Donald Tusk
im Parteibuch Lexikon, dem parteiischen Wiki mit wertenden Informationen in deutlicher Sprache
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Person
Donald Franciszek Tusk, geboren am 22.04.1957 in Danzig, ist ein liberaler polnischer Politiker und Mitbegründer sowie seit 2002 Vorsitzender der liberal-konservativen Partei Platforma Obywatelska (Bürgerplattform, PO). Als Mitglied des polnischen Parlaments (Sejm) war er von 2001 bis 2005 dessen stellvertretender Vorsitzender und davor 1997 bis 2001 stellvertretender Vorsitzender des polnischen Senats. Seine Partei vertrat er im Parlament als Fraktionsvorsitzender von 2003 bis 2006. Er wohnt in der bei Danzig liegenden Kurstadt Sopot.
[bearbeiten] Familien
Donald Tusk ist mit Ehefrau Małgorzata verheiratet und hat mit ihr einen Sohn, Michał (* 1982), und eine Tochter, Katarzyna (* 1987), die beim Fernsehsender TVN arbeitet. Donald Tusks Vater war Tischler und starb, bevor Donald Tusk die Grundschule beenden konnte.
[bearbeiten] Vorfahren im Blick der Politik
Tusks Großeltern gehörten sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits zur polnischen bzw. kaschubischen Bevölkerung in der damaligen Freien Stadt Danzig. Sie überlebten Zwangsarbeit und die Inhaftierung in den Konzentrationslagern Stutthof und Neuengamme bei Hamburg. Gegen Ende des Krieges wurde sein Großvater Józef Tusk am 2. August 1944 zum Eintritt in die Wehrmacht gezwungen. Wahrscheinlich desertierte er und trat am 24. November 1944 der polnischen Armee in Großbritannien bei. Die Tatsache, dass Józef Tusk für diese kurze Zeit in der Wehrmacht dienen musste, benutzten die politischen Gegner der rechtskonservativen Partei PiS bei den Präsidentschaftswahlen 2005, um Donald Tusk als unpatriotisch zu diffamieren. Andererseits waren zwei der Urgroßväter der PiS-Führer Lech und Jarosław Kaczyński hohe Offiziere der russischen Zarenarmee. Während Donald Tusk sich damals noch nicht gegen diese Vorwürfe zu wehren wusste, setzte er im Wahlkampf zu den Parlamentswahlen 2007 offensiv auf eine internationale Zusammenarbeit anstelle eines isolationistischen Nationalismus wie bei den Gebrüdern Kaczyński.
[bearbeiten] Biographie
Tusk engagierte sich in der Opposition gegen die kommunistischen Machthaber in Polen. Als Student der Universität Danzig trug er zur Gründung der Studentischen Komitees der Solidarność bei. Die Gründung war eine Reaktion auf den Mord an dem in der Opposition stark engagierten Studenten Stanisław Pyjas durch die Staatsmiliz.
Tusk beendete sein Studium 1980 mit einer Abschlussarbeit über den Mythos und die Legende um Józef Piłsudski.
[bearbeiten] Wahlen
[bearbeiten] 2005
Bei den Präsidentschaftswahlen am 9. Oktober 2005 erzielte Tusk 36,3 % der Stimmen und damit das beste Ergebnis der Kandidaten, doch verfehlte er die notwendige Mehrheit von 50 % (die Wahlbeteiligung lag bei 49,7 %). Er musste am 23. Oktober 2005 zur Stichwahl gegen den rechtskonservativen Warschauer Bürgermeister Lech Kaczyński (33,1 % im ersten Wahlgang) antreten und unterlag mit 46,5 % zu 53,5 %.
[bearbeiten] 2007
Die Parlementswahlen vom 21.10.2007 gewann Donald Tusk's PO mit 44% gegen die PiS von Jarosław Kaczyński, die etwa 31% holte.
[bearbeiten] Werke
Tusk ist Mitherausgeber der großformatigen Fotobandreihe „Był sobie Gdańsk“ (Es war einmal Danzig, ISBN 83-912807-9-9) sowie mehrerer Fotobände über Danziger Vororte.
[bearbeiten] Weblinks
Tagesspiegel, 21. Oktober 2007: „Wer ist Donald Tusk?“
Konrad Schuller am 15.10.2007 in der FAZ: Tusks Wahlkampf mit Kaczynskis Pistole
tagesschau, 26. August 2007: „Donald Tusk - Wahlkämpfer der leisen Töne“