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Silberling Gast
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Verfasst am: 21.08.2007 11:25:14 Titel: Schöne Medienwelt - Friede, Freude, Eierkuchen |
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Hier kann also jetzt jeder einen Diskussion zum oben genannten Artikel geführt werden. Ansonsten sprengt das den Rahmen der Kommentarfunktion.
Also @kandelaber du bist herzlich eingeladen.
Letzte Antwort meinerseits war:
Süddeutsche - Meldung vom 20.08.2007 (erste lancierte Meldung)
Welt - Meldung vom 20.08.2007 (erste lancierte Meldung)
Tagesspiegel - Meldung vom 20.08.2007 (zweite lancierte Meldung)
- beim Tagesspiegel bitte mal den Kommentar von klaus_weiss lesen, er schreibt genau das, was ich mit dem Eröffnungsartikel gemeint habe.
P.S. Ich schreibe nicht unter Klaus_weiss
Übrigens, ich habe heute noch keinen Artikel in der Presse gelesen, in dem unsere Presse dafür eintritt, die Erhöhung ganz auszusetzen, nein nur Faktberichterstattung. |
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kandelaber Gast
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Verfasst am: 21.08.2007 11:54:36 Titel: |
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sei gegrüßt und danke für den Hinweis auf's Forum.
| Zitat: | | Übrigens, ich habe heute noch keinen Artikel in der Presse gelesen, in dem unsere Presse dafür eintritt, die Erhöhung ganz auszusetzen, nein nur Faktberichterstattung. |
Aber nichts anderes als Faktenberichterstattung ist doch die Aufgabe der Presse. Für Meinungen gibt es Meinungsseiten und -spalten. Würde die Presse offen für irgendwas eintreten, wäre das eine klare Tendenzpresse und so etwas kann nicht gewollt sein. Im übrigen traue ich mir und gestehe allen Lesern zu, sich aus der Faktenberichterstattung ihre Meinungen zu bilden.
Noch ein Satz zu meinem Medienbild um meine Position darzustellen: ganz sicher läuft dort einiges schief, manches sogar aus dem Ruder. Die hervorgehobene Stellung der Nachrichtenagenturen sei genannt, durch die sich fehlerhafte Meldungen leicht unkontrolliert ausbreiten können. Es besteht also kein Grund zur Schönfärberei, aber ebenso wenig zu Schwarzmalerei. Mir geht es um eine sachliche Auseinandersetzung.
Zu dem, was klaus_weiss schreibt:
| Zitat: | | Zuerst wird eine Meinung öffentlich geäußert, die eine Maximalvorstellung beinhaltet. Die trifft auf großen Widerstand. Aber: Die Parteien wissen das. Dann wird erschreckt getan ("huch, das konnten wir nicht ahnen!") und auf eine Bindung an die Lebenshaltungskosten orientiert. Und schon feiert das Volk den Erfolg des Protests. Ist doch prima, daß dieselbe Rücksichtnahme auf gestiegene Preise im Falle der ALG-2-Empfänger von den Kauders dieser Welt abgelehnt worden waren. Wie verdorben muß man sein, um eine solche Strategie zu verfolgen? Welche Charakterlosigkeit ist dafür nötig? |
Das ist eine gängige Strategie, ja. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das in diesem Fall zutrifft. Die 7,8 Millionen stehen den Parteien schließlich ohnehin im Rahmen der geltenden Regelung zu, da hätte es das ganze Aufsehen gar nicht gebraucht. Man hätte diese gesetzlich legitime Erhöhung sozusagen unter dem Radar durchführen können und stünde jezt nicht mit dem wohl unzweifelhaft vorhandenen Image-Schaden da. Ich glaube eher, dass es sich in diesem Fall allein um politische Dummheit handelte, möglicherweise sogar nur von Frau Hendricks. Ob es nun koalitionsintern ein Papier gab oder nicht, werden wir wohl nicht erfahren, dass es nun geleugnet wird, war zu erwarten.
Charakterlosigkeit? Auch ein schlechter Charakter ist ein Charakter. Aber Scherz beiseite. Ich interessiere mich nicht für Verallgemeinerungen und Spekulationen über die psychische Verfassung einzelner Berufspolitiker. Das ist Stammtisch-Niveau. |
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Silberling Gast
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Verfasst am: 21.08.2007 12:23:49 Titel: |
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Ich habe immer gedacht, eine unabhängige Presse, sollte nicht nur Fakten berichten, sondern auch Misstände (sss = neue Rechtschreibung ?) aufdecken und eigene Schlussfolgerungen ziehen.
