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3. Januar 2010

Wie viele Al-Kaida-Kämpfer gibt es im Jemen?

von @ 0:54. abgelegt unter USA, Krieg, Jemen, Saudi-Arabien

Lange ist bekannt, dass Al Kaida eine Dachmarke zur Verbreitung von Angst und Schrecken unter Kontrolle von CIA, MI6 und Mossad ist. Wenn westliche Massenmedien wie gleichgeschaltet versuchen, mit “Al Kaida” Kriegsstimmung in der Bevölkerung zu erzeugen, dann sollte jedem sofort klar sein, dass da ein oberfauler Hund begraben ist. Derzeit versuchen die Massenmedien die Bevölkerung der westlichen Welt mit Angstmache vor der Dachmarke “Al Kaida” auf einen Krieg der USA im Jemen einzustimmen. Dabei führen die USA längst Krieg im Jemen, allerdings nicht gegen Al Kaida, sondern gegen die schiitischen Houthis, deren strikter Antiamerikanismus den USA und ihren Lakaien auf der arabischen Halbinsel seit Jahren ein Dorn im Auge ist.

Seit dem 11. August 2009 widersetzen die Houthis sich ihrer geplanten “Ausrottung” in der “Operation Verbrannte Erde” und verteidigen die Region rund um Sadah gegen jemenitische Regierungstruppen, saudische Artillerie und Luftwaffe, marokkanische und jordanische Spezialeinheiten und die USA. Zugegeben wurde in der westlichen Presse, dass die USA im Jemen bereits seit längerem “Special Operations Forces“, “Green Berets” und “Spezialisten der CIA” sowie neuerdings auch Cruise Missiles einsetzen. General David Patraeus hat außerdem erklärt, dass die Marine der USA vor der Küste des Jemen im Einsatz ist, um Waffenschmuggel an die Houthis zu unterbinden. Angaben der Houthis zufolge unterhalten die USA im Jemen obendrein einen geheimen Flugplatz, von dem aus sie nahezu täglich tödliche Bombenangriffe gegen die Bevölkerung in dem von den Houthis kontrollierten Gebiet des Nordjemen fliegen. Trotzdem halten die Houthis, die nach Angaben der jemenitischen Regierung nur etwa 3000 Kämpfer haben, aber eine Offensive von 30.000 jemenitischen Soldaten zurückgeschlagen haben, ihr Gebiet.

Deshalb planen die USA gerade, den Geheimkrieg im Jemen gegen die Houthis so massiv auszuweiten, dass er der Öffentlichkeit nicht mehr verborgen bleiben kann. Worum es bei dem Vernichtungskrieg gegen die Houthis wirtschaftlich geht, wird tunlichst verschwiegen. In der Gegend von Qatif im östlichen Saudi Arabien gibt es seit einer Weile recht heftige Proteste der dortigen schiitischen Bevölkerungsmehrheit gegen die Unterdrückung und wirtschaftliche Benachteiligung durch die von den USA gestützten Steinzeit-Diktatoren aus der Hauptstadt Riad. Die saudische Diktatur und ihre Hinterleute in den USA haben nackte Panik, dass es auch in Qatif zu einer bewaffneten schiitischen Revolte kommt. Die Houthis haben als Reaktion auf Angriffe von Saudi-Arabien bereits mehrfach Militärbasen in Saudi Arabien erobert, womit der Weg völlig frei wäre für schwere Waffen und Know-How für den schiitischen Widerstand in Qatif.

Besonders brisant ist das, weil in der Region von Qatif die größten Ölfelder der Welt liegen. Wikipedia verrät, welche Firma da dick im Geschäft ist: nämlich die wegen ihrer Verflechtungen mit Dick Cheney und der Bush-Administration berüchtigte US-Firma Halliburton. Sollte es in Qatif zu einem Guerillakrieg kommen, so würde der auf für die Überlegenheit des US-Dollars essentiellen Ölfeldern ausgetragen und könnte die Ölförderung massiv behindern. Und falls es zu einer antiamerikanischen Revolution in Saudi Arabien kommt, dann wäre das ein massives wirtschaftliches Problem für den Mafiastaat USA und sein waffenstarrendes Imperium. Während Bush und Cheney damit beschäftigt waren, Afghanstan und den Irak zu überfallen, haben sich die USA auf der von ihnen sicher beherrscht geglaubten arabischen Halbinsel eine Widerstandsbewegung eingehandelt, die nun den letzten Rest der wirtschaftlichen Basis des US-Imperiums bedroht. Das zu verhindern, ist ein ganz massives Interesse der USA. Es hat jedenfalls schon Kriege gegeben, bei denen es um weniger ging, es die Kontrolle über die größten Ölfelder der Welt.

