Der Iran ist sehr gut in der Lage, sich gegen konventionelle militärische Angriffe, von wem auch immer sie ausgehen sollten, zu verteidigen. Der Iran verfügt zwar praktisch kaum über die komplexen, teuren und großen Waffensysteme, wie sie die hochgerüsteten Mächte des Westens und Osten zu Hauf im Arsenal haben, aber über jede Menge nickelige, kleine und kleinste, preiswerte, simple und oft gut zerlegbare Waffen, die sich hervorragend für den asymmetrischen Widerstandskampf gegen jegliche Art von Invasoren eignen.
Während die USA haufenweise leicht zu treffende Flugzeugträger und Fregatten haben, hat der Iran Antischiffsminen und landgestützte und boottaugliche Anti-Schiffs-Raketen, von denen kein US-Kommandeur im voraus weiß, ob ein gleichzeitiger Einsatz einer großen Menge dieser Kleinwaffen die Flotte der USA im Kriegsfall zum Absaufen bringen kann. Anstelle von teuren Satellitennetzwerken und leicht zu treffenden AWACS-Jumbos setzt der Iran mit Radargeräten nur schwer zu entdeckende modellflugzeugartige Dronen zur Aufklärung ein. Während die USA auf teure und hochentwickelte Kampfjets setzen, setzt der Iran darauf, solche Flugzeuge mit Flaks und mobilen Abwehrraketen vom Himmel zu holen. Während die USA und Israel große und schwere Kampfpanzer bauen, setzt der Iran auf simple Anti-Panzer-Minen und neuerdings auch auf tragbare doppelköpfige Kleinstraketen, bei denen Panzerfahrer befürchten müssen, dass sie aufgrund des Doppelkopfes auch modernste Verbundpanzerungen durchschlagen. Während die USA auf schwere gepanzerte Hubschrauber wie Black Hawks und Apache setzen, setzt der Iran auf tragbare Hubschrauber-Abwehrgeschosse.
Wie effektiv solcherart preiswerte Waffen sind, die von gut ausgebildeten und hochmotivierten Freiheitskämpfern bedient werden, davon können die Kommendeure der Besatzungstruppen in Afghanistan gerade ein Lied erzählen. Die NATO traut sich da kaum noch aus ihren Basen raus, weil ihre millionenschweren Panzerfahrzeuge dabei sonst reihenweise samt der darin sitzenden Besatzungssoldaten von Widerstandskämpfern mit Hilfe von Hundert-Dollar-Minen in die Hölle geschickt werden. Bestens in Erinnerung düfte den US-Kommandeuren auch noch die Schmach sein sein, wie ihre hochgerüstete Armee von den Widerstandskämpfern der Mahdi-Armee im Irak bezwungen wurden und den Irak dabei an den Iran verloren haben. Auch in Israel ist nach dem wenig erfolgreichen Krieg gegen die Hisbollah 2006 bekannt geworden, dass Widerstandskämpfer mit kleinen nickligen Waffen einer hochgerüsteten Armee sehr ernsthafte Probleme bereiten können. Und auch der jemenitische Langzeitpräsident Ali Abdullah Salih und sein Kumpel, der saudische Diktator Abdullah, bemerken bei ihrer gegen die Houthis gerichteten “Operation Verbrannte Erde” gerade, dass das Ausrotten von mit solcherart Kleinwaffen ausgestatteten Widerstandskämpfern recht schwierig ist.