Warum nur, dürfen unsere Medien immer dann systemkritisch aus anderen Ländern (Russland, Georgien, Türkei etc) berichten, wenn es unseren Politikern in den Kram passt. Und wieso berichten sie dann überhaupt systemkritisch, wenn sie doch nur Faktenberichterstattung machen sollten.
Ich bin der festen Überzeugung hier wurde die Presse benutzt, um das kleinere Übel durchzuboxen. Selbstverständlich stehen den Parteien die Gelder nach dem Parteiengesetz zu. Aber der Aufschrei wäre bei einer unter dem Radar durchgeführten Erhöhung noch viel größer gewesen.
Jetzt hat man sich erst sich den Pöbel aufregen lassen, danach "hat man zurückgerudert" und der deutsche Michel schlägt sich stolz an die Brust. Und alle sind zufrieden. Die Millionen stehen uns zu, also was regt sich das deutsche Volk bloss so auf.
Das die Politiker in der jetzigen desolaten Finanzlage jeglich Mass verloren haben, wird gar nicht mehr diskutiert, sie sind ja so bescheiden.
Ich halte das jedenfalls wieder einmal für sehr "Gefickt eingeschädelt" ! |
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kandelaber Gast
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Verfasst am: 21.08.2007 13:04:55 Titel: |
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| Zitat: | | Warum nur, dürfen unsere Medien immer dann systemkritisch aus anderen Ländern (Russland, Georgien, Türkei etc) berichten, wenn es unseren Politikern in den Kram passt. Und wieso berichten sie dann überhaupt systemkritisch, wenn sie doch nur Faktenberichterstattung machen sollten. |
Okay, jetzt verstehe ich besser, was Du meinst.
Systemkritik und Faktenbasierung widersprechen sich ja nicht per se. Nur: was gibt es daran zu kritisieren, dass es ein Gesetz zur Parteienfinanzierung gibt, das anscheinend den rechtsstaatlichen Prinzipien entsprechend ohne Beanstandung gilt? Einen Mißstand, der den Menschenrechten oder der Rechtsstaatlichkeit widerspricht, kann ich darin nicht erkennen. Und das sind wohl unter anderem die derzeit gültigen Normen, an denen sich Systemkritik orientiert.
Und die Mißstände, die es in Deutschland tatsächlich gibt, gegenwärtig z.B. Kinderarmut, oder die Zumutungen, die Menschen durch Hartz IV erfahren, über diese wird berichtet, sonst wüssten wir ja schlichtweg nichts davon. Auch hier ist es aber wiederum nicht Aufgabe der Presse, für irgendetwas einzutreten. Zumindest nicht gemäß dem geltenden Verständnis von Presse und Journalismus. Denn wenn wir eine Presse hätten, die tatsächlich dafür eintreten würde, wie der Hase zu laufen hat, dann hätten wir die viel beschworene "Bewußtseinskontrolle". Denn wer sagt, dass sie dann für das einträte, was wir für richtig halten? Oder wer sagt, dass wir damit überhaupt in der Mehrheit sind?
| Zitat: | | Ich bin der festen Überzeugung hier wurde die Presse benutzt, um das kleinere Übel durchzuboxen |
So ohne Weiteres lässt sich die Presse gar nicht benutzen. Die operiert nach eigenen Logiken. Die Unzahl an in die Hose gegangenen Kampagnen sowohl in Politik als auch Wirtschaft sprechen dafür Bände.
Und es ist doch aus politisch-strategischer Sicht höchst irrational, erst Aufsehen durch eine Maximalforderung heraufzubeschwören, um dann den "Pöbel" (denkst Du eigentlich wirklich so vom bundesdeutschen Durchschnittsbürger?) zu beschwichtigen, auf dass dieser sich "stolz an die Brust" schlage. Wer tut das überhaupt?
| Zitat: | | der Aufschrei wäre bei einer unter dem Radar durchgeführten Erhöhung noch viel größer gewesen |
Okay, Du sagst er sei größer gewesen, ich sage er sei kleiner gewesen, beides ist Spekulation und führt daher nicht weiter. Warum eine kleinere Summe aber größeres Aufsehen hätte erregen sollen, erschließt sich mir nicht. |
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Silberling Gast
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Verfasst am: 21.08.2007 14:44:42 Titel: |
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Es ist doch immer wieder schön sich auf Recht und Gesetz zu berufen. Wer entscheidet eigentlich was Recht ist. Die Gesellschaftsform? Nur weil in der ehemaligen DDR es eine sozialistische Idee gab, waren alle Gesetze UNRECHT.
