Paths of Power" ISBN 0-316-72091-7
[bearbeiten] Weblinks
Wikipedia: List of Skull and Bones members
Wikipedia: Skull and Bones (engl, deutlich aussagekräftiger als der Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia)
Artikelbasis Wikipedia Skull & Bones unter GNU-FDL