Vor vier Tagen ist im Blog “Kritische Massen” ein Artikel mit Titel “Zu einigen Essentials linker Zionismus-Kritik in Deutschland” erschienen. Darin stellte Sepp Aigner die These auf, Deutschland sei mittlerweile eine starke imperialistische Mittelmacht, die in Konkurrenz zu den USA stünde. Der These hat ein Katzenfreund vom Parteibuch in den Kommentaren widersprochen und mit der diesem Bild entgegengesetzten These, Deutschland sei eher als eine von den USA beherrschte Bananenrepublik zu betrachten, zu einer Diskussion eingeladen.
Die Diskussion halten wir für höchst interessant, weil die unterschiedliche Einschätzung der geopolitischen Situation Deutschlands zahlreiche Implikationen für politische Bewegungen in Deutschland mit sich bringt und Grundlage für lang andauernde Auseinandersetzungen innerhalb der Linken und darüber hinaus ist. Auch der Konflikt zwischen Anti-Ds und Anti-Imps lässt sich zu einem Teil auf die unterschiedliche Einschätzung der geopolitischen Situation zurückführen.
Sepp Aigner hat nun im Beitrag “Deutschland - Bananenrepublik der USA oder imperialistischer Staat mit Weltmachtambitionen?” seine These, Deutschland sei eine starke und eigenständige imperiale Mittelmacht, die in Konkurrenz zu den USA agiere, mit Links belegt. Mein Parteibuch hat zum Thema im Laufe der letzten Jahre bereits einige Artikel veröffentlicht. Mit diesem Artikel möchte nun Mein Parteibuch zusammenfassend erläutern, warum die Bundesrepublik Deutschland im Parteibuch als vom US-Imperialismus beherrschte Bananenrepublik betrachtet wird und auch belegende Links dazu liefern.
Die Beherrschung Deutschlands durch die USA geschieht unserer Auffassung nach im Wesentlichen durch nach Ende des zweiten Weltkriegs von den westlichen Besatzungsmächten geschaffene Macht- und Kontrollstrukturen, die ihren Einfluss bis heute nicht verloren haben. Um den heutigen Einfluss der USA in Deutschland sichtbar zu machen, soll also zunächst ein Ausblick in die Nachkriegsgeschichte Westdeutschlands unternommen werden.
Nach der bedingungslosen Kapitulation wurde Deutschland vollständig von den Siegermächten USA, Sowjetunion und Großbritannien besetzt und Frankreich hat dann im Südwesten auch noch ein Stückchen Besatzungszone abbekommen. Ab Mai 1945 übten die Alliierten in Deutschland nach eigenem Gutdünken die vollständige Kontrolle über Medien, Geheimdienste, Militär, Politik und alle sonstigen Bereiche aus, die sie für wichtig hielten. Von den durch den zweiten Weltkrieg gebeutelten Siegermächten verfügten die USA nach Kriegsende über die weitaus größten verbliebenen Reserven. Den USA kam aufgrund ihrer verhältnismäßig großen Ressourcen die Führungsrolle der westlichen Besatzungsmächte zu. Es ist nicht ersichtlich, dass dieser alles dominierende amerikanische Einfluss in Deutschland seitdem jemals verloren gegangen ist.
Militärchef der USA in Deutschland war zum Zeitpunkt der Kapitulation der spätere Präsident Dwight D. Eisenhower, Präsident der USA war Harry S. Truman. Harry S. Truman und sein britischer Kollege Winston Churchill, der kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges noch planen ließ, den Zweiten Weltkrieg gegen die Sowjetunion weiterzuführen, und seine Nachfolger dachten überhaupt nicht daran, sich von der Sowjetunion in die Ausübung ihrer Besatzungsgewalt reinreden zu lassen, sondern haben beim Aufbau eines von den westlichen Besatzungsmächten kontrollierten westdeutschen Rundfunks, der im Geheimen vorbereiteten Einführung der D-Mark als Westwährung und der vom Londoner US-Botschafter Lewis W. Douglas und dem damaligen US-Kommandeur über die US-Besatzungszone Lucius D. Clay geleiteten Londoner Konferenz zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland die von seinem Vorgänger Franklin D. Roosevelt mit der Sowjetunion geschlossenen Abkommen zur Ausübung der Besatzungsgewalt in Deutschland missachtet. Die hinter der Politik der unter Beteiligung von Briten und Franzosen ausgeübten US-Dominanz über Westdeutschland stehende Ideologie zur Bekämpfung des Kommunismus ist 1947 als Truman-Doktrin explizit formuliert worden, wenngleich damals vielen Menschen auch noch nicht klar war, dass sich diese auch auf Deutschland bezog.
Als Statthalter der USA in der Bundesrepublik Deutschland wurde der Schwager des Londoner US-Botschafters Lewis, Konrad Adenauer, inthronisiert. Seine Inthronisierung gab den USA die Gewissheit, dass die deutsche Politik nach einer staatlichen Eigenständigkeit Westdeutschlands und der formellen Aufgabe der Besatzungsgewalt auch in Zukunft alle Wünsche der USA als Befehle betrachtete und kompromisslos - notfalls gegen den Wilen der deutschen Bevölkerungsmehrheit - umsetzte.
Nachdem der Einfluss der USA sich als groß genug erwiesen hat, dass Konrad Adenauer die erste Bundestagswahl 1949 gewonnen hatte, wurde ein weiterer Schwager Konrad Adenauers, John McCloy, der Mitglied des Georgetown Sets war und zu den einflussreichsten Strippenziehern in Geheimdiensten, Politik und Wirtschaft der USA gehörte, als hoher US-Kommissar in Deutschland eingesetzt. Nachdem der Bundestag den mit dem US-Establishment verschwägerten Konrad Adenauer auch formell zum Bundeskanzler gewählt hatten, gab die USA formal wichtige Souveränitätsrechte, beispielsweise die Aufsicht über die von den westlichen Besatzungsmächten aufgebauten Medienstrukturen, an die Bundesrepublik Deutschland ab.
Die von Adenauer exekutierte Umsetzung von in Deutschland äußerst unpopulären Wünschen der USA wie deutsche Teilung und Wiederbewaffnung kündet davon, dass die USA mit Konrad Adenauer tatsächlich einen sehr zuverlässigen Statthalter als obersten Verwalter ihrer Bananenrepublik Bundesrepublik Deutschland eingesetzt hatte. Da der ursprüngliche Artikel von Kritische Massen mit dem deutsch-israelischen Verhältnis zu tun hatte, sei an dieser Stelle noch angemerkt, dass Schwager John McCloy der starke Mann im Hintergrund war, der Adenauers Politik diesbezüglich genauso formte, wie er - ganz im Einklang mit der Truman-Ideologie - zum Kampf gegen den Kommunismus die Einbindung von alten Nazis in das Machtgefüge des freien Westens ermöglichte.
Die Tatsache, dass der US-Günstling Konrad Adenauer mit dem US-Botschafter in London, Lewis Douglas, und dem Chairman des American Establishments, John McCloy, verschwägert war, wurde der Öffentlichkeit lange Zeit recht sorgsam verborgen. Zu leicht wäre Adenauer damit als US-Marionette zu demaskieren gewesen. Bis heute findet sich dazu in zahlreichen Lobeshymnen auf Konrad Adenauer kein Wort.
In den Folgejahren hat der US-Einfluss in Deutschland nicht etwa abgenommen, sondern weiter zugenommen. Nicht nur die Adenauer und seine Union arbeiteten für die USA. CIA-Agentenführer Tom Braden, der wie John McCloy und sein oberster Chef Allen W. Dulles zum Georgetown Set gehörte, plauderte in einem Interview Ende der 90er Jahre freimütig aus, dass auch die Opposition in der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere die der US-amerikanischen Kommunistenhatz kritisch gegenüberstehenden deutschen Gewerkschaften vom US-Gewerkschaftsboss und CIA-Topagenten Jay Lovestone auf die von den USA gewünschte politische Linie getrimmt wurden und auch Willy Brandt, der bereits im zweiten Weltkrieg als Agent für die USA gearbeitet hatte, von der CIA Geld erhalten hat. Eine bemerkenswerte Offenbarung der politischen Verhältnisse in der Nachkriegsbundesrepublik sind die Sätze, mit denen ein Spiegel-Artikel 1977 endete, der die Agententätigkeit Brandts, nachdem die Union von der Finanzierung Brandts durch die CIA Wind bekam und das für eine Kampagne gegen die vom Gründungsmitglied der Atlantik-Brücke und späteren Durchsetzer des NATO-Doppelbeschlusses, Helmut Schmidt, geführte SPD-Regierung ausschlachten wollte, leugnete: <Nicht einmal Victor Marchetti lädt zu solcher Polemik ein. “Die CIA”, warnte er unlängst, “hat das damals für viele Politiker in Westdeutschland getan, für Sozialdemokraten und Christliche Demokraten. Es war eben Kalter Krieg.”> Deutlicher als in dieser kaum verhüllten an CDU/CSU-Politiker gerichteten Warnung lässt es sich kaum schreiben, dass die junge Bundesrepublik Deutschland keine souveräne Demokratie, sondern eine von den USA beherrschte Bananenrepublik war. Die Warnung hat Wirkung gezeigt: Medien und Politik der souveränen Bananenrepublik Deutschland hüllten sich zu diesem für die Öffentlichkeit sicher sehr interessanten Thema danach wieder jahrzehntelang in eisernes Schweigen. Auch von der Justiz durfte man damals nicht allzu viel zu erwarten. Schließlich war mit Ernst Benda zu der Zeit, als der Artikel im Spiegel erschien, ein früheres Gründungsmitglied der von CIC und CIA unterstützten Terrorgruppe KgU Präsident des Bundesverfassungsgerichtes. Helmut Schmidt hat seine devote Haltung zur USA politisch allerdings nichts genutzt. Nachdem Ronald Reagan US-Präsident geworden war, hatte der Cercle Violet freie Bahn, den nach dem Geschmack eines zünftigen Republikaners viel zu linken Sozi loszuwerden und 1982 stattdessen den sich den USA selbstverständlich auch treu ergebend zeigenden CDU-Politiker Helmut Kohl für 16 Jahre zum Statthalter in Deutschland zu machen. Die Aufdeckung dieses geheimdienstlich geleiteten und verdeckt operierenden transatlantischen Power-Clubs im Spiegel gut zwei Wochen vor seiner Abwahl nutzte Helmut Schmidt gar nichts mehr.
Bevor der geschichtliche Abriss auf die politischen Verhältnisse der Bundesrepublik auf die Zeit nach dem Anschluss der DDR ausgedehnt wird, sollen nun die für die Machtfrage enorm wichtigen Teilbereiche Medien, Geheimdienste und Militär sowie die Organisationen der US-Lobby in Deutschland einschiebend näher betrachtet werden.
