Franz Josef Strauß ist, wie jedermann in der Wikipedia nachlesen kann, ein ehrenwerter Mann. Selbst die Diskussion zum Artikel ist hübsch aufgeräumt. So müssen Wikipedia-Einträge aussehen. Mein Parteibuch beglückwünscht die CSU und die CIA zu dem perfekt gestalteten Wikipedia-Artikel. Nachfolgend soll, ausgehend von einer überraschenden Lücke zum Jahr 1945 in dem hübschen Wikipedia-Artikel, die historische Figur Franz-Josef Strauß etwas genauer beleuchtet werden.
So manch einer fragt sich, welche deutsche Eliten die Köpfe der geheimen Stay Behind Armeen von CIA und NATO in Deutschland waren, die im Falle eines den USA nicht genehmen Wahlausganges bei dem dann notwendigen Militärputsch die Macht ergriffen hätten. Bernt Engelmann machte 1986 in seinem Lesebuch darauf aufmerksam, dass Franz Josef Strauß, der am 01.11.1937 Mitglied des NSDStB wurde, 1945 Übersetzer und rechte Hand des First Lieutenant im amerikanischen Militärgeheimdienst CIC, Ernest F. Hauser, war.
Weiß man, dass der später zufällig erfolgreiche Politiker Franz Josef Strauß für den amerikanischen Militärgeheimdienst gearbeitet hat, dann ist folgender Beitrag von Kennzeichen D um so bemerkenswerter, in dem Franz Josef Strauß nachgewiesen wurde, ein mit Gladio in Verbindung gebrachtes international operierendes rechtsextremes Terrornetzwerk rund um Stefano Delle Chiaie und Aginter Press finanziert zu haben.
Vorgestern haben eine Vielzahl von Blogs und Medien darüber berichtet, dass Gabriele Pauli aus der CSU ausgetreten ist. Spiegel Online dokumentierte gestern ihren Austrittsbrief unter der Überschrift “Im Wortlaut”.
Bei der Dokumentation im Wortlaut hat es jedoch bemerkenswerterweise an zwei Stellen anstelle von Text jedoch Pünktchen gegeben. Inzwischen hat Gabriele Pauli ihr Ausstrittsschreiben auch auf ihren eigenen Webseiten dokumentiert. Mein Parteibuch war so frei, mal nachzuschauen, was bei Spiegel Online fehlt.
Am 13. August 1961 wurde an der innerdeutschen Grenze durch das kommunistische Regime in der ehemaligen DDR eine Mauer gebaut. Es dauerte genau 28 Jahre bis zum 09. November 1989, da hatte es die Bevölkerung der ehemaligen DDR durch friedliche Proteste geschafft, das diese Mauer wieder eingerissen wurde. Damit hatte sie sich auch von Überwachung und Bespitzelung durch die ehemalige STASI, befreit. Nach 18 Jahren Mauerfall versucht just am 09. November 2007 die Koalition von CSU, CDU und SPD im Bundestag eine neue digitale Mauer gegen ihre Bevölkerung zu errichten, mit dem Ziel der verdachtsunabhängigen Überwachung und Bespitzelung von Telefon, Handy, E-Mail und Internet. Vorbereitet durch eine geziehlte Desinformation und Vorenthalten von Informationen durch die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. Es ist ganz sicher, das die Bevölkerung am heutigen Tag nicht die gleiche Begeisterung wie am 09. November 1989 an den Tag legen wird.
The STASI is back!
Jeder in diesem Land sollte sich heute, die Ereignisse vom 13. August 1961 ins Gedächtnis rufen.
Wir können nur hoffen, das es nicht wieder 28 Jahre dauert, bis diese Mauer wieder eingerissen wird. Vielleicht gibt ja der Europäische Gerichtshof am 09. November 2008 der Klage Irlands recht und schafft die Vorgaben der EU zur Vorratsdatenspeicherung wieder ab!