Anstelle von einigen Tausend Widerstandskämpfern wie den Houthis oder der Hisbollah würden einer Invasionsarmee im Iran neben der iranischen Armee Hunderttausende von Widerstandskämpfern der Pasdaran und womöglich Millionen von Basij gegenüberstehen, mitsamt einer militärischen Führung, die ganz genau weiß, wie ein Widerstandskampf effektiv geführt wird. Bei dem Versuch einer Besetzung des Iran müsste jeder Invasor Hunderttausende von gefallenen Invasionssoldaten in sein Risikokalkül einbeziehen. Und selbst wenn Teheran unter größten Verlusten erobert sein würde, so müsste sich jede Besatzungsarmee danach einem fürchterlichen Guerillakrieg stellen, den kein Besatzer gewinnen kann. Jedem, der das versucht, fliegen bei so vielen Toten zu Hause die Brocken um die Ohren. Der ensionierte US-General Antony Zinn sagte dazu kürzlich: “Wenn du Irak und Afghanistan magst, so wirst du den Iran lieben.” Eine Eroberung des Iran funktioniert nicht. Keine Armee der Welt kann das. Erst recht wenig erfolgversprechend ist ein begrenztes Bombardement zum Regime Change im Iran. Jeder, der so etwas im Sinn hat, muss nicht nur einkalkulieren, dass sich die Bvölkerung des Iran danach um so mehr um ihren Präsidenten schart, sondern auch damit rechnen, dass der Iran Vergeltung übt. Da der Iran außer Kleinstwaffen auch U-Boote und Raketen hat, kann der Iran diese Vergeltung weltweit liefern. Ein Austausch von Hundert Bomben auf Teheran gegen Hundert Bomben auf Tel-Aviv, New York und Los Angeles ist nicht nur menschenverachtend, sondern auch in jeder Beziehung völlig sinnlos. Wer auch immer so ignorant und wahnsinnig sein sollte, so etwas zu probieren, darf sich sicher sein, dass er damit keinerlei militärisches Ziel wie Unterwürfigkeit der gegenwärtigen Regierung oder Regime Change erreicht. Eine Invasion des Iran wäre in jedem Fal ein sehr teures und langwieriges Unterfangen mit einem für den Angreifer unverhersehbarem Ausgang. US-Strategen gilt eine Invasion des Iran deshalb nicht als erfolgverprechende Option, um zum gewünschten Ziel eines “Regime Change” im Iran zu kommen.
Was bei den militärischen Fähigkeiten des Iran selten erwähnt wird, ist dass das ganze militärische Programm des Iran defensiv ausgelegt ist. Während das iranische Arsenal an nickeligen Kleinwaffen aller Art eine hocheffektive und äußerst presiwerte Methode ist, Angriffe von auch noch so hochgerüsteten Armeen abzuwehren, so taugt das iranische Waffenarsenal zum Angriff in keiner Weise. Der erfolgreiche Einsatz all der hocheffektiven Kleinwaffen des iran setzt die Unterstützung der Bevölkerung voraus. Ohne die Unterstützung der Bevölkerung hängen alle mit Kleinwaffen ausgerüsteten Widerstandsbkämpfer völlig in der Luft. Eine Bevölkerung, die ihre Widerstandskämpfer nicht leiden kann, könnte beispielsweise die als befestigte Bunker ausgebauten Tunnel verraten, mit simplen Pistolen mit Panzerfäusten bewaffnete Widerstandskämpfer erschießen oder durch vergiftete Nahrungsmittel außer Gefecht setzen. Nur eine von der Bevölkerung getragene Widerstandsbewegung schwimmt wie ein Fisch im Wasser. So ist es beispielsweise völlig undankbar, dass eine Armee Gottes als schiitische Widerstandsbewegung die USA, Europa oder Israel erobert, denn eine solche Bewegung hätte keinerlei Rückhalt in der ortsansässigen Bevölkerung.
Es gibt allerdings einen militärischen Angriff, gegen den der Iran außer Gottesglauben keine wirksame Verteidigung hat: nämlich ein massiver Angriff mit nuklearen Massenvernichtungswaffen. Sollte Israel den Iran mit seinen geschätzten mindestens 150 Atombomben oder gar die USA mit ihren noch viel mehr Atombomben angreifen, so kann sich der Iran dagegen nicht wirksam verteidigen. Das geht allerdings jedem anderen Land im Prinzip genauso: sollten die USA sich morgen dazu entschließen ihre 5500 Atombomben in die Luft zu schießen und zu zünden, so gäbe es übermorgen kein menschliches Leben mehr auf der Erde. Gegen einen solchen Wahnsinn gibt es überhaupt keine wirksame Verteidigung. Im Westen und Osten wird diese Situation der atomare Overkill genannt, im Iran hat der Revolutionsführer diese wahnsinngen Waffen als unislamisch verboten.