Die Herrschaft über Massenmedien ist, wie Edward Bernays bereits 1928 in seinem Standardwerk Propaganda zutreffend ausführte, in einer Demokratie eines der wichtigsten Machtmittel, den durch Massenmedien können Wahlentscheidungen massiv beeinflusst werden und das Bewusstsein der Bevölkerung geformt werden:
“Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Wer die ungesehenen Gesellschaftsmechanismen manipuliert, bildet eine unsichtbare Regierung, welche die wahre Herrschermacht unseres Landes ist.”
Bestandteil jeder Militäroperation, die auf Machtübernahme angelegt ist, ist daher der Kampf um Druckerpressen und Fernsehtürme. Selbstverständlich war das auch im zweiten Weltkrieg so. Das von Eisenhower geführte US-Oberkommando SHAEF verbot bereits im März 1944 jegliche publizistische Tätigkeit in Deutschland. Mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands 1945 konnte das Verbot umfassend durchgesetzt werden. Die Siegermächte bauten danach eine völlig neue Medienlandschaft auf, mit einem ihnen genehmen staatlichen Rundfunk, dessen grundsätzliche Struturen bis heute fortbestehen, und einer Lizenzpresse, deren Lizenzträger ihnen genehm waren und deren Erzeugnisse von den Zensoren der Militärs zuerst im Wege der Vorzensur und später, wie es heute in Deutschland üblich ist, im Wege der Nachzensur zensiert wurde. Große Teile der heutigen Presselandschaft der Bundesrepublik Deutschland werden auch nach den Konzentrationsprozessen der letzten Jahrzehnte von den Familien der Lizenznehmer der Allierten beherrscht, was nach herrschender Meinung deshalb der Fall ist, weil die Lizenzzeitungen gegenüber späteren Gründungen den Vorteil hatten, bereits am Markt zu sein. Dass es für den kommerziellen Erfolg von als Lizenzunternehmen gegründeten Medienunternehmen noch eine andere weit plausiblere Erklärung gibt, nämlich die, dass Geheimdienste - und hier insbesondere der US-Geheimdienst CIA - hinter einigen dieser Unternehmen steht, wurde im Parteibuch im Artikel Zur Geschichte der Mediensteuerung am Beispiel des mächstigsten Medienunternehmens mit Sitz in Deutschland, Bertelsmann, und der Biografie des erst kürzlich verstorbenen Chefs Reinhard Mohn detailliert erläutert.
Die Einflussnahme von Geheimdiensten auf Medien, und erst recht eine über verwinkelte Eigentumskonstrukte denkbare vollständige Kontrolle von Geheimdiensten über Medienunternehmen, ist auch heute noch sehr schlecht erforscht und dementsprechend umstritten sind die Erkenntnisse dazu. Dabei ist die Tatsache, dass die CIA selbst in den USA verdeckte Operationen wie Mockingbird zur Beeinflussung von Medien gefahren hat und die USA in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg Operationen zur Re-Education durchgeführt hat, allerdings völlig unstrittig. Lediglich das Ausmaß der von der CIA ausgeübten verdeckten Mediensteuerung kann strittig sein.
Mein Parteibuch geht dabei von der These aus, dass folgendes vom früheren CIA-Chef William Colby überlieferte Zitat der Wahrheit schon recht nahe kommt: “The Central Intelligence Agency owns everyone of any significance in the major media” also zu deutsch: “Die CIA besitzt jeden von irgendeiner Bedeutung in den Massenmedien.”
Wie die zwischenzeitlich aufgedeckte Operation Pocketbook zeigt, gab es eine starke verdeckte Komponente bei der massenmedialen Re-Education der Bundesrepublik Deutschland. Wer sich näher mit dem Wirken des auf Kultursteuerung spezialisierten CIA-Agenten Melvin J. Lasky und dem Kongress für kulturelle Freiheit beschäftigt, der sich in fortgeschrittenem Alter freimütig zu seiner langjährigen Tätigkeit für die CIA bekannte, erkennt schnell, dass schon allein die inzwischen aufgedeckten Netze der CIA zur Steuerung der Literatur so groß waren, dass die Frage naheliegt, ob es in der Bundesrepublik Deutschland überhaupt Literatur gab, wo die CIA nicht ihre Finger drauf hatte.
Neben den Medien spielen die Abwehrabteilungen der Geheimdienste eines Staates eine entscheidende Rolle dabei, dafür zu sorgen, dass ein Staat durch fremde Geheimdienste mit Hilfe von Einflussagenten und Operationen wie verdeckter Mediensteuerung nicht zu einer vollständig fremdbestimmten Bananenrepublik wird. Von dem formell dem deutschen Kanzleramt unterstellten BND zu erwarten, er würde dafür sorgen, dass die CIA in ihrem Wirken in Deutschland ausgebremst wird, wäre geradezu absurd. Der BND ist seit den ersten Tagen ein Projekt der CIA, gegründet dazu, damit von der CIA handverlesene alte Nazis wie Chef-BNDler Reinhard Gehlen für die CIA Spionage gen Osten betreiben konnten. Dass irgendjemand beim BND es wagen würde, der Tätigkeit der CIA in Deutschland Grenzen zu setzen, ist bis heute nicht ersichtlich. Im Gegenteil, der jährlich etwa 350 Mio Euro teure BND macht eher den Eindruck einer ausgelagerten Abteilung der CIA, deren Budget mit rund 50 Mrd Dollar etwa 100 mal größer als das des BND ist. Wie eng transatlantische Seilschaften, CIA und BND in Deutschland wohl miteinander verwoben sind, wird bei einem näheren Blick auf Vergangenheit und Gegenwart des bei der Wochenzeitung “Die Zeit” tätigen Führungspersonals zur Genüge deutlich. Dass die CIA in Deutschland auch jenseits von Recht und Moral Straftaten begehen kann wie sie will, ohne irgendwelche Konsequenzen befürchten zu müssen, wurde bei der Farce der Strafverfolgung der Entführer von Abu Omar und Khalid El-Masri für jedermann sichtbar. Wer sich nur mal vorstellt, was los wäre, wenn BND-Agenten in den USA nach eigenem Gutdenken Menschen entführen würden, der wird das für eine Bananenrepublik typische Ungleichgewicht erkennen.
Im militärischen Bereich ist eine klare Dominanz der USA schon daran erkennbar, dass der “SACEUR” genannte oberste Befehlshaber über die NATO-Truppen in Europa “traditionell” stets Amerikaner ist. Die ganze Bundeswehr wurde nur gegründet, um dem Wunsch der USA zu entsprechen. Die Bundeswehr war zur Verteidigung Deutschlands nie nötig. Selbst Adenauer wusste - genau wie Geheimdienstler und hohe Militärs in den USA auch -, dass die Bedrohung Westeuropas durch DDR und Sowjetunion eine freie Erfindung der westlichen Propaganda war und die Truppen in der DDR eine zur Offensive untaugliche Defensive Aufstellung hatte. Mit der Operation Gladio haben NATO und CIA bewiesen, dass sie die formal selbständigen Staaten Europas nicht als souveräne Staaten, sondern als Bananenrepubliken betrachten, in der demokratische Wahlergebnisse nur solange akzeptiert wurden, wie den USA genehme Wahlergebnisse herauskamen. Auch daran, dass in Deutschland nicht mal ansatzweise Versuche unternommen wurden, diese unvergleichliche Missachtung der staatlichen Souveränität und ihre Verbindung mit den von der CSU unter der Führung vom Ex-US-Militärgeheimdienst-Dolmetscher Franz Josef Strauß finanzierten Terrorgruppen der CIA zu untersuchen, lässt sich ermessen, dass die USA und ihre Marionetten in Deutschland über riesigen Einfluss verfügen. Auch heute noch dient das deutsche Militär in erster Linie den Interessen der USA. So ist am von den USA geführten Geostrategie-, Pipeline- und Drogenkrieg in Afghanistan kein deutsches Interesse zu sehen, außer dem der deutschen Rüstungsindustrie, durch den Krieg mehr Waffen an die Bundeswehr verkaufen zu können. Auch am Krieg gegen Jugoslawien nimmt die Bundeswehr auf Einladung der USA teil.
Nachdem die Dominanz der USA in Medien, Geheimdienste und Militär in Deutschland herausgestellt wurde, sollen als nächstes einige herausragende Organisationen der US-Lobby in Deutschland, also die Clubs der sogenannten Transatlantiker, benannt werden. Wer mal einen kurzen Blick auf die exquisiten Mitgliedslisten von Atlantik-Brücke, American Council on Germany, Aspen-Institut, Deutsche Atlantische Gesellschaft und American Academy wirft, kann erahnen, wieviel von den USA koordinierte Lobby-Macht in diesen transatlantischen Powerclubs angehäuft ist. Gegen die Macht der transatlantischen Power-Clubs geht in Deutschland politisch praktisch nichts.
Nach dem Anschluss der DDR geschah nichts anderes, als dass das aus der Frühgeschichte der Bundesrepublik bekannte und oben beleuchtete politische System Bananenrepublik der USA auf Gesamtdeutschland ausgedehnt wurde. Es ist nicht erkennbar, dass sich seitdem irgendetwas wesentliches im Machtgefüge der Bundesrepublik Deutschland geändert hat. Die Massenmedien in Deutschland stellen den Mafiastaat USA als Hort der Freiheit dar und der jeweils gerade aktuelle Kriegs-Präsident der USA wird von den deutschen Medien allen Fakten zum Trotz in einer grenzenlosen Güte und Unfehlbarkeit dargestellt, neben der selbst Superman geradezu blass aussehen würde. Die US- und israeltreue Springerpresse ist nach wie vor die US- und israeltreue Springerpresse, Adenauers Haus- und Hofberichterstatter ist trotz kleinerer Abschreibungen ebenso nach wie vor ganz vorn dabei und wer mal die Glotze anmacht und von Bertelsmanns RTL zu ProsiebenSAT1 rüberschaltet, wird bemerken, dass das Programm da kaum anders aussieht als die Druckerschwärze von Springer, obwohl bei SAT1 trotz entgegenstehender Gesetze partout nicht rauszukriegen ist, welchen Menschen die Privatfernsehbude letztlich wirklich gehört. Die CIA macht, wie oben gezeigt, nach wie vor, was sie will. Die USA unterhalten auch nach wie vor der deutschen Justiz entzogene Truppenstützpunkte in Deutschland und entscheiden selbst nach Gutdünken darüber, wo sie in Deutschland Atomwaffen stationieren. Die Bundesregierung wird sich devot bemühen, Obamas jüngstes Truppenaufstockungsverlangen für den von den USA geführten Krieg jenseits des Rechts gegen Afghanistan wie gewünscht zu erfüllen.
