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Die “schwedische U - Boot - Affäre”, sagt Ihnen das etwas, liebe Leser? Wahrscheinlich nicht. Ich sah neulich zufällig nach Mitternacht einen exzellenten vom ZDF produzierten Dokumentarfilm dazu.
Auch heise (telepolis) brachte 2005 einen guten Artikel dazu.
Der Begriff schwedische U-Boot-Krise bezieht sich auf häufige Sichtungen angeblich sowjetischer U-Boote vor der Küste des (neutralen) Schweden Anfang der 1980er Jahre, also während des Kalten Krieges. Die Krise nahm ihren Anfang, als das sowjetische U-Boot U 137 am 28. Oktober 1981 vor Südschweden nahe der Marinebasis Karlskrona auf Grund lief und entdeckt wurde. Diese Meldung dominierte lange Zeit die Medien in Schweden und ganz Europa. Der russische Kapitän des U-Boots sagte später aus, man habe ihm einen ranghöheren Navigationskapitän vorgesetzt, der solange offensichtliche grobe Fehler machte, bis alle Systeme zur Positionsbestimmung des U-Bootes ausgefallen waren und das Boot schließlich mit einer gewissen Zwangsläufigkeit vor der schwedischen Küste auf Grund lief.
Es kam dann ständig zu weiteren U - Boot - Sichtungen in schwedischen Hoheitsgewässern. Der schwedische Küstenschutz jagte diese illegal eingedrungenen Kriegsschiffe:
Zum Beispiel wurde im Oktober 1982 ein durch Wasserminen der schwedischen Marine beschädigtes U - Boot solange nicht weiter angegriffen, bis es seine Schäden repariert hatte und aus schwedischen Gewässern fliehen konnte. Sven Olof Kviman, Oberstleutnant der Küstenartillerie, war verärgert, dass seine Vorgesetzten ihm verboten, das Schiff mit Hilfe von Bomben zum Auftauchen zu zwingen. Dieses Verbot deutet darauf hin, dass es sich bei den U-Booten um NATO-U-Boote (amerikanische und britische) gehandelt haben könnte, die mit Kenntnis eines Teils des schwedischen Militärs operierten. (Quelle)
Damals regierte in Schweden der Sozialdemokrat Olaf Palme. Wie kein anderer prägte Olof Palme das Bild Schwedens im Ausland durch seine engagierte neutralistische Außenpolitik: durch seine harte Kritik am Vietnamkrieg, als UNO-Vermittler im Iran-Irak-Krieg 1980-88 und durch seine internationale Abrüstungsinitiativen, wie zum Beispiel im Rahmen der Palme-Kommission. Palme war ein sehr populärer Politiker im Inland und im Ausland, und man kann nicht behaupten, daß die US - Regierung (unabhängig vom jeweiligen Präsidenten) gut auf ihn zu sprechen gewesen wäre.
Ich erlaube mir, den Wikipedia - Artikel nahezu vollständig zu zitieren (Hervorhebungen sind von mir):
Die schwedische U-Boot-Affäre war in den 1980er Jahre eine Reihe von Ereignissen in der Spätphase des Kalten Krieges. Angeblich versuchten seinerzeit sowjetische U-Boote wiederholt die Neutralität Schwedens zu verletzen. Neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass diese Ereignisse inszeniert wurden um Stimmung gegen die neutralistische Politik des schwedischen Premiers Olof Palme zu schüren.
Um nur mal kurz innezuhalten: “Ereignisse wurden inszeniert”. Hm, seltsamer Passiv. Und von wem? Verwendung dieser Art von Passiv deutet auf was hin? Richtig: man traut sich nicht, etwas richtig auszusprechen.
Ereignisse
Zwischen 1981 und 1990 drangen wiederholt unbekannte U-Boote in schwedische Gewässer ein. Es galt seinerzeit als unstrittig, dass es sich um sowjetische U-Boote handele, insbesondere nachdem 1981 sehr medienwirksam ein sowjetisches U-Boot 30 km vor der Marinezentralbasis Karlskrona gestrandet war. So entstand der Eindruck, dass während Premierminister Olof Palme mit den Sowjets über Möglichkeiten der Entspannung verhandelte, diese die schwedischen Grenzen nach Belieben verletzten. Der Anteil der Schweden, die sich direkt durch die Sowjetunion bedroht fühlten, wuchs in diesen Jahren in Umfragen von 7% auf 45%.