Trotzdem gibt es in Israel und in den Kreisen seiner US-Lobby einige wahnsinnge Fanatiker, die sich seit Jahren und das sogar öffentlich für einen “begrenzten” Angriff auf den Iran mit “taktischen” Nuklearwaffen aussprechen. Als Rechtfertigung für das in der Nachkriegsgeschichte beispiellose Verbrechen eines nuklearen Angriffs auf ein anderes Land wird von solchen Wahnsinnigen angeführt, dass der Iran sonst möglicherweise in Zukunft Nuklearwaffen herstellen könne. Diese vom Iran möglicherweise in der Zukunft herstellbaren Atomwaffen seien eine unmittelbare nukleare Bedrohung der Existenz Israels und des Judentums, wird von diesen Wahnsinnigen behauptet, denn niemand könne wissen, ob die Regierung des Iran in Zukunft diese bis jetzt noch nicht vorhandenen Atomwaffen vielleicht in Zukunft baue und zur Vernichtung von Israel einsetze. Als Beweis dafür, dass die iranische Regierung plane, Israel auszulöschen, wird dabei üblicherweise ein absichtlich falsch übersetzter Satz des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinajd herangezogen, in dem dieser die Prophezeihung von Ruhollah Khomenei zitiert hat, in dem dieser seiner Zuversicht Ausdruck verliehen hat, dass das Apartheidsregime von Jerusalem im Laufe der Zeit verschwinden wird.
Dagegen, dass das Apartheidsregime von Jerusalem im Laufe der Zeit verschwinden wird, helfen Israel Atomwaffen natürlich genausowenig, wie dem rassistischen Südafrika die von Israel dorthin gelieferte Atomwaffentechnik geholfen hat. Im Gegenteil, sollte Israel den Iran angreifen, so ist es vorhersehbar, dass der Widerstand gegen die zionistische Lobby, ähnlich wie nach dem Massaker in Gaza letztes Jahr, weltweit wächst und der innere Zerfallsprozess des Apartheidstaates Israel sich dadurch beschleunigt. Trotzdem ist die Gefahr real, dass die Koalition von Faschisten und religiösen Fanatikern unter Führung von Benjamin Netanjahu trotz des zu erwartenden weltweiten diplomatischen Fallouts den Iran mit Nuklearwaffen angreift. Gegen ein solches unfassbares und unvergleichliches Verbrechen gibt es keine militärische Abwehrmöglichkeit. Die Massenvernichtungswaffen, die als Begründung für einen Angriff gegen den Iran herhalten sollen, sind dabei genauso zusammengelogen wie die angeblichen Masenvernichtungswaffen des Irak es waren. Im Gegensatz zu Israel und den USA hat der Iran unstreitig bisher nicht die Möglichkeit, einen nuklearen Erstschlag durchzuführen, und genau das macht die Situation potentiell so gefährlich. Israel und die USA greifen, siehe Irak und Afghanistan, nur Länder an, die nachweisbar keine Massenvernichtungswaffen haben. Haben Länder einmal Massenvernichtungswaffen, siehe Russland und China, sind direkte militärische Angriffe tabu.
Die Großmäche dieser Welt schützen sich dagegen, Opfer des gigantischen Verbrechens eines nuklearen Angriffskrieges zu werden, dadurch, dass sie eine sogenannte atomare Zweitschlagskapazität vorhalten. Diese Zweitschlagskapazität ist im Prinzip nichts andres als die Drohung: Solltest Du mich nuklear oder sonstwie vernichtend angreifen, so werde ich zwar möglicherweise sterben, aber kurz darauf wird es Dich auch nicht mehr geben. Auch Israel hat eine solche Zweitschlagskapazität. Mindestens 150 Atombomben und zahlreiche mit atomaren Sprengköpfen bestückbare U-Boote, die zum Teil von Deutschland geliefert wurden, sorgen dafür. Iran hat eine solche, üblicherweise mit nuklearen Waffen glaubhaft gemachte Zweitschlagskapazität auf den ersten Blick nicht.
