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31. Mai 2009

Was ist eigentlich in Sri Lanka los?

von @ 23:24. abgelegt unter Außenpolitik, Krieg, Sri Lanka

In den Nachrichten war kürzlich zu lesen, die vom indischen Geheimdienst Research & Analysis Wing mitaufgebauten, aber nach der Ermordung von Rajiv Gandhi sowohl in Indien als in den westlichen Ländern in Ungnade gefallenen und als Terrorgruppe gelisteten Tamil Tigers wären von der von China massiv unterstützten singhalesischen Zentralregierung Sri Lankas besiegt worden.

Der UN-Menschenrechtsrat lobte die Regierung von Sri Lanka gegen die Stimmen der westlichen Welt.

Wegen des Boykotts von westlichen Medien und Wohlfahrtsorganisationen durch die Regierung von Sri Lanka, der angesichts dessen, dass sich dort westliche Geheimdienste nur so tummeln, durchaus nachvollziehbar ist, gibt es leider kaum Informationen dazu, wie die Lage in Sri Lanka wirklich aussieht. Die gute Resonanz der Tamilen in westlichen Medien, lässt vermuten, dass eine Reihe westlicher Länder die Sache der Tamilen zur Destablisierung der sozialistischen Regierung von Sri Lanka heimlich unterstützt haben.

China ruft die internationale Staatengemeinschaft auf, beim Wiederaufbau von Sri Lanka zu helfen. Am Samstag gab es in Berlin eine Großdemonstration von Tamilen, die in den deutschen Massenmedien nahezu komplett unterschlagen wurde. Nach der Niederlage der Tamil Tigers scheint das Medieninteresse der westlichen Massenmedien ganz rapide zu sinken. Da nun die pro-chinesische Regierung in Sri Lanka nicht mehr destabiliert werden kann, ist das auch im Sinne des Weltkrieges gegen den Kommunismus sehr verständlich. Sollen die Chinesen doch sehen, wie sie nun mit der Situation zurechtkommen, mag sich da mancher Politiker oder Jounalist denken.

Einen Eindruck, wie es in Sri Lanka gerade aussieht, vermittelt dieses Video (Vorsicht, Kndern und Leute, die einen schwachen Magen haben, sollten sich das nicht antun):

Wem sich nun der Magen noch nicht umgedreht hat, der mag sich hier noch mehr Videos anschauen.

Der große Kriegsverbrecher Henry Kissinger, der wie so viele andere von seines gleichen auch mit einem Friedensnobelpreis geehrt wurde, sagte 2002 dazu, dass die USA 1975 zehntausende ehemalige kurdische Verbündete der Vernichtung durch Saddam Hussein preisgegeben hatten, in seiner unnachahmlich menschenverachtenden Art: “Verdeckte Operationen sollten nicht mit Wohltätigkeitsarbeit verwechselt werden.”

In der westlichen Moral scheint sich seit den Zeiten von Kissinger nichts geändert zu haben. Hilfe gibt es nur, wenn das beim Aufbau von kapitalistischen Strukturen hilfreich erscheint. Werden Menschen, die gestern noch als Verbündete betrachtet wurden, nutzlos, werden sie zu Hunderttausenden weggeworfen und vergessen.

16 Kommentare zum Beitrag “Was ist eigentlich in Sri Lanka los?”

  1. Urs1798's Weblog sprach

    Atheistenbus oder Tamilen- Demonstration?…

    Aus der Stadtrundfahrt wurde eine Sightseeing-Tour zu Fuß. Ich hatte die Qual der Wahl. Atheistenbus oder Tamilen-Demonstration. Bei Sri Lanka blicke ich leider nicht durch, weiss aber, es sind eine Menge bei den letzen Kriegshandlungen umgekommen, ga…

  2. Mowitz sprach

    Wie fast bei jedem anderen Konflikt auf dieser Erde, geht es auch auf Sri Lanka um die Plünderung des Planeten. Zum Wohle von Herrschercliquen und zum Schaden der Menschheit.

