Vorgestern haben eine Vielzahl von Blogs und Medien darüber berichtet, dass Gabriele Pauli aus der CSU ausgetreten ist. Spiegel Online dokumentierte gestern ihren Austrittsbrief unter der Überschrift “Im Wortlaut”.
Bei der Dokumentation im Wortlaut hat es jedoch bemerkenswerterweise an zwei Stellen anstelle von Text jedoch Pünktchen gegeben. Inzwischen hat Gabriele Pauli ihr Ausstrittsschreiben auch auf ihren eigenen Webseiten dokumentiert. Mein Parteibuch war so frei, mal nachzuschauen, was bei Spiegel Online fehlt.
Wesentliches Kennzeichen für den Zustand einer Demokratie ist die innerparteiliche Demokratie. Gestern wurde Günther Beckstein von den Delegierten des Parteitages der CSU in bester Tradition vergangener Parteitage mit 96% zum Spitzenkandidaten der CSU für die Landtagswahl 2008 nominiert. Über so ein Ergebnis wäre auch Erich Honecker zu seinen besten Zeiten sicher nicht unglücklich gewesen. Ein Nachweis für eine funktionierende innerparteiliche Demokratie ist das jedoch nicht.
Bei der Wahl zum Parteivorsitzenden der CSU war das jedoch anders. Erstmals in der Geschichte des CSU konnten Delegierte den Parteivorsitzenden unter mehreren Kandidaten auswählen.
Gabriele Pauli ist derzeit in den Schlagzeilen, weil sie eine Ehe auf Probe gefordert hat. Wenn nach sieben Jahren beide Ehepartner immer noch der Meinung sind, die Ehe sollte weiter geführt werden, dann sollte die Ehe sich dem Vorschlag von Gabriele Pauli folgend in eine unbefristete Ehe verwandeln. Mit der angesichts der Scheidungsraten im Kirchenstaat Bayern ebenso vernünftigen wie mutigen familienpolitischen Forderung hat sie es tatsächlich vor der Wahl um den CSU-Parteivorsitz geschafft, praktisch die gesamte CSU-Parteispitze und nebenbei auch noch große Teile der Presselandschaft dazu zu bringen, sich als bajuwarische Kleingeister zu outen.
Gerade geht durch die Presse und die Blogsphäre, dass Gabriele Pauli angekündigt hat, auf dem CSU-Parteitag am 29. September gegen Erwin Huber und Horst Seehofer für den Vorsitz der Partei CSU zu kandidieren. Mein Parteibuch meint: richtig so!
Über die Frage, wer in der Nachfolge von Edmund Stoiber zur Wahl des Parteivorsitzenden der CSU antreten wird, ist derzeit viel Widersprüchliches zu lesen. Als Favoriten für den Parteivorsitz gelten dabei meist der als eher sozial eingestellt geltende Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer oder der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber aus der Stoiber-Seilschaft. Die beliebte Fürther Landrätin Gabriele Pauli hat mal wieder, wir erinnern uns daran, dass ihr Ende Dezember auch niemand zugetraut hat, Edmund Stoiber aus dem Amt zu entfernen, keiner auf der Rechnung.
In der Staatskanzlei hat sich’s nun endgültig ausgespitzelt und keiner weint seiner Politik eine Träne nach. Günther Beckstein wird Ministerpräsident von Bayern. Meine Glückwünsche gelten trotzdem in erster Linie der bloggenden Landrätin Gabriele Pauli, die einen mutigen politischen Husarenritt hingelegt und damit ein Meisterstück in Sachen politischer Kommunikation abgeliefert hat. Chapeau!
Oh, Gott! Da hat mich letzte Woche extra Axel Stehle, der Pressesprecher des bayerischen Landtagspräsidenten Alois Glück, angerufen, um mir zu verbieten, ein gefälschtes Interview von Radio Transparency mit Alois Glück zu veröffentlichen, und nun das.
Jetzt muss ich mit großem Entsetzen feststellen, dass das gefälschte Interview, wo es um Gabriele Pauli, Edmund Stoiber, Mobbing und Arschkriecherei geht, im Blog vom Mobbing-Gegner veröffentlicht wurde.
Heute können wir in einem Artikel von Verena Köttker auf der Startseite von Bild-Online lesen, dass Stoiber-Gegner Horst Seehofer, der trotz seines nicht wirklich überzeugend geglückten Dementis im ZDF als Nachfolger von Edmund Stoiber gehandelt wird, seine Frau seit Jahren mit einer Geliebten betrügt.
Der zeitliche Zusammenhang des Showdown zwischen Gabriele Pauli und Edmund Stoiber zu der Enthüllung aus dem Privatleben von Horst Seehofer ist mehr als auffällig. Der Verdacht liegt nahe, dass da jemand aus der Politik sein Schmutz-Dossier geöffnet hat und versucht, Horst Seehofer mit intimen Details aus dem Privatleben zu diskreditieren, so dass er den Job als Parteivorsitzender der CSU nicht bekommt. Welcher Politiker könnte das getan haben?
Mir ist mal wieder eine offene E-Mail von Radio Transparency zum Showdown zwischen Gabriele Pauli und Edmund Stoiber zugespielt worden.
Diesmal richtet sich die E-Mail an die Spitze der CSU und handelt außer von Edmund Stoiber und Bloggerin Gabriele Pauli, die sich gerade ein neues Gästebuch zugelegt hat, auch von Erwin Huber, Markus Söder und Kurt Faltlhauser.
Um zu dokumentieren, mit welchen Gemeinheiten und welchem Duckmäusertum sich Leute an der Spitze der CSU wie Alois Glück, dessen Pressesprecher mich letzten Mittwoch auf der Suche nach Radio Transparency angerufen hat, derzeit herumärgern, habe ich die E-Mail von Radio Transparency hier nachfolgend dokumentiert:
Nachdem die Parteispitze der CSU, wie der Anruf des Pressesprechers vom Landtagspräsidenten Alois Glück bei mir zeigt, sich ausgiebig mit Radio Transparency beschäftigt, möchte ich die neue Gemeinheit von Radio Transparency nicht verschweigen, die zeigt, mit was sich die CSU-Führungsspitze derzeit anscheinend vorrangig beschäftigt.
Die mir zugespielte offene E-Mail von Radio Transparency an CSU-Generalsekretär Markus Söder hatte folgenden Wortlaut:
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