Hier kommt das iranische Atomprogramm ins Spiel. In dem Rahmen des Kalküls einer glaubwürdigen Zweitschlagskapazität macht das iranische Atomproramm durchaus mehr Sinn, als nur Energie zu erzeugen und nukleare Medizin zu ermöglichen. Das im Vergleich zu anderen nicht nuklear bewaffneten Ländern wie Deutschland, Argentinien und Kanada recht bescheidene und im Gegensatz zu Atomwaffenmächten wie Indien und Israel von der UNO kontrllierte iranische Atomprogramm beinhaltet zwar keine Erstschlagsgefahr, da der Iran, wie zahlreiche Kontrollen der IAEO gezeigt haben, keine Atomwaffen baut, bildet jedoch eine ernstzunehmende zeitverzögerte Zweitschlagsgefahr.
Wer auch immer das unglaubliche Verbrechen begehen sollte, gegen den Iran Nuklearwaffen einzusetzen, der muss damit rechnen, dass der Iran seine friedliche nukleare Doktrin ändert, binnen recht kurzer Zeit Nuklearwaffen baut, und diese noch zu bauenden Nuklearwaffen mithilfe vorhandener Trägersysteme wie U-Booten und Raketen dann gegen denjenigen einsetzt, der das geschichtlich beispiellose Verbrechen begangen hat, zum Angriff auf ein anderes Land Nuklearwaffen einzusetzen. Das dezentrale friedliche Atomprogramm des Iran reicht aus, um jedem potenziellen Angreifer klar zu machen, dass, wer auch immer unglaubliche Verbrechen begehen würde, den Iran mit Nuklearwaffen anzugreifen, damit rechnen müsste, dass er selbst ein paar Monate später auch Opfer von Nuklearwaffen werden würde. Sollte also ein Land den Iran mit nuklearen “Bunker-Bustern” angreifen, so müsste es damit rechnen, dass ein paar Wochen oder Monate später ein nuklearer Vergeltungsschlag erfolgt.
Genauso funktioniert die nukleare Abschreckung der Großmächte seit Jahrzehnten, nur dass die nuklearen Großmächte darauf erpicht sind, klarzumachen, dass im Falle eines atomaren Angriffes der nukleare Gegenangriff binnen Minuten erfolgen würde. Dabei ist diese Unmittelbarkeit der Reaktion für das Funktionieren der Abschreckung gar nicht notwendig und aufgrund der Gefahr eines fälschlicherweise angenommenen Nuklearangriffes, der einen echten Gegenangriff auslösen kann, hochriskant. Obwohl der iran keine Atomwaffen hat, steckt dahinter unausgesprochen letztlich die gleiche Drohung der Abschreckung wie bei den Mächten, die über Atomwaffen verfügen: “Greifst du mich mit Atomwaffen an, so musst du in nicht allzu ferner Zukunft mit einem atomaren Gegenschlag rechnen.”
Was der Iran macht, ist jedoch wesentlich vernünftiger, als das, was andere Atommächte machen. Das Atomprogramm wird von der internationalen Atomenenergiebehörde kontrolliert, so dass die ganze Welt weiß, dass der Iran keine Atomwaffen hat und folglich auch niemanden mit einem nuklearen Erstschlag bedroht, so wie das die Militärdoktrin unter anderem von den USA und Russland vorsieht. Das nukleare Wissen zu bekommen und für friedliche Zwecke zu nutzen, ist das gute Recht eines jeden Landes, das wie der Iran den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat und wie der Iran seine Atomanlagen durch de IAEO kontrollieren lässt.