Die liberale Friedrich-Naumann-Stiftung und auch die Grüne Parteistiftung haben gerade beim von den USA geführten Psywar unter den Stichworten Tibut und Ostturkestan gegen China mitgemacht, obwohl solche Aktivitäten einer potentiell zwischen Westen und Osten stehenden deutschen Mittelmachtspolitik diametral entgegenstehen.
Eine außenpolitische Frechheit hat die Bundesrepublik Deutschland sich gegen die USA seit dem Anschluss der DDR allerdings doch erlaubt: Gerhard Schröder, der zuvor als Genosse der Bosse von den deutschen Massenmedien hofierte treue US-Vasall bei den Kriegen gegen Jugoslawien und Afghanistan hat 2002 im Wahlkampf ausgeplaudert, dass die USA planten, den Irak zu überfallen. Da waren die USA wirklich sauer, obwohl Frankreich, wo damals noch nicht der mit der CIA gerade familiär verbundene Nicolas Sarkozy Präsident war, zum geplanten Angriff auf den Irak eine ähnliche Haltung wie Deutschland eingenommen hatte und Schröders Antikreigshaltung damit kein deutscher Alleingang war. Mit dem Antikriegswahlkampf hat er zwar die Wahl 2002 gewonnen, die US-treue Presse in Deutschland hat danach jedoch völlig niedergeschrieben. Schröder hat den USA die Medienkampagne damit gedankt, dass er danach prompt zu Putins Gasprom gewechselt ist und seitdem mit der Durchsetzung der Ostsee-Pipeline dafür sorgt, dass die Abhängigkeit Deutschlands vom Wohlwollen der Gas-Transitländer dauerhaft sinken wird.
Dieses den US-Interessen eher zuwiderlaufende Energieprojekt, was mit dem US-geführten Projekt Nabucco konkurriert und im Interesse der deutschen Industrie liegt, scheint tatsächlich durchzukommen. Es scheint punktuell also durchaus ein gewisses Maß an deutscher Eigenständigkeit zu geben. Der Einfluss der USA in wichtigen Bereichen Deutschlands wie Politik, Medien, Geheimdiensten und Militär ist jedoch unserer Meinung nach, wie oben dargestellt, nach wie vor viel zu groß, als dass aus der von den USA beherrschten Bananenrepublik Deutschland in absehbarer Zeit eine selbständig handlungsfähige imperiale Mittelmacht werden könnte. Deutschland ist und bleibt ein Asset der USA.
Auf das Aufzeigen der politischen Implikationen, gesetzt den Fall, die hier vorliegende Analyse stimmt im Großen und Ganzen, möchte Mein Parteibuch an dieser Stelle weitgehend verzichten. Eine Chance soll aber aufgezeigt werden: Evo Morales war in Bolivien bei einer Analyse der US-Dominanz über Bolivien zu einem ähnlichen Ergebnis wie hier Mein Parteibuch bezüglich Deutschland gekommen und ließ 2002 als chancenloser Außenseiterkandidat ein Statement zu US-Botschafter Rocha auf seine Wahlplakate drucken: “Bolivianer: Ihr entscheidet. Wer regiert? Rocha oder die Stimme des Volkes.”. Nachdem er von den Kandidaten der neoliberalen bolivianischen US-Vasallenparteien geschnitten wurde, erklärte er: „Der Einzige, mit dem ich diskutieren möchte, ist Botschafter Rocha – ich ziehe es vor, mit dem Eigentümer des Zirkus zu sprechen statt mit den Clowns.“ Er holte damit erstaunliche 20 Prozent und war damit aus dem Stand ein ernster und bekannter Gegner der US-Vasallen geworden. Bei der nächsten Wahl 2005 wurde Evo Morales schon beim ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit zum Präsidenten Boliviens gewählt. Die USA und ihre rechten Vasallen bekommen in Bolivien seitdem kein Bein mehr auf die Erde. Heute dürfte Evo Morales mit absoluter Mehrheit wiedergewählt worden sein.
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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@Redaktion
Halte Ihre Argumente für bedenkenswerter als die Links von Herrn Aigner,
Harry
Ich denke, es geht erstmal gar nicht so sehr um die Frage, ob Deutschland eine reine US-Bananenrepublik oder eine reine imperialistische Wirtschaftsmacht mit eigenen Weltmachtambitionen ist. Zweifellos ist in Deutschland von beiden Varianten etwas vorhanden.
Die Frage ist, wie sehr sich welches Moment in der Praxis tatsächlich durchsetzt. Und da denken wir, ja, es gibt Absetzbewegungen deutscher Politiker und Kapitalisten aus dem Machtbereich der US-Hegemonie heraus. Wir halten jedoch die US-Hegemonie über Deutschland trotz dieser Absetzbewegungen nach wie vor für das mit Abstand einflussreichste Moment der deutschen Politik, die Absetzbewegungen insgesamt eher für minimal und belegen unsere Ansicht hier mit zahlreichen Links.
Um der Wahrheit belegbar weiter deutlich näher zu kommen, ist noch viel journalistische Arbeit zu leisten. Ein wichtiger Teil dabei ist das Betrachten der gegensätzlichen Ansicht und das Vergleichen der dortigen Belege mit den hier genannten. Ein weiterer Teil journalistischer Arbeit könnte aus einer Einschätzung der Bindungskräfte der verschiedenen Organisationen bestehen. Hat beispielsweise die Mitgliedschaft in einem imperialen Geheimdienst der USA oder eines anderen Staates oder einer transatlantischen Organisationen mehr Einfluss auf die Entscheidungsfindung von Führungspersönlichkeiten als das Eigentum der Entscheidungsträger? Schaut man bei den Umständen des Ablebens von Bill Colby, Robert Maxwell, Barry Seal und vielen anderen - nicht zuletzt das von John F. Kennedy - könnte man vermuten, dass, wer aus einem von Mafia und Geheimdiensten bestimmten Leben aussteigt, mehr zu befürchten hat als den Verlust von Kapital und Eigentum. Wie hoch die Bindungskräfte welcher Organisationszugehörigkeiten wirklich sind, ist dabei ähnlich schwer einzuschätzen, wie wer wirklich die tatsächliche Verfügungsgewalt über größeres Eigentum hat und wer nur ein vorgeschobener Strohmann von nicht öffentlich in Erscheinung tretenden stillen Kreditoren ist.
Ein der US-Dominanz zu einem Teil entgegenwirkendes Konzept hat Sepp Aigner nicht erwähnt: die Paneuropa-Union unter der Präsidentschaft und Ehrenpräsidentschaft vom in Deutschland lebenden ex-österreichischen Thronnachfolgerkandidaten Otto von Habsburg.
http://de.wikip...Paneuropa-Union
Hier sind sehr deutlich Ansätze zur Fortführung der ultrarechten Allianz der Mittelmächte zu erkennen. Von außen ist es schwer zu sagen, wie einflussreich diese Seilschaft wirklich war und ist, zumal US-Vertraute wie Adenauer und Strauß mit in der Seilschaft gesteckt haben. Die CIA scheint diese ultrarechte Organisation zur Wiederbelebung der Kräfte der Mittelmächte jedenfalls so ernst genommen zu haben, dass sie mit der ACUE quasi eine US-gesteuerte Doublette dazu aufgebaut hat:
http://de.wikip...a_United_Europe
Auch im heutigen Europa scheint es da noch rechte Kräfte zu geben, die sark genug sind, um es für die USA erstrebenswert erscheinen lassen, eine europäische Blockbildung in der EU zu verhindern. Anders ist es kaum zu erklären, dass mit Declan Ganley und Ulick McEvaddy ausgerechnet Vertragspartner des Pentagon die irische Nein-Kampagne mit viel Geld unterstützt haben:
http://www.indy...e/article/87311
Naja, was halte ich hier die Gegenrede zu meiner eigenen These. Von einem Hugo Chavez oder einem Evo Morales, dem es gelingen könnte, den US-Einfluss zugunsten einer von Solidarität mit sozial Schwachen geprägten Volksregierung zurückzudrängen, ist in Europa leider weit und breit sehr wenig zu sehen.
Nunmehr so denke ich gut recherchiert, nur ware eine Lektuere des Werkes Materialismuß und Impiriokritizismuß beim Verfassen hilfreich gewessen. Auch im hinblick auf unterschiedliche Formen der Demokratie Gestaltung sowie mit augenmerck auf den Einfluss der Religion ( hier sei hoefflichst Thüringen erwähnt ). Aber alles in allem ein Braovo für den Artikel da gibt es noch viel nachzulesen für mich wie ich feststellen muß.
Danke
Der Traurige
Gratuliere! Guter Beitrag. Da hat er aber einigen “Dicken Schweinehunden” ordenlich auf die Füße getreten. Was soll´s die Masse bleibt ignorant. Das System funktioniert super.„John Ashcroft, Generalstaatsanwalt der USA, erklärte unlängst, dass die Freiheiten der USA “nicht von irgendeiner Regierung oder durch irgendein Dokument gewährt wurden, sondern (…) gottgegeben sind.
Hier stehen wir also, die Völker der Welt, konfrontiert mit einem Imperium, das mit einem Mandat des Himmels gerüstet ist und, als zusätzliche Versicherung, dem besten und größten Arsenal an Massenvernichtungswaffen in der Geschichte. Wir stehen einem Imperium gegenüber, das sich selbst das Recht verliehen hat, nach Gutdünken in den Krieg zu ziehen, wann immer es möchte, und das Recht, Menschen von korrupten Ideologien, von religiösen Fundamentalisten, Sexismus und Armut zu befreien - nach der guten, altbewährten Methode der Vernichtung. Das Imperium marschiert, und sein neuer, schlauer Schlachtruf heißt “Demokratie” - Demokratie, die einem via Bombenteppich frei Haus vor die Tür geliefert wird. …
Jede Art von Gewalt findet im Namen der Demokratie statt. Der Begriff ist ausgehöhlt - eine schöne Hülle ohne Inhalt und Bedeutung. Demokratie kann jede beliebige Gestalt annehmen, sie ist die Hure der freien Welt, die sich ganz nach Wunsch aufputzt oder auszieht, jeden Sonderwunsch bereitwillig befriedigt und sich jederzeit be- und ausnutzen lässt.“
Braucht man da noch einen Aigner um zu der Erkenntnis zu gelangen Deutschland würde wie ein Indianerreservat geführt.
Das allgegenwärtige heruntergekommene Germanenreservat ist seit Jahrzehnten Realität!
Aussage eines hohen US-Amerikaners in hiesigen Fersehen vor ein paar Wochen:
” Es mußten zwei Kriege gegen Deutschland geführt werden, um es in „unsere“ Wertegemeinschaft einzugliedern”
und beim Thema ” angebliches deutsches Wirtschaftwunder” ein amerikanischer Angehöriger der ehemaligen Verwaltung für Deutschland:
“…. inzwischen (1953) hatten die Deutschen den Gehorsam gelernt .” )
Und nun dazu Fischers Aussage im Kontext:
“Deutschland muß von außen eingehegt, und innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi verdünnt” werden.”
