Atlantik-Brücke
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[bearbeiten] Wesen
Die Lobby-Organsation Atlantik-Brücke wurde 1952 mit Sitz in Berlin als Verein eingetragen und zählt zu den mächtigsten konservativen Pressure Groups in Deutschland.
[bearbeiten] Vereinszweck
Offizieller Vereinszweck ist die Förderung des deutsch-amerikanischen Verständnisses.
[bearbeiten] Bedeutung
Ein anonymer Verfasser mit Pseudonym Richard Schapke erklärt die Bedeutung der Atlantik-Bücke wie folgt[1]:
Mit dem beginnenden Kalten Krieg sorgten die Vereinigten Staaten sich angesichts erstarkender national-neutralistischer Tendenzen in der BRD um ihren politischen Einfluß in Mitteleuropa. Da man die Bundesrepublik nicht mehr wie zu Zeiten alter Besatzungsherrlichkeit per Dekret beherrschen konnte, verlegte der Rat für auswärtige Beziehungen (CFR), gewissermaßen die imperiale Denkfabrik der USA, sich auf eine mehr informelle Einflußnahme. Ergebnis war die Gründung des American Council on Germany. In diesem Ableger formulieren Vertreter der CIA-nahen Gewerkschaft AFL-CIO, die nicht ohne Einfluß auf die Gründung der antisozialistischen Einheitsgewerkschaft DGB war, gemeinsam mit Exponenten solch illustrer Bankhäuser wie Chase Manhattan (Rockefeller), Morgan Stanley, Brown Brothers Harriman (Bush), Goldman Sachs, Warburg oder der Bundesbank Federal Reserve die Grundzüge der amerikanischen Deutschlandpolitik. Mit am Tisch sitzen ferner die CIA und die US-Großkonzerne wie Exxon oder Pfizer.
[bearbeiten] CDU-Spendenaffäre
Maßgebliche Beteiligte an der CDU-Spendenaffäre waren wie der Ehrenvorsitzende der Atlantik-Brücke, Walther Leisler Kiep, Mitglieder der Atlantik-Brücke e.V.
[bearbeiten] Ziele
[bearbeiten] Völkerfreundschaft
Die Atlantik-Brücke e. V. ist laut Satzung ein Verein zur Förderung der Freundschaft und des Verständnisses für Deutschland in anderen Staaten, insbesondere in Kanada und den USA sowie den europäischen Staaten, und des Verständnisses für die vorgenannten Staaten in Deutschland.
[bearbeiten] Propaganda
Der Verein will diese Ziele informatorisch-publizistisch erreichen und arbeitet mit ähnlich orientierten Personen und Institutionen zusammen. So arbeitet die Atlantik-Brücke dazu zum Beispiel mit dem Project for the New American Century zusammen.
[bearbeiten] Lobbyismus
Der Zweck des Vereins ist außerdem Kontaktpflege zu führenden Persönlichkeiten der USA. Arend Oetker beschrieb die Lobbytätigkeit im Jahr 2002 folgendermaßen: „Die USA wird von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben.“
[bearbeiten] Vereinsarbeit
Der Verein veranstaltet Konferenzen, Seminare und Kolloquien. Durch verschiedene Programme (Schüler-, „Young Leaders“-, Lehrer-, Offiziers-, Journalistenprogramme) wurde ein Netzwerk interessierter Personen aufgebaut. Weiterhin werden der Vernon A. Walters-Award und der Eric-M.-Warburg-Preis verliehen.
[bearbeiten] Geschichte
Der Verein wurde 1952 vom Hamburger Bankier Eric M. Warburg, der späteren Chefredakteurin und Herausgeberin der Wochenzeitung Die Zeit, Marion Gräfin Dönhoff, sowie Helmut Schmidt und anderen Hamburgern mit Sitz in Bonn gegründet.