Die Kontrollen durch die IAEO stellen sicher, dass sich kein Nachbarland wegen des Atomprogramms einen nuklearen Erstschlag befürchten muss. Der Atomwaffensperrvertrag ist für den Iran sehr von Nutzen, denn er fördert die guten Beziehungen zu seinen Nachbarn. Iranische Nuklearwaffen wären seiner friedlichen Außenpolitik abträglich, denn eine solche Bedrohung würde die Nachbarn in die Hände der Gegner treiben. Davon abgesehen, kann der Iran eine nukleare Erstschlagskapazität zur Befreiung von Palästina auch überhaupt nicht gebrauchen, denn nach einem Nuklearangriff auf Israel wäre auch Palästina kein bewohnbares Land mehr.
Um sich gegen das potenzielle Verbrechen eines nuklearen Angriffs zu schützen, braucht der Iran jedoch eine halbwegs glaubwürdige Zweitschlagskapazität. Auch das ist das gute Recht des Iran. Der Atomwaffensperrvertrag hat nicht die Aufgabe, einen zeitlich deutlich verzögerten nuklearen Vergeltungsschlag zu verhindern. Die Idee, ein Land, welches den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat und einhält, mit Nuklearwaffen anzugreifen, widerspricht der Idee des hinter dem Atomwaffensperrvertrages stehenden Deals “Atome für den Frieden”. Jedes Land, das mit Atomwaffen angegriffen wird, darf sich gegen dieses undenkbare Verbrechen mit allen Mitteln wehren. Im Falle eines Nuklearangriffes ist der Atomwaffensperrvertrag und der Deal “Atome für den Frieden” natürlich obsolet. Die Geschäftsgrundlage “Frieden” existiert dann nämlich nicht mehr.
Um die verzögerte Zweitschlagsfähigkeit deutlich zu machen, braucht der Iran keine Atomwaffen. Atomwaffen wären ein Hindernis für die auf Völkerfreundschaft und Ausgleich gerichete Außenpolitik des Iran. Der Iran brauct jedoch eine potenzielle Zweitschlagskapazität, um damit das Risiko eines nuklearen Angriffes zu minimieren. Diese abstrakte Zweitschlagskapazität hat der Iran dabk Atomprogramm, U-Booten und Raketentechnik. Der Iran hat und braucht also keine Kernwaffen, muss aber aufgrund seiner verzögerten Zweitschlagsfähigkeit von den atomar bewaffneten Mächten letztlich trotzdem wie eine Atommacht behandelt werden.
Insgesamt ist der Iran damit eine vorbildliche Atommacht ohne Kernwaffen. Das Atomprogramm des Iran ist bescheiden und taugt im Gegensatz zu den Programmen anderer Länder, die nukleare “Bunker-Buster” oder “City-Killer” entwickeln, allenfalls als abstrakte Defensivstrategie gegen nukleare Angriffe. Genau so war das Programm “Atome für den Frieden” gedacht, doch leider halten sich nur wenige Mächte so vorbildlich an die hinter dem Atomwaffensperrvertrag stehende Idee wie der Iran.
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Sehr gute Analyse der Situation, eine der besten die ich bislang gelesen habe. Ich frage mich nur, was machen wir, wenn die Wahnsinnigen bei uns in der Regierung trotzdem losschlagen? Gegen den Krieg gegen den Irak haben ja nicht mal weltweite Proteste von Millionen auf den Strassen etwas genützt? Wenn also solche friedlichen Proteste nicht greifen, brauchen wir dann nicht auch irgendwelche niedlichen Kleinwaffen, um den westlichen Regierungen unsere Position etwas deutlicher zu machen?
Grüße
sklaven-ohne-ketten.blogspot.com
Auch von mir ein ausdrückliches Lob und meine eigene Meinung:
Die Problematik mit dem Iran wird in etwa so weitergehen:
- Die Grossmacht USA am Rande des Staatsbankrotts wird auch weiter manisch ihren Herrschaftsanspruch an die ganze Welt demonstrieren. Alpha-Männchen-Gehabe und Grössenwahn und dazu das “Guns of August”-Syndrom, d.h. der eingeschlagene Kriegskurs muss auch bis zum bitteren Ende durchexerziert werden.