Internationale Bedeutung
Die Regierungen Reagan und Thatcher versuchten in der Endphase des Kalten Krieges in Zusammenarbeit mit einigen hochrangigen schwedischen Militärs, die Regierung Palme zu diskreditieren, indem sie Ereignisse inszenierten, über die schwedische und internationale Medien als sowjetische Aggression berichteten. Hohe schwedische Militärs wie der kommandierende Brigadegeneral der Küstenverteidigung Lars Hansson berichten, dass sie von ihrer eigenen Führung in entscheidenden Kampfsituation daran gehindert wurden, fremde U-Boote zu stellen oder zu vernichten - offenbar, um die wahre Nationalität der Eindringlinge vor Entdeckung zu schützen.
Die Regierung Palme stand mit ihrer Weiterführung und Intensivierung der Entspannungspolitik in direktem Gegensatz zur Regierung Reagan, die entschlossen war, den Kalten Krieg durch verschärfte Konfrontation auf wirtschaftlichem und militärischem Gebiet zu gewinnen.
Enthüllung
Caspar Weinberger, der als erster Verteidigungsminister der USA 1981 überraschend Schweden besuchte und dort mit hochrangigen Militärs zusammentraf, äußerte sich 2000 in einem Interview des schwedischen Fernsehens SVT zu den von 1981 bis 1990 in schwedische Gewässer eingedrungenen unbekannten U-Booten. Weinberger gab in dem Interview überraschend zu, dass amerikanische U-Boote „regelmäßig“ und „häufig“ in schwedische Gewässer eingedrungen seien, während sowjetische U-Boote dazu nicht in der Lage gewesen seien. Das Eindringen habe allerdings mit Wissen und in Absprache mit dem schwedischen Militär stattgefunden.
Ola Tunander, Professor für Friedensforschung am International Peace Research Institute Oslo und Experte für die 3. staatliche Untersuchung der schwedischen U-Boot Zwischenfälle, veröffentlichte nach jahrelangen Recherchen und Hunderten Hintergrundgesprächen mit hochrangigen Militärs und Geheimdienstmitarbeitern verschiedene wissenschaftliche Arbeiten sowie ein Buch (The Secret War against Sweden: US and British Submarine Deception in the 1980’s), in dem er zu dem Schluss kommt, dass es sich bei den U-Boot Zwischenfällen um ein geplantes und sehr erfolgreiches Unternehmen der psychologischen Kriegführung gehandelt habe.
Die Indizien, die zu Tunanders Behauptung führen, sind außerordentlich detailliert und umfangreich, die Schlussfolgerung selbst wird aber insbesondere vom schwedischen Militär weiterhin bestritten. Die Analyse Tunanders ist trotzdem z.B. in Dänemark bereits Teil des offiziellen vierbändigen, staatlichen Geschichtswerkes über den Kalten Krieg.
Ergänzend möchte ich noch hinzufügen: Durch die U - Boot - Affäre geriet Olof Palme innenpolitisch schwer in Bedrängnis, er wurde von der Opposition aufs schärfste wegen unterstellter Sowjetfreundlichkeit kritisiert.
Zusammenfassung
Brauchen Sie ein wenig Zeit zum verdauen?
Darf ich behilflich sein und ein wenig zusammenfassen?
Nette Geschichte, nicht wahr?
Olof Palme
Es ist noch ganz interessant, daran zu erinnern, was mit Olof Palme weiter geschah. Ein Nebeneffekt des schmutzigen False - Flag - Spiels der USA war ja wohl offensichtlich gewesen, den populären Politiker zu diskreditieren, indem man ihm Neigungen zu “bösen” UdSSR unterschob, die doch gerade mit U - Booten die schwedische Küste heimgesucht hatte. Nun, am 28. Februar 1986 um 23:23 Uhr wurde Olof Palme in der Innenstadt von Stockholm ermordet. Er war mit seiner Frau Lisbet (wie üblich) ohne Polizeischutz nach einem Kinobesuch auf dem Heimweg, als er aus nächster Nähe erschossen wurde. Obwohl er sehr schnell in ein Krankenhaus gebracht wurde, wurde Palme dort kurz vor Mitternacht für tot erklärt.