Anfangs konzentrierte sich der Verein auf die Bildung von Netzwerken im politischen und wirtschaftlichen Bereich. Später kamen Austauschprogramme für Studenten, Lehrer, Professoren, junge Führungskräfte, Journalisten und Militärs hinzu.
Die „Atlantik-Brücke“ zog im Juli 1999 ins Magnus-Haus (Haus des Physikers Heinrich Gustav Magnus am Kupfergraben) in Berlin-Mitte um.
Als Ausgangspunkt für die Gründung des Vereins galt der Beginn des sogenannten Kalten Krieges. Die USA suchten nach Möglichkeiten verdeckter Einflussnahme auf Deutschland. Der Export von US-Ideen wurde durch das New Yorker Council on Foreign Relations betrieben. Es dürfte Ideengeber für die Gründung der Atlantik-Brücke gewesen sein. Der Gründer der Atlantik-Brücke, Eric M. Warburg, war während und nach dem 2. Weltkrieg Freund und Berater des Hohen Kommissars in Deutschland und CFR-Mitglieds John J. McCloy. In den USA gründeten sie zusammen 1952 das American Council on Germany, wo 2004 unter anderem Richard Holbrooke und Henry Kissinger Mitglieder waren. Als Pendant auf deutscher Seite wurde im gleichen Jahr die Atlantik-Brücke gegründet. Zwischen den drei Organisationen herrscht ein reger personeller Austausch durch Konferenzen, Seminare, Vorträge.
[bearbeiten] Mitgliedschaft und Mitglieder
Die Mitgliedschaft in der Atlantik-Brücke kann nur durch Kooptation begründet werden. Aufgenommen werden „führende Vertreter des wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und wissenschaftlichen Lebens Deutschlands sowie einige Redakteure führender Zeitungen“. Nach eigenen Angaben sah das Mitgliederprofil 2006 wie folgt aus:
- Wirtschaft: 267
- Politik: 83
- Freie Berufsgruppen: 77
- Medien: 44
- Wissenschaft: 32
- Verbände/Gewerkschaften/Stiftungen: 18
[bearbeiten] Vorstand
Stand: März 2008
- Ehrenvorsitzender: Walther Leisler Kiep (CDU)
- Vorsitzender: Thomas Enders, (Vorstandsvorsitzender von Airbus)
- Geschäftsführende Stellvertretende Vorsitzende: Beate Lindemann (u. a. Beauftragte des German Marshall Fund of the United States in Europa, Kiep-Stiftung)
- Schatzmeister: Oliver Bialowons, Geschäftsführer neckermann.de GmbH
- Weitere Vorstandsmitglieder:
- Kai Diekmann (Chefredakteur und Herausgeber der Bild-Zeitung)
- Hubertus Erlen (ehem. Vorstandsvorsitzender der Schering AG)
- Jürgen Fitschen (Mitglied des Group Executive Committees der Deutsche Bank AG)
- Michael Frenzel (Vorstandsvorsitzender der Preussag AG bzw. TUI AG)
- Katrin Göring-Eckardt (MdB, Grüne)
- Jürgen Großmann (unter anderem Georgsmarienhütte Holding, Klöckner-Werke)
- Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums des Instituts der deutschen Wirtschaft
- Eckart von Klaeden (MdB, CDU-Bundesvorstand)
- Christian Lange (MdB, SPD)
- Florian Langenscheidt (Langenscheidt Verlag, Brockhaus)
- Siegfried Luther (Bertelsmann)
- Klaus-Peter Müller (Vorstandssprecher der Commerzbank AG und Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken)
- Hubertus Schmoldt (Vorsitzender der IG Bergbau, Chemie, Energie)
- Guido Westerwelle, MdB (FDP)
- Martin Winterkorn (Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG)
[bearbeiten] Kuratorium