- Die Raubmörder und Soziopathen auf der Seite der Grosskonzerne wiederum glauben auch an einem totalen militärischen Desaster sehr gut verdienen zu können (wie an allen Kriegen, die die USA seit 1945 geführt haben). Ihr Mordgerät und die Beute, die sie bisher gemacht haben, sind - zumindest nach deren Glauben - vom Schicksal der Grossmacht weitgehend abgekoppelt. Der finanzielle Ruin durch eine militärische bzw. aussenpolitische Niederlage der USA, würde zwar sicherlich auch einen erheblichen Einbruch auf den Finanzmärkten nach sich ziehen, aber zum einen stört sich da keiner der “risikofreudigen” Herren daran (Quartalsdenken) und zum anderen wird das Geld selbst im schlimmsten Fall nur “umverteilt”. D.h. man setzt da auf die Gewissheit, auch in so einem Fall auf der Gewinnerseite zu stehen.
- Schliesslich die Zionistenlobby, die den Iran als ihren wesentlichsten Feind (ideologisch, strategisch und wirtschaftlich) ausgemacht hat und um jeden Preis ihr Ziel der Vernichtung dieses Staates durchsetzen will. Ob es ihnen in dem Rahmen gelingt, auch einen atomaren Schlag gegen den Iran zu führen, muss zunächst einmal bezweifelt werden. Israel wäre schön dumm, diese Karte selber zu spielen und die Grossmacht USA wird sich nicht trauen aus (berechtigter) Angst vor den Reaktionen seitens China und Russland. Da diese Fraktion aber ebenso meint, auf Nummer sicher zu spielen und dafür vor allem die USA für ihre Ziele missbraucht, wird auch hier (nach deren Kalkül) weitgehend “risikofrei” agiert.
Konsequenz?
Entweder die USA behalten den Arsch auf dem Boden und die kindischen Drohgebärden (auch von ihren braven Hündchenvasallen, wie z.B. Deutschland) gehen noch für Jahrzehnte weiter (siehe Kuba, Nordkorea usw.), während sich die Grossmacht aufgrund ihres eklatanten Mangels zu Reformen selber zugrunde richtet.
Oder die USA ziehen (samt ihren Vasallen) in einen fatalen Krieg mit Millionen Toten, an dessen Ende sie erst recht vollständig abgewirtschaftet haben. Inkl. der Gefahr, den ganzen Rest der Zivilisation mit in den Abgrund zu ziehen.
Wir werden sehen.
Der Nordstern.
zu
“Das dezentrale friedliche Atomprogramm des Iran reicht aus, um jedem potenziellen Angreifer klar zu machen, dass, wer auch immer unglaubliche Verbrechen begehen würde, den Iran mit Nuklearwaffen anzugreifen, damit rechnen müsste, dass er selbst ein paar Monate später auch Opfer von Nuklearwaffen werden würde”
Das ist ein Denkfehler:
Ist der Iran nuklear verseucht und zerstört kann es keinen Gegenschlag mehr durchführen.
Eine Zweitschlagskapazität (auf eigenem Boden) macht nur Sinn, wenn die iranischen Raketen vor dem Einschlag der amerikanischen Raketen bereits Richtung USA unterwegs sind.
Und dazu müssen sie SOFORT einsatzbereit sein und nicht erst in mehreren Monaten.
Zudem hat eigentlich jedes Land ein gutes Recht auf Atomwaffen, nicht nur USA, Ru, China, Israel. Es gibt keinen triftigen Grund, warum Israel welche haben darf und der Iran nicht.
Idealerweise sollte niemand solche Waffen haben
Nun gut, wenn die USA angreifen, kann der Iran natürlich nicht einen Gegenangriff auf die USA selbst führen. Dass die USA “ihre” Kriege immer fernab der eigenen Heimat geführt haben, war ja auch schon immer ihr strategischer Vorteil. Nein, das Ziel für etwaige Zweitschlag-Retourkutschen wäre freilich Israel. Dann hätten die Israelis endlich ihren offenbar so heiss ersehnten Salat. Wie heisst es so schön: “Wer anderen eine Grube gräbt …”. Oder: “Wer mit dem Schwert kämpft, …”.