Dass es den USA beim Krieg zur Ausrottung der Houthis um die Absicherung der saudischen Diktatur und die von den USA erschlossenen größten Ölfelder der Welt geht, wird jedoch systematisch verschwiegen. Ein völkerrechtswidriger Vernichtungskrieg zur Unterstützung von Diktatur und Ausbeutung von Ölfeldern lässt sich mit dem westlichen Selbstverständnis nicht vereinbaren. Und erst recht soll niemand sehen, dass die USA und ihre Vasallen sich aus Verlegenheit auf das Massakrieren von Frauen, Kindern und Greisen verlegt haben.

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Weil das nicht sein darf, wird die Bevölkerung darüber angelogen, wer der Feind ist, um was es bei dem Krieg geht und was für Verbrechen die USA dabei veranstalten. Der Bevölkerung soll der Krieg zur Ausrottung der Houthis von den Massenmedien als Einsatz gegen Al Kaida verkauft werden. Dazu wird nun Al Kaida im Jemen von den Massenmedien immer größer gemacht.

Als erstes hat die USA ihre Massenmedien erklären lassen, dass die USA zwei Bombardierungen mit Cruise Missiles gegen Al Kaida im Jemen durchgeführt haben. Das war der Auftakt der PR-Kampagne, mit der Al Kaida als Kriegsgegner der USA im Jemen dargestellt werden soll. Der Bevölkerung wurde durch die von US-Regierungsleuten nach außen gegebene Information signalisiert, dass Al Kaida im Jemen eine große Gefahr ist. Tatsächlich haben die USA mit ihren Raketen irgendwelche Menschen massakriert, aber wen interessiert so eine Kleinigkeit schon, wo es Massenmedien gibt. Dem folgte ein ganz zufällig genau auf die Propaganda-Bedürfnisse der US-Regierung zugeschnittene Anschlagsversuch auf ein US-Zivilflugzeug durch einen Mann, der seine Unterhose anzündete und damit angeblich versuchte, Sprengstoff zu zünden. Angesichts dessen, wie systematisch die Sicherheitsorgane der USA versagt und obendrein alle Hinweise auf das Attentat ignoriert haben, und der Mann außerdem keine auch nur entfernt funktionsfähige Zündvorichtung für den sehr schwer zu Explosion zu bringenden Sprengstoff hatte, liegt die vermutung nahe, dass es sich bei dem Attentat des Unterhosenbombers um eine von der CIA geplante False-Flag-Operation handelt, mit der versucht werden soll, Al Kaida im Jemen gefährlich aussehen zu lassen.

Also mal Butter bei den Fischen, wie stark ist Al Kaida im Jemen wirklich? Die Geheimdienstpostille “Die Zeiterklärte ihren Lesern letzte Woche, dass sich im Jemen “zwischen 100 und 200″ Al Kaida unterstellte Kämpfer verstecken würden. Dem transatlantischen Propagandablättchen für Möchte-Gern-Intellektuelle “Der Spiegel” war das zu wenig, und so erklärte er zwei Tage später kurzerhand, dass sich im Jemen “bis zu 300″ Al-Kaida-Leute verstecken würden. Die für ihre jemenitischen Geschichten aus 1001 Nacht bekannte deutsche Märchenschau fand auch das zu wenig, und erklärte nun, “westliche Geheimdienste gehen von bis 1500 aus, Tendenz steigend.” Da muss man wohl zustimmen. Eine Verzehnfachung der Kämpfer innerhalb von einer Woche wäre für so eine absurde Organisation wie Al Kaida wirklich ein bemerkenswertes Wachstum. Wenn es denn so wäre, wäre das bemerkenswert, doch nichts davon ist wahr. Es ist pure Kriegspropaganda der deutschen Medien. In einem Interview mit der österreichischen Ex-CIA-Presse gesteht Mustafa Alani vom Gulf Research Center aus Dubai ein, dass die westliche Propaganda Blödsinn ist und lediglich 50 Al-Kaida-Leute auf der Fahndungsliste der jemenitischen Regierung stehen. Al Kaida im Jemen ist also ganz offiziell kaum mehr als ein schlechter Witz.