Und hier in unsere freiheitlich demokratischen Grundordnung ist alles was die großen Parteien als Gesetz erlassen, richtig und vor allen Dingen moralisch unanfechtbar.
Wer gibt Ihnen eigentlich das Recht sich jederzeit aus dem Steuersäckel zu bedienen. Ein Parteiengesetz das sie sich selber geschaffen haben.
Warum wohl gibt es diesem Staat eigentlich keine Volksabstimmung mehr? Ganz genau, das Ergebnis könnte nämlich unsere Parteien nicht passen.
Ist der große Anteil der Nichtwähler zustande gekommen, weil die Bevölkerung zu dumm ist um Demokratie zu leben, oder weil Sie gemerkt haben, die Parteien machen eh was sie wollen und somit resigniert haben.
| Zitat: | | So ohne Weiteres lässt sich die Presse gar nicht benutzen. Die operiert nach eigenen Logiken. |
In welchen Händen befindet sich den unsere sogenannte unabhängige Presse? Wenn du hier mal bitte schauen willst. Wie Dir auffallen wird, fast die gesamte Presse liegt in den Händen von drei großen Verlagen. Axel Springer Verlag, Gruner+Jahr (Bertelsmann) und Bauer Verlagsgruppe. Auch möchte ich nochmals auf diesen offenen Brief an das ZDF hinweisen. Faktenberichterstattung !? 
Es tut mir leid, ich war mal naiv, das bin ich aber heute nicht mehr.
Am Rande bemerkt. Es ist ja gerade ein neuer Gesetzesentwurf in Arbeit. Einen schönen Kommentar gibt es hier dazu.
Wenn das Gesetz wird, wird es auch bestimmt sehr schön, denn das wird ja freiheitlich demokratisch beschlossen.
Der WDR hat sich ja gerade mal aufgeregt, welche komischen Jugendgesetze die prüden Amerikaner so haben.
Komisch nur von dem neuen Gesetzesentwurf habe ich in unserer Presse noch gar nichts gelesen. |
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Silberling Gast
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Verfasst am: 21.08.2007 14:50:22 Titel: |
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Hatte ich noch vergessen:
| Zitat: | | Und die Mißstände, die es in Deutschland tatsächlich gibt, gegenwärtig z.B. Kinderarmut, oder die Zumutungen, die Menschen durch Hartz IV erfahren, über diese wird berichtet, sonst wüssten wir ja schlichtweg nichts davon. |
Ich bitte Dich, das kann jetzt nicht dein Ernst sein, ich weiss ja nicht in welchem Staat du lebst, aber über die Zustände habe ich nicht aus den Medien erfahren. Dafür muss man nur mit offenen Augen durch unser Deutschland gehen. |
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kandelaber Gast
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Verfasst am: 21.08.2007 16:33:27 Titel: |
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Okay, die Reaktion habe ich erwartet und wollte sie in meinem letzten Post eigentlich vorweg nehmen, war mir dann aber zuviel Arbeit.
| Zitat: | | Es ist doch immer wieder schön sich auf Recht und Gesetz zu berufen. |
Ob das schön ist, sei dahingestellt, es ist aber derzeit der einzige Rahmen und Maßstab. Punkt war, ob die Massenmedien diesen grundsätzlich in Frage stellen können und sollten und darin sehe ich ihre Aufgabe nicht. Du anscheinend schon. Die Medien sollen uns also erklären, wie die Gesellschaft auszusehen habe. Wo wäre dann der Unterschied dazu, dass die Politik das derzeit in weiten Teilen tut? Ich möchte mir die Welt in der ich leben will also weder von den Medien wie von der Politik vorkauen lassen. Beiden gilt meine Kritik.
Die Medien unterliegen Beschränkungen, die plausibel machen, warum nicht jeder Gesetzentwurf auf der Titelseite steht. Eine Zeitung mit dem Umfang einer Bibel würde ich abbestellen. Der Informationsstand eines Individuums liegt in weiten Teilen in dessen eigener Verantwortung und der nachzukommen erfordert gewisse Anstrengungen. Da ist es natürlich einfacher, sich auf die Hinterbeine zu stellen und zu greinen 'Die Medien berichten hierüber oder darüber nicht' oder 'die Medien sagen nicht, was ich denke'.
