Meudalismus
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[bearbeiten] Meudalismus
Der Ausdruck Meudalismus, abgeleitet von Feudalismus (v. lat. feudum Lehen) {Lehnswesen}, ist eine Wortschöpfung (Neologismus), die den "Modernen Feudalismus" beschreibt.
[bearbeiten] Geschichte
Wer die Macht hat, hat das Geld, hat das Recht, hat die Herrlichkeit in Ewigkeit, amen.
[bearbeiten] Rechtsordnung
Der klassische Feudalismus bedeutet, dass die "Rechtsordnung" dem Feudalherren durch Vererbung im Zuge des Adelsstandes eine Macht über ein großes Gebiet einräumte, der Lebensraum vieler Menschen war. Diese in seinem Machtbereich lebenden Menschen waren lebenslang der rechtlichen und faktischen [ritterlichen] Macht des Lehnsherren unterworfen.
[bearbeiten] Lehnsherren
Wie der Wortstamm "Lehen" ((ver-)leihen)es noch andeutet, bestand zwischen Lehensgeber und Lehensnehmer ein Rechtsverhältnis, ähnlich einem Pachtvertrag, nur weitergehend. Denn in der rituellen Belehnungsformel gelobte der Lehnsmann "Dienst und Treue", während der Lehnsherr seinerseits "Schutz und Treue" versprach. Das gibt die ideelle Grundlage des Vasallitäts-Systems recht gut wieder: Die Gegenleistung des Lehnsmannes an den Herrn ist nicht nur Beteiligung am wirtschaftlichen Ertrag, sondern insbesondere auch der Dienst in Gestalt von Verwaltung und Heeresfolge.
Vom diesem Lehnssystem (Feudalsystem) i.e.S. zu unterscheiden ist das die ökonomische Grundlage ausmachende System der Grundhörigkeit bzw. der Leibeigenschaft. Der fundamentale Unterschied zum Lehnswesen liegt im historischen Ursprung: Das Lehnsverhältnis beruhte auf einem Vertrag zwischen Freien. Die Grundhörigkeit hingegen war das Ergebnis eines Entrechtungsvorganges [Bauernlegen], ermöglicht durch eine Kombination aus physischer Gewaltanwendung und ökonomischer Überlegenheit der Feudalherren. Die Grundhörigen waren faktisch recht- und besitzlos; über die Leibeigenen konnte der Grundherr sogar von Rechts wegen nach eigenem Ermessen verfügen. Zwar gab es auch hier Abstufungen mit Rechtscharakter, so z.B. neben der Bindung (Hörigkeit) an den Grund des Herren die genau festgelegten Frondienste der Grundhörigen; an der faktischen Rechtlosigkeit änderte das nichts.
Die Situation war von Land zu Land verschieden, das System jedoch leicht zu überschauen, denn das Gebiet des Lehnsherren war eingegrenzt. Die "historische" Beschreibung des klassischen Feudalismus ist Gegenstand einer Abhandlung von Friedrich Engels Über den Verfall des Feudalismus und das Aufkommen der Bourgeoisie{1884}. Das Bauernlegen wurde zum neuzeitlichen Bürgerlegen.
[bearbeiten] Gegenwart
Wer das Geld hat, hat die Macht, hat das Recht, hat die Herrlichkeit in Ewigkeit, amen.
[bearbeiten] Grenzenlosigkeit
Der moderne Feudalismus unterscheidet sich vom klassischen durch die geographische Grenzenlosigkeit (vgl. auch Globalisierung). Der moderne Feudalherr ( Meudalherr ), besitzt nicht ein zusammenhängendes Land, sondern z. B. einige hundert Mietshäuser oder eine oder mehrere Fabriken bzw. Konzerne mit tausenden Arbeitnehmern. Dieses Vermögen kann über die ganze Welt verstreut sein. Der Meudalherr kann ebenso indirekt durch Aktien oder durch Darlehen (Anleihen) "Herrscher" über andere Menschen sein. Entscheidend ist, wie groß sein Reichtum im Vergleich zum "Gesamtreichtum" des "Gemeinwesens" und der Zahl der Köpfe des Gemeinwesens ist.
[bearbeiten] Maschinenökonomie
Während der klassische Begriff Feudalismus sich von Feudum, also dem Lehen, oder dem Dienst, ableitet und nach heutigem Verständnis seine wirtschaftliche Bedeutung vor allem durch die Feldwirtschaft erhielt, (Feld - ...eudalismus) weist der Begriff Meudalismus in Anlehnung daran auf ähnliche asoziale Verhältnisse und wirtschaftliche Strukturen hin. Die heutigen Verhältnisse im modernen Feudalismus beruhen auf einer Ökonomie mit Maschinen.
[bearbeiten] Reichtumsverteilung
Wenn
- einerseits ein Gemeinwesen mit Hilfe von Sozialleistungen das Schlimmste für Einzelne verhindern muss - weil Großkapitalisten naturgemäß immer größere Geldmengen vereinnahmen -, und
- andererseits die Zahl der jeweils für einen einzigen Großkapitalisten arbeitenden oder anderweitig ihm (z. B. durch Darlehen, Mieten oder Pachten) verpflichteten Menschen in die Hunderte oder Tausende geht
ist die Grenze zum Meudalismus bereits überschritten: Aus dem sog. rheinischen Kapitalismus ist Meudalismus geworden.
[bearbeiten] Meudalisten
Verteidiger des Meudalismus (Meudalisten) findet man vor allem unter den Anhängern neoliberaler Ideologien (insb. pro Angebotspolitik, pro Globalisierung). Da der Meudalismus heute vielfach noch gar nicht wahrgenommen wird, argumentieren Meudalisten insofern oft unwissend und unabsichtlich. Bei Meudalisten ist die Dysdemokratie weit verbreitet.
[bearbeiten] Video
Max von Bock (bei Youtube): Was ist Geld? (Teil 1, Teil 2, Teil 3)
[bearbeiten] International
Daniel Pouzzner: The architecture of Modern Political Power - The New Feudalism
[bearbeiten] Links
VWLer.de: Moderner Feudalismus (Meudalismus) in Deutschland
Lesenswert: Rundgänge zum Meudalismus