Ich gehe davon aus, dass der Iran eine “Schmutzige A-Bombe” bauen und verschiessen kann. Was wenn der Zweitschlag mit einer solchen auf Jerusalem geführt wird ? Fein verteiltes Uran-Pulver regnet auf den Tempelberg ? Sabbat fällt für eine ganze Weile aus. Geklagt wird für’s erste nicht mehr an der Klagemauer !
Ausserdem habe ich jüngst irgendwo gelesen, dass auch schon die Bombardierung eines iranischen Reaktors mit konventionellen Bomben durch die amerikanischen Psycho-Cowboys eine atomare Katastrophe für die ganze Öl-region wäre. Folgen für die Weltwirtschaft
?
Und was die “nickeligen Kleinwaffen” angeht: Kann der Iran nicht mal ein paar Schiffsladungen an die europäischen Widerstandsgruppen liefern ?? Für den Befreiungskampf gegen die EUdSSR-Diktatur ?
@Ulf
Um eine abstrakte nukleare Zweitschlagsgefahr zu begründen, müssen Atomwaffen keineswegs binnen Minuten einsatzbereit sein. Um den Ira komplett zu vernichten, wäre ein Angriff mit vielen Dutzend, möglicherweise je nach Typ vielen Hundert, Atomwaffen erforderlich. Mal vorausgesetzt, dass die Welt den radioaktiven Fall-Out, den der Wind in alle Himmelsrichtungen tragen könnte, so einigermaßen überleben würde, so wäre damit das Wissen, wie man Uran anreichert, trotzdem nicht vernichtet. Wenn es da genug Menschen geben würde, die Rache schwören, so würde diese Rache geschehen. Selbst, wenn der Iran völlig zerstört wäre, könnte zum Beispiel die Hisbollah die Technik übernehmen, und, sagen wir mal mit 10 auf Israel abgeworfenen primitiven Atombomben Rache üben. Danach gebe es nicht nur keinen Iran mehr, sondern auch kein Israel. Wissen läst sich nicht aus der Welt bomben. Fazit: Das Verbrechen eines nuklearen Angriffes auf eine Atommacht wie den Iran ist mit viel zu großen Risiken verbunden. Poliische Ziele sind damit nicht zu erreichen.
@Taliban.de
Waffen helfen dem deutschen und europäischen Widerstand überhaupt nicht. Das würde von den Machthabern bloß für eine “Strategie der Spannung” a la Gladio missbraucht. Was dem Widerstand in Europa hilft, ist Medienunterstützung zum Brechen des Boykott und zur Richtigstellung der Verzerrungen der zionistisch und amerikanisch dominierten Medien in Europa.
Dabei, eine Stimme in den Weltmedien zu bekommen, kann der Iran dem Widerstand in Europa in der Tat helfen. Und der Iran macht das auch: wenn du zum Beispiel Press TV anschaust, wirst du einige Meldungen dazu finden, was die westliche Presse vom Widerstand in Europa unterschlägt.
Leider ist die deutsche Sprache keine vielgesprochene Weltsprache und so wird die Verbreitung von deutschsprachigen Nachrichten im Ausland gegenüber englischsprachigen Nachrichten immer etwas stiefmütterlich behandelt. Das führt dazu, dass ein großer Teil von Deutschland ein Stückchen weit wie im Tal der Ahnungslosen lebt.
Ich denke, man sollte sich mal 5 Minuten Zeit nehmen, um folgenden Artikel zu lesen:
http://www.info...bankendynastie/
Den Drahtziehern eines Angriffs auf den Iran ist es wurscht, wie viele Millionen Tote es dabei gibt.
Peanuts im Vergleich mit anderen Ereignissen, mit denen man souveräne Staaten ins “westliche Wertesystem” gezwungen hat.
Bei Deutschland brauchte es zwei Weltkriege, um nur ein Beispiel zu nennen.
Und man hat keine Zeit zu verlieren.