Das Parteien im Prinzip über ihre eigenen Finanzmittel entscheiden können, ist eine von diversen Reibungspunkten der deutschen Polit-Architektur. Also die Förderungen komplett streichen? Damit würde man womöglich die Existenz kleinerer Parteien bedrohen. Und - noch gravierender - Politik wäre dann wesentlich abhängiger von und empfänglicher für Spenden z.B. von der Wirtschaft und für deren Interessenlagen (Hohngelächter von Deiner Seite: 'Sind sie ja eh schon').
| Zitat: | | Nur weil in der ehemaligen DDR es eine sozialistische Idee gab, waren alle Gesetze UNRECHT. |
Das stimmt so nicht, aber davon abgesehen: Dass Bundesdeutsches Recht auch eines Tages für Unrecht erklärt wird mag sein, aber was soll das für unser Handeln hier und jetzt bedeuten? Recht ignorieren? Das verbietet das Recht leider. Politik basiert letztlich immer auf Gewalt, selbst in jedem noch so wohlfahrtsorientierten Rechtsstaat. So richtig kommt man aus der Nummer also nicht raus.
| Zitat: | | Und hier in unsere freiheitlich demokratischen Grundordnung ist alles was die großen Parteien als Gesetz erlassen, richtig und vor allen Dingen moralisch unanfechtbar. |
Nein. Es ist Gesetz und das ist derzeit der einzige Rahmen und Maßstab. Das hat mit 'richtig' und 'falsch' wenig und mit Moral schonmal gar nichts zu tun.
| Zitat: | | Warum wohl gibt es diesem Staat eigentlich keine Volksabstimmung mehr? Ganz genau, das Ergebnis könnte nämlich unsere Parteien nicht passen. |
Unter anderem auch deshalb, ja.
| Zitat: | | Ist der große Anteil der Nichtwähler zustande gekommen, weil die Bevölkerung zu dumm ist um Demokratie zu leben, oder weil Sie gemerkt haben, die Parteien machen eh was sie wollen und somit resigniert haben. |
Zweiterer Grund zweifellos, ersteren möchte ich aus Prinzip ausschließen. Daneben mit Sicherheit noch eine Reihe weiterer Gründe.
| Zitat: | | In welchen Händen befindet sich den unsere sogenannte unabhängige Presse? Wenn du hier mal bitte schauen willst. Wie Dir auffallen wird, fast die gesamte Presse liegt in den Händen von drei großen Verlagen. |
Genau. Ein weiterer Mißstand der Massenmedien. Hat aber wenig mit einer mutmaßlichen Instrumentalisierung der Medien durch Politik zu tun, will sagen, es ist kein hinreichender Grund dafür.
| Zitat: | | Ich bitte Dich, das kann jetzt nicht dein Ernst sein, ich weiss ja nicht in welchem Staat du lebst, aber über die Zustände habe ich nicht aus den Medien erfahren. Dafür muss man nur mit offenen Augen durch unser Deutschland gehen. |
Nicht aus den Medien erfahren? Seltsam. Der Grundtenor in einem Gutteil der Medien ist seit jeher kontra Hartz IV. Damit meine ich wiederum nicht, dass die Medien geschrieben haben "Hartz IV ist doof", sondern dass sie in einer Art und Weise darüber berichteten, die eine negative Einstellung beim Leser oder Zuschauer wahrscheinlich machte. Ich erinnere mich beispielsweise an eine Serie im Morgenmagazin (ARD oder ZDF, weiß ich nicht mehr genau), in der Fakten aus dem SGB II und die sich daraus ergebenden Zahlen ungenau und sogar falsch wiedergegeben wurden, um einen Kontra-Hartz IV-Eindruck zu konstruieren.
Darauf, dass mein Informationshorizont vor der Haustür oder um den Block endet, möchte ich mich nicht einlassen. Durch Deutschland zu gehen hatte ich allerdings auch nicht vor. Schließlich passieren bestimmt auch spannende Sachen in Botswana oder auf Sri Lanka. |
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Silberlin Gast
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Verfasst am: 21.08.2007 17:21:34 Titel: |
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Also was deine Sichtweise über Recht und Gesetz angeht, kann ich Dir folgen. Ansonsten würden wir in der Anarchie enden.
