Der Historiker Wolfgang Eggert beschreibt folgendes Szenario:
Stellen Sie sich bitte für einen Moment folgendes Szenario vor: Eine messianische Sekte, die sich als Vollstrecker Gottes versteht, unterwandert das Mainstreamjudentum sowie Schlüsselpositionen internationaler Macht. Unterstützt von christlichen Eiferern findet sie Zugang zu den Präsidentenpalästen in Amerika, Rußland und Israel. Von hier aus suchen beide Lager das Weltgeschehen in Einklang mit der biblischen Prophetie zu bringen - ein Geschehen, das bis zum Ende beschritten werden muß: Denn erst, wenn sich die letzte Offenbarung erfüllt hat, kann der ersehnte Messias zur Erde herabsteigen. Doch genau diese Vision verheißt der Erde ausgehend vom Mittleren Osten den vernichtendsten aller Kriege. Armageddon.
Der Professor für Soziologie an der FH-Bielefeld Heinz Gess betreibt eine lustige Webseite kritiknetz.de. Verlinkt hat Heinz Gess dort nicht zuletzt einige Webseiten, die man flapsig als Hurra-Israel-Fraktion oder in Anlehnung an Wayne Madson als Bush-Cheney-Likud Schmierkampagnen-Netzwerk bezeichnen könnte. Andere würden die Links vielleicht typisch für Antideutsche nennen. Das Netzwerk aus Webseiten wie Broders Achse des Blöden, Honestly Concerned, Lizas Welt, Jungle World oder Hamburger Studienbibliothek ist im Internet jedenfalls bestens bekannt.
Letztes Jahr gab es in Bielefeld eine fröhliche Kirchenbesetzung unter Beteiligung von hochgestellten Persönlichkeiten zur Verhinderung des Verkaufs der Kirche an die jüdische Kultusgemeinde. Die Besetzer wollen laut Gemeindemitglied Claus Grünhoff, von Beruf Vorsitzender Richter am Landgericht, das Gemeindehaus lieber gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde nutzen. Heinz Gess hat auf Kritiknetz.de anlässlich der Kirchenbesetzung unter anderem folgende Sätze publiziert:
Die Besetzer exekutieren damit jenen Quälgeist, von dem die Welt zu befreien wäre. Er - nicht diese oder jene Form - ist schlechthin das Übel. Zurzeit wütet er weltweit als muslimischer Quälgeist.
Dass Christen ihre judenfeindliche Vergangenheit vorgehalten wird, ist sicher begrüßenswert. Ein Professor für Soziologie, der auf seiner Webseite anlässlich einer christlichen Kirchenbesetzung allen Ernstes publiziert, es wüte derzeit weltweit ein muslimischer Quälgeist, ist hingegen schwer erträglich.
Erhard Arendt hat auf seiner Webseite Palästina-Portal einen Protestbrief gegen die Beteiligung von Henryk M. Broder an einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Else-Lasker-Schüler-Forums in Zürich am 29. Oktober 2006 unter dem Titel: “Die ewige Lust an den Tätern” und gegen die Ausladung der israelischen Menschenrechtlerin Felicia Langer veröffentlicht.
Für 76.000 Euro kann man sich in Berlin eine nette Eigentumswohung kaufen oder über Schmock Henryk M. Broder schreiben. Henryk M. Broder hält sich vermutlich für einen wichtigen Menschen, hat er doch schon ein Buch oder gar mehrere - Titel sind mir gerade entfallen - veröffentlicht und beglückt auch bei Spiegel Online Henryk M. Broder die Leser, was für mich ein wichtiger Grund ist, Spiegel und Spiegel Online grundsätzlich nicht mehr zu lesen. Stattdessen setze ich mich nun lieber für Solidarität mit den Opfern seiner amerikaverliebten Autoren wie Erhard Arendt ein.
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| Zukunft 2007 |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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