Vor gut eineinhalb Monaten hat Mein Parteibuch über einen offenen Brief an die Redaktion des ZDF-heute-journals berichtet, in dem die falsche Darstellung der Nichtverlängerung der terristischen Sendelizenz für den venezuelanischen Sender RCTV im heute-journal kritisiert wurde.
Von der durch ihre langjährige Tätigkeit beim INSM-Berater “Institut der deutschen Wirtschaft” in Propagandafragen gestählten Moderatorin Marietta Slomka, an deren An- und Abmoderation sich die Kritik besonders festmachte, gibt es bisher leider noch keine Stellungnahme.
Allerdings gibt es nun eine ausführliche Antwort des für die Beiträge verantwortlichen Südamerika-Korrespondenten des ZDF im Studio Rio de Janeiro, Carsten Thurau, die bei Bluejax unter dem Titel “Carsten Thurau beantwortet „Offenen Brief“ an die ZDF-heute-Journal-Redaktion!” veröffentlicht wurde. Darin gibt Carsten Thurau die Falschdarstellung der Vorgänge in Venezuela im ZDF zu.
Jan Rechlitz studiert im 06. Fachsemester „Angewandte Medienwissenschaft“ an der TU Ilmenau und hat sich im ZDF heute-journal mal die Anmoderationen von Marietta Slomka zum Themenkomplex Venezuela, Hugo Chávez und RCTV angeschaut. Mein Parteibuch hatte die Operative Information der Massenmedien zum Thema Venezuela bereits am 30.05.2007 als psychologische Kriegsführung bezeichnet. Jan Rechlitz hat nun an die Redaktion des heute-jounals einen netten offenen Brief geschrieben:
Der eine oder andere Leser wird sich vielleicht gewundert haben, dass Mein Parteibuch beim als “Sächsischer Sumpf” bekannten mafiösen Geflecht von mächtigen Personen immer auch die Medien als Teil des Problems bezeichnet hat. So hat Mein Parteibuch vom Versagen der Medien durch Nicht-Information im sächsischen Sumpf beispielsweise im Artikel “Kein “Klamauk” in der Tagesschau” berichtet.
Um zu verstehen, warum Mein Parteibuch die Medien als Teil des Problems bezeichnet hat, genügt eine einfache Überlegung. In einer auf der Teilung der drei Gewalten Legislative, Exekutive und Judikative beruhenden Demokratie werden die Medien oft als vierte Gewalt bezeichnet, deren Aufgabe es ist, die Gewaltenteilung durch die Herstellung von Öffentlichkeit sicherzustellen. Welche Rückschlüsse auf die Medien lässt es zu, wenn sich innerhalb der drei Gewalten offenbar ein Netzwerk aus Mördern, Kinderfickern und anderen Kriminellen, was in der Fachsprache auch organisierte Kriminalität (OK) genannt wird, breit machen kann, ohne dass die Medien dies durch die Herstellung von angemessener Öffentlichkeit verhindern?
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