Zu Zeiten von Adolf Hitler war die Kultur geordnet. Die Kultur lieferte ihren Beitrag dazu, dass der Führer die Ausbreitung des Bolschewismus erfolgreich stoppen konnte. Früher hat die STAGMA dafür gesorgt, dass die Deutschen mit der richtigen Kultur versorgt werden und des Führers liebste Künstler auch ein bisschen Geld bekommen haben. Wofür früher die STAGMA gesorgt hat, dafür sorgt seitdem ihre Rechtsnachfolgerin, die GEMA. Klar, das darf man genauso wenig vergleichen wie Hitlers liebste Richter und die unabhängige Justiz der Bundesrepublik Deutschland, aber darum soll es hier in diesem kleinen Besinnungsaufsatz gar nicht gehen.
Im Kampf gegen Zensur und die allgegenwärtige Landschaft kultureller Monokultur hält Mein Parteibuch das Erschaffen von urheberechtsfreien Kulturgütern für die wesentliche Triebkraft des Fortschritts gesellschaftlicher Entwicklung hin zu einer mehr offenen partizipatorischen Welt.
Denunzierung kommt wieder in Mode. Eine Kampagne, unter dem Motto “Raubkopierer bereichern sich auf Ihre Kosten”, des Branchenverbandes BSA, fordert alle Bürger in Berlin auf, Unternehmen online zu melden, die nicht lizenzsierte Software benutzen. In meinen Augen eine klare Aufforderung wieder seinen Nachbarn und Kollegen öffentlich zu denunzieren. Es wird aber versichert: “Es werden keine Kopfprämien bezahlt”. Was seitens der BRD zu DDR-Zeiten ach so verpönt war (die stasilastige Denunzierung) wird heute in einem neuen Gewand als Allheilmittel für die, ach so arg, gebeutelte Softwareindustrie wieder aus der Taufe gehoben.
Es bleibt aber trotzdem eine Denunzierung !!!
Als Mein Parteibuch gestartet wurde, wurden die Inhalte unter eine Copyleft-Lizenz gestellt. Nachdem Mein Parteibuch innerhalb eines Jahres ungeahnt viele Leser bekommen hat, wurde es vom in Deutschland herrschenden gesellschaftlichen Establishment heftig mit juristischen Zensurmaßnahmen wie Abmahnungen und einstweiligen Verfügungen attackiert. Um möglichen Attacken mit dem Ziel einer Pfändung der deutschen Domain bereits im Vorfeld zu begegnen, wurde das über die bei der DENIC registrierten Domain www.mein-parteibuch.de erreichbare Parteibuch daraufhin geschlossen und die Inhalte komplett zum Download gestellt. Und siehe da, dumm gelaufen für die Zensoren, denn nun gibt es unter www.mein-parteibuch.com und www.mein-parteibuch.org gleich zwei neue Parteibücher.
Nachdem die Rundfunkgebührenpflicht für Internetnutzer nun traurige Realität ist, beschreitet die Unterhaltungsindustrie mutig weiter den Weg, sich bei immer größeren Teilen der Kundschaft unbeliebt zu machen. Über ein digitales Rechte-Management für das TV-Signal soll es nun strafbar werden, TV-Sendungen gegen den Willen der Content-Industrie aufzuzeichnen.
Wer als kreativer Mensch schon mal daran gedacht hat, die traditionellen Bahnen der Urheberrechtsverwertungsindustrie zu verlassen, oder sich als Konsument einfach nur über die Idee der freien Kultur informieren möchte, der findet im Buch Freie Netze - freies Wissen, dass als Beitrag für das Linzer Kulturhauptstadtjahr 2009 geschaffen wurde und unter CC-BY-SA 2.0 Lizenz baumschonend und kostenlos zum Download steht, eine ganze Menge über die Philosophie der freien Informationskultur.
Gottgegeben und natürlich scheint manchem der Zustand zu sein, dass der Mensch auf alle Informationen, die ein Mensch nur so von sich geben kann, ein Urheberrecht hat. Dank des Urheberrechtes darf ein Mensch bestimmen, was mit allen erdenklichen Informationen, die er von sich gibt, geschieht. Der gesetzliche Regelfall des Urheberrechtes, der immer dann gilt, wenn der Erschaffer der Informationen nicht explizit etwas vorgibt, erscheint der Menschheit beinahe schon wie ein Naturgesetz. Völlig vergessen wird dabei, dass das Urheberrecht die Grundlage der Zensur der Neuzeit ist.
Wenn Juristen sich mit Bildern beschäftigen, dann ist der Fotospaß passé. Klare Sache, wer wie Blogger Apollon von Finger.zeig.net im Artikel Jedem sein Brötchen ein Brötchenfoto aus Marions Kochbuch einfach kopiert und in seinem Weblog veröffentlicht, ohne den Fotografen vorher um Erlaubnis zu fragen, handelt rechtswidrig.
Wenn ein Urheber das nicht will, dann darf das Foto natürlich nicht genutzt werden. Regelrecht absurd wird es dann aber bei den Kosten.
Gestern bin ich über eine schwere Sicherheitslücke im Acrobat Reader, oder Adobe Reader, wie er nun heißt, gestolpert. Wegen der Lücke habe ich mich dazu entschlossen, ein Update des auf meinem Laptop installierten Acrobat Readers vorzunehmen. Nachdem das Update des Acrobat Readers zu einer völlig nutzlosen Reboot-Orgie ausgeartet ist, habe ich mich nunmehr dazu entschlossen, auf Adobe’s Acrobat Reader zukünftig komplett zu verzichten.
Der 17-jährige Mario aus Bayern war wegen des Kopierens einiger als frei gekennzeichneter Bildchen auf seine Webseite von einer Bulls Pressedienst GmbH aus Frankfurt am Amtsgericht Hamburg auf Zahlung von Abmahnkosten und Lizenzgebühren verklagt und mit einem absurden Urteil zur Zahlung von 3.363,65 Euro verurteilt worden. Morgen um 11:30h ist die Berufungsverhandlung. Vielleicht findet jemand Zeit, da hinzugehen?
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Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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