    Sri Lanka – Bodenschätze und geostrategische Lage sind wichtiger als der Schutz des Lebens der Tamilen

    Sri Lanka wird zum Schlachtfeld der Diplomatie

  3. Wann erreicht uns der Krieg? « Europnews sprach

    […] (Vorsicht, Kindern und Leute, die einen schwachen Magen haben, sollten sich das nicht antun): Artikel komplett lesen Bookmark […]

  4. Hartmut Pilch sprach

    Die Wörter “sozialistisch” und “kapitalistisch” sollen hier wohl beim Publikum bedingte Reflexe auslösen, aber es würde mich eher wundern, wenn sie mit dem Konflikt viel zu tun hätten.

  5. Hartmut Pilch sprach

    Es gab vor ein paar Tagen einen ganz interessanten Artikel von Christopher Hitchens, der sich wohl lange mit dem Thema beschäftigt hat und eine Lehre daraus in dem Sinne “zu lange kann man einer Mehrheit nicht auf der Nase herumtanzen” zog. Die Chinesen und Pakistanis wurden darin als Waffenlieferanten der singalesischen Regierung von Sri Lanke erwähnt. Einer Regierung Waffen zu liefern, ist nichts außergewöhnliches.

  6. angekommenes Publikum sprach

    @ hartmut
    Ich finde die zwei Links von Mowitz ziemlich gut, refexartig ist bei mir angekommen, was bei Dir nicht nicht anzukommen scheint, leider. Schau Dir doch mal die Videos an, bei Youtube und ähnlichen Plattformen, Berichte z.B bei tamiltruth.de und vielen anderen, leicht zu finden, wenn man sich die Mühe macht.Ich glaube, es geht hier eher um Menschen, Schicksale, Tragödien, verheizte Menschen, von wem auch immer, ist in solch einer Lage(r) ziemlich egal.Das was hier gemeint ist, könnte man als Verlangen nach Menschlichkeit sehen, Mitmenschlichkeit ohne Kalkül.Ein Aufmerksammachen auf schreiendes Unrecht und unendliches Leid.

  7. angekommenes Publikum sprach

    Du bist so primitiv wie Christopher Hitchkins. Christopher Hitchens ist einfach nur peinlich. Ihm fehlen sowohl jeder Zusammenhang als auch jegliche Mitmenschlichkeit. Er schreibt aus Sicht seiner primitiven Ideologie, einst ein Befreiungsapologet und heute ein Komplize von Wolfowitz und Konsorten.

    Ihn unterscheidet ideologisch nichts vom Kriegsverbrecher Henry Kissinger, der in dem Artikel hier zitiert wurde. Mitmenschlichkeit bedeutet, auch Menschen, die auf der falschen Seite der Geschichte stehen, elementare Menschenrechte zuzugestehen und sich für ihr Recht auf Leben einzusetzen.

  8. Hartmut Pilch sprach

    Ich habe mir die Videos erst mal nicht angetan, weil bei diesen Konflikten einem immer eine Überdosis an Greuelpropaganda serviert wird. Die Schicksale der einzelnen Menschen dienen als Vehikel, um ein Publikum für irgend eine Stammesfehde einzuspannen. Bei uns wiederum gibt es jede Menge Dritte-Welt-Liebhaber, die jeden willkommenheißen, der eine Opferrolle spielt, anhand derer man dann mit moralischer Empörung auf irgendwelche inländische politische Gegner seiner Wahl zeigen kann.

    Der Konflikt von Sri Lanka ist bei uns wohl vor allem deshalb noch nicht so hochgekocht, weil noch niemand ihn überzeugend in eines der Schemen einordnen konnte, mit denen die üblichen innenpolitischen Reflexe ausgelöst werden können. Die Stichwörter “kapitalistisch” und “sozialistisch” wurden schon bemüht, aber das reicht wohl heutzutage nicht.

    Bei Hitchens findet man reichlich interessante Details über den Konflikt, und gut schreiben kann der Autor auch. Das reicht schon, um ihn für eine kurze Lektüre zu empfehlen. Ob er ein Heiliger oder politisch korrekt ist, war hier nicht das Thema.