Über unsere Medien sind wir verschiedener Meinung, aber auch das kann ich akzeptieren, zumal für mich bei der Diskussion einige neue Aspekte aufgetaucht sind, über die nochmal nachdenken muss.
| Zitat: | | Nicht aus den Medien erfahren? Seltsam. |
Schon mal am eigenen Leib gespürt? Ich schon. Wenn du meine Erfahrungen hättest, wüsstest Du, das unsere Medien eine ganze Menge beschönigen und weglassen. Und auch nicht müde werden immer wieder (unkommentiert) Politiker zu Wort kommen lassen zum Thema : Arbeitsunwillige, Sozialschmarotzer, Drückeberger etc. gerade was ALG II und Hartz IV angeht!
| Zitat: | | Ich möchte mir die Welt in der ich leben will also weder von den Medien wie von der Politik vorkauen lassen. Beiden gilt meine Kritik. |
Unterschreibe ich zu 100%.
Warum deutsche Gesetze nichts mit der Moral zu tun haben müssen, entzieht sich mir aber irgendwie. Gerade mit dem neuen oben genannten Gesetzesentwurf will man uns die Moral neu einbleuen. Diese Moral ist zwar mittelalterlich, aber sie entspricht vielleicht dem Denken vieler unserer Politiker.
Ironie an:
Viele unserer Politiker wünschen sich damit vielleicht aber auch nur den modernen Feudalismus herbei!
Ironie aus: |
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Katzenfreund Ersatzdelegierter
Anmeldungsdatum: 21.08.2007 Beiträge: 4
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Verfasst am: 21.08.2007 17:52:22 Titel: Fehlende Fakten in der Faktenberichterstattung |
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| Zitat: | | Aber nichts anderes als Faktenberichterstattung ist doch die Aufgabe der Presse. |
Das ist graue Theorie. Praktisch gibt es dabei drei unlösbare Probleme:
1. Was sind Fakten und was sind keine Fakten?
Die Faktenberichterstattung der deutschen Medien ist im Sprachstil zwar objektiviert und gaukelt damit dem Rezipienten vor, er würde da die Wahrheit hören, aber insgesamt hört er eine als objektive Wahrheit verkaufte Meinung von Medienmachern.
Als Faktum wird beispielsweise berichtet, Herr X hat das und das gesagt. Oder "Die Al Kaida" hat xy getan. Dabei sind das in Wirklichkeit Meinungen und Gerüchte, die Zuschauern und Lesern als Fakten vorgesetzt werden. Verstärkt wird der Effekt der vermeintlichen Vermittlung von Wahrheit durch die Teleprompter-Technik, mit der der Nachrichtensprecher durch Blickkontakt eine ganz besonders hohe Glaubwürdigkeit erreicht.
2. Wer bestimmt, welche Fakten für die Nachrichten-Berichterstattung ausgewählt werden?
Hier liegt ein riesiges und auch von den "seriösen Medien" weidlich genutztes Missbrauchspotential durch gezieltes Weglassen und aufbauschen von ganzen Themenbereichen. Wichtige Probleme werden totgeschwiegen, Belanglosigkeiten hingegen zu einem Popanz aufgeblasen, um damit gezielt missliebige Menschen fertig zu machen.
3. Jede Nachricht transportiert Wertung und hat einen Blickwinkel.
Das nennt man auch Spin. Als Extrembeispiel sei genannt, dass Menschen, die willkürlich andere Menschen umbringen, je nach Fruendschaft zu dden hier Herrschenden mal Ordnungshüter, mal Freiheitskämpfer und mal Terroristen genannt werden.
Daneben gibt es noch das Problem, dass in den Nachrichten offenbar vorsätzlich gelogen wird, um mit falschen Fakten gezielt Stimmung zu machen. Das nennt man auch Propaganda. Im Fall der Berichterstattung über den G8-Gipfel und die Nichtverlängerung deer Lizenz von RCTV lässt sich das sehr schön nachweisen.
| Zitat: | | Für Meinungen gibt es Meinungsseiten und -spalten. |
Stimmt, die gibt es. Schön wäre es, wenn man zukünftig da auch mal kritische Meinungen lesen können würde. Hat ein Journalist derzeit ein kritische Meinung und würde er sie in einer solchen Meinungsspalte veröffentlichen, dann hat er in der gegenwärtigen Lage am nächsten Tag keinen Job mehr.