Lesen wir, was wikipedia dazu schreibt:
Einem Passanten gelang es zunächst, den Attentäter zu verfolgen, er verlor ihn jedoch. Der nun folgende Polizeieinsatz startete schleppend. Der damalige Stockholmer Polizeichef Hans Holmér verwickelte sich in Widersprüche. Er gab beispielsweise an, zum Zeitpunkt des Attentats in einem Hotel in Borlänge genächtigt zu haben, obwohl er dort nie gewesen war.
Hm. Seltsam, finden Sie nicht? Warum passieren nur solche seltsamen Zufälle? Warum brauchte denn der Herr Holmer unbedingt ein Alibi? Leider konnte ich darüber nichts erfahren.
Holmérs Buch “Tod in Stockholm – Der Mordfall Olof Palme” wurde vom Autor nach heftigen Anfeindungen zurückgezogen; unter anderem kam die Vermutung auf, die schwedische Sicherheitspolizei Säpo sei von Rechtsextremen unterwandert, habe die Ermittlungen verschleppt oder sei sogar selbst in das Attentat verwickelt. Auf letztere Vermutung weisen unter anderem Mitschnitte des Funkverkehrs in der Nacht des 28. Februar 1986 hin.
Steht in Wikipedia. Ich bin bislang diesen Angaben noch nicht nachgegangen, möchte aber alle interessierten Leser einladen, dies zu tun. Ich weiß derzeit darüber noch genau so viel wie Sie.
Die Suche nach dem Täter kam auch deshalb nur äußerst zögerlich in Gang, da sich die Stockholmer Stadtpolizei und die schwedische Sicherheitspolizei Säpo zunächst lange um die Zuständigkeit stritten.
Schlamperei der Ermittlungsbehörden mal wieder! Warum passiert so etwas nur ausgerechnet immer bei solch historisch bedeutsamen Attentaten? Finden Sie es nicht seltsam, daß Behörden sich ausgerechnet bei solchen Ereignissen zerstreiten? Ich denke an die Kennedy - Attentate oder 911.
Wenn wir weiterlesen, erfahren wir, daß die Polizei sogar deutlichen Hinweisen einer Zeugin nicht nachging und dann:
Darauf, dass bei den Ermittlungen geschlampt wurde, deutet ebenso hin, dass die beiden Patronen nicht von der Polizei, sondern von Passanten gefunden wurden.
Merkwürdig viele Zufälle. Natürlich rankten sich alle möglichen Verschwörungstheorien um den Tod von Olof Palme, wie wir weiterlesen. Wissen Sie, es gibt immer solche verrückten Leute, die bei Ereignissen dieser Art sich sonstwelche Geschichten ausdenken, wer da möglicherweise dahinterstecken könnte.
Angebliche RAF-Mitglieder bekannten sich zu der Tat, die aus Rache am schwedischen Verhalten bei der Besetzung der deutschen Botschaft in Schweden verübt worden sei. Die Polizei hielt diese Aussagen für unglaubwürdig. Zunächst wurde auch die PKK verdächtigt. Eine Spur führte überdies nach Südafrika. Das dortige Apartheid-Regime, gegen das sich Palme wiederholt und engagiert ausgesprochen hatte, wurde verdächtigt, den Mord an Palme in Auftrag gegeben zu haben.
Ein wenig seltsam schon, daß nicht der sowjetische Geheimdienst KGB verdächtigt wurde, finden Sie nicht? Vielleicht wäre es aufgefallen, nach der U - Boot - Geschichte schon wieder die UdSSR zu verdächtigen, da tun es die RAF, die PKK und (damit es “politisch ausgewogen ist”) der südafrikanische Geheimdienst auch.
Auch Palmes entschiedene Gegnerschaft zum Vietnamkrieg der Amerikaner wurde als möglicher Hintergrund in Erwägung gezogen. In diesem Zusammenhang hatte der Ministerpräsident für Schlagzeilen gesorgt, indem er die US-Angriffe auf Nordvietnam mit den NS-Verbrechen verglich.
Was ja wirklich eine Frechheit gegenüber einer solchen Supermacht ist, nicht wahr? Wie konnte Olof Palme nur so anti - amerikanisch sein! Das ist ja direkt antisemitisch (nach heutiger Lesart), was er da so vom Stapel gelassen hat.
Nein, da steht nichts darüber, ob etwa die CIA oder ein anderer US - Dienst verdächtigt wurde. Wieso fragen Sie?