Stand: Januar 2008
- Vorsitzender: Lutz R. Raettig (Vorsitzender des Aufsichtsrates Morgan Stanley Bank AG)
- Kurt Biedenkopf, Ex-Ministerpräsident vom Sachsensumpf (CDU)
- Uwe-Ernst Bufe, Ex-Chef von Degussa
- Alexander Dibelius, Deutschlandchef von Goldman Sachs
- Andreas R. Dombret, Vice Chairman Europa der Bank of America
- Juergen B. Donges, Ex-"Wirtschaftsweiser", Beirat der Stiftung Marktwirtschaft und Botschafter der INSM
- Dieter Feddersen, Wirtschaftsjurist, Ex-AR-Chef der Berliner Bankgesellschaft beim Berliner Bankenskandal
- Utz-Hellmuth Felcht, Ex-Chef von Degussa und Ex-Vorstand der RAG
- Norbert Gansel, Ex-Oberbürgermeister von Kiel (SPD)
- Dieter Goose, Ex-Vorstand der DekaBank
- Helga Haftendorn, emertierte Professorin für Politikwissenschaft
- Josef Joffe, Mitherausgeber der Zeit, Bilderberger
- Karl Kaiser, Direktor der DGAP
- Salomon Korn, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt a.M. und Vizepräsident des ZdJ
- Christoph Mäckler, Architekter-Professor
- Manfred Meier-Preschany, Unternehmensberater , Ex-Vorstand der Dresdner Bank
- Thomas Middelhoff, Ex-Vorstandsvorsitzender der Arcandor AG
- Klaus Naumann, Rüstungslobbyist, General a.D. der Bundeswehr und Ex-Vorsitzender des NATO-Militärausschusses
- Uwe Nerlich, Direktor des Zentrums für Europäische Strategieforschung
- Karl Otto Pöhl, Ex-Präsident der Bundesbank
- Detlef W. Prinz, Ex-Vorstandssekretär des 1. Vors. der IG Metall, Inhaber PrinzMedien Holding, Ex-Mitglied des SPD-Bundesparteirates, Gründungsmitglied IZA Policy Fellows
- Heinz Riesenhuber, MdB, Ex-Bundesforschungsminister (CDU)
- Eberhard Sandschneider, Politikwissenschaftler, Otto Wolff-Direktor der DGAP
- Gerd Schulte-Hillen, Manager und Mitgesellschafter von David Montgomerys BV Deutsche Zeitungsholding
- Johann Peter Sieveking, Anwalt, Sproß der [Kurt Sieveking|Familie Sieveking]
- Kurt F. Viermetz
- Karsten Voigt, Politiker, Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit (SPD)
- Hans-Dietrich Winkhaus, Präsident des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft
- Matthias Wissmann, Ex-Bundesminister (CDU)
[bearbeiten] Weitere bekannte Mitglieder
- Jörg Allgäuer, Journalist, PR-Profi, Leiter des Bereichs Kommunikation der HypoVereinsbank
- Marie Bernard-Meunier, Vorstand des Vereins auf kanadischer Seite
- Birgit Breuel (CDU, ehem. Präsidentin der Treuhandanstalt)
- Mehmet Daimagüler, Politiker (FDP)
- Michel Friedman, Politiker (CDU)
- Helmut Kohl Ex-Bundeskanzler (CDU)
- Hilmar Kopper, ehem. Vorstand u. Aufsichtsrat der Deutschen Bank
- Cem Özdemir (B'90/Grüne, Europaabgeordneter)
- Helmut Schmidt Ex-Bundeskanzler (SPD), Mitherausgeber der Zeit
- Carl-Ludwig Thiele, stv. Fraktionsvorsitzender der FDP
- Katrin Göring-Eckardt, (B'90/Grüne, Bundestagsvizepräsidentin)
[bearbeiten] Protegierte
Ein anonymer Verfasser mit dem Pseudonym Richard Schapke machte 2002 darauf aufmerksam, dass einige bekannte Persönlichkeiten der Atlantik-Brücke zum 50. Jubiläum gratulierten und expliziert erklärt haben sollen, sie verdanken der Atlantikbrücke ihre Karriere[2]:
