(Radio Utopie) Berlin: Man dachte eigentlich, man hätte die mittelmässigen Bauernfängertricks schon hinter sich. Aber nein - im neo-metropolitanischen Protzbau des Bahn-Konzerns “DB AG” auf dem Potsdamer Platz scheint man dieselbe Intrige mit dem “eigenen” statt EIGENSTÄNDIGEN TARIFVERTRAG einfach nochmal zu probieren, wie bereits am 15.Oktober. So sind sie, die Oberschichtler, keine Ideen. Wahrscheinlich streiken auch hierzulande wie in Hollywood die Autoren, die Verschwörungs- und Intrigen-Autoren, ohne dass wir es bisher gewusst haben.
Selenz` Kommentar 16. November 2007 www.hans-joachim-selenz.de
Die SB-Republik
Wohin man auch schaut dieser Tage – überall der gleiche Befund. Die Republik wird geplündert. Die Einkommen derer, die die Fäden ziehen, gehen ab wie die Düsenjäger. Bei denen, die die Räder drehen, ist dagegen immer öfter Ebbe in der Kasse. Doch auch sie wollen am Aufschwung teilhaben. Angemessen – versteht sich. Das Leben wird von Tag zu Tag teurer. Die letzte Tankfüllung kostete mich erstmals mehr als mein erster Gebrauchtwagen. Für den musste ich im Jahre 1970 letztlich 198 DM berappen. 2 DM fand ich nämlich, als ich ihn sauber machte. Dass einmal ein voller Tank ebensoviel kosten würde, hätte ich damals nie für möglich gehalten.
Wie die Bahn eine Gewerkschaft vermöbeln will
(HU-Marburg) Wahrscheinlich ist er derzeit das meistgenannte Möbelstück in deutschen Nachrichten. Vielleicht hält er hier sogar einen unbestrittenen Dauer-Rekord. Jedenfalls machen Politiker, Wirtschafts-Bosse und Gewerkschafter um ihn einen Tanz, als sei er ein hoch zu verehrendes Heiligtum.
Dennoch scheint dieses wichtige Möbelstück zur Zeit sträflich verwaist dazustehen. Zwar sind es noch keine Glocken, mit denen die Menschen an diesen negotiativen Altar gelockt werden sollen, doch säuseln prominente Zeitgenossen mit wahren Sirenengesängen, damit andere endlich zu Tisch kommen.
Wahrlich keine Sekunde zu früh haben sich nun diese Woche DGB-Gewerkschaftler an der Basis des Millionen-Kolosses zu Wort gemeldet und mit den streikenden Kollegen der konservativen, 140 Jahre alten Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) solidarisiert, die mit ihrer Kampfkraft, Entschlossenheit und Solidarität bisher jeden “Linken” und “Sozialisten” der Republik locker in die Taschen steckten.
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee - nein, der heißt nicht wegen der Sexorgien im Leipziger Rathaus Verkehrsminister - hat sich im Propaganda-Kampf von Bundesregierung, Massenmedien und Industrie-Lobbyisten gegen höhere Löhne für Lokführer und den Rest des deutschen Prekariats nun zu Wort gemeldet und “an beide Tarifpartner gewandt” gesagt, “der Eiertanz muss aufhören“.
Mein Parteibuch kann da nur zustimmen:
Hören Sie auf mit dem Eiertanz und treten Sie zurück, Herr Tiefensee, es reicht!
Zu den Gründen:
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| Falsche Gewerkschaft |
Nachdem man in den letzten Monaten den Eindruck gewinnen konnte, die Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer sei auch nur ein Papiertiger, der außer heißer Luft und dicken Schlagzeilen wenig zuwege bringt, machen Manfred Schell und seine Lokomotivführer nun, nachdem die Richter der Arbeitsgerichte eingesehen haben, dass sie die Züge schlecht selber fahren können, ernst. Von Donnerstag früh um 02:00h bis Samstag morgen um 02.00h wird der komplette Bahnverkehr bestreikt.
Dabei können sich die Lokführer genau wie der Marburger Bund im letzten Jahr sicher sein, dass all diejenigen, die vom deutschen Modell des Working Poor die Nase genauso gestrichen voll haben wie die Lokführer, sich über Gewerkschaften in Deutschland freuen, die den Namen auch wirklich verdienen.
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| Erziehung |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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