  9. angekommenes Publikum sprach

    @ Hartmut Pilch
    Sehende, die sich freiwillig blind stellen um nicht das Ausmaß humanitären Elends sehen zu müssen, die habe ich besonders gerne. Was Du als Greulpropaganda abtust, schau es Dir doch einfach mal an, bevor Du auf menschlichem Leid herumtrampelst. Den Holocaust würdest Du ja auch nicht leugnen, oder? Irgendwie habe ich das traurige Gefühl, Dir gehen jede menschlichen Regungen ab. Bist Du eine Maschine, welche die allgemeine Lügenpropaganda immer und immer wieder aufs Neue wiederholt? Mach die Augen auf, oder hast Du Angst davor was Du in den Videos sehen könntest? Es könnte nämlich die schreckliche Wahrheit sein. Aber Du willst sicherlich nicht in einem einstürzenden Weltbild begraben sein, also Augen zu um jeden Preis.

  10. Hartmut Pilch sprach

    Ein Greuelvideo ist zu leicht zu fälschen und man kann schwer beurteilen, von wann und woher die Bilder kommen. Hier in München wurden in den letzten Wochen in der Innenstadt Greuelvideos von Tamilen vorgeführt, die bei nicht mal allzu genauem Hinsehen sehr wenig Aussagekraft hatten. Und bei all dem ist nicht zu vergessen, dass eine Terror-Organisation wie die Tamilischen Tiger ganz bewusst darauf abzielt, ein Schlachtfest zu produzieren, bei dem normale Zivilisten zu Schaden kommen, um dann hinterher mit den Bildern der geschädigten Zivilisten hausieren gehen und die Regierung in den Schmutz ziehen zu können. Wie die RAF es sagte: “Wir wollen der Regierung die zivilisierte Maske herunterreißen” o.ä. — in Wirklichkeit weiß jeder, dass die Schicht der Zivilisation ziemlich dünn ist und schnell zerstört werden kann. Ich würde eher die ethnische Homogenisierung eines Landes (d.h. Assimilierung der Minderheit durch die Mehrheit) als die Suche nach perfekter Gerechtigkeit im Stile eines Michael Kohlhaas befürworten.

  11. angekommenes Publikum sprach

    @ Hartmut
    Dann schau doch mal was heute bei der Tagesschau zu sehen ist und wenn Du zwischen den Zeilen lesen kannst und die Augen endlich aufmachst, dann würdest Du erkennen was Du hier “Assimilierung” nennst. Ich nenne es ” ethnische Säuberung” und Massenmord an Zivilisten.

  12. Hartmut Pilch sprach

    “Assimilierung” bedeutet einfach, dass die Tamilen die Singalesische Sprache lernen müssen und vielleicht in ein paar Generationen ihre eigene vergessen. Ähnlich ist es mit dem Deutschen im Elsass passiert, obwohl das über viele Generationen hinweg die Sprache der Mehrheit war. Sicherlich ist dadurch etwas an kultureller Tradition verloren gegangen, aber ein Begriff wie “Genozid” oder “ethnische Säuberung” wäre übertrieben. Kulturelle Tradition geht sowieso dauernd in großem Umfang überall verloren. Und was den “Massenmord” betrifft, so spricht einiges dafür, dass der vor allem den Tamilischen Tigern zur Legitimation dient und deshalb von diesen herbeigeredet und fabriziert wurde, ähnlich wie wir es aus dem Kosovo der UCK (wo Scharping und Fischer einen Genozid verhindern wollten) oder von anderen Partisanen, die bevorzugt aus der Menge heraus oder aus Wohnhäusern heruas auf Truppen schießen und dann gleich ihr Fernsehkamerateam vor Ort haben, kennen.

  13. Redaktion sprach

    @Hartmut
    Du hast den Artikel nicht mal ansatzweise verstanden. Du siehst offenbar nur deine Schlüsselwörter “sozialistisch” und “kapitalistisch”. Der kurze Abriss der Geschichte des Konfliktes, den wir hier gegeben haben, war für dich offenbar zu kompliziert.

