| Hinter dem Spiegel |
Der Spiegel hat sich diesmal Mühe gegeben und gleich drei Autoren an den dreiseitigen Artikel über politische Blogs in Deutschland gesetzt. Das war auch bitter nötig, denn hätte der Spiegel die “Generation Doof” oder einen Blindgänger wie Bernd Graff von der Süddeutschen an das heikle Thema gesetzt, dann hätte er nichts anderes bewirkt, als ausgelacht zu werden und die politische Blogosphäre zu stärken.
Wozu nicht krudes Zeug wie die tödliche Irrlehre des Betrügers Ryke Hamer gut ist: Mein Parteibuch hat bei der Recherche zufällig eine Seite entdeckt, die sich rational mit irrationalen Überzeugungssystemen und ihren Protagonisten beschäftigt: Esowatch. Die Nachrichten des zu Esowatch gehörenden Esoblogs werden ab sofort durch den Parteibuch Ticker laufen. Kernstück der Esowatch Seite ist jedoch das Esowatch Wiki, wo es neben Artikeln wie den zu sogenannten “unkonventionellen Krebstherapien“, brauner Esoterik, Anthroposophie, Homöopathie, Chemtrails und Haarp noch Hunderte weiterer lesenswerter Artikel gibt, die auch die handelnden Personen und Firmen, die mit dem Unfug Geld verdienen, nicht aussparen. Nachfolgend findet sich eine Übersicht über alle Artikel im Esowatch Wiki, vielleicht findet der eine oder andere da ja wen oder was, worüber er immer schon mehr wissen wollte:
Im Blog vom Gedankenverbrecher stand, wie der Cache der Suchmaschine Yahoo auch heute noch beweist (Nachtrag 07.07.2008: Cache ist nun bei Yahoo gelöscht, hier ist ein Ausdruck vom 06.07.2008 als pdf), zum Schluss eines unter anderem mit “NPD” getaggten Artikels zu den U-Bahn-Schlägern von München vom 04.06.2008 folgender Absatz, mit dem der Gedankenverbrecher seine Meinung kundtat:
“UND BEI AUSLÄNDISCHEN MITBÜRGERN GIBT ES FÜR MICH AUCH NUR EINE EINZIGE RICHTUNG. RAUS AUS DEUTSCHEM VATERLAND. UND AM BESTEN ROTGRÜN GLEICH MIT”
Zapp ist in jüngster Zeit mit einigen witzigen und treffenden Beiträgen wie dem zur Bankenkrise aufgefallen. Die gestrige Sendung von Zapp nahm sich erfreulicherweise des unerfreulichen Themas Medien an.
Diese Sendung, die sich mit den Berufskollegen beschäftigte, wirft in der Tat ein bezeichnendes Licht auf den Zustand des kritischen Journalismus in Deutschland. Wenn auch anders, als Zapp das wohl geplant hatte.
Im Forum von Spiegel Online werden manche Kommentare von der Moderation gelöscht. Daran, dass Kommentare moderiert und gelöscht werden, ist im Prinzip auch nichts auszusetzen. Der Spiegel ist schließlich rechtlich dazu verpflichtet, gesetzeswidrige Inhalte von seinen Webseiten zu entfernen und die Redaktion des Spiegel ist natürlich auch sonst frei in ihrer Entscheidung, zu bestimmen, welche Texte sie verbreiten möchte und welche nicht.
Allerdings ist im Forum von Spiegel Online völlig unklar, welche Kriterien bei der Moderation angelegt werden. Spiegel-Forumsteilnehmer protestieren dagegen, dass im Forum von Spiegel Online nicht nur gesetzeswidrige Inhalte, sondern auch völlig legale missliebige Meinungen - wie die hier dokumentierte Kritik an der Redaktion - willkürlich gelöscht werden. Hier hat sich bereits ein geschlossenes Forum, Forum SPONtanum, von protestierenden Nutzern organisiert. Angesichts dessen, dass Spiegel Online ein reichweitenstarkes und für die demokratische Meinungsbildung wichtiges politisches Online-Medium ist, hält Mein Parteibuch es für wichtig, dass die Öffentlichkeit erkennen kann, was bei Spiegel-Online zensiert wird. In der Praxis Meinungsfreiheit nur, wenn die Meinung tatsächlich und nicht nur theoretisch geäußert werden kann.