Mit Trainingsbildern von mit Uralt-Schießprügeln bewaffneten angeblichen Al-Kaida-Kämpfern versuchen die westlichen Medien trotzdem die angebliche Al-Kaida-Gefahr in die Köpfe der Leute zu hämmern. Verschwiegen wird, dass die männliche Bevölkerung im Jemen grundsätzlich Waffen trägt. Wüsste man das, würden die Bilder der angeblichen Al-Kaida-Leute wie ein Theater-Zirkus aussehen, wo Zuschauer noch eben ein Photo als Andenken machen. Wer sich im Vergleich dazu mal ein paar Videos von Houthis anschaut, erkennt schnell, wie lächerlich die angeblichen Bilder von Al Kaida dagegen sind. Wohlweißlich verschwiegen wird beim Märchen von der Al-Kaida-Gefahr im Jemen natürlich auch, dass Al Kaida im Jemen Seite an Seite mit der jemenitischen Regierung und den USA gegen die Houthis kämpft, denn wäre das bekannt, würden die Leute für die Kriegspropaganda der westlichen Medien vermutlich auch in Deutschland allenfalls noch ein mitleidiges Lächeln übrig haben.

Auffällig ist auch, dass sich in letzter Zeit wieder Meldungen über gekaperte Schiffe im Golf von Aden häufen. Die Piratenüberfälle passen der US-Propaganda sicher gerade gut ins Konzept, denn so kann David Patraeus vielleicht schon bald ein paar mehr Kriegsschiffe, zum Beispiel von der Bundeswehr, bekommen, die versuchen, die Seeblockade gegen die Houthis durchzusetzen.

Gordon Brown und Barack Obama haben gerade angekündigt, Ende des Monats am Rande einer längst geplanten Afghanistan-Konferenz auch eine internationales Treffen zur Unterstützung der Sicherheit im Jemen zu veranstalten. Bis dahin soll die Bevölkerung dann vermutlich so weit sein, dass sie einen offenen von den USA geführten Krieg im Jemen schluckt. Bisher stehen die Chancen dafür gut, denn Gegenöffentlichkeit und Antikriegsbewegung haben die Propaganda-Masche zur Rechtfertigung des Vernichtskrieges im Jemen bisher kaum durchschaut.

Doch auch wenn es Barack Obama gelingt, die Öffentlichkeit mit dem Al-Kaida-Unfug über den Krieg gegen die Houthis zu täuschen, so heißt das noch lange nicht, dass die USA und ihre Marionetten den Krieg auch gewinnen. Bei Al Jazeera ist gerade eine Botschaft eines Kommandeurs der im Gegensatz zu Rita Katz Schauspieltruppe Al Qaeda ganz realen Widerstandsgruppe Al-Shabaab aus Somalia aufgetaucht. Sheikh Mukhtar Robow Abu Mansour ruft darin somalische Kämpfer auf, im Yemen in den Kampf “gegen die Feinde Allahs” einzutreten. Und angesichts solcher schrecklichen Bilder von den Schandtaten der USA kann sich jeder ausmalen, wieviel Zorn den US-Kolonialisten entgegenschlagen wird. Die USA können sich darauf gefasst machen, dass sie es im Jemen mit Heerscharen von erfahrenen Widerstandskämpfern und einer nahezu vollständig bewaffneten Bevölkerung zu tun bekommen. Die USA haben einen dreckigen globalen Krieg zur Eroberung der Welt ausgerufen, und sie werden ihn bekommen und verlieren.

13 Kommentare zum Beitrag “Wie viele Al-Kaida-Kämpfer gibt es im Jemen?”

  1. memyselfeandi sprach

    Der Jemen wird angegriffen und höchst warscheinlich werden dort dann amerikanisch Stützpunkte entstehen. Diese sind wichtig um im Kriegsfall gegen den Iran die Passage Rotes Meer - Suezkanal frei halten zu können. Denn vor ungefähr einem Jahr hat der Iran Truppen nach Eritrea stationiert…

  2. cankar sprach

    das schlimme an diesem schon fast amateurhaft billig inszenierten völkerrechtswidrigem angriffkrieges ist seine lügenhafte nebulöse eintrichterung in die funktionsmasse…graUSAm
    ami go home - möchte ich schreien! - mittlerweile haben die jedoch so viele neue territorien ,dass selbst das ausufert..1.stufe des borderlinesyndroms..:o]

    wieder ein erstklassig informativer artikel - hvala!