    Dieser Artikel erläutert in wenigen Worten, warum Tamilen von Indien und westlichen Regierungen mithilfe des propagandistischen Vehikels “Volk der Tamilen” zum Krieg gegen ihre sighalesischen Mitbewohner angestachelt wurden und warum sie dann bei ihren indischen und westlichen Verbündeten in Ungnade gefallen sind. Die plötzliche Erkenntnis des Christopher Hitchens spricht da auch Bände. Wie kommt es, dass Christopher Hitchens die Natur der LTTE nicht erkannt hat, bevor sie im Westen in Ungnade gefallen sind? Ist der früher so doof gewesen oder tut er nur so? Christopher Hitchens hat bisher noch immer den Regierenden nach dem Mund geschrieben. Das alles ist aber zweitrangig.

    Dieser Artikel handelt in erster Linie davon, auch dann humanitäre Hilfe zu leisten, wenn diejenigen, die in Not sind, nicht zum eigenen Lager gehören oder in Ungnade gefallen sind. Was gerade geschieht, ist, dass die ganze Welt wegschaut. Doch das Leid ist echt.

  14. Hartmut Pilch sprach

    Ich sehe nirgends Belege für die Behauptung, die westlichen Länder hätten die Tamilen in ihren Unabhängigkeitsbestrebungen unterstützt und später fallen gelassen.

  15. Redaktion sprach

    Das Europa-Hauptquartier der LTTE war in London. Zahlreiche westliche staatstragende Medien berichteten immer wieder vom “Befreiungskampf der Tamilen” und der Unterdrückung der Tamilen. Es gibt kaum ein sichereres Zeichen für eine heimliche Unterstützung als die umfangreiche Propaganda in den geheimdienstlich gelenkten Medien der westlichen Welt.

    Die Unterstützung durch den RAW, der vom MI6 auch in anderen Fällen immer wieder als Proxy für schmutzige verdeckte Operationen im Sinne der britischen Krone genutzt wurde, hat sogar das CFR zugegeben:

    RAW helped to train and arm the LTTE in the 1970s, but after the group’s terrorist activities grew in the 1980s-including its alliances with separatist groups in the southern Indian state of Tamil Nadu-RAW withdrew this support.

    Siehe: http://www.cfr....lication/17707/

    Die wenigsten Tamilen verstehen derzeit vermutlich, wie westliche Geheimdienste in allen Teilen der Erde separastisches Nationbuilding schüren, um damit missliebige Regierungen zu schwächen und warum die tamilische Separationsbewegung vom Westen dann im Stich gelassen und dem Untergang preisgegeben wurde. Zum Vergleich: Zur Unterstützung einer ähnlichen terroristischen Separationsbewegung im Kosovo hat die NATO Krieg geführt.

    Aber wie gesagt, darum geht es gar nicht. Es geht darum, humanitäre Hilfe zu leisten für Menschen in Not - und das sinnvollerweise in einer Weise, mit der die Regierung von Sri Lanka einverstanden ist. Das Leid ist echt.

  16. Hartmut Pilch sprach

    Nun, westliche Regierungen, allen voran die von Gordon Brown, haben bis zuletzt der tamilische Seite moralisch den Rücken gestärkt, was ja auch im obigen Artikel zum Ausdruck kommt. In London, Kanada und anderswo gibt es auch große tamilische Exilgemeinden. Nationale Aspirationen diverser ferner Völker stoßen regelmäßig in unserer Presse auf Sympathie, und mit Wertungen wie “unterdrücktes Volk” etc ist man wohl auch dann schnell zur Hand, wenn kein Geheimdienst fördernd mitmischt.

    Auch im Kosovo dauerte es recht lange, bis die westlichen Regierungen in Fahrt kamen. Meistens sind die nicht sehr handlungsstark, aber manchmal ist die Fahrtgeschwindigkeit nach ein paar Jahren so hoch, dass sie nicht mehr gebremst werden können. Sri Lanka war wohl so weit weg, dass nie Fahrt aufgenommen werden konnte, und der Übermütige Kurs der Tiger, der vor der Ermordung verbündeter Staatschefs nicht zurückschreckte, trug ein übriges dazu bei.

    Den Aufruf zur Linderung des echten Leids kann man unterstützen. Da gibt es sicher auch ein paar Hilfsorganisationen, denen man spenden könnte. Gibt es irgendwelche Anzeichen dafür, dass die westlichen Regierungen diesen Organisationen derzeit die kalte Schulter zeigen?

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