J. Fischer (Die Günen) „Risiko Deutschland „
Nun müßte es aber der Dümmste Verstehen
Die Wortwahl “Mittelmacht” hat mir gefallen.
Der Ausdruck erinnert nicht von ungefähr an die derzeitige Weltpolitik, die sich immer mehr wie ein “Remake” zum Auftakt des ersten Weltkriegs ausnimmt.
Aigners Geschwafele hingegen ist nur die typische Nebelgranate, wie man es von ihm kennt.
Das derzeitige Deutschland ist in keinster Form eine “Macht” - noch nicht einmal eine “gelähmte” (wie z.B. China vor 100 Jahren).
Nein, Dummdeutschland unter Merkelwelle ist nur ein anderes Hündchen des Herrchens von Übersee.
Und wenn die USA dereinst untergehen (sei es nun wirtschaftlich, politisch, militärisch oder sozial), dann wird ihm dieses Deutschland sicherlich treu zur Seite stehen.
Der Nordstern.
Nordstern:
“Aigners Geschwafele, wie man es von ihm kennt”: Danke fuer den Beitrag zur Diskussionskultur. In dem Blogeintrag, um den es geht stehen drei von mir formulierte Saetze, mit denen bloss der Zusammenhang hergestellt wird. Alles andere sind Links. - Aber “Geschwafele” mussten Sie anscheinend loswerden. Dafuer ist Ihr Beitrag um so inhaltsreicher: Dummdeutschland, Merkelwelle, Huendchen des Herrchen … basta. So einfach ist das. Im Kopf kann man es sich schon so einfach machen. Der Nachteil ist, dass im Kopf dann ein bestenfalls ziemlich verschwommenes Bild von der Wirklichkeit ist.
Seltsam ist nur, Herr Aigner, dass Sie sich AUSGERECHNET zu meinem Kommentar äussern müssen.
Und Ihr Geschwafel (wie Sie es explizit, in ihrem typisch überheblichen Ton demonstrieren) wird auch durch wiederholtes Lesen und Nachdenken nicht gehaltvoller - oder wahrer.
Der Nordstern.
Nordstern:
Ich habe “mich aeussern muessen”, weil ich mich geaergert habe. Keine Ahnung, was Sie warum gegen mich haben. Aber Ihr Ton stinkt mir.
“AUSGERECHNET”: Es dauert ein bisschen, bis ich eine Antwort auf den Mein-Parteibuch-Beitrag und die bisherigen Diskussionsbeitraege fertig habe, weil das Sachen sind, die ich in meiner (knappen) FREIZEIT machen muss. So einfach.
Hoeren Sie doch einfach auf mit herabsetzenden Bemerkungen. Ich hab zwar keine Ahnung, wer Sie sind, aber falls Sie Persoenliches auszutragen haben, koennten Sie mir z.B. eine Mail schicken.
was den amerikanischen EInfluß angeht:
im Fall Hohmann konnte man vor einigen jahren schön sehen, wie ein einzelner Anrufaus USA plötzlich die Auschwitz-Keule zum schwingen brachte.
mfg zdago
Vielen Dank für den hervorragenden Beitrag.
Solche Analysen findet man leider in den Herrschaftsmedien nicht.
Klar erkannt, ist die BRD ein Bananenstaat der USA. Und dadurch wird Politik, Kultur, Wirtschaft etc. in unserem Land bestimmt, und wir tragen die Folgen. Deshalb ist die Befreiung von den Usa und dereen Handlangern das wichtigste Ziel.
drei Links zur Bananenrepublik-These:
1.
“No more Hypocrisy.German is a Great Power”, http://www.koer...internationale- politik/statements-und-policy-papers/europa-transatlantische-beziehungen.html
2.
“ist eine gemeinsame europaeische Aussenpolitik moeglich ?”, http://www.koer...aechskreis.html
3.
“Kann die EU europaeische Sicherheit gewaehrleisten ?”,
http://www.koer...eziehungen.html
@zdago
Hohmann hat sich mit seinem Gefasel von einer jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung, das er genau wie Adolf Hitler ein paar Jahrzehnte zuvor von Henry Ford abgekupfert hatte, klar selbst ins Aus geschossen. Dass da erst jemand aus den USA anrufen muss, um darauf hinzuweisen, und ihm nicht gleich die Besucher der Veranstaltung, auf der er seine Nazi-Ideologie von sich gegeben hat, ins Gesicht gesprungen sind, zeigt lediglich. wie schlecht es in Deutschland um die Bildung in Sachen Geschichte bestellt ist.
@Armin
Der Umkehrschluss, dass, weil Deutschland von den USA beherrscht wird, die Befreiung von dieser Herrschaft wichtigstes Ziel ist, ist so nicht zulässig. Wer nach dieser Maxime handelt, der macht sich leicht zum Handlanger einer Unterwerfung durch andere, keineswegs bessere, Herren, die am liebsten wieder Kaiserreich oder gar Nazi-Diktatur zurückhätten.
@Sepp Aigner
Die Körber-Stiftung und ihr Bergedorfer Gesprächskreis sind uns hier wohlbekannt. Die versuchen da offenbar in der Tat auszuloten, wie eine von den USA weniger abhängige deutsche Außenpolitik aussehen könnte. Dabei sind sie genau dahin gekommen, dass das aufgrund der Kräfteverhältnisse nur im europäischen Rahmen als europäische Außenpolitik denkbar ist. Aber das ist nicht weit gediehen. Die US-Dminanz besteht nach wie vor fort und macht ganz Europa mehr oder weniger zur US-Kolonie.
Lies mal, was in den Texten der Links, die du hier geschickt hast, wirklich drinsteht, das scheint mir eher ein Beleg für mene Gegenthese zu sein:
1. Eric Gujer schreibt da, dass Deutschland zwar eine Großmacht sei, sich jedoch wie ein Schoßhündchen der USA verhalte und fordert, dass das geändert werden soll und Deutschland Kriege für deutsche Interessen führen soll. Die wichtige und hier im Beitrag analysierte Frage, warum sich Deutschland so verhält, beantwortet er nicht, sondern nennt sie ein Paradoxum.
2. In einer europäischen Außenpolitik wird vom europäischen Adel und ihren Machtbereichen in der Tat ein Mittel gesehen, um die US-Dominanz loszuwerden. Schon die Frage, ob eine europäische Außenpolitik überhaupt möglich ist, zeigt, dass die Bemühungen noch nicht sehr weit fortgeschritten sind - zumal da dann auch wieder Länder wie Deutschland und Polen drinstecken, die in der EU die US-Interessen vertreten.
3. Besonders aufschlussreich ist das Kapitel über die Beziehungen EU-USA im Sicherheitsbereich. Da scheinen sich eigentlich alle bis auf Frankreich einig zu sein, dass die USA aufgrund ihrer Macht, da ist zu lesen, sie werden sogar für Streitigkeiten innerhalb der EU als Schlichter angerufen, eigentlich mit in die europäische Führungsebene eingebunden werden müsste. Da das aber blöde aussehen würde, überlegen sie, die formelle Einbindung durch regelmäßige informelle Zirkel zu umgehen.
Das ist etwa so, wie wenn die Politiker einer Bananrepublik sagen, ohne den US-Direktor der Bananenfirma geht in der Bananenrepublik sowieso nichts, also müsste der eigentlich in der Regierung sitzen. Aber weil das blöde aussehen würde, stimmen sich die Politiker sich dann lieber in “informellen Zirkeln” mit dem Direktor der Bananenfirma ab.
@zdago
Tät mich schon interessieren, was da vor sechs Jahren im “Fall Hohmann” vom BIG BROTHER übern Großen Teich angewiesen sein soll(te) - wenns denn wie Vieles nicht nur Rechtsgeraune wär … also bitte, zdago, Dokumente & Quellen & Links zur Überprüfung nennen / offenlegen … oder zda GO - machensesich schnell vom Acker …
@Redaktion
Meiner Meinung nach bisher solide Arbeit, auch wenn “Bananenrepublik” m.E. zu aufreißerisch klingt. Gäb wohl jeweils in Berlin, Österreich und der Schweiz kritische Rechercheure, die die Debatte hier mal kommentieren könnten (Frau Igel, Dr. Ganser …) anfragen´s doch mal;-)
Gruß Harry
@Harry
Die der NSDAP alle Ehre machende Rede von Hohmann blieb wochenlang weitgehend unbemekrt, bis jemand aus den USA darauf aufmerksam machte, dass darin NS-Gedankengut vertreten wurde.
Der Begriff “Bananenrepublik” ist auf Deutschland bezogen natürlich insofern falsch, als dass in Deutschland keine Bananen wachsen. Das politische Konzept, dass die USA in ihren Bananenrepubliken verwirklicht haben, und mit dem sie sich sowohl die Bevölkerungen als auch die nationalen Eliten Untertan gemacht haben, wurde in Deutschland jedoch verwirklicht. Genau darauf haben wir mit unserem Link auf den Ursprung des Begriffes Bananenrepublik auch hingewiesen:
http://www.mein...Bananenrepublik
Was wir im Artikel, um ihn kurz zu halten, nicht erwähnt haben, ist, dass mit den Dulles Brüdern, die die Bananenrepubliken Südamerikas als Vertreter von United Fruit maßgeblich geformt haben, und dem Propaganda-Spezialisten Edward Barneys, der die Propaganda von United Fruit gemacht hat, für die US-Dominanz über Deutschland zum Teil sogar die gleichen Leute verantwortlich sind wie für die US-Dominanz über mittelmaerikanische Bananenrepubliken wie Honduras.
Angemerkt sei nochmal, dass unsere These, dass Deutschland eine Bananenrepublik der US-Eliten ist, keine Aussage dazu trifft, ob die heimische deutsche Elite in Deutschland nicht möglicherweise noch viel schlimmer wüten würden, wenn sie denn könnten. Wie schlimm die wüten kann, ist schließlich aus den Jahren ‘33 bis ‘45 noch bestens bekannt.
Was wir im Artikel, um ihn kurz zu halten, auch kaum thematisiert hatten, ist, dass Teile der US-Eliten dem Nationalsozialismus gegenüber reichlich positiv eingestellt waren, vor dem Krieg und nach dem Krieg. Hitler hat viel Geld aus den USA bekommen, bezog große Teile seiner Ideologie von dort, unter anderem von Henry Ford. FDR hat im Krieg die UdSSR mit dem Lease-Lend-Program massiv unterstützt, aber schon sein Nachfolger Truman hat nicht die Nazis, sondern die UdSSR als Feind betrachtet.
