Reinfried Pohl
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[bearbeiten] Person
Reinfried Pohl, geboren am 26.04.1928 in Zwickau, ist ein deutscher Jurist und Unternehmer. Die von ihm gegründete sektenartig organisierte Drückerkolonne Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) ist eine der führenden Vertriebsorganisationen im deutschen Versicherungsgewerbe und hat Millionen von Menschen abgezockt.
[bearbeiten] Familie
In einer von der DVAG verbreiteten Lobhudelei des rheinischen Merkurs steht zu den Familienverhältnissen von Reinfried Pohl unter anderem folgendes[1]:
"Reinfried Pohl (Mitte, mit seiner Frau Anneliese) ... Kämpfen hat der im Sudetenland als Sohn eines Finanzbeamten geborene Pohl schon in jungen Jahren gelernt. ... Seine beiden Söhne Reinfried und Andreas arbeiten seit einigen Jahren in der Unternehmensleitung." (Links und Hervrhebungen nicht im Original)
[bearbeiten] Freunde
In einer Pressemitteilung des Verlags Hoffmann und Campe zu seiner Autobiografie heißt es: Reinfried Pohl ist auch ein politischer Kopf, ein ehemaliger Weggefährte des FDP-Vorsitzenden Erich Mende und ein enger Freund Helmut Kohls.
[bearbeiten] Auszeichnungen
Wer es schafft, besonders soviel Geld, für das andere Menschen hart arbeiten müssen, zusammenzuraffen, der wird mit Auszeichnungen überschüttet. So geschah es auch bei Reinfried Pohl.
[bearbeiten] Ehrendoktor
Dafür, dass Reinfried Pohl den Fachbereich Rechtswissenschaften der Uni Marburg finanziell unterstützt hat, damit der ihm mit Forschungsstellen für Finanzdienstleistungsrecht und Rechtsinformatik entsprechend den Bedürfnissen für seine Strukturvertriebsgeschäft zur Hand gehen konnte, erhielt Reinfried Pohl von Dekanin Monika Böhm nach dem Titel Ehrensenator im Jahr 2003 auch noch die Ehrendoktorwürde verliehen. Besonders beeindruckend ist der Weg der finanziellen Unterstützung. Dadurch, dass für den Einkauf der Leistungen zum Finanzdienstleistungsrecht eine Dr. Reinfried Pohl-Stiftung zwischengeschaltet war, ist der Einkauf der Leistungen der Uni auch noch eine gute - und vor allem steuerbegünstigte - gemeinnützige Tat.
[bearbeiten] Bundesverdienstkreuz
Warum Reinfried Pohl für den Aufbau einer Abzockerfirma das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse erhalten hat, wird wohl das Geheimnis von seinem Spezi Helmut Kohl bleiben.
Nach einer Novelle des Hessischen Hochschulgesetzes (§ 85a) kann das Land nunmehr eine "Ehrenprofessur" an Persönlichkeiten verleihen, die sich um Wissenschaft und Kunst verdient gemacht haben. Zuvor war der Professorentitel in Hessen ausschließlich an die akademische Lehre gebunden. Dr. Pohl wurde, wie eine Meldung der Philipps-Universität vom 9. 5. 2005 zeigt, dieser Titel durch den Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst, Herrn Udo Corts, in der Hessischen Staatskanzlei verliehen. Dass der nunmehrige Professor Dr. Dr. h.c. mult. Pohl zu den ersten Trägern des neuen Titels gehört, war nach den Motiven der Hessischen Landesregierung zu § 85a HBG zu erwarten. Eine Verpflichtung zur Abhaltung von Lehrveranstaltungen ist mit der neuen Würde nicht verbunden.
[bearbeiten] Vita
Reinfried Pohls Vita ist geprägt durch das Trauma des verlorenen Krieges und Führers.
[bearbeiten] Osten
1944 und 1945 ist er Flakhelfer in Prag und Panzergrenadier an der Ostfront. Im Sommer 1945 werden Pohl und seine Mutter aus dem Sudetenland nach Halle (Saale) vertrieben. Im September 1945 ist Pohl Mitbegründer der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands (LDP) in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ). 1947 macht er sein Abitur in Halle.
[bearbeiten] Verbindungsstadt Marburg
Im August 1948 flieht Reinfried Pohl aus der SBZ nach Marburg. Im März 1953 legt er sein erstes juristisches Staatsexamen ab. Im Dezember 1953 promoviert Pohl zum Dr. jur.
[bearbeiten] Zeit bei der FDP und schaffen für Fremde
1954 kommt Pohl in Marburg über die FDP-Liste ins Stadtparlament. 1956 fängt Pohl als Vertreter beim Gerling-Konzern an. 1958 heiratet er die Konditorentochter Anneliese Klingelhöfer. 1967 hört Pohl bei Gerling auf und steigt bei Bernie Cornfelds IOS ein. Im September 1969 hört er bei der kriselnden IOS auf und tritt aus der FDP aus.
[bearbeiten] Als Unternehmer bei der CDU
Juli 1970 Pohl tritt in die CDU ein. Seit 1975 arbeitet er mit der Aachen-Münchener-Versicherungsgruppe zusammen. 1976 gründet Pohl die Allgemeine Vermögensberatung AG, die er 1983 zur Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) umbenennt.
[bearbeiten] Auszeichnungen für seinen Reichtum
1988 Ehrensenatorwürde der Philipps-Universität Marburg, Verleihung des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der BR Deutschland, 2003 Ernennung zum Ehrenmitglied des 1. FC Kaiserslautern, 2003 Ehrendoktor der Phillips-Universität Marburg, 2003 Ehrendoktorwürde der Lucian-Blaga-Universität Sibiu, Rumänien.
Am 15. Dezember 2006 hat Reinfried Pohl die Ehrenbürger-Würde der Stadt Marburg erhalten. Anwesend im Historischen Saal des Marburger Rathauses waren neben den Offiziellen der Stadt Marburg Pohls Freund Dr. Helmut Kohl, Ex-Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel, der Fußballtrainer Otto Rehhagel und Pohls Geschäftsführer Dr. Friedrich Bohl. Einen Bericht dieser Veranstaltung hat die Online-Zeitung marburgnews veröffentlich unter "Pohl, Bohl und Kohl: Neuer Ehrenbürger gefeiert".
[bearbeiten] Literatur
Wolfgang Dahm im Gabler Verlag 1996: Beraten und verkauft. Die Methoden der Strukturvertriebe - auch 1997 im Heyne Verlag (Beraten und verkauft)
Selbstbeweihräucherung von Reinfried Pohl bei Hoffmann und Campe, Hamburg 2005: Ich habe Finanzgeschichte geschrieben. Ein Gespräch mit Hugo Müller-Vogg.
[bearbeiten] Quellen
- ↑ Walther Wuttke am 17.05.2007 in Rheinischer Merkur, Nummer 20, Sonderveröffentlichung (via dvag.com): Der Kämpfer (pdf, mit Bild von Reinfried Pohl und Ehefrau)
[bearbeiten] Weblinks
Uni Marburg: Ehrendoktorwürde für Dr. Reinfried Pohl (pdf)
Ex-DVAG: Kritischer Pressespiegel über Reinfried Pohl
Pressemitteilung von Hoffmann und Campe am 18.05.2005: Dr. Reinfried Pohl: Pionier der Vermögensberatung stellt sein Buch vor