Ein paar Tage erst ist es her, dass Mein Parteibuch geschrieben hat, nur ein Krieg könne John McCain noch helfen. Und siehe da, schon gibt es einen Krieg, omnipräsent auf allen Fernsehschirmen dieser Welt, mit allem an menschlichen Leid, was zu einem richtigen Krieg dazugehört.
Und natürlich, wie es sich für einen richtigen Krieg gehört, sind die freien Medien in der freien Welt auch im Fall des Krieges im Kongo unfähig zu erkennen oder unwillig zu benennen, wer welche Verantwortung für diesen Krieg trägt. Die USA tauchen in den Medienberichten zufällig erst gar nicht auf. Mein Parteibuch hat ein paar Links zu den Hintergründen des Krieges rund um Goma zusammengesucht.
Vom üblichen Geschwätz der Massenmedien hebt sich ein im Tagesspiegel veröffentlichter Artikel von Dagmar Dehmer und Wolfgang Drechsler mit Titel “Und wieder Krieg” positiv ab. Zuerst einmal wird dort der von den UN mit Haftbefehl gesuchte Kriegsherr Laurent Nkunda vorgestellt:
Nkunda wird von Ruanda unterstützt, auch wenn die Regierung in Kigali dies bestreitet. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch gibt es in Nkundas Miliz eine Vielzahl früherer Offiziere der ruandischen Armee.
Mein Parteibuch hat bereits vor einigen Monaten erläutert, dass der Chef der Regierung von Ruanda, Paul Kagame, ein US-Agent ist. Dieser Teil ist damit schon mal klar.
Auch das Interesse der USA am Ostkongo ist schnell erklärt, denn dort gibt es das bei der westlichen High-Tec-Industrie sehr begehrte Erz Coltan.
Dagmar Dehmer und Wolfgang Drechsler weisen in ihrem Artikel darauf hin, dass genau dieses Coltan auf seltsame Weise nach Ruanda kommt:
Tatsächlich hat Ruanda Ende der 90er Jahre zwei Mal Soldaten in den Ostkongo einmarschieren lassen, um Hutu-Milizen zu bekämpfen, und um sich Zugang zu Bodenschätzen zu verschaffen. Vor allem das seltene Metall Coltan, das auch in Mobiltelefonen Verwendung findet, wird überwiegend über Ruanda auf den Weltmarkt gebracht – und hat Kongos Nachbarland reich gemacht. Ruandas Hauptstadt Kigali erlebt einen Bauboom, und die Coltan-Ausfuhren Ruandas lassen sich jedenfalls nicht mit den geringen Vorkommen im eigenen Land erklären.
Es läge an der Regierung in den USA, dafür zu sorgen, dass ihr Statthalter in Ruanda den Raubzügen des Laurent Nkunda ein Ende macht. Die denkt jedoch nicht daran. Plünderverträge, die im Kongo gerade einer umfassenden Revision mit dem Ziel der Annullierung unterzogen werden, waren schon immer nach dem Geschmack der USA. So wundert es nicht, dass die Privatarmee des Laurent Nkunda Berichten zufolge sehr modern ausgerüstet sein soll. Welche globale Supermacht ihm die Waffen geliefert hat, ist nicht schwer zu erraten.
Wer einen visuellen Eindruck von den Verhältnissen in den Minen bekommen möchte, möge sich den im Jahr 2006 erstellten Film “Congo’s Bloody Coltan” anschauen.
Neben Coltan gibt es in der Kriegsregion übrigens auch Gold. Bei soviel Gold und Coltan bleiben alle Hemmungen auf der Strecke. So verwundert es nicht, dass nicht nur die Soldaten der Regierung aus Kinshasa, sondern auch die von der UNO in der Region Kivu eingesetzten “Friedenssoldaten” aus Indien nichts anderes als korrupte Söldner im Kampf um die Minen sind.
Nachtrag 03.11.2008: Nachrichten heute berichtet mehr zum Kriegsgrund:
Vorgestern nun hat Nkunda, der zuvor zum Sturz der Zentralregierung in Kinshasa aufgerufen hatte, seine Forderungen bekanntgegeben. Er forderte in kaum verhüllter Form die Annulierung der Konzessionsverträge mit der Volksrepublik China. Damit drängt sich der Verdacht auf, dass hinter Nkunda nicht nur Ruandas Regierung steht sondern auch die USA. Denn der Kongo ist, wie wir bereits früher dargelegt haben, das rohstoffreichste Land Afrikas, und dort haben die Chinesen kürzlich sich weiträumige Bergbaukonzessionen gegen Entwicklung der Infrastruktur abtreten lassen.
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| Die Achse ... vs. Kunst |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Und wenn man gegen Afrika Krieg führen will, was bräuchte man dann wohl für einen Präsidenten…?
Links - 06.11.2008…
Hatte ich noch gar nicht erwähnt: Am 1.11.2008 ist ja das neue GmbH-Recht in Kraft getreten.Ein ganz interessanter Artikel, auf den ich sehr gerne verlinke auf Kooptech: Wie macht man auf vernachlässigte Themen und Nachrichten aufmerksam? Gerade im…
[…] Weihnachten wurden etwa 400 Menschen wurden im rohstoffreichen Nordosten des benachbarten Kongo massakriert. Für die Massaker verantwortlich gemacht werden von Medien […]