Da gibt es noch sehr viele Dinge, die bisher nicht im öffentlichen Bewusstsein angekommen sind. Beispielhaft genannt sei hier nur die Rolle von Adenauers Schwager John McCloy, der vor dem Krieg Anwalt von IG Farben war, Hitler ‘36 freundlichst besucht hat und nach dem Krieg reihenweise Nazi-Verbrecher begnadet hat, damit sie im klaten Krieg weiter gegen den Kommnismus kämpfen konnten. Auch die Rolle von Adenauers einflussreichen US-Schwager Lewis Douglas ist geschichtlich noch sehr unzureichend beleuchtet. Wenn er in den USA mit American Cyanid die Lizenz für die Auschwitz-Massenmordwaffe Zyklon-B hatte, könnte das vielleicht auch ein paar Historiker weiter interessieren. Und das umso mehr, als sein Schwager John McCloy die Bombardierung von Auschwitz zur Rettung von Juden verhindert hat. Da ist noch viel Forschungs- und Aufklärungsbedarf, wir haben das hier in unserem Artikel nur kurz angeschnitten.
In den USA sind die Akten der CIA, die über ihre Kooperation mit SS-Schergen näheren Aufschluss geben könnten, immer noch hart umkämpft und die US-Vernehmungsakten in der Kriegsgefangenschaft von Bertelsmann-Patriarch Reinhard Mohn in Kansas sind - entgegen der üblichen Offenlegungsfristen - bis heute gesperrt. So darf man davon ausgehen, dass da noch einige dicke Geheimnisse der Entdeckung harren.
Replik zur Mein-Parteibuch-These und einigen Kommentarenb:
http://kritisch...t-40780130.html
@ Nr. 16 - Aigner
Mir´s das zu sehr hechelnde Zunge, symptomatisch dafür o. Falschlink, hier´s der richtige ->
http://kritisch...1;40780130.html
Sie abheben da auf dt./BRD-Politphasen 1945/49 ff., freilich: weils nicht falsch ist wird´s deshalb auch nicht richtig …
Harry
@Redaktion:
Off-Topic(?)
Der Lissabonner Vertrag ist seit 01.12.09 in Kraft.
Wird langsam mal Zeit das ganze journalistisch aufzuarbeiten.
Also,
ich sehe hier
-nichts-
äh,
doch,
nichtsnutige Streitereien
sehe ich hier;
ihr Helden von mein Part…
Wen kümmerts ob BRD, ob USA uns benutzen?
Unsere Aufgabe ist
Unser Ziel muß sein
Klar zu sagen
Wir glauben euch nichts mehr
Wir haben neue Erkenntnisse
Mir ist egal
in wessen Kugelhagel
ich verräcke
Und Gustav Le Bon zitiert: Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht stets ihr Opfer.
Hier paßt doch wieder Theodor Körner (1791 - 1813)
Noch sitzt Ihr da oben, Ihr feigen Gestalten.
Vom Feinde bezahlt, doch dem Volke zum Spott!
Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
dann richtet das Volk, dann Gnade Euch Gott!
Nur mal so nebenbei, man könnte es eigentlich komisch finden wenn Politiker unsere Sparguthaben “garantieren” diese sind in USA gelandet und die “Garantie” können wir uns nur selbst geben. Die Politik hat ja ausser unserm Geld (Steuereinnahmen) nichts. NICHTS rein garn nichts. Eine Million vor den Reichtag und nicht wieder weggehen bis die Satrapenbande das Hantuch wirft. Was sollten sie auch anderes tun? Uns erschiesen lassen? Nee da fehlt denen im Moment noch der Schneit.
[…] diesem dreckigen Spektakel der Bananenrepublik Deutschland zur Durchsetzung der politischen Ziele von dreckigen US-Mafiosi wird Mein Parteibuch auf keinen […]
[…] haben usw. Nun was soll es, zur oben erwähnten Zwischeneinschätzung, speziell zum Kommentar des Katzenfreundes, folgende […]
[…] eigenständige Mittelmacht, oder doch nur eine Bananenrepublik und abhängig von der Gnade der USA? Hier wird die These vertreten, das Deutschland „eine von den USA beherrschte Bananenrepublik“ ist […]
@ 13
—-Hohmann hat sich mit seinem Gefasel von einer jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung, das er genau wie Adolf Hitler ein paar Jahrzehnte zuvor von Henry Ford abgekupfert hatte, klar selbst ins Aus geschossen.—-
Und was ist mit der Tatsache , dass fast alle europäischen Staaten von Frankreich bis Georgien und von Italien bis zu den Baltischen Staaten von Personen der göttlichen Auserwähltheit “regiert” werden. Wer im europäischen Parlament gehört denn dieser Gruppe auch nicht an ?
Peinblich , aber was der Adolf mal von sich gab, scheint über einen gewissen Wahrheitsgehalt zu verfügen.
Ich jedennfalls bin sehr vorsichtig geworden, wenn man dem nur Lügen und Märchen unterstellt.
@ 13
beginne mal, dich von hier ab durchzuarbeiten:
http://www.talm...rate.420.0.html
http://www.igen...CFQVgZwodwSmIhQ
Na kommen da nicht sofort einige Zusammnhänge aus der Geschichte ans Licht?
@david
>Und was ist mit der Tatsache
Tatsache? Ein rechtsextremes antisemitisches Märchen ist das, was du hier auftischst, direkt den Protokollen der Weisen von Zion entspringend.
Dein belegender Link ist geprägt von selektiver Wahrnehmung. In der SPD gibt es viele Arbeitskreise, der Arbeitskreis jüdischer Sozialdemokraten gehört in der SPD ganz sicher nicht zu den besonders einflussreichen.
@Was so bewegt!
Erstmal vielen Dank für deinen Diskussionsbeitrag. Ich habe gerade versucht, in deinem Blog zu kommentieren, was leider wegen deines Spamfilters nicht geklappt hat. Deshalb nun hier mein Kommentar zu deinem Artikel:
Hallo,
es geht uns mit der Analyse keineswegs darum, den in Deutschland verantwortlichen einen Persilschein zu erteilen. Lass mich ein Bild aus dem Mittelalter gebrauchen, um das zu verdeutlichen:
Wenn man einen sadistischen Henker loswerden will, so kann es durchaus hilfreich sein, auch zu betrachten, dass hinter dem Henker ein freundlich dreinblickender Richter steht, der die Urteile fällt, die der Henker vollstreckt.
Das stellt dem Henker keineswegs einen Persilschein aus, aber es zeigt einen Ansatzpunkt für Aktionen, um den Henker loszuwerden: nämlich den Richter.
Und ganz ähnlich sehe ich das in Bezug auf Deutschland. Um die nationale Elite zu entmachten, muss auch die dahinter stehende US-Elite angegangen werden. Geschieht das nicht in ausreichendem Maße, so wie beispielsweise in der BRD ‘68, kommt dabei kaum mehr als eine neue Helmut-Schmidt-Phase raus, bis die US-Eliten ihre Macht in Deutschland konsolidiert und neue Vollstrecker gefunden haben.
Schaut man sich die jüngere Geschichte der Welt an, so ist die Entmachtung der US-Eliten geradezu Grundvoraussetzung, um nationale Ausbeuter loszuwerden. Ohne die Entmachtung der US-Eliten in den Ländern gäbe es Venezuela, China, Russland, Kuba und so weiter nicht, so wie es das heute gibt.
Beste Grüße
Ein Katzenfreund
Hallo Katzenfreund,
verstehe ich eigentlich nicht, bei mir sind die Kommentare freigeschaltet, sobald ein Name und eine E-Mailadresse angegeben werden und eine einfache Aufgabe gelöst wird. Die einzigen Kommentare, welche in eine Warteschleife geführt werden, also eine Moderation abwarten müssen, sind jene, welche mehr als drei Links enthalten.
Vielleicht klappt es ja das nächste mal, würde mich freuen.
Aber nun zur Antwort: Bilder sind gut, mit ihrer Hilfe lässt sich vieles besser veranschaulichen. Aber wenn ich die Folgen, nicht nur von politischen Handlungen, auf jemanden anderes abwälzen kann, in dem ich die Verantwortung delegiere, so hat das schon etwas mit einem Persilschein zu tun! Was anderes ist es nämlich nicht wenn versucht wird, Macht repräsentierende Eliten, in die Abhängigkeit von anderen, Macht repräsentierenden Eliten, zu setzen, anstelle die eigentlichen Abhängigkeiten aufzuzeigen.
Wenn ich das Bild nun recht verstehe, so würde in diesem Zusammenhang der Henker die deutschen Machteliten repräsentieren und der Richter die US-Amerikanischen Machteliten! Nun spricht zwar der Richter das Urteil und der Henker vollstreckt dieses, nur in wessen Namen spricht der Richter ein Urteil? Es geht weniger um den Richter und den Henker, da beide letztendlich nur Vollstrecker sind, sondern um jene, in dessen Namen, in dessen Interessen verurteilt und vollstreckt wird. Der Vergleich Richter und Henker betrachte nur eine Erscheinung an der Oberfläche eigentlicher Machtstrukturen, genauso wie die letztendliche Zuweisung der Verantwortung an die verschiedensten Eliten. Wie die verschiedensten Eliten nur williges Werkzeug in den Händen der eigentlich Mächtigen sind, sind es auch der Richter und der Henker! Eine jegliche Form von Nationalismus ist untauglich die eigentlichen Ursachen zu erkennen, aufzudecken und zu bekämpfen.
Aber wie schon geschrieben, die Eliten mögen ein Teil des Problems sein, die Ursache sind sie nicht! Und wie sollte es aussehen, im Bezug auf die Bundesrepublik, wenn man die nationalen Eliten entmachten will, und dazu erst einmal die US-Amerikanischen Eliten entmachten muss? Wie sollte dieses geschehen, erklären wir nun den US-Eliten den Krieg, erst einmal im Interesse der eigenen Eliten und schaffen diese dann nach erfolgreichem Ausgang ab? Das funktioniert nicht, kann es nicht, in diesem Fall treffen Interessen aufeinander, welche nicht des Volkes sind, für deren Durchsetzung das Volk maximal und das gegen seine eigenen Interesse, instrumentalisiert wird.
Nein, diese ganze Elitediskussion führt von den eigentlichen Problemen weg, verschleiert diese und lenkt die Aufmerksamkeit in eine völlig falsche Richtung!Wie schon geschrieben, die Eliten sind nicht mehr, aber auch nicht weniger, als die willigen Vollstrecker der Machthabenden Klasse in diesem System, der Bourgeoisie, mit ihren Monopolen und weltumspannenden Unternehmungen. Und wie diese international agiert, agieren auch die Eliten international, dabei agieren sie im gemeinsamen Interesse, gegen den „Rest der Welt“ und den Werktätigen weltweit, aber auch gegeneinander!
