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Albert Norden

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Person

Albert Norden, geboren am 04.12.1904 in Myslowitz, gestorben am 30.05.1982 in Berlin, war ein deutscher Journalist und Politiker der Parteien KPD und SED.

[bearbeiten] Familie

Albert Norden war Sohn eines Rabbiners, der 1943 im KZ Theresienstadt starb. Sein Bruder Hans kam als Schwerverwundeter 1918 aus der Aisne-Schlacht heim.

[bearbeiten] Leben

[bearbeiten] Weimarer Republik

Albert Norden wuchs in Elberfeld im Rheinland auf. 1919 wurde Albert Norden noch als Gymnasiast Mitglied der Freien Sozialistischen Jugend. Im Herbst 1920 wurde er beim Abwerfen von Flugblättern gegen den Kapp-Putsch vom Dach der Stadtbibliothek von der Polizei festgenommen. Er absolvierte, nachdem er 1920 das Gymnasium verlassen hatte, eine Tischlerlehre und wurde 1921 Mitglied der KPD. Nach der Lehre arbeitete er für verschiedene sozialistische und kommunistische Zeitungen, z. B. für die Rote Fahne und gab zeitweise den Rundbrief der radikal-sozialistischen jüdischen Jugend heraus. Mehrfach wurde er in der Weimarer Republik aus politischen Gründen verhaftet.

[bearbeiten] Flucht

1933 flüchtete Albert Norden auf Weisung von Walter Ulbricht in die Tschechoslowakei. Von dort aus flüchtete Albert Norden nach Frankreich, wo 1939 interniert wurde. 1941 gelang ihm zusammen mit seiner Frau Herta die Flucht auf ein Schiff nach Mexiko. Das Schiff wurde jedoch durch die US-Marine aufgebracht, die ihn 1942 in den USA brachte. In New York sicherte er seinen Lebensunterhalt als Fabrikarbeiter.

[bearbeiten] DDR

Von 1949 an war Albert Norden drei Jahre Leiter der Presseabteilung im Informationsamt der DDR, von 1953 bis 1955 Professor für neuere Geschichte an der Berliner Humboldt-Universität. 1958 wurde Albert Norden Mitglied des Weltfriedensrates. Von 1958 bis 1981 war Albert Norden Mitglied des Politbüros des ZK der SED und Abgeordneter der Volkskammer. Im Politbüro war er für die Agitation verantwortlich und leitete die Kommission, die alle Maßnahmen und Vorgänge in der DDR zur Aufarbeitung der Kriegsverbrechen und der Naziverbrechen koordinierte.

Zu den Zielen von Albert Norden dort schrieb Norbert Podewin 2004:

Nordens Hauptziel waren die Schreibtischtäter; seine Arbeitsmaxime: »Ohne Globke kein Eichmann.« Er wollte deshalb im Wortsinne Schauprozesse - die Welt sollte schauen und erschauern. Verfahren vor dem Obersten DDR-Gericht - 1960 gegen den Nazi-Ostexperten und späteren Bundesminister Theodor Oberländer und 1963 gegen Hans Globke, den Mitverfasser der »Nürnberger Gesetze« zur Judenausrottung und in der BRD hochgeschätzten Staatssekretär Adenauers - waren auf seine Initiative in der Parteiführung zurückzuführen

Ab 1976 war Albert Norden außerdem Mitglied des Staatsrates der DDR. Aus allen diesen Funktionen schied er 1981 wegen schwerer Krankheit aus.

[bearbeiten] Publikationen

[bearbeiten] Braunbuch 1933

In Paris arbeitete Albert Norden 1933 mit am Buch "Braunbuch über Reichstagsbrand und Hitlerterror".

[bearbeiten] Braunbuch 1965

1965 veröffentlichte Albert Norden ein weiteres Braunbuch. Es enthielt Namen von über 1800 Nazis und Kriegsverbrechern in westdeutschen Führungspositionen (in der 3. Auflage über 2300 Namen). Zwar wurde das Braunbuch von der westlichen Elite umgehend als DDR-Propaganda gebrandmarkt, jedoch stellte es sich zwischenzeitlich heraus, dass die darin enthaltenen Vorwürfe im wesentlichen zutrefffend waren - der Historiker Götz Aly schrieb beispielsweise 2002 von einer Irrtumsquote von deutlich unter einem Prozent. Auch die heftig zurückgewiesenen Vorwürfe der Komplizenschaft mit den Nazis gegen Ex-Bundespräsident Heinrich Lübke stellten sich, obgleich bei den als Beleg dienenden Dokumenten möglicherweise die eine oder andere Fälschung war, inzwischen als im wesentlichen zutreffend heraus. Das Braunbuch war einer der wesentlichen Initialfaktoren für die 68er-Studentenproteste in der Bundesrepublik Deutschland.

[bearbeiten] Ehrungen

1980 ehrte der Weltfriedensrat Albert Norden mit der Wahl zum Vizepräsidenten. Von 1984 bis 1992 war die jetzige Berliner Cecilienstraße nach Albert Norden benannt.

[bearbeiten] Werke

Albert Norden, Dietz, Berlin, 1947: Lehren deutscher Geschichte. Zur politischen Rolle des Finanzkapitals und der Junker.

Albert Norden, Dietz, Berlin, 1950: So werden Kriege gemacht. Über Hintergründe und Technik der Aggression

Albert Norden im Staatsverlag der DDR 1965: Braunbuch - Online-Version

Albert Norden, Dietz, Berlin, 1966: Braucht man zum Leben Politik?

Albert Norden, Verlag Marxistische Blatter, 1974: »Herrscher ohne Krone«, eine Geschichte des Handelshauses Fugger, ISBN 388012289X

[bearbeiten] Zitate

"Wo Rockefellers Interessen sich festsetzen, da mußte eine USA-hörige Regierung zur Macht gebracht werden, und wenn die Bevölkerung noch so entschieden dagegen protestierte. Wo die Großbanken New Yorks ihr Geld zinssicher anlegen und die Anleihen zur ertragreichen Beschlagnahme von Zöllen, Steuern und ganzen Wirtschaftszweigen nutzen wollten, da griffen die Kriegsschiffe und Truppen der USA mit Mord und Totschlag ein, und ihre Bomben und Granaten verschafften den Gründen der Finanzherren die nötige Durchschlagskraft. Wo die Herren des Zuckertrusts ihre gierigen Augen auf den Boden anderer Nationen geworfen hatten, da gab es erbarmungsloses militärisches Einschreiten, bis die Völker ihre Knie vor den Herren der USA beugten. Der Regierungsapparat wurde zum unmittelbaren Vollstrecker des Willens der Truste. Die Flagge folgte dem Handel nach."

Aus "So werden Kriege gemacht", 1950, zitiert nach Norbert Podewin, 2004

[bearbeiten] Weblinks

Mein Parteibuch am 03.02.2008: Mit demselben Personal weitergemacht

Norbert Podewin in der Jungen Welt 2004: Zum hundertsten Geburtstag von Albert Norden (kostenpflichtig), oder Google-Suche nach: "Zum hundertsten Geburtstag von Albert Norden"

Götz Aly: Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.08.2002

Wikipedia: Albert Norden

Von „http://www.mein-parteibuch.com/wiki/Albert_Norden

Diese Seite wurde bisher 319-mal abgerufen. Diese Seite wurde zuletzt am 3. Februar 2008 um 16:00 Uhr geändert.


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