Ein Jahr ist es jetzt fast her, da hielt eine kleine Lokführergewerkschaft die deutsche Bahn und die Republik in Atem. Unvorstellbare und astronomische 31 Prozent mehr Gehalt forderte das Lokpersonal unter dem GDL-Rebellenanführer Manfred Schell. Als völlig überzogen wies Vorstandchef Mehdorn dieses Anliegen zurück. Die Presse meldete jetzt, die Gehälter der Bahn-Vorstände sollten 2009 um 20 Prozent und mehr aufgestockt werden und bekommen noch Boni, bei einem erfolgreichen Börsengang. Also auch hier der Gundsatz “Wein saufen, Wasser predigen”.
Manchmal schlummern in alten Kamellen des WDR richtige Schätze. Im Film “Germany - Made in USA: Wie US-Agenten Nachkriegsdeutschland steuerten” ist der zur Wisner Gang gehörende CIA Offizier Tom Braden etwas ins Plaudern geraten. Kostprobe gefällig? Über den US-Agenten Willy Brandt im Speziellen und dann auch über die deutsche Politik im Allgemeinen sagt Agentenführer Tom Braden da vor laufender Kamera zum Beispiel:
“Ich weiß, dass Willy Brandt Geld von der CIA erhalten hat. Und überhaupt war es so. Benötigte irgendein deutscher Politiker mit demokratischen Absichten Hilfe und Unterstützung gegen die Kommunisten, hätte ihm die CIA geholfen.”
Bemerkenswert ist zum Vorwurf, Willy Brandt habe Geld von der CIA bekommen, auch ein Spiegel-Artikel aus dem Jahr 1977 mit Titel “Lügenhafte Kampagne“. Darin warnte der Spiegel Unionspolitiker, zu versuchen, das Thema Finanzierung deutscher Politiker durch die CIA politisch ausschlachten zu wollen, mit den Worten:
Doch nichts spricht dafür, daß Brandt, wie immer er zur CIA stand, jemals zu den Geldempfängern des Mr. Braden gehört hat. Auch die ehristsozialen Brandt-Gegner, die Marchettis Story vor den Bundestag bringen wollen, werden bald merken, daß der Stoff für eine Anti-Brandt-Attacke ungeeignet ist.
Nicht einmal Victor Marchetti lädt zu solcher Polemik ein. “Die CIA”, warnte er unlängst, “hat das damals für viele Politiker in Westdeutschland getan, für Sozialdemokraten und Christliche Demokraten. Es war eben Kalter Krieg.”
Wo Willy Brandt mit dem Radikalenerlaß der nicht CIA-treuen Linken das Genick gebrochen hatte, durfte er soviel Dankbarkeit sicher auch erwarten. Inzwischen ist bekannt, dass Agentenführer Tom Braden auch in die Leitung der Operation Mockingbird, mit der die CIA im In- und Ausland Medien in großem Stil mittels Korruption von Journalisten gesteuert hat, eingebunden war.
Man könnte da folgendes Modell einer funkionierenden Demokratie entwickeln: Die CIA finanziert einfach alle Politiker, die ihr irgendwie in den Kram passen und sorgt über die Medien und die Höhe der Schmiergelder dafür, dass die ihr besonders genehmen Politiker in dem Theaterstück “Demokratie” Gewinner werden. Prima Demokratie.
(Radio Utopie) Berlin: Man dachte eigentlich, man hätte die mittelmässigen Bauernfängertricks schon hinter sich. Aber nein - im neo-metropolitanischen Protzbau des Bahn-Konzerns “DB AG” auf dem Potsdamer Platz scheint man dieselbe Intrige mit dem “eigenen” statt EIGENSTÄNDIGEN TARIFVERTRAG einfach nochmal zu probieren, wie bereits am 15.Oktober. So sind sie, die Oberschichtler, keine Ideen. Wahrscheinlich streiken auch hierzulande wie in Hollywood die Autoren, die Verschwörungs- und Intrigen-Autoren, ohne dass wir es bisher gewusst haben.
Was ist eigentlich bei bei VR Bank in Schwäbisch Hall los? Wenn eine Bank bei einer Sonderprüfung der Bankenaufsicht ein paar Auflagen nicht erfüllt, und dann obendrein ausgerechnet ein engagiertes Betriebsratsratsmitglied, das man wohl ohnehin gern los wäre, dafür verantwortlich machen will, dann lässt das tief in die Unternehmensphilosophie blicken. Tief in das gute Arbeitsklima lässt es blicken, wenn der Betriebsrat einer fristlosen Kündigung ihres Betriebsratskollegen zustimmt.