Für etwas Transparenz mag da sorgen, sich gelöschte Kommentare mal näher anzuschauen. Nachfolgend dokumentiert Mein Parteibuch deshalb eine Auswahl von Kommentaren, die bei spiegel Online gelöscht wurden.
Wie Matthias Spielkamp in seinem immateriblog berichtet, wurde er für den morgigen Donnerstag zu einem nicht-öffentlichen Expertengespräch “Online-Journalismus” vom “Unterausschuss Neue Medien” in den Deutschen Bundestag eingeladen. Matthias Spielkamp hat dazu vorab einen Katalog von 22 Fragen erhalten. Da Mein Parteibuch natürlich kein Onlinejournalismus, sondern bekanntlich ein Internettagebuch mit Katzenbildern ist, erlaubt es sich die Redaktion an dieser Stelle, nicht nur ein paar belanglose Anmerkungen zu dem Fragenkatalog zu machen, sondern erst mal ein paar wilde Gerüchte über die neun wunderbaren Persönlichkeiten zu verbreiten, aus denen sich der Unterausschuss Neue Medien zusammensetzt. Richtigen Journalismus und das Verbreiten von Fakten überlässt Mein Parteibuch wie gewohnt der Mischung aus öffentlich-rechtlichem Journalismus und der stets seriösen Milliardärspresse.
Liebe Journalisten der “Generation Doof”,
wenn einer von euch zukünftg mal den Auftrag bekommt, ein fragwürdiges Projekt wie “Alive in Baghdad” hochzujubeln, ein bisschen Werbung für politisch erwünschte Propaganda wie Politically Incorrect zu machen und gleichzeitig den Lesern zu verklickern, dass es in Deutschland keine lesenswerten politischen Blogs gibt, dann möchte Mein Parteibuch euch wärmstens empfehlen, den vorgestrigen Artikel des “Medienjournalisten” Simon Feldmer bei der längst gestorbenen SZ Online abzukupfern.
Jeder Blog der sich mit sachlichen Gegenjournalismus befasst, ist wichtig in unserem Kampf gegen die gleichgeschaltete Presse in Deutschland und läuft auch hier durch den Ticker. Jeden Tag machen uns unsere Politiker deutlich, das sie mit der Demokratie und der Meinungsfreiheit eigentlich nicht richtig umgehen können. Ich lese sehr gern mein Parteibuch und seinen Ticker, wegen der vielfältigen Themen und der sachlichen Berichterstattung. In den letzten Tage laufen so einige Blogeinträge durch den Ticker die zumindest von der Sachlichkeit her, nicht dem gewohnten Stil entsprechen.
Als Webnews im letzten August bekannt gab, dass T-Online mit Webnews zusammenarbeitet, war die Überraschung groß. Ein reichweitenstarkes Portal kündigte an, ein Millionenpublikum mit Nachrichten zu versorgen, die abseits der gigantischen Medienmaschine von CIA und BND hergestellt werden. Das lässt die Agency zu? Wer’s glaubt, wird selig.
Als im Redblog berichtet wurde, dass Webnews Nachrichten der Jungen Welt nicht mehr akzeptiert, konnte man noch glauben, dass liege daran, dass die Nachrichten der Jungen Welt nach einiger Zeit nur noch mit einem kostenpflichtigen Zugang zu lesen sind. Mitnichten, bei dieser Zensur geht es um Politik.
Nachdem die Domain Boocompany.com am 18. März abgeschossen wurde, ist Boocompany nun unter www.Boocompany.my erreichbar und wird aus der Schweiz heraus hyperschnell nach Deutschland ausgeliefert.
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Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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