Es vergingen fast drei Jahre, ohne dass die Polizei bei der Suche nach Palmes Mörder entscheidende Fortschritte machte. Erst Ende 1988 konnte der zuständige Cheffahnder Hans Holmer der Öffentlichkeit einen Tatverdächtigen präsentieren, der gut ins Bild zu passen schien. Es handelte sich hierbei um den einschlägig vorbestraften und drogenabhängigen Christer Pettersson. Er war bereits kurz nach dem Attentat vernommen worden. Jetzt aber hatte sich sein Alibi für die Tatnacht als falsch erwiesen.
Ist es nicht putzig? Der Herr Holmer mit seinem falschen Alibi präsentiert einen Tatverdächtigen. Da hat er aber Glück gehabt, was? Damit war die Welt endlich wieder in Ordnung. Liebe Leser, Attentate dieser Art (ich denke auch an die Attentate auf die Kennedys) werden IMMMER von Einzeltätern verübt, und wenn nicht, dann von Al Qaida. Oder was phantasieren Sie sich da zusammen?
Verschwörungstheorien?
Aber naaaain, damit wollen wir nichts zu tun haben! Petterson war also eindeutig ein Einzeltäter, ein vorbestrafter auch noch und drogenabhängig und er wurde auch verurteilt.
Aber - April, April! - in zweiter Instanz wurde er wieder freigesprochen. Jedenfalls schien es dieser Einzeltäter doch nicht gewesen zu sein. Doch Wikipedia tröstet uns:
Nun könnte der Fall doch geklärt werden. Am 2. Februar 2007 berichtete die langjährige Freundin Petterssons gegenüber einem Journalisten der Zeitung Aftonbladet, dass Pettersson ihr gegenüber den Mord an Palme gestanden habe. Das Motiv wäre Hilfe für einen Bekannten, der wegen Steuerschulden Rache an Palme nehmen wollte. Dabei legte sie 40 Briefe von Pettersson vor.
Ach wirklich? 40 Briefe von Petterson? Ein schlagender Beweis! Und was war mit diesem Petterson?
Nicht so schnell…..
Aufsehen erregte der Film Jag såg mordet på Palme, der am 26. Februar 2006 im schwedischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Dort gesteht Pettersson den Mord und beschreibt, dass es sich um eine tragische Verwechslung handelte, weil er jemanden anderen töten sollte, den Drogenhändler Sigge Cedergreen.
Sie sehen, man soll doch nicht irgendwas großes denken bei so einem kleinen nebensächlichen Attentat. Eine Verwechslung eben, was sonst? Das kann doch jedem mal passieren. Und ein Geständnis gibt es auch. Alles unter Dach und Fach. Die Welt hat wieder ihre Ordnung.
Ach ja, interessiert es Sie noch, was aus diesem Petterson geworden ist? Was glauben Sie?
Bitte (wikipedia):
Christer Pettersson (* 23. April 1947; † 29. September 2004 in Solna) war einer der Hauptverdächtigen der Ermordung des schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme im Februar 1986.
Pettersson wurde nach intensiven Ermittlungen der schwedischen Polizei 1989 vor einem schwedischen Gericht schuldig gesprochen. In zweiter Instanz wurde er jedoch freigesprochen, weil die Ermittler bei der entscheidenden Gegenüberstellung der Witwe Palmes einen Tipp gegeben hatten, der auf Petterson hinwies. Pettersson erhielt daraufhin von der schwedischen Polizei einen siebenstelligen Betrag als Haftentschädigung. Ab diesem Zeitpunkt verdiente er Geld mit dem Verkauf seiner Geschichte an Tageszeitungen.
Pettersson starb am 29. September 2004 im Alter von 57 Jahren im Karolinska Sjukhuset in Solna bei Stockholm an schweren Kopfverletzungen. Dort war er 13 Tage zuvor eingeliefert worden, nachdem er bei einem Sturz schwere Hirnblutungen erlitten hatte.
Wollen Sie wissen, wie ich das ganze einschätze, eingedenk meines Wissens über Guatemala 1954, Kuba 1960-63, Kennedy - Morde, Zwischenfall im Golf von Tonkin plus die diversen vertuschten Verbrechen an den Völkern Indochinas, Irak 1990/91, Irak 2003 und und und…?
Nein, heute mal nicht. Ich lasse Ockhams Raser heute ruhen. Sie sind doch auch ein intelligenter Mensch!
Machen Sie sich Ihre Gedanken!
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.
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