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6. Oktober 2009

Klaus Lederer goes FDP

von @ 1:11. abgelegt unter Gedankenkontrolle, Die Linke

Klaus Lederer, der Chef der Berliner Linkspartei, der bisher außer durch die Leistung, schwul zu sein, vor allem mit einem Auftritt auf einer Solidaritätsdemo für den israelischen Massenmord in Gaza Anfang des Jahres aufgefallen ist, hat bei den Blättern nun auch noch eine Bewerbungsrede für den Vorsitz von Ackermann’s Bauchrednerpartei FDP abgeliefert.

Da sitzt Klaus Lederer also nun gerade mal sechs Jahre im Abgeordnetenhaus und schon ist das linke Klassenbewusstsein dem Gefühl gewichen, zur Mittelschicht zu gehören und die Forderung nach Freiheitsrechten über die Forderung nach dem Recht auf ein menschenwürdiges Leben für alle stellen zu wollen.

Marianna Schauzu sagt ihm dazu in der jungen Welt heute (Kopie hier), was sie davon hält, wie Klaus Lederer “mit postmodernen Individualismus- und Freiheitsphrasen versucht”, die Linkspartei auf Rechtskurs zu bringen.

Wer lieber Videos guckt, für den hat Mein Parteibuch einen Tip. Dazu, wie und warum die PR-Industrie im 20. Jahrhundert die Ideologie des Individualismus zur Durchsetzung der Klassenziele der Industriekapitäne mittels Verblödung der Bevölkerung erschaffen hat, gibt es auch ein nettes Video: The Century of the Self.

10 Kommentare zum Beitrag “Klaus Lederer goes FDP”

  1. Peter Weigelt sprach

    Ein klarer Beweis, wie Geld korrumpiert. ;-)

    Aber das Schlimmste ist eigentlich die Sprache, derer sich auch die Kontraposition bedient, leider.

    Man kann nur hoffen, dass im Programm dieser Partei diese Sprache keinen Eingang findet. Nur ist die Hoffnung bei mir eher gering. ;-)

    Da findet gerade der “bisher” größte kapitalistische Raubzug in der Geschichte statt, ca. 8 Billionen in nur einem Jahr.

    Da kämpfen etwas bessergestellte “Bürger” offen gegen die Demokratie (gegen vorgebliches Prekariat), weil sie um ihren Besitzstand fürchten (siehe beispielhaft Venezuela und Thailand oder hier der Herr Sarazin oder die JU) und dann so ein Aufsatz, unglaublich.

    Die Parallelwelt von Politikern kann wohl kaum besser aufgezeigt werden.

  2. Mowitz sprach

    [“mit postmodernen Individualismus- und Freiheitsphrasen versucht”]

    Eine der Stärken des Kapitalismus liegt darin begründet, mit leerer Rhetorik Massen für sich zu vereinnahmen, positive Begriffe wie Demokratie und Freiheit zu besetzen und das Recht der Milliardäre auf ihre zusammengeklauten Milliarden mit dem Eigentumsrecht von “Oma ihr klein Häuschen” gleichzusetzen.

    Politische Parteien erinnern an den Autobahnverkehr. Alle fahren in die gleiche Richtung, nur eben auf zwei oder drei Fahrbahnen. Hauptsache die durch das Kapital und ihren Medien vorgegebene Richtung wird eingehalten.

    Nun wird es interessant zu sehen wie sich die Basis der Linken in Berlin verhält. Ob sie die Kraft besitzt sich schnell von Gesinnungstätern wie Lederer zu trennen, oder ob sie ihm tatenlos zusieht wie er seine persönliche, parteiinterne Machtposition ausbaut. Die Beispiele in anderen Parteien lassen eher befürchten, dass Parteien machtgeilen Karrieristen nur als Plattformen zur Befriedigung eigener Herrscheransprüche dienen. Untertanen benötigen allenfalls, um Krieg gegen sie zu führen um “Führungsstärke” zu “beweisen”. Aktuelles Paradebeispiel S?PD mit ihren Schröders, Clements, Steinmeierbrücks und Gabrielsons. Die Welt ist voll von ihnen. Nur die “Basis” kann sie in ihre Schranken verweisen.

  3. Rolf Schälike sprach

    Vor mehr als 70 Jahren waren wir die völkischen kollektiven Herrenmenschen und steuertetn in die Katastrophe. Heute sind wir die perfekten, die Menschenrechte über alles stellende Individualisten und steuern in die nächste noch schlimmere Katasprohe.

    Weder der Kollektivismus noch der Individualismus sind die Ursachen für die Katasprophen.

    Der Mensch ist beides. ein Individualist und ein kollektives Sozialwesen. Über dem steht der Staat, die Gesellschaft, welche aus den ihnen eigenen Interessen Kollektive und Individiums massenweise opfern kann, muss und es täglich auch tut.

    Die Überbetonung der Interessen nur einer Seite: des Individiums, des Kollektivs oder des Staates / der Gesellschaft führt unweigerlich in die Katastrophe.

    Heute haben sich im Staat Gruppen eingenistet und verfestigt, welche die notwendigen Interessen der Gesellaschaft zu ihren eigenen gemacht haben und zur Durchsetzung dieser Interessen auf Individualismus setzen. Die Menschen machen mit.