| Zitat: | | Würde die Presse offen für irgendwas eintreten, wäre das eine klare Tendenzpresse und so etwas kann nicht gewollt sein. |
Du willst doch wohl nicht behaupten, die Presse würde nicht offen für irgendwas eintreten? Ich erinnere mich an zahlreiche Kampagnen der Presse, von "Ein Herz für Kinder" bis zu "Brot für die Welt".
| Zitat: | | Im übrigen traue ich mir und gestehe allen Lesern zu, sich aus der Faktenberichterstattung ihre Meinungen zu bilden. |
Wenn Dir entscheidende Fakten gezielt vorenthalten werden, dann kommt da zufällig das Ergebnis raus, was die Nachrichtenmacher gern hätten.
Der entscheidende Punkt ist, dass wirkliche Pluralität in den Medien fehlt. Überall gibt es denselben Brei, nachdem die Erde eine Scheibe ist, nur jeweils anders verpackt.
Das Spektrum der Information in den derzeitigen Massenmedien reicht von "Dass die Erde eine Scheibe ist, wussten schon unsere Vorfahren" über "das hohe Gericht hat entschieden, dass die Erde eine Scheibe ist" bis hin zu "Wissenschaftlich wurde in einer großangelegten Studie bewiesen, dass die Erde eine Scheibe ist." |
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kandelaber Gast
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Verfasst am: 21.08.2007 18:33:18 Titel: |
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| Zitat: | | Schon mal am eigenen Leib gespürt? Ich schon. |
Nein. Und dennoch konnte ich mir eine kritische Meinung zu den Sozialreformen der letzten Zeit bilden, durch die Massenmedien. Deren Aufgabe kann es wiederum nicht sein, eine Erfahrung 'am eigenen Leib' eins zu eins abzubilden. Das können sie schließlich auch gar nicht.
Zum Thema Moral: okay, das war nur kurz angerissen und wenig anschaulich, das bitte ich zu entschuldigen. Ich habe nur bestimmte Überzeugungen zum Thema Moral, an denen ich mich hier (http://sociowatch.blogspot.com/2007/06/vernunft-in-der-modernen-gesellschaft.html) schon einmal abgearbeitet habe.
Zu guter Letzt möchte ich betonen, dass dies eine spannende und erhellende Diskussion war. Und dass ich den Disput nicht um des Disputs Willen gesucht habe, sondern mich an prinzipiell Gleichgesinnten, aber im Detail anders 'gepolten' wie Dir reiben möchte, denn das regt zu Gedanken und Ideen an. Allerdings stört mich nach wie vor die verbreitete Kritik um der Kritik Willen (so scheint es mir zumindest), gerne geäußert als destruktive Fundamentalkritik am 'System als solchem'. Daher auch der Rundumschlag in meinem Blog heute morgen.
Was ich suche sind Möglichkeiten der Veränderung und Alternativen. Dazu muss ich mich aber zwangsläufig im Rahmen des Möglichen und Realistischen bewegen. |
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silberling Gast
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Verfasst am: 22.08.2007 9:16:31 Titel: |
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Ja das stimmt, es war eine sehr angenehme Diskussion. Auch mir hat sie einiges gegeben. Hat zwar nicht zu 100% mit der obigen Diskussion zu tun, aber trotzdem ein sehr schönes Interview mit interessanten Denkanstößen, wie ich finde.
Zu finden hier bei Le Monde Diplomatique ! |
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kandelaber Gast
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Verfasst am: 22.08.2007 11:57:04 Titel: |
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ahja, den Artikel las ich bereits. Ich tue mich ja immer schwer, wenn Begriffe wie "Gehirnwäsche" oder andernorts "Bewußtseinskontrolle" oder "Manipulation" fallen. Aber davon abgesehen, am interessantesten ist womöglich dieser Teil:
| Zitat: | Selbst die "leidenschaftlichsten" Debatten in den Massenmedien halten sich an implizite, von allen anerkannte Grenzen, die viele abweichende Meinungen ausschließen.
