DVAG
(Weitergeleitet von Deutsche Vermögensberatung AG)
Wesen
Die Deutsche Vermögensberatung Aktiengesellschaft, kurz auch DVAG genannt, ist mit 32.000 Drückern nach eigenen Angaben zwar weltweit die Nr. 1 der eigenständigen Finanzvertriebe, tatsächlich jedoch eher der ausgegliederte Vertrieb der AachenMünchner Versicherungen, die wiederum dem Versicherungskonzern Generali gehört. Soweit zum Thema "unabhängig"...
Vorstand
Chef im Vorstand und im Laden insgesamt ist der Gründer Reinfried Pohl. Weitere Vorstandsmitglieder sind Friedrich Bohl, Hans-Theo Franken, Sabina Gerhart, Helge Lach, Harald Schneider und Kurt Schuschu. Die FTD berichtete am 06.03.2008 davon, dass der hessische Ex-Minister Udo Corts Mitglied des Vorstandes der DVAG wird[1]:
"Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) holt Udo Corts in ihren Vorstand. Corts (CDU) war Minister für Wissenschaft und Kunst in Hessen. Der 53-jährige Jurist hatte bereits vor längerer Zeit seinen Wechsel in die Privatwirtschaft angekündigt. Die DVAG gilt als Sammelbecken von CDU-Größen. So sitzt Friedrich Bohl, einst Kanzleramtsminister, ebenfalls in der DVAG-Geschäftsleitung. Den Beirat des Finanzvertriebs leitet Altkanzler Helmut Kohl."
Aufsichtsrat
Als Aufsichtsratsvorsitzenden hat Reinfried Pohl zeitweise den Bimbeskanzler Helmut Kohl eingekauft, der sich auch bei dem Versicherungskonzern Generali rumtreibt, dem der Großteil des von der DVAG vertriebenen Spektrums der Versicherungen gehört.
Beiräte aus der Politik
Die Zeit schrieb 2002 von einer auffälligen Nähe zur Politik ua durch Beiräte: "Als Generalbevollmächtigte oder Beiräte stehen der DVAG eine Reihe prominenter Christdemokraten zur Seite: Ex-Kanzler Helmut Kohl, Ex-Kanzleramtsminister Friedrich Bohl und Ex-Kohl-Berater Horst Teltschik, Friedhelm Ost, Bernhard Vogel, Theo Waigel, Walter Wallmann und andere. Auch Anke Fuchs von der SPD sitzt im Beirat des Frankfurter Unternehmens." Auch CDU-Spezi Prof. Dieter Stolte, vormals Intendant des konservativen Senders ZDF, kriegt bei der DVAG für irgendwas Geld.
Eigentümer
Die Deutsche Vermögensberatung AG gehört über die Deutschen Vermögensberatung Holding GmbH der Familie Pohl sowie der AMB Generali. Genaueres soll den jährlichen Geschäftsberichten zu entnehmen sein. Über die AMB Generali hat natürlich auch deren Mutter, die italienische Assicurazioni Generali S.p.A. aus Triest, maßgeblich was mitzureden.
Die DVAG gehört zu etwa 50 % minus 10 Aktien der Generali.
Mehrheitseigner ist also immer noch die Familie Pohl. Die Assicurazioni Generali S.p.A. erhält eher Anweisung von der DVAG-Leitung. Die italienische Versicherungsgruppe ist abhängig von der DVAG.
Struktur
Mit sektenartig organisierten Drückerkolonnen werden den Opfern die üblicherweise überteuerten Finanzprodukte von Unternehmen der AMB Generali wie Aachener & Münchener Versicherungen, Badenia, Volksfürsorge, Central und Advocard aufgeschwatzt. Seit einiger Zeit besteht auch eine Vertriebspartnerschaft mit der Deutschen Bank, so dass den Opfern nun auch deren Zeugs aufgeschwatzt wird.
Aussteiger-Seite
Jens Klingebiel betreibt unter der Adresse Exdvag.de eine Seite für Aussteiger und Geschädigte der DVAG.
Werbung
Zahlreiche Prominente wie beispielsweise Michael Schuhmacher und Otto Rehhagel werben für die Drückerkolonnen der DVAG. In der Fußballbundesliga hat die DVAG Trikotwerbung beim 1. FC Kaiserslautern gekauft.
Literatur
Jens Klingebiel: Hau rein oder hau ab - DVAG-Aussteiger-Buch soll Bevölkerung warnen! (Kostenloses E-Book)
Quellen
- ↑ FTD am 06.03.2008: Personalien des Tages
Weblinks
Finanzparasiten.de: Linksammlung zur DVAG
Jens Klingebiel: EXDVAG: Portal mit Forum für DVAG Aussteiger und Geschädgte
Die Zeit 2002: Auffällige Nähe
Hans-Jürgen Höger 2002: Baden i.A.-Ring - Unseriöses Geschäftsverhalten der Badenia Bausparkasse
Bund der Versicherten am 29.11.2001: Bund der Versicherten warnt vor "Deutschen-Deutsche-Bank-Vermögensberatern"
Der Spiegel am 21.02.2000: Infos aus Bonn
Wolfgang Kynast 1999: Kommentar zum Gerlach Report zur DVAG
Michael Kronenberg in der Zeitschrift für Verbraucheraufklärung: Urteil 6 U 237/96 des OLG Frankfurt zum Buch "Beraten und Verkauft"