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Informationskrieg

im Parteibuch Lexikon, dem parteiischen Wiki mit wertenden Informationen in deutlicher Sprache

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Begriff

Der Begriff Informationskrieg kommt aus dem englischen von Infowar und ist doppeldeutig belegt. Einerseits meint er militärische Auseinandersetzungen um die Eroberung oder das Zerstören der Kommunikationsinfrastruktur und andererseits regellose kommunikative Auseinandersetzungen um die Gunst des Informationsrezipienten. Im folgenden sollen unter dem Informationskrieg regellose kommunikative Auseinandersetzungen um die Gunst des Informationsrezipienten verstanden werden, wie sie durch die neuen Technologien des Informationszeitalters ermöglicht werden.

[bearbeiten] Ziele des Informationskrieges

Neben der Absicht, Informationen zur gegenseitigen Wissensvermittlung bereitzustellen, werden Äußerungen auch zielgerichtet zur Promotion, zum Bashing oder zur Durchsetzung politischer Ziele wie zum Beispiel den Start eines Krieges abgegeben. Im Informationszeitalter werden viele Informationen nicht zur Wissensvermittlung, also zur Information der Empfänger, abgegeben, sondern dazu, bestimmten Person, Gruppen oder Dingen ein besseres oder schlechteres Ansehen, Image oder Reputation oder mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

[bearbeiten] Medienmanipulation

Einierseits werden in der westlichen Welt traditionell bestimmte Informationen werden systematisch aus den Massenmedien herausgehalten und andererseits werden gezielt Falschinformationen über die Massenmedien verbreitet. Im Informationszeitalter fliegen, wenn auch mit einigem zeitlichen Verzug, Propaganda und Falschinformationen wie die Brutkastenlüge zunehmend häufiger auf.

[bearbeiten] False-Flag-Operationen

Zu den besonders beliebten Techniken des Informationskrieges gehört das Verüben terroristischer Anschläge, die dann gezielt anderen in die Schuhe geschoben werden. Beispiele für False-Flag-Terror sind in der jüngeren Geschichte der westlichen Welt im Informationszeitlater reichlich aufgeflogen. Diese Informationen werden durch die Massenmedien jedoch ziemlich systematisch boykottiert.

[bearbeiten] Mediale Auseinandersetzungen im Industriezeitalter

Auseinandersetrzungen um die Herrschaft der öffentlichen Meinung gab es auch im dem Informationszeitalter vorangegangenen Industriezeitalter. Aufgrund des hohen Aufwandes wurden mit tendenziöser Berichterstattung in der Presse vornehmlich Prominente, Firmen und Marken angegriffen. Auseinandersetzungen waren praktsich nur Medium gegen Medium möglich, politische Parteien und Einflußgruppen brachten ihre Medien dazu jeweils in Stellung und die Bevölkerung konnte im Allgemeinen recht gut zuordnen, welche politische Richtung ein Medium vertrat.

Platz in auflagenstarken Zeitungen und Sendezeit in Rundfunkmedien waren knapp, deshalb wurden die tendenziösen Artikel oder Sendungen schnell durch neue verdrängt. Es gab eine Tendenz zum natürlichen abflauen der Auseinandersetzungen um den Gewinn der öffentlichen Meinung. Die Artikel waren dann meist schnell vergessen und eine zielgerichtete nach allen Artikeln, die ein bestimmtes Schlagwort enthalten, praktisch nicht möglich.

Der Pressekodex galt als ethische Leitlinie publizistischen Handelns in Auseinandersetzungen und obgleich er nicht immer eingehalten wurde, so hatte er doch eine normative Wirkung schon allein dadurch, dass grobe Verstöße gegen den Pressekodex zu einem geringeren Ansehen des Mediums führten.

[bearbeiten] Informationskrieg im Informationszeitalter

Die Verbreitung neuer Kommunikationsmedien wie E-Mail, Newsgroups, Weblogs oder Foren führt zu einer neuen Informationslandschaft im Informationszeitalter. Google vergißt nichts und findet alles.

[bearbeiten] Ethische Leitlinien im Informationskrieg

Aufgrund von tatsächlicher oder angenommener Anonymität kann alles veröffentlicht werden. Weil besonders häßliche Dinge für mehr von der begehrten Aufmerksamkeit sorgen, wird auch alles veröffentlicht. Auseinandersetzungen um die Gunst des Informationsempfängers werden im Informationszeitalter gerade deshalb als Informationskrieg bezeichnet, weil ethische Leitbilder häufig fehlen. Ethische Leitlinien wie der Pressekodex oder wenigstens Angst vor Strafverfolgung bei Straftaten haben bei Veröffentlichungen im Internet praktisch keinerlei Bedeutung mehr. Der kommunikationsethische Konsens von Internetplattformen, die Nettiquette enthält in der Regel vor allem formale Vorschriften wie das auf die Schreibung in Großbuchstaben verzichtet wird.