Zum Jubiläum gratulierten der Atlantikbrücke (...) zahlreiche Personen, und zwar durch eine imposante Anzeige in der "Welt" vom 17. April 2002. Die Unterzeichner erklärten explizit, dem Netzwerk der Atlantikbrücke ihre Positionen zu verdanken. Zu der beunruhigenden pressure group rechnen sich unter anderem: Heinrich Aller (SPD) als niedersächsischer Finanzminister, Joachim von Arnim als Gesandter der BRD bei der NATO, Susanne Gabriele Biedenkopf-Kürten als Leiterin der ZDF-Europaredaktion, Johannes K. Borsche als Vizepräsident der Frankfurter Morgan Stanley-Niederlassung, Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD, (...) Thomas W. Geisel aus dem Ruhrgas-Vorstand, Bundesbankdirektor Dr. Klaus D. Geisler, Wolfgang Ischinger als BRD-Botschafter in Washington, Eckart von Klaeden als Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der Telekom-Vizevorstandsvorsitzende Dr. Raphael Kübler, Dr. Rudolf Lang als Vorstandsmitglied von Goldman & Sachs, Nikolaus Graf Lambsdorff als Kabinettschef der UNMIK-Protektoratsverwaltung im Kosovo, Kathrin Leeb als Vizepräsidentin der Deutschen Bank, der Schering-Manager Knut Mager, der Springer-Vorstand Steffen Naumann, der als Kriegshetzer gegen den Irak auffallende CDU-Außenpolitiker Dr. Friedbert Pflüger, Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering als Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten im Europaparlament, der SPD-Politiker Ottmar Schreiner, Gottfried Spelsberg-Korspeter als RWE-Vorstandsmitglied, Michael Zissis Vassiliadis als Vorstandssekretär der IG Bergbau, Chemie, Energie, Matthias Witt als Geschäftsführer der Vogel Burda Communications GmbH sowie Redaktionsmitglieder des STERN, der "Financial Times Deutschland", der FAZ, des "Tagesspiegel", der ZEIT, des Bayerischen Rundfunks, von N24, SAT1 und der Süddeutschen Zeitung." Wir gestatten uns abschließend, diese "unabhängigen Journalisten" namhaft zu machen: Dr. Nikolaus Busse, Christiane Hoffmann (FAZ), Katja Gloger (STERN), Malte Lehming (Tagesspiegel, US-Korrespondent), Theo Koll (Frontal21, ZDF), Rüdiger Löwe (Bayerischer Rundfunk), Eck Stuff (Ausbildungsleiter des SFB), Christian Wernicke (Europakorrespondent der "Süddeutschen Zeitung" in Brüssel), Sabine Ulbrich (Korrespondentin von N24 und SAT1 in Washington), Margaret Heckel (Financial Times Deutschland), Matthias Naß (Stellvertretender Chefredakteur der ZEIT), Anke Plättner (WDR).
[bearbeiten] Verstorbene Mitglieder
- Uwe Barschel (†) (CDU)
- Alfred Herrhausen (†)
[bearbeiten] Literatur
- Ludger Kühnhardt (2002): Atlantik-Brücke. Fünfzig Jahre deutsch-amerikanische Partnerschaft 1952-2002, Berlin, München: Propyläen Verlag. ISBN 3-549-07160-4
[bearbeiten] Quellen
- ↑ Richard Schapke (Pseudonym): Ein sauberer Verein - Die Atlantik-Brücke
- ↑ Richard Schapke (Pseudonym) 2002 via cenjur.de: 50 Jahre Atlantikbrücke e.V. – Namen und Funktionen
[bearbeiten] Weblinks
Linke Zeitung am 06.02.2007: Die Macher hinter den Kulissen - Wie INSM, Atlantik-Brücke, Aspen-Institute und ähnliche Netzwerke Deutschland heimlich regieren
Parteibuch Blog: Suche nach Atlantik-Brücke
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