  3. Auch britische und deutsche Militärs im Jemen aktiv » mein-parteibuch.com sprach

    […] den Menschen weißzumachen, dass diese Kriegskoalition sich da zusammengerottet hat, um etwa 50 Al Kaida Leute zu suchen, die sich im Jemen versteckt halten sollen. Es geht bei diesem Krieg mitnichten um Al […]

  4. peter sprach

    Solange nicht jedem Bürger klar ist ,wie er von den dreckigen Medien wie ARD,ZDF ,Spon oder Focus verblödet werden soll werden solche Nachrichten immer auf fruchtbaren Boden fallen.

  5. Rückschlag für den US-Imperialismus in Somalia » mein-parteibuch.com sprach

    […] von Mogadishu und letztlich den Rauswurf der US-Marionetten, die von Führern der Al-Shabaab als “Feinde Allahs” bezeichnet werden, aus Somalia hinausläuft. [Trackback URI]    […]

  6. “Ölversorgung Europas und der USA betroffen” » mein-parteibuch.com sprach

    […] das der liebe Herrgott dummerweise bei den Arabern im Sand verbuddelt hat? Das konnte man im Parteibuch und in der Asia Times schon längst […]

  7. Wahrnehmung und Realität bei den Special Forces » mein-parteibuch.com sprach

    […] The special Operations community network” kam kürzlich in einem Thread zum Thema Jemen ein aufschlussreiches Statement eines erfahrenen Diskussionsteilnehmers, das Mein Parteibuch seinen […]

  8. Rechtsextreme Kriegspropaganda bei Indymedia Deutschland » mein-parteibuch.com sprach

    […] bei Indymedia nur sporadisch durchgelassen und zensiert. Auch Artikel, die sich kritisch mit der Kriegspolitik der USA oder Israels auseinanderetzen, werden bei Indymedia oft […]

  9. Ein paar Gedanken zur Befreiungstheologie des Islam » mein-parteibuch.com sprach

    […] zu den Shabaab-Milizen in Somalia, zum Sudan und selbst ihre Sympathie für die schiitischen Houthis im Nordjemen, wodurch der Iran inzwischen auch eine Macht am roten Meer geworden ist, keine Gefahr für das […]

  10. Antideutscher sprach

    Wieviel Al-Kaida-Kämpfer es hier gibt ist doch egal. Hauptsache sie sind tot. Wir von der ziofaschistischen Propaganda-Front freuen uns immer, wenn Nicht-Juden umgebracht werden. So ist Israel. Hoch lebe der Rassismus.

  11. Antideutscher Spammer sprach

    Wieviele es sind dürfte doch egal sein. Wichtig ist doch nur: Nur tote … sind gute …. Und da ist der derzeitige Kleinkrieg doch ein guter Schritt in die richtige Richtung! So ist die Hasbara. Wer einmal was sagt, was uns nicht passt, wird auf ewig zugespamt. Wir spammen für den Apartheidstaat Israel.

    (Anmerkung: Der Kommentar des unter falscher Flagge postenden antideutschen Spammers wurde vom gröbsten Hass gereinigt und auch das Pseudonym den tatsächlichen Gegebenheiten angepasst.)

  12. Hillary Clinton besucht Saudi Arabien » mein-parteibuch.com sprach

    […] ihr Neid über die wohl durchdachte Strategie der Saudis kennt kaum Grenzen. Während die Israelis immer noch überlegen, ob sie ihr durch ihre […]

  13. Ahura Mazda sprach

    Der Gipfel der Farce ist:
    Al Qaida hat drei offizielle Feinde (das Wissen auch die westlichen Nachrichenagenturen):

    USA,Israel

    Ungläubige (nicht Muslime welche sich in muslimischen Konflikten auf
    muslimischen Territorium einmischen [bei einigen
    Fanatikern geht das natürlich noch darüber hinaus!])

    & SHIIETEN

    Na bemerkt jemand den Haken mit den :D shiietischen Houthis? Lmao#lol#^birds

    P.S. Haben auch versucht die Pasdaran (iranische Hizbollah Miliz) in Verbindung zu AL Qaida zu stellen. (Irak, Afghanistan) Ging aber in den Medien unter…

    Und Morgen verbünden sich Punks (Anarchisten) mit Nazis um den Autonomen Bund zu jagen…. ALLES KLAR ;)

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