Wenn es in Cuba anders ist, so weil das Kapital dort nicht einmal präsent ist, wenn es in China anders ist, so weil das Kapital dort bis jetzt über keine politische Macht verfügt und wenn es in Venezuela anders ist, so weil sich die dortige Gesellschaft im Umbruch befindet und dem internationalen Kapital die Macht gestutzt wurde. Wenn es in Russland anders ist, … aber ist es in Russland anders? Ja, auch dort wurden dem internationalem Kapital Grenzen aufgezeigt, wobei sich das eigene Kapital auch internationalisiert hat.
Nein, die Eliten sind nicht ursächlich für die Problem der Gesellschaft, für die sich zuspitzenden Probleme unser Zeit, ursächlich sind die gesellschaftlichen Verhältnisse und besonders die Besitzverhältnisse. Mögen die Eliten auch als Katalysator wirken und manch einen Vorgang beschleunigen, aber auch abbremsen, gegen die objektiv im System des Kapitals wirkenden Gesetzmäßigkeiten können auch diese nichts unternehmen, sie sind gezwungen diesen gerecht zu werden.
Beste Grüße
Thomas
[…] hatte dieser Beitrag Reaktion erfahren. Diese ließ ich nicht unbeantwortet, gerade auch der Eliten und der in diesem […]
Hi Thomas,
bei denen Kommentaren gibt es offenbar noch einen Check, ob das Javascript des Browser dem Spamfilter genehm ist. Das Problem dabei: Javascript ist ein Sicherheitsrisiko. Die Fehlermeldung erschien erst nach erfolgreichem Lösen der simplen Aufgabe.
Nun aber zum eigentlichen Inhalt. Keineswegs möchte ich mit der These, dass Deutschland eine von den USA beherrschte Bananenepubilik ist, irgendjemanden von Schuld befreien. Das Bild vom Henker und Richter sollte verdeutlichen, dass es nicht reicht, auf die übel tätlichen Personen zu schauen, um diese loszuwerden, sondern dass es auch notwendig ist, einen Blick auf deren Abhängigkeiten zu werfen und die dahinter stehenden Machtstrukturen zu kennen. Die Kette der Machtstrukturen zu durchschauen, ist einerseits wichtig, weil man sonst leicht in die Irre geleitet wird und andererseits wichtig, weil man nur so die sich daraus ergebenden Chancen erkennen kann. Ich vermute, damit stimmen wir so ungefähr überein.
Du schreibst:
>Wie die verschiedensten Eliten nur williges Werkzeug in
>den Händen der eigentlich Mächtigen sind, sind es auch der
>Richter und der Henker!
Genau das ist es, was ich mit der Analyse versuche, die Kette der Machtstrukturen analytisch raufzugehen, und zu sehen, wer die “eigentlich Mächtigen” sind bzw wieviel Macht welche Personen und organisierten Gruppen von Menschen wirklich haben. Unsere Analyse der US-Machtstrukturen hinter der BRD-Elite ist erstmal als eine wertneutrale Beschriebung des Ist-Zustandes gedacht. Erst in einem weiteren Schritt, wenn klar ist, inwieweit das stimmt, lässt sich dann untersuchen, wo in den Erkenntnissen Chancen liegen.
Beim folgenden Satz möchte ich dir jedoch widersprechen. Du schreibst:
>Eine jegliche Form von Nationalismus ist untauglich die
>eigentlichen Ursachen zu erkennen, aufzudecken und zu
>bekämpfen.
Das ist zwar insoweit richtig, dass Nationalismus keine Lösung ist, aber insofern falsch, wenn es den Eindruck erweckt, Machtstrukturen seien nicht auch in nationalen Strukturen zu analysieren. Ganz konkret ist es so, dass insbesondere die Machtstrukturen geheimdienstlicher Organisationen in weiten Bereichen nach nationalen Kriterien organisiert sind, also bestimmte Geheimdienste wie z.B. die CIA ganz klar einer nationalen Machtstruktur, also hier z.B. den der USA, zuzuordnen sind. Ähnliches gilt für militärischen Machtstrukturen, auch wenn es da aufgrund von Organisationen wie NATO usw Blockbildungen gibt, die den Aspekt, welche nationale Elite - nämlich in der NATO die der USA - da bestimmend ist, zu einem Teil verdeckt. Die Analyse der Machtstrukturen in nationalen Kategorien ist durchaus hilfreich, auch wenn Nationalismus natürlich keinerlei Lösung ist.
Und natürlich ist es hilfreich, zu verstehen, wenn innerhalb von sehr mächtigen Organisationen wie verschiedenen Geheimdiensten innerhalb einer nationalen Elite Streit entsteht - als Beispiel sei der historische Streit zwischen CIA und FBI in den 50er Jahren, denn das zu erkennen kann Chancen bieten.
Man mag solche Analysen meinetwegen auch Gegnerbeobachtung nennen. Konkret zu wissen, welche Personen gegenteilige Ziele haben ist schon wichtig, denn dann lässt man sich von denen nicht so leicht auf’s Glatteis führen. Als Beipiel für das Glatteis sei nur die gerade abgehaltene unsägliche antideutsche Demo pro USA und Israel in Hamburg genannt, auf der vermutlich auch Menschen präsent waren, die wirklich glauben, sie würden sich damit irgendwie gegen Kapitalismus einsetzen. Tatsächlich sind sie mit den Flaggen des Kapitals marschiert.
Weiter. Du schreibst:
>Und wie sollte es aussehen, im Bezug auf die
>Bundesrepublik, wenn man die nationalen Eliten entmachten
>will, und dazu erst einmal die US-Amerikanischen Eliten
>entmachten muss?
Nein, die Schlussfolgerung, “erst einmal” die US-Eliten entmachten zu müssen, ist keineswegs unsere Intention. Ganz im Gegenteil, bei so einem Ziel kann nichts rauskommen. Da haben wir danach die nationalen Eliten an der Macht und die sind auch nicht besser.
>Wie sollte dieses geschehen, erklären wir nun den
>US-Eliten den Krieg, erst einmal im Interesse der eigenen
>Eliten und schaffen diese dann nach erfolgreichem Ausgang
>ab?
Die Erkenntnis, dass die BRD ein Marionettenstaat der USA ist und zu wissen, wie da die Machtstrukturen laufen, eröffnet vielleicht trotzdem Chancen, denn da lässt sich womöglich die BRD-Elite gegen die US-Elite ausspielen. Oben hatte ich ja schon das Beispiel erwähnt, wie das Evo Morales in Bolivien glänzend geglückt ist, sich die Widersprüche zwischen nationalen Statthaltern und US-Herren zunutze zu machen. Solch eine Strategie könnte - natürlich adaptiert und angepasst - vielleicht in Deutschland auch funktionieren.
Aber weiter:
>Wie schon geschrieben, die Eliten sind nicht mehr, aber
>auch nicht weniger, als die willigen Vollstrecker der
>Machthabenden Klasse in diesem System, der Bourgeoisie,
>mit ihren Monopolen und weltumspannenden Unternehmungen.
Genau. Und die machthabende Klasse wollen wir bloßstellen. Und zwar mit Namen, Funktionen und Abhängigkeiten voneinander. Und da wollen wir die Fäden der Marionetten raufgehen, soweit wie sie erkennbar sind. Wir wollen mit gutem Journalismus sichtbar machen, wer diese machthabende Klasse ist. Und wie oben gezeigt, unser Weg, zu recherchieren und die Fäden der Macht hochzugehen , führte von der BRD in die USA und dort insbesondere zu den Geheimdiensten, denen im Machtgefüge aufgrund ihrer Medienoperationen eine Schlüsselfunktion zukommt. Hinter oder über den Geheimdiensten stehen tatsächlich wieder Kapitalisten, einige haben wir namentlich bereits recherchieren können, aber manchmal sind Geheimdienstler - man denke nur an Hoover und Dulles - auch mächtiger als sehr mächtige Kapitalisten. Die Machtstrukturen sind durchaus Komplex. Geheimdienstbosse haben gegenüber Kapitalisten trotz geringen Vermögens oft den Vorteil, dass sie die Strukturen besitzen, um Kapitalisten, wenn sie nicht spuren, in Persona zu eleminieren.
Hier schreibst du etwas, was ich auch als Chance sehe:
>Und wie diese international agiert, agieren auch die
>Eliten international, dabei agieren sie im gemeinsamen
>Interesse, gegen den „Rest der Welt“ und den Werktätigen
>weltweit, aber auch gegeneinander!
Die Widersprüche auszunutzen, dass die mächtige Klasse auch gegeneinander arbeitet, sehe ich auch als Chance. Die Widersprüche sollten wir uns bemühen, im Detail zu erkennen, um sie dann auszunutzen.
Hier noch was, was ich anders sehe:
>Wenn es in Cuba anders ist, so weil das Kapital dort nicht
>einmal präsent ist,
Dass das Kapital in Kuba, Venezuela und Co nicht die Macht hat, liegt meiner Meinung nach insbesondere daran, dass die US-Geheimdienste rausgeflogen sind. In Deutschland ist das anders. Kapital und Geheimdienste gehen Hand in Hand. Doch die Geheimdienste sind es, die viel mehr das Zepter in der Hand halten, als das so ohne weiteres sichtbar ist.
Und zum Schluss:
>Mögen die Eliten auch als Katalysator wirken und manch
>einen Vorgang beschleunigen, aber auch abbremsen, gegen
>die objektiv im System des Kapitals wirkenden
>Gesetzmäßigkeiten können auch diese nichts unternehmen,
>sie sind gezwungen diesen gerecht zu werden.
Das “System des Kapitals” besteht aus ganz reale Personen, die “Gesetzmäßigkeiten” werden von Personen gemacht. Ich halte es für richtig, die Analyse zur Systemanalyse zu verallgemeinern, weil das erkenntnistheoretische Chancen zeigt. Nichtsdestotrotz ist es, wenn es das System denn im Sinne des Gemeinwohls geändert werden sollen, wichtig, sich genau anzuschauen, wer die handelnden Personen des Systems sind, die dem System die Beharrungskräfte verleihen.
Unsere Analyse der Machtstrukturen der USA in Deutschland soll genau dazu einen Teil beitragen: erkennen, wer die Gegner, also, wie du es nennst, die “wahren Machthaber” sind, und das nach Möglichkeit mit Name und Adresse. Eine konkrete Analyse ist dringend notwendig, denn eine Analyse, die auf der theoretischen Stufe stehenbleibst und sich nicht mit Namen der Machthaber beschäftigt, läuft Gefahr, so Irrlichter wie die Antideutschen Pro-USA-Demonstranten hervorzubringen.
