Rainer Rupp
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[bearbeiten] Person
Rainer Wolfgang Rupp, geboren 1945 in Saarlouis), Diplom-Volkswirt und Publizist, war unter dem Decknamen Topas als Agent für die DDR und den Warschauer Vertrag tätig.
[bearbeiten] Leben
[bearbeiten] Anwerbung
Rainer Rupp wuchs in Saarburg bei Trier bei seiner Mutter und seinem Stiefvater auf. Als „klassischer 68er“ geriet er während seines Volkswirtschaftsstudiums in Mainz ins Visier der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) der DDR, die ihn 1968 als Spion anwarb, obwohl er eigentlich Entwicklungshelfer werden wollte.
[bearbeiten] HVA-Tätigkeit
Ab 1969 war Rainer Rupp für die HVA in Brüssel tätig. 1970 traf er erstmals die Britin Ann-Christine Bowen, die er 1972 heiratete. Am 15. Januar 1977 kam er in die politische Abteilung des NATO-Wirtschaftsdirektorats. Vorerst operierte er unter dem Decknamen „Mosel“. 1979 wurde sein Name in Topas geändert. 1980 bekam seine Frau das erste ihrer drei Kinder und beendete ihre eigene Agententätigkeit, die sie unter dem Alias „Türkis“ ausgeübt hatte.
[bearbeiten] Topas
Unter dem Decknamen Topas (MfS-Kennung XV/3334/68) lieferte er in den folgenden zwölf Jahren Informationen aus dem Inneren der NATO, unter Verletzung höchster Geheimhaltungsstufen, an den Auslandsgeheimdienst der DDR. Das vielleicht wichtigste Papier war „MC 161“, in dem die NATO ihr Wissen über den Warschauer Pakt und ihre Militärstrategien zusammengefasst hatte und das mit „Cosmic Top Secret“ markiert war. Durch die von Rainer Rupp übergebenen Materialien wurde den Führern der Warschauer Vertragsstaaten klar, dass die NATO trotz Säbelrasselns und Angriffsdoktrin keinen Krieg gegen den Ostblock beginnen wollte. Die Gefahr eines nuklearen Weltkrieges wurde dadurch wesentlich verringert. Mit dem Ende des Ostblocks 1989 endete auch die Spionagetätigkeit von Rainer Rupp.
[bearbeiten] Verurteilung
Durch die Auswertung von Stasi-Unterlagen des MfS konnte nach dem Mauerfall die Identität Rupps aufgedeckt werden. Anstelle, dass Rainer Rupp das Bundesverdienstkreuz dafür verliehen wurde, dass er maßgeblich dazu beigetragen hatte, dass Deutschland nicht eine nuklerare Trümmerwüste war, wurden Rainer Rupp und seine Ehefrau am 30. Juli 1993 in Saarburg verhaftet und 1994 vom Oberlandesgericht Düsseldorf zu zwölf Jahren bzw. zu 22 Monaten Gefängnis verurteilt. Er trat seine Haftstrafe in Saarlouis an. Martin Walser forderte in seiner Rede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche am 11. Oktober 1998 den Bundespräsidenten auf, Rainer Rupp zu begnadigen. Entlassen wurde Rainer Rupp am 27. Juli 2000.
[bearbeiten] Journalist
Rainer Rupp schreibt als Autor u.a. für die Tageszeitungen junge Welt und Neues Deutschland lesenswerte Artikel zur US-amerikanischen Kriegspolitik der Gegenwart.
[bearbeiten] Weblinks
Markus Kompa am 08.11.2008 bei Telepolis: Die RYAN-Krise – als der Kalte Krieg beinahe heiß geworden wäre
Friedensforum Duisburg: Artikel von Rainer Rupp
Parteibuch Ticker: Suche nach Rainer Rupp
Artikel basiert auf Wikipedia Rainer Rupp unter GNU-FDL