Bundesverfassungsgericht
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[bearbeiten] Aufgabe
Das Bundesverfassungsgericht ist Hüter der deutschen Verfassung. Es ist sowohl unabhängiges Verfassungsorgan als auch Teil der Rechtsprechung. Es überprüft Entscheidung anderer Gerichte als Akte der Staatsgewalt und gehört nicht zum Instanzenzug.
Seinen Sitz hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe innerhalb eines befriedeten Bezirks. Die Bundespolizei schützt das Bundesverfassungsgericht.
In Artikeln 92 bis 94 Grundgesetz werden die Aufgaben und Besetzung des Bundesverfassungsgerichts geregelt. Darüber hinaus befinden sich Regelungen im Gesetz über das Bundesverfassungsgericht. Die ersten Entscheidungen traf es am 9. September 1951.
Aus § 31 Absatz 1 Bundesverfassungsgerichtsgesetz geht hervor, dass die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts »die Verfassungsorgane des Bundes und der Länder sowie alle Gerichte und Behörden« binden. Die Bindungswirkung besteht dabei nur für den konkreten Einzelfall (inter partes).
Nach § 31 Abs. 2 BVerfGG haben bestimmte Entscheidungen Gesetzeskraft. Das Bundesverfassungsgericht kann ein Gesetz für verfassungswidrig erklären, das nach dem Inkrafttreten des Grundgesetzes verabschiedet wurde. Es hat die Normenverwerfungskompetenz. Im Rahmen der konkreten Normenkontrolle kann ein anderes Gericht dem Bundesverfassungsgericht gemäß Artikel 100 Grundgesetz ein Gesetz vorlegen, wenn es Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit eines Gesetzes hat, soweit dieses entscheidungserheblich ist.
[bearbeiten] Spruchgremien
Das Gericht ist aufgeteilt in zwei Senate und sechs Kammern mit unterschiedlichen sachlichen Zuständigkeiten. Diese Verteilung geschieht durch die Geschäftsordnung, die das Bundesverfassungsgericht selbst erlässt und ändern kann.
Zunehmend wird dabei der juristische Hintergrund und Schwerpunkt der Richter berücksichtigt. Vereinfachend ließ sich früher der erste Senat als „Grundrechtssenat“ und der zweite Senat als „Staatsrechtssenat“ klassifizieren: Der erste Senat war vor allem für Fragen der Auslegung der Art. 1 bis 17, 19, 20 Abs. 4, 33, 38, 101, 103 und 104 GG zuständig, während Organstreitigkeiten zwischen Verfassungsorganen oder Parteiverbotsverfahren vor den zweiten Senat gelangten. Diese Abgrenzung trifft heute nicht mehr zu, da beide Senate Verfahren je nach Fachmaterie bearbeiten. Streitigkeiten der Senate um die Zuständigkeitskompetenz ließen sich 2008 bei der großen Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung erkennen.
[bearbeiten] Erster Senat
| Name | Beginn der Amtszeit | Ende der Amtszeit | nominiert von | gewählt von | Nachfolger von |
|---|---|---|---|---|---|
| Hans-Jürgen Papier (* 1943) | Februar 1998 | Februar 2010 | CDU/CSU | Bundestag | Otto Seidl |
| Christine Hohmann-Dennhardt (* 1950) | Januar 1999 | Januar 2011 | SPD | Bundesrat | Helga Seibert |
| Brun-Otto Bryde (* 1943) | 23. Januar 2001 | 31. Januar 2011 | BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN | Bundestag | Jürgen Kühling |
| Reinhard Gaier (* 1954) | November 2004 | November 2016 | SPD | Bundesrat | Renate Jaeger |
| Michael Eichberger (* 1953) | April 2006 | April 2018 | CDU/CSU | Bundesrat | Dieter Hömig |
| Wilhelm Schluckebier (* 1949) | Oktober 2006 | November 2017 | CDU/CSU | Bundestag | Evelyn Haas |
| Ferdinand Kirchhof (* 1950) | 1. Oktober 2007 | Juni 2018 | CDU/CSU | Bundestag | Udo Steiner |
| Johannes Masing (* 1959) | 2. April 2008 | April 2020 | SPD | Bundesrat | Wolfgang Hoffmann-Riem |
| Kammer | 1. Richter | 2. Richter | 3. Richter |
|---|---|---|---|
| 1. Kammer | Papier | Hohmann-Dennhardt | Masing? |
| 2. Kammer | Bryde | Eichberger | Schluckebier |
| 3. Kammer | Papier | Kirchhof | Gaier |
[bearbeiten] Zweiter Senat
| Name | Beginn der Amtszeit | Ende der Amtszeit | nominiert von | gewählt von | Nachfolger von |
|---|---|---|---|---|---|
| Andreas Voßkuhle (* 1963) | 7. Mai 2008 | Mai 2020 | SPD | Bundesrat | Winfried Hassemer |
| Siegfried Broß (* 1946) | September 1998 | September 2010 | CDU/CSU | Bundestag | Konrad Kruis |
| Lerke Osterloh (* 1944) | Oktober 1998 | Oktober 2010 | SPD | Bundestag | Karin Graßhof |
| Udo Di Fabio (* 1954) | Dezember 1999 | Dezember 2011 | CDU/CSU | Bundesrat | Paul Kirchhof |
| Rudolf Mellinghoff (* 1954) | 23. Januar 2001 | 23. Januar 2013 | CDU/CSU | Bundesrat | Klaus Winter |
| Gertrude Lübbe-Wolff (* 1953) | April 2002 | April 2014 | SPD | Bundestag | Jutta Limbach |
| Michael Gerhardt (* 1948) | Juli 2003 | Juli 2015 | SPD | Bundestag | Bertold Sommer |
| Herbert Landau (* 1948) | Oktober 2005 | 30. April 2016 | CDU/CSU | Bundesrat | Hans-Joachim Jentsch |
| Kammer | 1. Richter | 2. Richter | 3. Richter |
|---|---|---|---|
| 1. Kammer | Voßkuhle? | Di Fabio | Landau |
| 2. Kammer | Broß | Lübbe-Wolff | Gerhardt |
| 3. Kammer | Broß | Osterloh | Mellinghoff |
[bearbeiten] Besetzungskarusell
Am 25.04.2008 berichtete Tagesschau.de, dass Andreas Voßkuhle auf Vorschlag der SPD zum neuen Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichtes gewählt wurde, nachdem Horst Dreier von der Union abgelehnt wurde[1].
[bearbeiten] Siehe auch
[bearbeiten] Quellen
- ↑ tagesschau.de am 25.04.2008: Voßkuhle wird Verfassungsrichter
[bearbeiten] Weblink
Mein Parteibuch am 05.05.2008: Richtige Besetzung
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