[…] doch sowieso jeder: die USA beherrschen die Welt. [Trackback URI] […]
@ Redaktion,
nun hatte ich in den letzten Tagen wenig Zeit, möchte aber eine Antwort nicht schuldig bleiben und dieses schon aus dem Grund nicht, weil es sich hierbei um ein grundsätzliches Problem handelt. Obwohl ich die Antwort durchaus herauslesen kann, möchte ich trotzdem Fragen, ob ihr der Meinung seid, dass die verschiedensten Strukturen der Macht, repräsentiert durch die verschiedensten Eliten, verantwortlich sind für die Probleme in unserer heutigen Gesellschaft, für die Probleme im Kapitalismus selbst?
Gruß
Thomas
@kucaf
Die Probleme in unserer heutigen Gesellschaft haben viele Ursachen. Eine Ursache ist das System Kapitalismus. Eine weitere Ursache ist das unverantwortliche und gierige Verhalten mächtiger Menschen, die wir hier als “Eliten” bezeichnen. Kapitalismus begünstigt Verhaltensmuster wie Gier stark. Es gibt da also enge Wechselwirkungen.
Andererseits ist es aber auch so, dass durch die Änderung oder Abschaffung des Kapitalimus das Problem Gier nicht abgeschafft wäre. Es würde auch danach mächtige Menschen geben, die sich unverantwortlich, dumm und gierig verhalten.
Machtmissbrauch wie Korruption, Gier und Dummheit kann Recherche und Journalismus entgegenwirken. Es ist wichtig, den Mächtigen möglichst genau auf die Finger zu schauen, und zwar unabhängig vom Gesellschaftssystem.
@Redaktion,
sicher haben die Probleme in der heutigen Zeit viele Ursachen, gibt ja auch viel Probleme, doch sicherlich sind einige alles bestimmende Probleme auszumachen, so zusagen Grundprobleme dieses Systems. Und warum ist das System Kapitalismus eine Ursache? Und warum handeln Menschen unverantwortlich und gierig? Ja, warum begünstigt der Kapitalismus solche Verhaltensmuster? Viele Fragen gibt es zu beantworten, auch würde es so sein, dass die Gier mit der Abschaffung des Kapitalismus nicht gleich verschwinden würde, nur ist es deshalb angebracht diesen nicht in Frage zu stellen? Was sind eigentlich die Ursachen für solche Verhaltensweisen und was ist schon unverantwortlich und in wessen Sinne?
Sein oder Bewusstsein, dass ist hier die Frage! Ursache und Wirkung und Wirkung und Ursache.
Das es wichtig ist, für Offenheit und Transparenz zu sorgen, den Mächtigen, aber nicht nur diesen, auf die Finger zu schauen, da sind wir uns sicher einig, und vom auf die Fingerschauen kann man der Ursachen der Probleme durchaus habhaft werden. Ob sie dadurch gelöst werden können ist aber eine andere Frage.
Ja, die Ursachen sind vielschichtig, nur was ist die primäre Ursache, oder sind alle Ursachen gleichwertig?
Gruß
@Kucaf
Was wichtig ist, ist verantwortungsvolles Handeln und soziales Miteinander.
Eine Ursache dafür, dass das nicht funktioniert, ist Kapitalismus. Eine andere Ursache ist beispielsweise Religion. In Deutschland ist Kapitalismus de facto Staatsreligion, das überschneidet sich sicherlich, aber es ist nicht das Gleiche.
Bei der Religion kommt es auch, genau wie im Kapitalismus, auf die Eliten, dass heißt, die führenden Personen, an. Es gibt verschiedene Ursachen, die das Leben zerstören. Ich denke, es gibt keine primäre Ursache dafür, dass verantwortungsvolles Handeln der Mächtigen in der Realität nicht gegeben ist.
Ich denke, eine Wertigkeit, oder anders ausgedrückt, eine “primäre Ursache”, gibt es nicht. Es gab den Manchester-Kapitalimus und die roten Khmer, die US-Italo-Mafia und den großen Sprung, Kolonialisten und Zionisten, und so unterschiedlich alle diese geschichtlichen Ereignisse und Bewegungen waren, so zerstörerisch waren sie.
Kapitalimus westlicher Prägung hat in der Geschichte bewiesen, ein besonders übles System zu sein, doch seine Abschaffung und Ersetzung durch ein anderes System allein macht nicht alles gut.
Da bedarf es mehr zu: und das ist insbesondere die Forderung, eine verantwortungsvolle Führungsschicht an der Macht zu haben, die sich dem sozialen Miteinander aller Menschen der Welt wirklich verpflichtet fühlt, zu nennen. Wie sich diese Führung dann schimpft, ist egal, solange nur ihre Taten für sie sprechen. Und dabei ist es insbesondere wichtig, zu sehen, wie sehr sich die Führung von Journalisten und anderen Publizisten auf die Finger gucken lässt.
Und andersherum formuliert: Was für eine Flagge weht - soziale Marktwirtschaft, Sozialismus, religiöse Republik oder was auch immer - ist letztlich nicht so wichtig. Die konkreten Inhalte bezüglich verantwortungsvollem Handeln und sozialem Miteinander sind wichtig. Dass sich im Kapitalismus hingegen verantwortungsvolles Handeln ausbreitet, ist sehr unwahrscheinlich.
@Redaktion,
… weiter …
verantwortungsvolles Handeln und soziales Miteinander sind sicher wichtig, aber wichtig ist auch die Basis, auf der dieses geschieht, geschehen soll. Wobei verantwortungsvolles Handeln so allgemein geschrieben in fast jede Richtung interpretiert werden kann. Nicht nur deshalb kommt es eigentlich auf die Interessen an, welche sich hinter dem Handeln und dem Miteinander verbergen.
„In der gesellschaftlichen Produktion ihres Lebens gehen die Menschen bestimmte, notwendige, von ihrem Willen unabhängige Verhältnisse ein, Produktionsverhältnisse, die einer bestimmten Entwicklungsstufe ihrer materiellen Produktivkräfte entsprechen. Die Gesamtheit dieser Produktionsverhältnisse bildet die ökonomische Struktur der Gesellschaft, die reale Basis, worauf sich ein juristischer und politischer Überbau erhebt, und welcher bestimmte gesellschaftliche Bewusstseinsformen entsprechen.“ (Marx, MEW, Band 13, S.
Somit ist es nicht von geringer Bedeutung, welches die primären Ursachen sind, denn deren Erkenntnis ermöglicht es nicht nur die verschiedensten Erscheinungen innerhalb der Gesellschaft zu erkennen und zu erklären, sondern weist auch den Ansatzpunkt um erfolgreich Veränderungen zu generieren.
Es ist natürlich relativ einfach festzustellen, dass eine Ursache für gegenwärtige Probleme der Kapitalismus ist, solange aber nicht die Frage nach dem Warum beantwortet wird, bleibt die Kritik bestenfalls oberflächlich! Ähnlich verhält es sich mit der Religion und jeglichen anderem Fetischglaube, solange die Ursachen dieses Glaubens nicht ergründet werden.
Aber der Text wirft noch mehr Fragen auf, ist der Kapitalismus Staatsreligion, oder ist der Staat das entsprechende Produkt der sozial/ökonomischen Struktur, welche man Kapitalismus nennt? Somit ist es schon wichtig, was die Basis einer Gesellschaft ist und was der sich daraus ergebende Überbau. Wenn die Ursachen letztendlich im Überbau gesehen werden, werden auch Möglichkeiten für Veränderungen in diesem gesehen. Nun gut, zwar ist dem Überbau eine gewisse Eigendynamik nicht abzusprechen und gestaltende Rückwirkungen auf die Basis der Gesellschaft durchaus gegeben, nur ohne diese entscheidend zu verändern, werden die Ursachen gegenwärtiger Probleme weiter Bestand haben.
Sicher gibt es auch die verschiedensten Ursachen, oder auch Widersprüche, darunter sind solche, welche relativ einfach zu beseitigen oder zu lösen sind, andere wiederum bedürfen radikalere Einschnitte und dann gibt es noch den Grundwiederspruch des Kapitalismus, welcher verantwortlich zeichnet für die allgemeine Krise des Kapitalismus. Diese Krise ist nicht innerhalb dieses Systems zu lösen, egal wie entsprechende Eliten reagieren. Und auch die führenden Personen einer Gesellschaft, die Eliten, werden nicht um hin können, entsprechend objektiver Gesetzmäßigkeiten zu agieren. Damit meine ich nicht juristische Gesetzmäßigkeiten.
Nun gibt es verschiedene Ursachen, welche das Leben zerstören, zerstören können, zumindest aber bedrohen, allein, wie ist ihnen zu begegnen? Die Eliten des Kapitals handeln wie die Eliten des Kapitals handeln müssen, sie können gar nicht anders, sie gehorchen den objektiven Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen Produktionsverhältnisse, mit allen Konsequenzen. Aber nicht nur diese, auch alle anderen Menschen sind gezwungen, innerhalb dieser Verhältnisse entsprechend zu agieren, bei Strafe ihres Unterganges und das solange, solange die Basis der Gesellschaft die Gesamtheit der kapitalistischen Produktionsverhältnisse ist. Dabei ist es egal, wie und wo im Überbau gezuckt wird, wie Eliten entscheiden und welche Grausamkeiten sie sich einfallen lassen, um die Probleme der Gesellschaft in den Griff zu bekommen. Ja, auch sie sind bestrebt die verschiedensten Probleme in den Griff zu bekommen, aber eben entsprechend ihrer Aufgabe, ihrer Ausrichtung, im Interesse des Kapitals.
Dabei ist es übrigens von untergeordneter Bedeutung in welcher Verkleidung das kapitalistische System daher gekommen ist und daherkommt. Auch der Kapitalismus entwickelt sich weiter und hat schon lange sein imperialistisches Stadium erreicht, wobei wir wieder beim eigentlichem Thema wären. Die Bahnahnenrepublik! Diese Ansicht ist einer Herangehensweise an den Kapitalismus geschuldet, welche die Entwicklungen der letzten Jahre, Jahrzehnte zum Teil ignoriert. Die Entwicklung ist weiter gegangen, der staatsmonopolistische Kapitalismus hat sich durchgesetzt und Unternehmen haben Größen erreicht, wo das eigene Land als Markt schon lange nicht mehr ausreichend ist. Diese Unternehmen agieren europaweit, ja weltweit und dieses übergreifende Agieren bringt die entsprechenden politischen Strukturen mit sich. Die Konzentration und Zentralisation der Produktion nimmt weiter zu, es entstehen immer größere Wirtschaftseinheiten, welche immer größere Spielräume der Entfaltung benötigen, diese müssen geschaffen werden und sie werden geschaffen. Das die bundesdeutsche Politik auf diverse Zwänge und Abhängigkeiten verweist, ist nicht nur daher geholt, sie bestehen wirklich, aber sie werden auch instrumentalisiert, in dem sie zum absolutem Zwang erhoben werden, was sie aus Sicht des Kapitals auch sind, aber nicht Alternativlos, wie so oft behauptet.
