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10. Oktober 2009

Nach dem Abend im Club Voltaire die Diskussion fortführen

von @ 23:34. abgelegt unter Standpunkte

Die Fenster sind drin geblieben und es gab keine Verletzten. Die Veranstaltung von Arbeiterfotografie, Bandbreite und Elias Davidson hat am Freitag Abend im Club Voltaire in Frankfurt stattgefunden. Die Versuche, die Veranstaltung zu verhindern, sind fehlgeschlagen. Linkspartei-Mitglied Andreas Waibel, der Vorsitzende des Club Voltaire, der die vergeblichen Versuche zur Verhinderung der Veranstaltung angeheizt hatte, ist zurückgetreten.

Es gab draußen vor dem Club Voltaire massive Proteste von Leuten, die sich als “links” verstehen, gegen die Leute drinnen, die sich auch als “links” verstehen. Die Wogen sind noch lange nicht geglättet. Die Beurteilung des Rap-Abends durch Overdose und die Rote Fahne könnte kaum unterschiedlicher sein. Bei Indymedia wird in den Kommentaren zum Bericht von Andreas Waibel von den Protesten gegen die Veranstaltung heftig gestritten. Dass so heftig gestritten wird, ist kaum verwunderlich, prallen doch die Ansichten innerhalb der Linken zu zumindest drei auf diesem Kulturabend dort angeschnittenen Themenbereichen besonders heftig aufeinander: “9/11″, “Israel” und die “Abgrenzung nach rechts”.

Der Club Voltaire, der sich als Ort versteht, der kontroverse Themen innerhalb der Linken aufgreifen will, hat damit einer wichtigen Diskussion innerhalb der Linken die Tür bereitet. Es wäre zu begrüßen, wenn diesbezüglich nun innerhalb der linken mit Veranstaltungen nachgelegt würde, die zu diesen Themenkomplexen sachliche Diskussionen von Vertretern der unterschiedlichen Sichtweisen zu diesen hochkontrovers gesehenen Themen ermöglichen, die nicht darauf abzielen, die jeweiligen Vertreter der jeweils anderen Sichtweise niederzubrüllen oder sonstwie zum Schweigen zu bringen, sondern darauf abzielen, den Vertreter der jeweils anderen Sichtweise mit Argumenten zu überzeugen und das Publikum zu informieren. Wenn der Club Voltaire nun nachlegen würde, zum Beispiel mit Podiumsdiskussionen von Menschen, die sich zu diesen kontroversen Themen nicht niederbrüllen, sondern wohlüberlegte Argumtente austauschen.

Bei einer Veranstaltung zu 9/11 könnte man beispielsweise auf der einen Seite mal die in Düsseldorf lebende Annie Machon mal für die Seite der Befürworter einer neuen Untersuchung einladen und für de andere Seite der Diskussion bei jemandem wie Bernd Merling aus Mannheim anfragen, der die offizielle Darstellung der Eriegnisse von 9/11 für im Prinzip korrekt hält.

Bei einer Veranstaltung zum Thema Israel könnte man beispielsweise mal bei Abraham Melzer aus Neu-Isenburg für die Seite derjenigen anfragen, die die Politik Israels heftig kritisieren, und auf der anderen Seite jemand wie Petra Pau einladen, die sich als eine der Erstunterzeichner des von der DIG unterstützten Aufrufes “Stop the Bomb” klar als Unterstützerin einer israelischen Sichtweise positioniert hat.

Für das Thema “Abgrenzung nach rechts”, dass durch das Entstehen von Bewegungen wie der weltweiten 911-Truth-Bewegung neue Aktualität erhalten hat, könnte man zum Beispiel auf der einen Seite mal bei Michael Opperskalski von Geheim! - wo es kürzlich einen Artikel zum süßen Gift der Querfront gab - anfragen, und für die andere Seite mal beim ehemaligen ND-Autoren Jürgen Elsässer anfragen, dessen Sichtweise sich in etwa dadurch auszeichnet, dass er eine Generation 911 iähnlich wie die Grünen vor zwanzig Jahren n der Entstehung begriffen sieht, deren Kritik an den Verhältnissen die bisherigen klassischen Gegensätze zwischen linken und rechtem Widerstand mehr oder weniger obsolet macht.

Sollten solche Podiumsdiskussionen mit argumentativ starken Personen ihrer Denkweisen besetzt sein und auf Video aufgezeichnet und ins Internet gestellt werden, dann könnte letztlich die gesamte Linke durch den heftigen Streit um den jüngsten Kulturabend im Club Voltaire an Klarheit gewinnen. Und auch der Club Voltaire könnte gewinnen, denn Interesse gibt es an den oben genannten Themen, wie die heftigen Auseinandersetzungen zeigen, reichlich.

6 Kommentare zum Beitrag “Nach dem Abend im Club Voltaire die Diskussion fortführen”

  1. Linke, Ausgrenzung und Zensur « außer atem sprach

    […] So, jetzt kommt der Beitrag aus »Mein Parteibuch« und unten aus Indymedia der Beitrag eines Lesers, der das Geschreibsel des Anführers der »linken« SA zerpflückt: ——— Vollständiger Beitrag ist hier. […]

  2. Jakester sprach

    ” wohlüberlegte Argumente austauschen”
    “an Klarheit gewinnen”

    Hast du das wirklich gesagt??

    unter welchen Linken besteht denn auch nur der Versuch, an Klarheit zu gewinnen.
    Die Linke braucht ja nicht mal ne Rechte, um sich rechte Tendenzen zu verpassen. Das liefert man intern und fuer die Umme.
    Und darueber soll man dann auch noch diskutieren?

    Ja klar, um Klarheit zu verschaffen!
    Das ist von der Basis her schon destruktiv, und hat in keinster Weise auch nur irgendetwas gemeinsam mit meiner Grundeinstellung.

    Da muesst ich mich total zu Tode schaemen ein Linker zu sein.

  3. Redaktion sprach

    >Und darueber soll man dann auch noch diskutieren?
    Ja, aber natürlich, was denn sonst?

    Meinungsbildung dadurch zu betreiben, wer härter zuschlägt oder wer schneller schießt, geht nicht. Es gibt keine vernünftige Alternative dazu, Menschen mit anderer Meinung durch Argumente, Bildung und Aufklärung zu überzeugen.

  4. E-Mail zur Veranstaltung im Club Voltaire » mein-parteibuch.com sprach

    […] Hetze gegen Bandbreite, Arbeiterfotografie und Elias Davidsson” und “Nach dem Abend im Club Voltaire die Diskussion fortführen“. Nachfolgend möchten wir unseren Lesern noch eine E-Mail einer Leseerin und Besucherin […]

  5. Warnung an alle Verleumder « Mut zur Wahrheit sprach

    […] Mein Partei Buch […]

  6. Stein des antideutschen Antoßes - die zensierte Seite der Kritischen Linken Hamburg » mein-parteibuch.com sprach

    […] Parteibuch meint, dass es wichtig ist, über das rechtsextreme Regime von Israel und seine vorgeblich linke […]

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