Helmut Schmidt vom Ver.di Bezirk Heilbronn-Neckar-Franken ruft zur Solidarität mit dem gekündigten stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Michael Plessing auf:
Selenz` Kommentar 16. November 2007 www.hans-joachim-selenz.de
Die SB-Republik
Wohin man auch schaut dieser Tage – überall der gleiche Befund. Die Republik wird geplündert. Die Einkommen derer, die die Fäden ziehen, gehen ab wie die Düsenjäger. Bei denen, die die Räder drehen, ist dagegen immer öfter Ebbe in der Kasse. Doch auch sie wollen am Aufschwung teilhaben. Angemessen – versteht sich. Das Leben wird von Tag zu Tag teurer. Die letzte Tankfüllung kostete mich erstmals mehr als mein erster Gebrauchtwagen. Für den musste ich im Jahre 1970 letztlich 198 DM berappen. 2 DM fand ich nämlich, als ich ihn sauber machte. Dass einmal ein voller Tank ebensoviel kosten würde, hätte ich damals nie für möglich gehalten.
Wie die Bahn eine Gewerkschaft vermöbeln will
(HU-Marburg) Wahrscheinlich ist er derzeit das meistgenannte Möbelstück in deutschen Nachrichten. Vielleicht hält er hier sogar einen unbestrittenen Dauer-Rekord. Jedenfalls machen Politiker, Wirtschafts-Bosse und Gewerkschafter um ihn einen Tanz, als sei er ein hoch zu verehrendes Heiligtum.
Dennoch scheint dieses wichtige Möbelstück zur Zeit sträflich verwaist dazustehen. Zwar sind es noch keine Glocken, mit denen die Menschen an diesen negotiativen Altar gelockt werden sollen, doch säuseln prominente Zeitgenossen mit wahren Sirenengesängen, damit andere endlich zu Tisch kommen.
Wahrlich keine Sekunde zu früh haben sich nun diese Woche DGB-Gewerkschaftler an der Basis des Millionen-Kolosses zu Wort gemeldet und mit den streikenden Kollegen der konservativen, 140 Jahre alten Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) solidarisiert, die mit ihrer Kampfkraft, Entschlossenheit und Solidarität bisher jeden “Linken” und “Sozialisten” der Republik locker in die Taschen steckten.
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee - nein, der heißt nicht wegen der Sexorgien im Leipziger Rathaus Verkehrsminister - hat sich im Propaganda-Kampf von Bundesregierung, Massenmedien und Industrie-Lobbyisten gegen höhere Löhne für Lokführer und den Rest des deutschen Prekariats nun zu Wort gemeldet und “an beide Tarifpartner gewandt” gesagt, “der Eiertanz muss aufhören“.
Mein Parteibuch kann da nur zustimmen:
Hören Sie auf mit dem Eiertanz und treten Sie zurück, Herr Tiefensee, es reicht!
Zu den Gründen:
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| Falsche Gewerkschaft |
Nachdem man in den letzten Monaten den Eindruck gewinnen konnte, die Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer sei auch nur ein Papiertiger, der außer heißer Luft und dicken Schlagzeilen wenig zuwege bringt, machen Manfred Schell und seine Lokomotivführer nun, nachdem die Richter der Arbeitsgerichte eingesehen haben, dass sie die Züge schlecht selber fahren können, ernst. Von Donnerstag früh um 02:00h bis Samstag morgen um 02.00h wird der komplette Bahnverkehr bestreikt.
Dabei können sich die Lokführer genau wie der Marburger Bund im letzten Jahr sicher sein, dass all diejenigen, die vom deutschen Modell des Working Poor die Nase genauso gestrichen voll haben wie die Lokführer, sich über Gewerkschaften in Deutschland freuen, die den Namen auch wirklich verdienen.
Soeben hat das Arbeitsgericht Nürnberg die geplanten Streik der Lokführer im Güter- und Personenverkehr mit der Begründung verboten, dass der deutschen Volkswirtschaft durch den Streik der in der GDL organisierten Lokführer in der Hauptreisezeit schwerer Schaden zugefügt würde.
Obwohl das nur eine erstinstanziche Entscheidung ist und da sicherlich noch eine Beufsentscheidung am Landesarbeitsgericht gesprochen werden wird und möglicherweise später auch ein Bundesgericht zu dem unglaublichen Vorgang noch etwas sagen wird, fällt damit der für morgen geplante Streik im Güterverkehr woll offiziell aus. Was bedeutet das für die Tarifautonomie, wenn diese von völlig unabhängigen Richtern gesprochene weise Entscheidung Bestand haben sollte?
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| Angiffspakt |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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