Wenn geschrieben wird: „Kapitalismus westlicher Prägung hat in der Geschichte bewiesen, ein besonders übles System zu sein, doch seine Abschaffung und Ersetzung durch ein anderes System allein macht nicht alles gut.“ so stellt sich die Frage nach dem Kapitalismus nicht westlicher Prägung und wäre ein anderer Kapitalismus ein weniger übles System? Allein wird wohl kaum etwas gut, nur wenn es gilt den Kapitalismus abzuschaffen, so sollte einen durchaus bewusst sein, durch was dieses System zu ersetzen wäre! Wie müsste ein System beschaffen sein, welches dazu taugt die Widersprüche des Kapitalismus im Interesse der Menschheit zu negieren? Dazu ist es erst einmal wichtig die eigentlichen Ursachen festzumachen. Werden diese durch die Führungsschicht, die Eliten, die Politik, die Religion etc. hervorgebracht, oder sind sie durch die Produktionsverhältnisse bedingt? Wenn man natürlich zu dem Schluss kommt, die Eliten, die Führung der Gesellschaft sind Schuld, so besteht sicher eine Lösung im Austausch der Eliten, der Führer der Gesellschaft, der Politiker etc., nur wie oft wechselten die Führer, die Eliten, die Politiker allein in den letzten Jahren und hat sich etwas verbessert? Da baut zum Beispiel eine Führungskraft in der Wirtschaft Mist, wie so oft in der Vergangenheit, und Ruck Zuck wird sie ausgetauscht und hat sich dadurch etwas zum besseren gewendet? Und selbst wenn es gelingen würde, Führungskräfte an die Macht zu bringen, welche sich der Welt und den Menschen verpflichtet fühlten, wie lange könnten diese wohl ihrem Gefühl nachgehen, wie schnell würden sie auf dem Boden der wirtschaftlichen Realitäten zurückgeholt? Der Fisch möge zwar am Kopf anfangen zu stinken, nur wenn ich den Kopf des toten Fisches austausche, wird er dadurch wieder lebendig und weniger stinken?
Nun zum letzten Punkt, es ist schon wichtig was für eine Flagge weht, wenn Veränderungen angestrebt werden, sofern man nicht in idealistischen Wolken schwebt und den Boden unter den Füßen verloren hat. Ja, seien wir uns bewusst, die Schwerkraft holt uns wieder und der Mensch kann ohne Hilfsmittel nicht fliegen! Zum Schluss wird zwar richtig erkannt: „dass sich im Kapitalismus hingegen verantwortungsvolles Handeln ausbreitet, ist sehr unwahrscheinlich.“ nur steht die vorhergehende Aussage selbst dagegen, denn was ist soziale Marktwirtschaft anderes, als eine andere Bezeichnung für Kapitalismus?
Veränderungen sind aus dem Überbau heraus zu bewerkstelligen, ihre Ursachen sind aber in der ökonomischen Struktur, der Basis einer jeden Gesellschaft, zu finden. Eine einfache Umgestaltung des Überbaus, ohne die Basis der Gesellschaft zu verändern, wird maximal eine Kosmetik am System hervorbringen, aber keine Veränderungen.
Gruß
Thomas
[…] Deutscher Wochenschau, sondern der gebührenfinanzierte Leuchtturm der freien Medienlandschaft im freien Deutschland. Was für eine Farce. [Trackback URI] […]
[…] postfaschistische Deutschland mit der saudischen Diktatur eng verbündet. Beide Staaten sind von den USA beherrschte Bananenrepubliken. [Trackback URI] […]
Liebe Redaktion,
Ich erlaube mir in letzter Zeit des öfteren, auf Artikel des Parteibuchs hinzuweisen.
Zur Kenntnisnahme folgende Rückmeldungen:
1. Danke, das ist einer der allerbesten
Artikel der letzten Monate und es lohnt sich die links darin zusätzlich zu lesen.
Es wird höchste Zeit diese Marionettenpolitiker loszuwerden und zu einem Zeitpunkt an dem in F Sarkozy abgewählt wird(seine Popularität hier ist jedenfalls stark gesunken) und wieder ein Franzose der wirklich französische Interressen vertritt, hätte auch in D ein Politiker Chancen, der den Amis zeigt wo der Pfeffer wächst ohne die Franzosen haben wir allerdings kaum Chancen da durch die neuen Mitglieder der EU im Osten die US-Vasallen an Macht gewonnen haben und ohne ein starkes Kerneuropa immer für US-Politik eintreten werden.
Ein Souverän agierendes Europa, mit guten Beziehungen zu Russland, könnte auch erreichen das durch Verhandlungen in gleicher Augenhöhe die transatlantischen Beziehungen beiden Seiten nutzen.
2. Schmales Format! Vielleicht ein Hinweis auf Engstirnigkeit.
Was mich allerdings überrascht hat sind die familiären Bindungen Adenauers an angelsächische Würdenträger. Irgendwie hatte mich immer schon die weltmännische Klugheit des kölner Oberbürgermeisters
irritiert. Es war Küchendiplomatie, wie ich jetzt erkenne!
Danke für den Link!
3. Ich hatte in den letzten 10 Minuten nichts besseres zu tun, da mein Flieger, in dem ich sitze, keine Starterlaubnis bekommt und wir von den Flugbegleitern sogar noch kleine Häppchen serviert bekommen, was nichts gutes in Bezug auf die weitere Wartezeit bedeutet.
Der ganze Blog ist aus pseudowissenschaftlichen Thesen zusammengesetzt.
Dass man in sehr unsicheren und krtischen Zeiten auch Informationen und Anregungen aus solchen Quellen holt, mag verständlich sein, aber man sollte nie seinen Verstand abschalten.
Im gesamten Beitrag wurde mit keiner Silbe auf die internationalen Wirtschaftsverflechtungen eingegangen.
Und genau die sind es aber, die immer wichtiger werden, wenn man geostrategisch denken möchte.
Außerdem sind ein paar Fakten (bewußt) falsch wiedergegeben. Sarkozy z.B. war zu Zeiten Schröders Ablehnung des Iraq Krieges franz. Innenminister und kein Präsident…. Ihm oblag die Aufsicht über die franz. Geheimdienste und er war übrigens einer der ganz wenigen franz. Politiker, die *für* einen Waffengang gegen den Iraq plädierten, weil er sich dadurch höhere Umsätze der französischen Waffenindustrie und höhere Beteiligung / Kontrolle am Aufbau der iraqischen Ölindustrie nach einem Krieg erhoffte. Die Firma Total ist nun mal mehr als sein Hobby…. Man könnte auch sagen, der Mann ist das Hobby der französischen Ölfirmen…
Und da sind wir beim Thema: Die größte Bedeutung über die Richtung der Politik eines jeden ach so demokratischen Landes haben einige wenige multinationale Konzerne. Letztlich sind viele der gewählten Politiker nichts anderes als Frontrunner dieser Konzerne.
Und diese Konzerne denken nicht in nationalen Kategorien, sondern in wirtschaftlichen Kategorien.
Der beste Beweis war doch der Fastzusammenbruch der Finanzindustrie und die Ursachen / Folgen hiervon:
Erst spielten Regierungen und Banken zusammen, als mangelnde Absatzmärkte durch Millionen insolventer Kaufinteressenten ausgefrischt wurden, und als dann das ganze System implodierte, drohte den Staaten nichts anderes als innere Unruhen und Schlimmeres, so dass plötzlich das Undenkbare geschah: Die Notenpresse wurde mächtig angetrieben.
So, jetzt wird es gemütlich, ich bekam gerade die Erlaubnis zu rauchen… Soll heißen, meine Emirates wird noch länger am Boden bleiben. Nur raus dürfen wir auch nicht. Dabei soll es nur nach Manama gehen. Die Zeit für das Check-In und Check-Out eingerechnet, wäre ich mit dem Kamel vielleicht schneller dort…
4.
“Und da sind wir beim Thema: Die größte Bedeutung über die Richtung der Politik eines jeden ach so demokratischen Landes haben einige wenige multinationale Konzerne. Letztlich sind viele der gewählten Politiker nichts anderes als Frontrunner dieser Konzerne.”
Genau das ist unser Problem, das aber niemand wahr haben will! Schon seit Jahren versuche ich bei vielen Gesprächen darauf hinzuweisen. Aber keiner glaubt das, oder will es nicht glauben. Entweder es fehlt der “Durchblick” oder es wird abgeblockt. So nach dem Motto “…das kannste doch nichts dagegen machen”.
Ein Bundestagsabgeordneter wimmwelte mich mal ab, mit den Worten “…wer hat ihnen denn den Schwachsinn eingeredet” Er war aber nicht bereit darüber zu diskutieren.
Genannte Rückmeldungen sind im Original auf:
http://rhein-ze...m/index.php?f=0
zu finden.
Wenn man Lust hat, zu suchen.
So eine Provinzlaberbude am Abend ist echt entspannend, auch wenn sie nun gar nicht euer Niveau erreicht.
Grüsse aus der Provinz, und nie den Humor verlieren,
Jakob
[…] ihres Propaganda-Apparats, wie er kaum ohrenbetäubender sein könnte. Der Statthalter der USA in Deutschland, Warlord von und zu Guttenberg, erklärte, die Geduld der zionistischen US-Mafia sei “nun […]
[…] die Delegierten eines unbedeutenden mitteleuropäischen Landes, das sowieso mehr eine Kolonie der USA als ein selbständiges Land ist, sind mit den Delegierten der Atomwaffenstaaten USA, […]
[…] mit den Worten: “Wir sind intellektuelle Prostituierte.” Das wissen Journalisten in der Bananenrepublik Deutschland auch und sie erfüllen ihre Aufgabe mit Hingabe. [Trackback URI] […]
[…] wie Righthaven LLC gerade in den USA jede Menge Blogs mit abstrusen Copyright-Klagen platt. In der von den USA beherrschten Bananenrepublik Deutschland und anderen ähnlich unfreien Ländern, wo es keinen ersten […]
Ein gelungener Artikel, der vieles zusammenfaßt und einiges außer acht läßt/lassen muß, um leserlich zu bleiben, denke ich.
Einige Zusammenhänge scheinen mir durchaus noch der Überprüfung wert. Dazu empfehle ich das Buch “Die unsichtbare Hand” von A. Ralph Epperson (mit reichlich Quellennachweisen zum Überprüfen). Da bekommt auch die “Feindschaft” zwischen Kapitalismus und Kommunismus ein ganz anderes Antlitz.
Dies Buch enthält eigentlich viele Bücher, die man sich dann sparen kann.
Freundlichen Gruß aus Hannover,
Heinz
@Heinz
Was soll an primitiv zusammengestöpselter Propaganda wie dem Zeug von Epperson interssant sein? Da kannst du auch “Mein Kampf” lesen, das ist der gleiche krude rechtsextreme Müll.