Anti-Defamation League
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[bearbeiten] Wesen
Die Anti-Defamation League (kurz: ADL) ist eine US-amerikanische Organisation für Lobbyismus und Propaganda von rechten Rand mit Sitz in Washington D.C.. Sie ist ein Mitglied des umstrittenen zionistischen American Israel Public Affairs Committee (AIPAC).
[bearbeiten] Selbstbeschreibung
Die ADL beschreibt sich selbst als Menschenrechtsorganisation.
[bearbeiten] Management
Der Vorsitzende der ADL ist Abraham Foxman, der im Januar 2009 dadurch auffiel, dass er sich darüber beschwerte, dass Barack Obamas Sondergesandter für den Frieden im nahen Osten, George Mitchell, "fair und ausgeglichen" und nicht pro-israelisch sei[1].
[bearbeiten] Geschichte
Die ADL wurde 1913 in Chicago von Mitgliedern der Organisation B’nai B’rith (hebräisch: „Söhne des Bundes“) gegründet. Haupttätigkeit der Organisation ist der Kampf gegen den Antisemitismus. Ausschlaggebend für die Gründung der ADL war ein Vorfall im Jahr 1913 im US-Bundesstaat Georgia, bei dem Fabrikdirektor Leo Frank gelyncht wurde, weil er Mary Phagan, ein 13 Jahre altes Mädchen, vergewaltigt und ermordet haben soll. Inzwischen gilt seine Unschuld als erwiesen und das eigentliche Motiv des Mordes wird im Antisemitismus verortet[2].
[bearbeiten] Tätigkeit
Neben dem Antisemitismus bekämpft die ADL alle Formen von Vorurteilen, Bigotterie und Diskriminierung. „ADL erkennt, dass ihr anfänglich oberstes Ziel, Antisemitismus zu bekämpfen, nur erfolgreich sein kann, wenn sie sich für den Schutz aller Menschen einsetzt. Menschenrechte sind nicht teilbar. Das ADL-Büro in Boston entwickelt 1985 aufgrund von ethnischen Spannungen das A World of Difference Programm. Zentraler Ansatz ist die Zusammenarbeit des Bildungssystems mit Gemeindevertretern und den Medien. Aus diesem Prozess heraus wurde 1992 das A World of Difference Institute gegründet.“ [3] [4]
1993 wurde das A World of Difference-Programm in Bremen, Rostock und Hamburg eingeführt mit dem Namen Eine Welt der Vielfalt.
[bearbeiten] Ronald S. Lauder Foundation
Seit 1998 ist die Anti Defamation League in Europa mit einem Büro in Wien, das von der Ronald S. Lauder Foundation finanziert wird, vertreten.
[bearbeiten] Kooperation mit österreichischem Innenministerium
In Österreich wurde 2001 ein Vertrag zwischen der Anti-Defamation League und dem Bundesministerium für Inneres unterzeichnet. Das Ziel dieser Kooperation war, Maßnahmen in der Fortbildung zugunsten einer vorurteilsfreien Haltung der österreichischen Sicherheitsexekutive zu setzen. 2004 wurde ein zweiter Vertrag unterzeichnet, der den schon bestehenden zwischen der Anti-Defamation League und dem Bundesministerium für Inneres bis Ende 2006 verlängert und die Kooperation ausgeweitet hat.[5]
[bearbeiten] Kooperation mit deutschem Innenministerium
Auch in Deutschland wollen das Bundesinnenministerium und die Anti-Defamation League weiterhin "in fester Verbundenheit" zusammen arbeiten.[6]
[bearbeiten] Tätigkeit
[bearbeiten] Völkermord-Leugnung
In der zweiten Jahreshälfte 2007 brachte die Haltung der ADL und ihres Vorsitzenden zum Völkermord an den Armeniern die Organisation in die Kritik amerikanischer Juden. Die ADL hatte sich gegen eine Resolution des US-Kongresses ausgesprochen, in der das historische Ereignis als Völkermord bezeichnet werden sollte. Einige jüdische Gemeinden in den USA beschlossen deswegen, ihre Verbindungen zur ADL aufzulösen.[7]
[bearbeiten] Gegen Allianz-Stadion
Im September 2008 lies die Anti-Defamation League verlauten, sie sieht in einem möglichen Allianz-Stadion in New York aufgrund der einstigen Verbindung des Allianz-Konzerns zum Nationalsozialismus "eine Verunglimpfung der Erinnerung an die Holocaust-Opfer".[8]
[bearbeiten] Youtube-Zensur
Dank der ADL wird Youtube in Zukunft von allen unliebsamen Videos bereinigt werden. Die ADL erklärte sich freundlicherweise zur Zusammenarbeit bereit. Youtube konnte bereits in China wichtige Erfahrungen bei der Reinigung von unliebsamen Videos machen. Die chaotische Zeit im Internet scheint schneller vorüberzugehen, als viele gedacht haben. In Zukunft werden nur noch saubere Videobotschaften übers Netz gehen[9].
[bearbeiten] Distinguished Statesman Award
Die Anti-Defamation League verleiht einen Distinguished Statesman Award für besondere Politikverdienste. Preisträger sind unter anderem Ariel Sharon (2002), Silvio Berlusconi (2003) und Aleksander Kwasniewski (2005). Die Preisverleihung an Berlusconi sorgte für Proteste, weil dieser kurz zuvor die italienischen Faschisten unter Mussolini verharmlost hatte. Der Vorsitzende der ADL, Abraham Foxman bezeichnete ihn trotzdem als „Freund“, wenn auch als „Freund mit Fehlern“ („flawed friend“). Foxman begründete die Entscheidung damit, dass die Haltung von Berlusconi gegenüber dem Staat Israel sowie seine Unterstützung für die USA im Krieg gegen den Irak und den Terrorismus wichtig sei und die Haltung von Berlusconi gegenüber der faschistischen Vergangenheit Italiens laut Foxman ein „Ausrutscher“ war[10].
[bearbeiten] Quellen
- ↑ Think Progress am 21.01.2009: Foxman: George Mitchell is too ‘fair’ and ‘even-handed’ to serve as Middle East envoy.
- ↑ http://www.hagalil.com/schweiz/israelit/antisemitismus.htm
- ↑ Die Geschichte von " Eine Welt der Vielfalt Berlin e.V."
- ↑ Homepage A WORLD OF DIFFERENCE ® Institute Anti-Bias Education and Diversity Training
- ↑ Die Kooperation der Anti-Defamation League, Austria mit dem österreichischen Bundesministerium für Inneres
- ↑ Informationen des (deutschen) Bundesministeriums des Innern/Dezember 2006/Januar 2007, S. 14 Zusammenarbeit mit der Anti-Defamation League
- ↑ Neela Banerjee, "Armenian Issue Presents a Dilemma for U.S. Jews", New York Times, 19. Oktober 2007.
- ↑ http://www.welt.de/welt_print/article2438425/Allianz-wird-in-USA-mit-Nazi-Vergangenheit-konfrontiert.html
- ↑ Haaretz: Anti-Defamation League joins YouTube to fight online hate
- ↑ Berlusconi To Receive Award From Jewish Group, Associated Press, 18 September 2003
Dieser Artikel basiert auf Wikipedia Anti-Defamation League und steht insoweit unter GNU-FDL.