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8. Februar 2010

Bei der taz nicht freigeschalteter Kommentar zum Atomkonflikt mit Teheran

von @ 17:50. abgelegt unter Presseschau, Deutschland, Iran, Medienmanipulation

Ein Leser hat Mein Parteibuch einen Kommentar zum gestrigen taz-Artikel “Teheran reichert Atomkonflikt an” von Ulrike Winkelmann zugeschickt, der von der taz nicht freigeschaltet wurde. Mein Parteibuch veröffentlicht diesen Kommentar nachfolgend.


Was für ein ekeliger Mummenschanz hier in der taz. Was für eine Schande für ein Blatt der ehemaligen Friedensbewegung. Zum Glück gibt es wenigstens einige Kommentatoren, die etwas mehr Durchblick haben als die Journalisten hier.

Die USA fahren seit 2008 ein 400 Mio teures Destabilisierungsprogramm mit dem Ziel “Regime Change” gegen den Iran, für das Obama gerade noch mal einen Nachschlag bewilligt hat. Dabei sind Soros bunte Revolutionsspielchen inzwischen in aller Welt so bekannt und verrufen, dass die Revolutionsgarde die Abwehr des Mummenschanzes getrost ihrem Nachwuchs, den Basij, überlassen kann. Der Westen hat gegen den Iran eine Reihe von persisch sendenden Propagandastationen in Stellung gebracht hat, die die Bevölkerung des Iran zum Protest gegen den angeblichen Wahlbetrug aufstacheln sollen. Komisch, dass der Westen keine grüne Revolution in Saudi-Arabien anzettelt, wo erst gar nicht gewählt wird. Ob das wohl daran liegt, dass in Saudi-Arabien Cheneys Ex-Firma Halliburton die Ölverträge hat und im Iran nicht? Wenn hier angesichts der laufenden Versuche zum Regime Change einer seine Glaubwürdigkeit beweisen muss, dann sind das die USA, deren Präsident von einer ausgestreckten Hand gesprochen hat.

Der Iran nimmt mit der Urananreicherung seine legitimen Rechte war. Der Iran ist im Gegensatz zu Israel Unterzeichner des NPT und lässt seine Anlagen in unangekündigten Kontrollen inspizieren. Israel hat erst gar nicht unterschrieben, aber die Israel-Lobby in Person von Joe Lieberman droht mit Sanktionen und Krieg. Deutschland ist natürlich auch wieder feste an der Seite der ultrarechten Kriegstreiber von Israel, dem Land, dem die UNO im Goldstone-Bericht gerade schwerste Verbrechen attestiert hat.

Die Sanktionen kann der Westen sich von der Backe putzen, denn der Iran pflegt mit seinen Nachbarn ein erstklassiges Verhältnis. Der Irak wird von einer schiitischen Teheraner Partei regiert, die Chomenei mitgegründet hat. Azerbaidschan liefert Gas in den iranischen Norden. Turkmenistan speist iranisches Gas in seine Pipeline gen China ein und Afghanistan braucht den Iran, um die persische Minderheit in Zentralafghanistan gewogen zu stimmen. China hat gerade angekündigt, für mehrere Mrd Dollar Raffinerien im Iran zu bauen, nimmt iranisches Öl und Gas genauso gern wie die Türkei, Pakistan baut eine Pipeline von Iran nach China und Japan freut sich auf die Arbeitsplätze, die der Hafenausbau von Bandar-Abbas nach Japan bringen wird, den die Hamburger Hafengesellschaft auf Druck der Israel-Lobby abgesagt hat.

Und falls der Westen es wagen sollte, den Iran mit Krieg zu überziehen, wird er sein blaues Wunder erleben. Der Iran ist weit größer als der Irak und Afghanistan zusammen und obendrein viel besser gegen Angriffe gerüstet. Möchte man im Westen ein paar Bombenabwürfe mit dem Iran austauschen? So nach dem Motto: Die USA werfen welche auf Teheran, und der Iran schickt ein paar U-Boote in den Atlantik, deren Raketen danach in New York für ausgleichende Gerechtigkeit sorgen?