Das Kontrollsystem demokratischer Gesellschaften ist überaus effektiv: Die herrschende Linie ist dort so selbstverständlich wie das Atmen. Man bemerkt sie gar nicht und glaubt manchmal tatsächlich, an einer besonders kontroversen Debatte teilzunehmen. Das ist im Grunde viel wirkungsvoller als jedes totalitäre System. |
Das verweist auf den gestrigen Punkt, die Medien würden keine Systemkritik im eigenen Land betreiben. Darauf erwiderte ich, ich sähe sie nicht in der Pflicht dazu, aber diese beruht ja vor allem auf einer Art Selbstverpflichtung, journalistischem Ethos, Kodizes oder wie auch immer man es nennt, und das wären dann wieder nur andere Bezeichnungen für die "Linie". Mich interessiert dann aber, warum es die Linie gibt und wie sie wo gezogen wird. geht es da nur um hierarchische Kontrolle innerhalb der Medienkonzerne? Oder fließt Geld? Persönliche Verstrickungen? Das ist mir als Erklärungsrahmen derzeit noch zu wenig. Aber ein schöner Anlass, nachzudenken.
Zum Schluss möchte ich noch - wenn die Forumsbetreiber das gestatten - in eigener Sache auf einen Eintrag hinweisen, den ich quasi als Resultat des gestrigen Tages verfasste: http://sociowatch.blogspot.com/2007/08/nur-eine-idee.html
Wünsche einen schönen Tag. |
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Silberling Gast
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Verfasst am: 22.08.2007 18:26:48 Titel: |
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Also jetzt doch noch mal:
Ich lese immer Systemkritik. Unabhängige Medien sollen nicht das herrschende System kritisieren. Dazu sind sie gar nicht da. Ich hoffe bis hierhin stimmen wir über ein.
Unabhängige Medien sollen unabhängig und allumfassend berichten. Das heisst für mich, ein Thema von allen Seiten betrachten.
Ich bemängel auch nur, das unsere Medien immer nur gebetsmühlenartig die Standpunkte der Herrschenden wiederholen. (Ja ich weiss es gibt auch kritische Artikel) Weil sich unsere Medien eben auch in der Hand der Herrschenden befinden, wie wir beide gestern schon festgestellt haben.
Niemand verlangt das unsere Medien das System "umstürzen", aber seine Leser unabhängig informieren und mal kritisch gegen die eine Seite und kritisch gegen die andere Seite sein.
P.S. Ich habe bis heute immer noch keinen kritischen Artikel gelesen, der sich mit der Parteienfinanzierung auseinandersetzt.
Und ja, ich bin dafür, dass auch Politiker eine Moral haben sollten!
Und ich wiederhole es gerne nochmal, die Parteien haben mit ihrer Strategie "hoch rangehen und dann ablassen" es mit Hilfe der Medien geschafft, das das Thema heute (22.08.200) schon komplett aus der öffentlichen Debatte verschunden ist.
Und Angesichts der Äußerungen vom Besitzstandwahrer:
| Zitat: | * Rohstoffe: Preise steigen deutlich
* Energie: Preise steigen deutlich
* Lebensmittel: Preise steigen deutlich
* Wirtschaft: Gewinne steigen deutlich
* Löhne, Sozialleistungen, Renten: Sinken reell |
kann einem schon das kotz..... ankommen. Bildlich gesprochen! |
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kandelaber Gast
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Verfasst am: 23.08.2007 12:31:21 Titel: |
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| Zitat: | | Ich lese immer Systemkritik. |
Nunja, den Begriff hast Du ins Spiel gebracht:
| Zitat: | | Warum nur, dürfen unsere Medien immer dann systemkritisch aus anderen Ländern (Russland, Georgien, Türkei etc) berichten, wenn es unseren Politikern in den Kram passt. Und wieso berichten sie dann überhaupt systemkritisch, wenn sie doch nur Faktenberichterstattung machen sollten. |
Daher griff ich es auf. Man muss natürlich nicht soweit gehen, Systemkritik (was wiederum keinem "Umsturz" entsprechen würde) zu fordern, mir ging es um das, was sich jenseits von Chomskys Linie befindet.
Und:
| Zitat: | | Unabhängige Medien sollen nicht das herrschende System kritisieren. Dazu sind sie gar nicht da. Ich hoffe bis hierhin stimmen wir über ein. |
Tun wir. Wurde doch längst geklärt.
| Zitat: | | die Parteien haben mit ihrer Strategie "hoch rangehen und dann ablassen" es mit Hilfe der Medien geschafft, das das Thema heute (22.08.200) schon komplett aus der öffentlichen Debatte verschunden ist. |
Das haben die Medien ganz alleine "geschafft". Dafür sorgt schon der Aktualitätsdruck. Es steht schließlich das 'Ereignis' der Kabinettsklausur an. |
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