Der Irak war fällig, als er sein Öl nicht mehr gegen Dollar verkaufen wollte.
Der Iran ist fällig, weil er es wagt, seine Ölpipelines in die falsche Richtung zu bauen.
So furchtbar es ist, ich erwarte jeden Tag den grossen Knall.
Es geht los, wenn plötzlich die kritischen Blogger Seiten nicht mehr erreichbar sind.
Und China, Russland oder Indien werden nicht eingreifen, weil sie wissen, dass unser Planet dann aussieht, wie der Mond.
Die psychologische Kriegsführung ist in vollem Gange, die Teheraner Schicki Micki Szene schaft keinen Umsturz, also haut man mal ordentlich drauf, in den Warden Doktrin ist dieses System ganz gut beschrieben, wenn ich mich recht entsinne.
Man wird das Undenkbare tun, trotzdem find ich den Parteibuch Artikel super.
Vielleicht irre ich mich ja, hoffentlich.
Gruss, Jakob
Ich schließe mich den Vorschreibern an , finde den Artikel sehr anschaulich und äußerst empfehlenswert !
Die in den letzten Wochen heißlaufenden Medienpropaganda bzgl. der so naiven Billigstimmungsmache “für Krieg gegen den bösen uneinsichtigen Iran..”hängt mir mehr als zum Hals raus; da fällt´s schon schwer wegzuhören/-sehen ohne die Springerkasper samt ihrem pseudojournalistischem Müll in den Äther zu schicken.(mit welchen Mitteln?,wenn nicht mit Waffen)
Mit politischer Zielsetzung kann (war es zum Großteil nie)diese Provokation seitens der Nato meiner Meinung nach nicht´s zu tun haben,genauso wenig wie das Lied vom atomaren wahnwitzigen Drohtheater. Die hierfür zuständigen Angstmacherfetischisten wollen ihren nicht mehr enden wollenden Durst nach Macht und Öl löschen und nehmen wie bisher unzählige Tote in Kauf (bzw. in Zahlung..)
Intuition sagt, es bahnt sich was an, nur in welchem Umfang ist der unbekannte Parameter.
Jedenfalls ein erholsames Wochenende aus dem verschneiten Süden ,wo man sich mittlerweile neben dem schwätza auch der schwänglischen bedient…:o]und dies unverblümt ins euführerhauptquartier trägt.
nur schade dass solche artikel kaum zu finden sind!
sie wären groß angelegt viel effektiver als a-bomben und andere waffen!!!
[…] dass die zionistische Lobby sauer ist, weil ihr der “Regime Change” im seine nationale Souveränität geschickt verteidigenden Iran dank des Widerstandes der Pasdaran nicht gelingt, aber was Hillary und die westlichen Medien […]
[…] Teilen der islamischen Welt erledigt. Außenpolitisch hätte sich damit der Konflikt um die angebliche iranische Bedrohung Israels durch den Iran weitestgehend erledigt, denn wenn es im Nahostkonflikt einen halbwegs […]
[…] Kriege gegen Afghanistan und Irak versprachen die für die Angreifer erfreuliche Perspektive, das militärisch mit Abstand stärkste us-unfreundliche Land der Region, den Iran, militärisch einzukreisen zu können. Hinter diesem Gedanken standen zwei der […]
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[…] Parteibuch hat vor ein paar Wochen einen längeren Artikel dazu veröffentlicht, warum der Iran keine Atomwaffen braucht. Dass der Iran keine Atomwaffen entwickelt, scheint sich allmählich herumzusprechen. Israel […]
[…] dieser Stelle sei nochmals auf einen Parteibuch-Artikel zum Thema vom Februar hingewiesen: Warum der Iran keine Atomwaffen braucht. [Trackback URI] […]
[…] und noch mehr Lügen und Gewalt. So versucht Israel nun, die USA und andere Verbündete mit Lügen und falschen Gerüchten zu einem weiteren Terrorkrieg für Israel aufzustacheln - nun gegen den Iran, bei dem, wenn es […]