FUD
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[bearbeiten] Wesen
Als Fear, Uncertainty and Doubt (englisch für „Furcht, Ungewissheit und Zweifel“), meist abgekürzt als FUD, wird eine Werbe- oder Kommunikationsstrategie bezeichnet, die der gezielten Bekämpfung eines (in der Regel wirtschaftlichen oder politischen) Konkurrenten dient, insbesondere wenn dieser bislang ein gutes Image hat. Man bedient sich dabei gezielter, aber dennoch subtiler und eher unterschwelliger Falschinformation, zum Beispiel in Pressemeldungen. Häufig werden diese über scheinbar neutrale Quellen verbreitet, deren Verbindung zum eigentlichen Urheber nicht sofort ersichtlich ist. Im Deutschen kommt die Bezeichnung Schmutzkampagne der Bedeutung von FUD nahe.
[bearbeiten] Ursprung
Geprägt haben soll diesen Begriff Gene Amdahl, nachdem er IBM verlassen hatte, um seine eigene Firma (Amdahl Corp.) zu gründen. Er soll damals über IBM-Vertriebsmitarbeiter gesagt haben, FUD seien Furcht, Ungewissheit und Zweifel, den sie potentiellen Amdahl-Kunden vermittelten.
[bearbeiten] Ziele
Das Ziel ist es, beim Informationsempfänger (zum Beispiel Kunden, Wähler) jene Furcht, Ungewissheit und Zweifel gegenüber einem Konkurrenten oder dessen Produkten hervorzurufen (Propaganda).
[bearbeiten] Methode
Panikmache zur Unterbindung bestimmter Handlungen gehört in den Bereich des FUD. Es wird dabei ausgenutzt, dass Angstgefühle beim Menschen häufig irrational begründet sind und selbst nachweislich falsche Informationen zu Unsicherheiten führen können. So wird der Propagandaminister des sogenannten Dritten Reiches, Joseph Goebbels, mit den Worten zitiert, man müsse nur genügend Dreck werfen, damit etwas hängenbleibe (nach dem lateinischen "audacter calumniare, semper aliquid haeret" - "immer feste verleumden, es wird schon etwas hängenbleiben").
[bearbeiten] Anwendungsbereiche
Da es zu den Charakteristika einer erfolgreichen FUD-Kampagne gehört, nicht als solche erkennbar zu sein, ist es schwierig, Beispiele zu nennen.
[bearbeiten] Technikvertrieb
Eines der schillernsten Beispiele für gelungenen FUD ist, wie im Spitblog 2007 aufgezeigt wurde, die Amstrad-PC-Lüfter-Geschichte. Befürworter freier Inhalte weisen gelegentlich angeblichen Rechteinhabern, die sich besonderer Schutzrechte berühmen, nach, durch eine FUD-Strategie Nutzer einzuschüchtern und von der Nutzung an sich freier Werke abzuhalten. Von IBM als FUD benannt worden sind einige Aktivitäten der Firma SCO, mit denen Anwender des Betriebssystemes Linux verunsichert werden sollten. Ebenfalls in den Bereich von FUD kann das auch als Vaporware bezeichnete verfrühte Ankündigen von Produkten fallen, um Kunden vom Kauf von Konkurrenzprodukten abzuhalten.
[bearbeiten] Rechtsstreitigkeiten
Auch bei Rechtsstreitigkeiten kann dieses Mittel eingesetzt werden, vor allem in Verbindung mit hohen Streitwerten und unerfahrenen Gegnern. Hier bilden Informationsempfänger und Opfer eine Einheit, beispielsweise bei einer Abmahnwelle gegen private Betreiber von Homepages.
[bearbeiten] Verteidigung
Eine teilweise wirksame Verteidigung ist die Veröffentlichung der Tatsachen seitens des Opfers.
[bearbeiten] Weblinks
Spitblog am 26.02.2007: The age of FUD
Eric S. Raymond: FUD Eintrag im Jargon File