[bearbeiten] Methoden im Informationskrieg

Die Methoden, wie der Informationskrieg geführt wird, lassen sich in Methoden, die große finanzielle Mittel und in Methoden, die praktisch keinerlei finanzielle Mittel erfordern, einteilen.

[bearbeiten] Spin Doktoren

Viel Geld wird dafür benötigt, um die Ausrichtung von Artikeln und Sendungen in Massenmedien zu beeinflussen. Ziel ist es, die Massenmedien dazu zu bringen ihren Nachrichten und Artikeln eine bestimmte Ausrichtung oder einen bestimmten Dreh zu verpassen. Die auch Spin Doktoren genannten Meinungsmacher sorgen dafür, dass Nachrichten einen möglichst unauffälligen Beigeschmack bekommen, der die Informationsrezipienten zu Sympathisanten der durchzusetzenden Weltanschauung macht. In Wikis entsteht durch den Versuch, Fakten einen Spin oder einen Beigeschmack zu geben, leicht ein Editwar.

[bearbeiten] Kampagnen

Spin Doktoren unterstützen ihren Einsatz zur Beeinflussung der Medien durch Kampagnen. Kampagnen nutzen aus, dass sich viele Menschen an Aktionen zur Erlangung weiterer Aufmerksamkeit beteiligen, wenn sie glauben, dass dies sinnvoll ist. Mitglieder werden über große Verteiler per E-Mail, SMS und Telefon laufend zur Beteiligung angehalten.

[bearbeiten] Negative-Campaigning

Im Falle von Kampagnen, die etwas schlecht machen oder herabsetzen sollen, spricht man von Negative Campagning. Dabei gibt es gesellschaftlich akzeptierte Formen wie das gezielte Schlechtreden der Politik des politischen Gegners und strafrechtlich relevante Formen wie beispielsweise Joe-Jobs.

[bearbeiten] Aufmerksamkeit

Im Informationszeitalter sind für jedermann neue Methoden, um Aufmerksamkeit zu gewinnen, enstanden, wie zum Beispiel Weblogs und Spam. Profis mit kleinem Geldbeutel nutzen Guerilla Marketing, bei dem Rechts- und Normenbrüche zur Erlangung von Aufmerksamkeit bewußt in Kauf genommen werden.

[bearbeiten] Nachstellungen

Wer kein Geld hat, um seine Gegner mit Negative Campaigning fertig zu machen, der kann im Informationszeitalter seine Gegner mit Nachstellungen im Internet, auch Cyberstalking genannt, in verschiedenen Spielarten wie zum Beispiel Google Stalking, Identitätsdiebstahl oder Flames traktieren.

[bearbeiten] Informationsvorsprung

Wer einen Informationsvorsprung gegenüber seinen Konkurrenten hat, hat einen gewaltigen Vorteil. So gehört das Einbrechen in Informationssysteme zur Gewinnung eines Informationsvorsprunges zum vielleicht wichtigsten Mittel des Informationskrieges.

[bearbeiten] Schlußfolgerungen

Für Informationsrezipienten, also Konsumenten von Information kann der Informationskrieg zur Folge haben, dass sie im Informationszeitalter paradoxerweise nicht besser, sondern schlechter informiert sind, wenn sie Informationen zur Wissensvermittlung schlechter von Informationen zur Beeinflussung auseinanderhalten können, als dies in der Industriegesellschaft der Fall war.

[bearbeiten] Videos

Ron Paul 2007: No More Manipulation - Ron Paul 4 Pres 08 (engl)

Infokrieg.tv 2007: Terrorstorm

[bearbeiten] Links

Florian Rötzer am 19.10.2007 auf Telepolis: "Die erste Schlacht in den Kriegen der Zukunft geht um die Kontrolle des Cyberspace"

Mein Parteibuch am 22.04.2007: Methoden der Manipulation

Politblog am 11.04.2007: Details zum Informationskrieg

Che's Warlog 26.02.2006: Stalking Heads ;-)

Giorgo Karapulios: Webseite zum Informationskrieg

Von „http://www.mein-parteibuch.com/wiki/Informationskrieg

Diese Seite wurde bisher 2.633-mal abgerufen. Diese Seite wurde zuletzt am 22. Oktober 2007 um 09:57 Uhr geändert.


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