    1933 bis 1945 und danach im östlichen Teil Deutschlands setzten die herrschenden Gruppen zur Durchsetzung ihrer Interessen auf Kollektivismus. Alledings waren es unterschiedliche Guppen, unterschiedlicher Herkunft / Vergangenheit mit unterschiedlich proklamierten Zielen. Die Katastrophe im Osten Deutschlands nach 1945 war die der Entmündingung der Menschen. Dieser Prozess setzt sich nach 1989 nun in ganz Deutschland fort, allerdings mit der Betotung des Individualismus.

  4. Der Nordstern sprach

    Das bessergestellte Bürgertum war schon immer der Feind der Demokratie. Das zieht sich von der französischen Revolution über 1848 bis hin in unsere Zeit.

    Im Falle Deutschlands sieht man, wie aus dem Biedermeier-Bürgertum, dem die Garantie des eigenen Wohlstands und das Nacheifern des adeligen “Lebensgefühls” völlig ausreichten, die heutigen Geld- und Politaristokraten geworden sind.

    So lässt sich auch problemlos die direkte Linie von den demokratiefeindlichen Konservativen des Reichstages hin zur heutigen CDU problemlos ziehen. Und deren wirtschaftskrimineller Ableger FDP wiederum (seit 1871 gibt es de facto keine “Liberalen” mehr in Deutschland) stand immer schon für den Vorteil einiger Weniger auf Kosten aller anderen.

    Einen kongenialen Kommentar zum derzeitigen Stand des Bürgertums (verpackt in einer saftigen Kritik an einem Journalisten der SZ) findet sich auf Telepolis:

    http://www.heis...-17401875/read/

    Der Nordstern.

  5. Ric Albrecht sprach

    * NordSten u.a.

    und dies´ hättense vor ´ner Woche im SaarBreaker lesen könn´ (zit. aussm Vorspann. Zit. SZ-Autor ist der Herr Seib)

    “Wenn, um alte Hamburger Musifreunde zu zitieren, jahrzehntelang die ganze Medien-„Scheiße direkt in dasG ehirn“ ging ( de.geocities.com/ric.albrecht/idiotenclub.wma ) - dann kann nicht verwundern, daß dort nix Anderes rauskommt als bei der SZ-Polit-Eloge (http://www.sueddeutsche.de/politik872/489261/text/print.html [29.09.2009]) auf “creative” F.D.P.-Klienten in der Mitte des Märkisches Sandes (vulgo: Berlin Neue Mitte). Meine geschätzten Kollegen Reinhard Opitz (1934-1986) und Pierre Bourdieu (1930-2002), denen ich diesen Kurzbeitrag widme, nannten, was ich als als Verkehrung(sprozeß) untersucht habe (http://www.shaker.de/Online-Gesamtkatalog)”

    -> http://www.saar...dinge-sind-drei

    Gruß Ric Albrecht

  6. Womblog [Worte oder mehr] sprach

    Klaus Lederer goes FDP…

    Von Redaktion | Mein Parteibuch Blog | – Klaus Lederer, der Chef der Berliner Linkspartei, der bisher außer durch die Leistung, schwul zu sein, vor allem mit einem Auftritt auf einer Solidaritätsdemo für den israelischen Massenmord in Gaza Anf…

  7. Matthias Lovenberg sprach

    Dazu paßt auch, daß neuerdings Thomas L. Friedman, einer der einflußreichsten US-Apologeten des globalen Finanzmarkt-Kapitalismus für die “Blätter” schreibt:

    http://www.blae...kel.php?pr=2981

    Man fragt sich: Was zum Teufel hat der da zu suchen ?

  8. Redaktion sprach

    @Mathias
    Och, naja, der Mighty Wurlitzer steckt noch in viel mehr ach-so-linken Publikationen drin.

    Das würde ich nicht überbewerten. Es soll sogar super-linke Publikationen geben, die Broders israelo-faschistische Achse des Guten verlinken. :-)

  9. Matthias Lovenberg sprach

    Ich gebe zu, ich bin eingefleischter Broder-Fan, ich find’ den Mann halt einfach großartig …

    Aber à propos Wurlitzer: Was hat Carlyle mit Soros am Hut ?

  10. Redaktion sprach

    @Mathias
    Ich sagte ja, das sollte man nicht überbewerten, andere Linke sind vielleicht Fan von Udo Voigt, weil sie den Mann “halt einfach großartig” finden… Du verstehst sicher, was ich meine. Die Grafik zum Might Wurlitzer ist nicht von uns, folge für Details zur Grafik einfach der Quelle, z.B. hier:

    http://www.ques...atekeepers.html

    und dann hier:

    http://www.ques...d_trustees.html

    Ansonsten ist Google dein Freund, zu Links von Soros und Carlyle zur CIA findet sich jede Menge. George Soros und die Carlyle Group sind beide bekannt für ihre engen Beziehungen zur CIA. Soros hat, obwohl er als Sponsor von “alternativen” oder “oppositionellen” Medien auftritt, obendrein vielfältige Geschäftsbeziehungen mit der Carlyle Group.

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