Wesentliches Kennzeichen für den Zustand einer Demokratie ist die innerparteiliche Demokratie. Gestern wurde Günther Beckstein von den Delegierten des Parteitages der CSU in bester Tradition vergangener Parteitage mit 96% zum Spitzenkandidaten der CSU für die Landtagswahl 2008 nominiert. Über so ein Ergebnis wäre auch Erich Honecker zu seinen besten Zeiten sicher nicht unglücklich gewesen. Ein Nachweis für eine funktionierende innerparteiliche Demokratie ist das jedoch nicht.
Bei der Wahl zum Parteivorsitzenden der CSU war das jedoch anders. Erstmals in der Geschichte des CSU konnten Delegierte den Parteivorsitzenden unter mehreren Kandidaten auswählen.
Gabriele Pauli ist derzeit in den Schlagzeilen, weil sie eine Ehe auf Probe gefordert hat. Wenn nach sieben Jahren beide Ehepartner immer noch der Meinung sind, die Ehe sollte weiter geführt werden, dann sollte die Ehe sich dem Vorschlag von Gabriele Pauli folgend in eine unbefristete Ehe verwandeln. Mit der angesichts der Scheidungsraten im Kirchenstaat Bayern ebenso vernünftigen wie mutigen familienpolitischen Forderung hat sie es tatsächlich vor der Wahl um den CSU-Parteivorsitz geschafft, praktisch die gesamte CSU-Parteispitze und nebenbei auch noch große Teile der Presselandschaft dazu zu bringen, sich als bajuwarische Kleingeister zu outen.
Der bayrische Innenminister Günter Beckstein, der 2002 nur durch 6000 Zweitstimmen nicht Bundesinnenminister auch im Irak wurde, war nicht immer ein Unterstützer einer Präventiv-Polizei BKA unter Führung des Bundesinnenministeriums. Ganz im Gegenteil, er lehnte auch die im Sommer 2006 beschlossene Grundgesetzänderung “Förderalismusreform” ab, die im Wesentlichen von Franz Müntefering (SPD), Edmund Stoiber (CSU) und Roland Koch (CDU) ausgehandelt worden war und die Befugnisse der “Bundespolizei” auf den jetzigen Stand brachte.
Auch widersprechen seinen ehemaligen Ansichten eklatant den Behauptungen vom jetzigen Innenminister Wolfgang Schäuble. Nach Ansicht Günter Beckstein gab es schon 2005 keinerlei “Sicherheitslücken”, die es nötig gemacht hätten, das Grundgesetz dementsprechend zu verändern. (more…)
Gerade geht durch die Presse und die Blogsphäre, dass Gabriele Pauli angekündigt hat, auf dem CSU-Parteitag am 29. September gegen Erwin Huber und Horst Seehofer für den Vorsitz der Partei CSU zu kandidieren. Mein Parteibuch meint: richtig so!
Zur Abwechselung soll es hier im Parteibuch auch mal was nettes geben. Wie der humanistische Pressedienst vorgestern mitgeteilt hat, hat der Kinderbuchautor und Zeichner Janosch die Rechte an seinem Werk an die Giordano-Bruno-Stiftung übertragen.
Über die Frage, wer in der Nachfolge von Edmund Stoiber zur Wahl des Parteivorsitzenden der CSU antreten wird, ist derzeit viel Widersprüchliches zu lesen. Als Favoriten für den Parteivorsitz gelten dabei meist der als eher sozial eingestellt geltende Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer oder der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber aus der Stoiber-Seilschaft. Die beliebte Fürther Landrätin Gabriele Pauli hat mal wieder, wir erinnern uns daran, dass ihr Ende Dezember auch niemand zugetraut hat, Edmund Stoiber aus dem Amt zu entfernen, keiner auf der Rechnung.
In der Staatskanzlei hat sich’s nun endgültig ausgespitzelt und keiner weint seiner Politik eine Träne nach. Günther Beckstein wird Ministerpräsident von Bayern. Meine Glückwünsche gelten trotzdem in erster Linie der bloggenden Landrätin Gabriele Pauli, die einen mutigen politischen Husarenritt hingelegt und damit ein Meisterstück in Sachen politischer Kommunikation abgeliefert hat. Chapeau!
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