Paul Sethe
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[bearbeiten] Person
Paul Sethe, geboren am 12.12.1901 in Bochum, gestorben am 21.06.1967 in Hamburg) war ein deutscher Publizist, Journalist und Geisteswissenschaftler.
[bearbeiten] Zitate
Paul Sethes wohl berühmtester Ausspruch stammt aus einem Leserbrief im Spiegel als Antwort auf eine Veröffentlichung seines Ex-Kollegen bei der Frankfurter Zeitung Claus Volkmann aka Peter Grubbe vom 5. Mai 1965:
„Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“
[bearbeiten] Leben
Paul Sethe studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Germanistik. Sein Studium unterbrach er für eine Redakteursstelle im rheinischen Ohligs. Er wurde an der Universität Bonn mit der Arbeit „Die ausgebliebene Seeschlacht – Eine Betrachtung der englischen Flottenführung 1911–1915“ promoviert. Von 1934 bis zu deren Verbot 1943 war er Redakteur der „Frankfurter Zeitung“. Nach dem Kriege gehörte er zunächst der "Badischen Zeitung" in Freiburg an.
[bearbeiten] Gründungsherausgeber der FAZ
Paul Sethe war neben Hans Baumgarten, Erich Dombrowski, Karl Korn und Erich Welter einer der fünf Gründungsherausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zwischen 1949 und 1955. Er erklärte seinen Rücktritt, da seine Mitherausgeber seine Opposition gegen die Außenpolitik Konrad Adenauers nicht teilten.
[bearbeiten] Weitere Stationen
Von 1955 bis 1960 und von 1962 bis 1965 war er als Leitartikler und politischer Ressortchef bei der Zeitung „Die Welt“, später schrieb er für „Die Zeit“ und den „Stern“. Er galt als konservativ und schrieb vorrangig über deutsche Politik und deutsche Geschichte. Er war Kritiker der Außenpolitik Konrad Adenauers und befürwortete eine Annäherung an den Osten. Sethe gehörte zu den führenden Journalisten der Nachkriegsära. Seinen Berufsstand betrachtete er als das „Gewissen der Nation“.
Neben seiner journalistischen Tätigkeit schrieb Sethe eine Reihe von Büchern und historischen Studien. Bereits 1952 erschien das Buch "Schicksalsstunden der Weltgeschichte", in dem er in einer Art Zeitrafferstil über die Außenpolitik der Großmächte berichtet. Im Frühjahr 1957 appellierte Sethe in einem Artikel an die Sowjetunion, den westdeutschen Standpunkt in der Wiedervereinigungsfrage zu verstehen. Der Artikel wurde in der halbamtlichen Moskauer Zeitung "Meschdunarodnaja Schisn" abgedruckt.
Paul Sethe starb überraschend am 21. Juni 1967 in Hamburg. Er ist dort auf dem Friedhof Ohlsdorf (Grabstelle AE41 (403-404)) beerdigt.
[bearbeiten] Wichtige Werke
- „Das Fundament unserer Zukunft – Bilanz der Adenauer Ära“ (Econ-Verlag, 1964)
- „Geschichte der Deutschen“ (Frankfurter Societäts Druckerei GmbH, 1977)
- „Schicksalsstunden der Weltgeschichte“ (Heinrich Scheffler, 1952)
- „Europäische Fürstenhöfe damals“ (Societäts Verlag, Frankfurt am Main 1937)
- „Das machte Geschichte“ (Scheffler, Frankfurt am Main 1969)
- „Zwischen Bonn Und Moskau“ (Scheffler, Frankfurt am Main 1956)
- „Öffnung nach Osten“ (Scheffler, Frankfurt am Main 1966)
[bearbeiten] Weblinks
Die Welt am 22.01.2003: Der Feindschaft müde
SZ am 15.10.2003: Der Seher - Paul Sethe, ein Konservativer, nahm Brandts Ostpolitik vorweg.
Gerd Gründler: Erinnerung an Paul Sethe (inklusive des Zitats)