Und dann? Bodentruppen? Nur zu. Der Iran hat mit der von ihm ausgebildeten Hisbollah Israel im Libanon genauso eine Niederlage zugefügt wie den USA mit den vom Iran ausgebildeten Sadristen. Noch Fragen? Der pensionierte US-General Anthony Zinn hat zu den Aussichten kürzlich was recht bedenkenswertes gesagt: “Wenn du den Irak und Afghanistan magst, so wirst du den Iran lieben.”

Dabei lässt sich das alles ganz einfach lösen: die Kriegstreiber im Westen müssen einfach nur einsehen, dass Gewalt keine erfolgversprechende Konfliktlösungsstrategie ist und ihren Freunden in Tel-Aviv klarmachen, dass sie bitte schön die Menschenrechte aller Menschen zu respektieren haben und mit dem täglichen Diebstahl palästinensischen Landes aufhören müssen.

Dann klappt es auch mit dem Frieden. Sollte der Westen sich hingegen für Krieg entscheiden, dann wird er Krieg bekommen.

Fazit: wer die journalistische Linie der taz in unverfälschter Reinform genießen möchte, kann sich hier auch direkt mithilfe des Qualitätserzeugnisses eines benachbarten taz-Gesellschafters “informieren”. Erstaunlich viel zurückhaltender wird die Situation übrigens ausgerechnet bei Bertelsmanns n-tv kommentiert.

6 Kommentare zum Beitrag “Bei der taz nicht freigeschalteter Kommentar zum Atomkonflikt mit Teheran”

  1. Jan Leffers sprach

    Klar dass der nicht veröffentlicht wurde. Bei so einer einfach strukturierten Weltsicht….

  2. peter s. sprach

    die taz ist ein sprachrohr der herrschenden und muß , um zu überleben, mit den wölfen heulen - sonst gibt es kein geld von den herrschenden mehr…die meisten journalisten machen anschließend bei anderen medien karriere und verdienen dann ganz super … alles ander als investigativer journalismus !!!
    alle, die nicht den angepassten/gleichgeschalteten medien glauben, sind
    1. verschwörungstheoretiker
    2. anarchisten der informationen
    …so einfach ist die einstufung aller, die nicht von den herrschenden bezahlt oder ins gleiche horn stoßen wie es gewünscht wird …
    auch arte (09.02.2010) stößt in dieses horn und beklagt das freie internet, wo noch informationen möglich sind wie früher bei radio moskau/london - es war im tausendjährigen reich tödlich diese nachrichten zu hören/verbreiten- feindsender !
    mache weiter - es ist zur zeit mit die einzige möglichkeit der information ohne staatliche gleichschaltung ! viel erfolg weiterhin !

  3. taz sprach

    http://www.musl...2007/eggert.htm

    MM: … nur Zuckerbrot?

    Eggert: … und natürlich auch die Peitsche! Haben Sie sich nicht schon einmal gewundert, warum so viele altlinke Presse-Erzeugnisse heute in Amerikanismus machen? Dafür gibt es eine simple Erklärung

  4. ZeitGenossin sprach

    liebe Leut´,

    was erwartet Ihr´s denn vonner TAZ?

    Macht´s nach dem Motto “Wer verändern will muß Bescheid wissen um das zu Verändernde” (Siegfried Kracauer) ordentliche Lageskizzen und hört´s auf mit diesem illusionärem Wunschdenken …

  5. Der Nordstern sprach

    Wer wundert sich da noch? Schaut euch doch nur mal die heutigen Leser der TAZ an!

    Zumeist wohlsituierte Wähler der Grünen, die sich selber (gelegentlich) den Anschein des “Linkseins” geben, während sie als kleinbürgerliche Kleingeister stetig die Angst hegen, dass ihnen “der Pöbel” den Mercedesstern abbricht, sie auf offener Strasse beraubt oder in ihre Häuser einbricht.

    So wie die Grünen zur F.D.P. Nr. 2 geworden sind, ist die TAZ vom verhassten “Kommunistenblatt” zur bürgerlich-liberalen Postille im Rotlack geworden.

    Die Mythen und Legenden der “freien und unabhängigen Berichterstattung” treffen hier im gleichen Masse zu, wie bei der SZ oder der ZEIT.

    Der Nordstern.

  6. Harry Schwiebert sprach

    Taz ist die “progressive” Bild
    Der nach 11 Uhr
    In Szenekneipen
    frühstückenden
    Blicker
    Dies nicht nötig haben
    Zu arbeiten
    Daran hat sich nie etwas geändert

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