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Marianne Birthler

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Marianne Birthler (* 22. Januar 1948 in Berlin) ist eine deutsche Politikerin und seit dem Jahre 2000 die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik.

Inhaltsverzeichnis


[bearbeiten] Biographie

Marianne Birthler wurde in Berlin-Friedrichshain geboren. Nach absolviertem Abitur − trotz Austritt aus der FDJ[1] − und Facharbeiterbrief 1966 in Berlin schloss sie 1972 ihr Außenhandelswirtschaftler-Fernstudium ab und arbeitete danach im DDR-Außenhandel. 1976 richtete Marianne Birthler ihre Tätigkeit gänzlich neu aus und begann eine fünfjährige Fernausbildung zur Katechetin und Gemeindehelferin in der Evangelischen Kirche. Sie wurde Jugendreferentin im Stadtjugendpfarramt von Berlin und machte vor allem in der Initiative Frieden und Menschenrechte keinen Hehl aus ihrer oppositionellen Haltung gegenüber dem Staat DDR. 1986 war sie eines der Gründungsmitglieder des Arbeitskreises „Solidarische Kirche“, der die Demokratisierung von Kirche und Gesellschaft in der DDR in den Mittelpunkt seiner Bemühungen stellte. In der letzten DDR-Volkskammer war Marianne Birthler von März bis Oktober 1990 Sprecherin von Bündnis 90 und gehörte vom 3. Oktober bis zu den ersten gesamtdeutschen Wahlen am 2. Dezember dem Deutschen Bundestag an.

Im Oktober 1990 wurde Marianne Birthler für Bündnis 90 in den Brandenburger Landtag gewählt. Im November übernahm sie in der Landesregierung unter Manfred Stolpe das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Im Sommer 1992 legten sie und Umweltminister Matthias Platzeck ihre Landtagsmandate nieder. Beide begründeten diesen Schritt mit der notwendigen Arbeitsfähigkeit der 6-köpfigen Fraktion - wo sie 2 Nachrückern Platz machten, aber ihr fraktionsinternes Stimmrecht behielten - und mit der gebotenen Trennung zwischen Legislative und der Exekutive. Schließlich trat sie am 29. Oktober 1992 protestierend von ihrem Ministeramt zurück, nachdem die Stasi-Verstrickungen von Manfred Stolpe bekannt wurden. Kurz darauf war ihre Bewerbung für das Amt einer Sprecherin des neuen Bündnis 90/Die Grünen erfolgreich. Im Jahr 1993 wurde sie Präsidiumsmitglied des Deutschen Evangelischen Kirchentages. 1995 bekam Marianne Birthler als Auszeichnung das Bundesverdienstkreuz.


Marianne Birthler ist geschieden. Sie war bis 1983 mit dem Tierarzt und früheren Minister der Brandenburger Landesregierung und jetzigen Landtagsabgeordneten Wolfgang Birthler verheiratet und hat drei Töchter.

[bearbeiten] Stasi-Unterlagen-Beauftragte

Im September 2000 wurde Marianne Birthler als Nachfolgerin Joachim Gaucks Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Am 27. Januar 2006 wurde sie vom Bundestag mit der großen Mehrheit von 486 Abgeordneten bei 60 Gegenstimmen und 17 Enthaltungen in diesem Amt bestätigt.

[bearbeiten] Kritik nach Aussagen zur Bundestagswahl 2005

Im Zuge der Bundestagswahl 2005 äußerte Marianne Birthler, dass in der Linkspartei-Fraktion nach Aktenlage mindestens sieben der neu einziehenden Abgeordneten in der DDR für das Ministerium für Staatssicherheit gearbeitet hätten. Nach Kritik korrigierte sie sich dahingehend, die Zahl habe sich lediglich auf die Inoffiziellen Mitarbeiter „unter den aussichtsreichen Kandidaten“ der Partei bezogen. Von diesen seien aber nicht alle gewählt worden. Nach diesen Äußerungen wurden aus der Linkspartei Forderungen nach Birthlers Rücktritt laut. Eine freiwillige Untersuchung über die Anzahl ehemaliger IM solle Licht in diese Sache bringen.

[bearbeiten] Diskussion um den Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze

Für eine kontroverse Diskussion sorgte eine am 11. August 2007 verbreitete Erklärung von Marianne Birthler, wonach in der Magdeburger Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde ein „sensationeller“ Fund in Form eines „uneingeschränkten Schießbefehl“ für eine Spezialeinheit der Grenztruppen gemacht worden sei. Tatsächlich war das 7-seitige Dokument aber bereits 1997 in einem Dokumentenband zur DDR-Geschichte auszugsweise erschienen. Öffentlich bekannt gemacht wurde das Papier bereits 1993.

[bearbeiten] Nebentätigkeiten

Marianne Birthler gehört zum Unterstützerkreis und ist Mitglied im Beirat von "Berlinpolis", einem Think Tank bzw. nach Auffassung von Kritikern einer Lobbygruppe mit Querverbindungen zur "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" <http://www.berlinpolis.de/bp/uber-uns/ />


Siehe auch: Schießbefehl für Spezialeinheit

[bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Reinhold Andert: Unsere Besten. Die VIPs der Wendezeit, Berlin 1993, S. 20

[bearbeiten] Weblinks

Quelle Wikipedia Marianne Birthler unter GNU-FDL

Von „http://www.mein-parteibuch.com/wiki/Marianne_Birthler

Diese Seite wurde bisher 160-mal abgerufen. Diese Seite wurde zuletzt am 30. Mai 2008 um 09:45 Uhr geändert.


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