Der Starjournalist “aus der rechten Ecke des Salons” und Chefredakteur der Zeitschrift Cicero Wolfram Weimer hat den Lesern der Milliardärspresse - die Achse des Guten macht da auch mit - soeben in überraschender Deutlichkeit erklärt, die billionenschwere “Finanzkrise” sei Folge einer politisch initiierten Zentralbankblase zur vedeckten Finanzierung des Irakkrieges - Wolfram Weimer benutzt dafür das Wort “Bushkrieg”. “Panzer und Pools” sei die Devise dieser Strategie gewesen. “Gierige Banken” und “ungezügelter Kapitalismus” seien “rückblickend betrachtet” nur Verstärkereffekte eines skandalösen “Kriegstsunamis”. Wer die Ursache der Kreditblase - das Fehlverhalten von George W. Bush - nicht benenne, spiele das Spiel von George W. Bush bis zum Ende weiter. Aber nicht der “ungezügelte Kapitalismus” habe die Misere gebracht, sondern “eine ungezügelte Staatspolitik eines ungezügelten Präsidenten”, dessen Amtszeit zum Glück zu Ende gehe.
Nice try. Es darf gelacht werden.
Natürlich ist das Platzen der Finanzblase die Rechnung, die nun den Menschen für die von den USA angezettelten Kriege präsentiert wird. Dieser offensichtliche Zusammenhang ist seit langem bekannt. Auch ist inzwischen längst klar, wie die USA ihre Kriegsschulden zu einem guten Teil auf Kolonien wie Deutschland abwälzen. Wolfram Weimer macht hingegen auf doof. Erst “rückwirkend betrachtet”, jetzt wo es Präsident Bush nicht mehr schadet, will ihm das klargeworden sein. Das mag man glauben oder nicht glauben.
Als Chefredakteur bei den Salonrechten bekommt man aber sicher so einiges mit. Selbst dem US-Gesandten für Angela Merkel, Jeffrey Gedmin, hat sein Blättchen schon Platz gegeben, um sich in einem Interview auszubreiten. Vielleicht will er sich damit rausreden, dass sein Milionärs-Blättchen da den Namen des Präsidentschaftskandidaten auch noch als McCane anstelle von McCain geschrieben hat? Und sicher weiß Wolfram Weimer als ehemaliger Chefredakteur bei Springer, dass wichtige transatlantische Strippenzieher Banker sind.
Natürlich ist es unterhaltsam, nun mitanzusehen, dass die Medien nun die Populaität des unbeliebtesteten Präsidenten aller Zeiten ins geradezu unterirdische abstürzen lassen werden. Und natürlich ist George W. Bush ein völlig verantwortungsloser Politiker. Schon die Vorstellung, George W. Bush sei eine Art genialer Einzeltäter, der praktisch allein für seine verantwortungslosen Entscheidungen verantwortlich ist, ist angesichts seiner bekannten intellektuellen Fähigkeiten geradezu absurd.
Wo nun die Amtszeit von George W. Bush am Ende ist, tut Wolfram Weimer so, als wäre es nicht etwa Rüstungsindustrie, Israellobby und Ölindustrie gewesen, die den Angriffskrieg gegen den Irak unter vorgeschobenen Gründen unbedingt geführt wissen wollten.
Auch die transatlatischen Freunde von der CDU wollten Deutschland in der Koalition der Willigen in den Angriffskrieg gegen den Irak hetzen und Angela Merkel ist sogar noch mit großem Pathos zu George W. Bush in die USA geflogen, um ihm die Solidarität der CDU zu versichern. Unter den Teppich gekehrt wird durch die Darstellung von George W. Bush als Einzeltäter auch, dass dieselben Leute, die die Kriegspolitik von George W. Bush gesteuert haben, die US-Politik auch nach den Präsidentschaftswahlen weiterhin bestimmen werden.
Im Councial on Foreign Relations sitzen die ganzen Verbrecher zusammen, die hinter George W. Bush die Fäden ziehen. Unter der Schirmherrschaft vom auch heute noch Ehrenvorsitzenden David Rockefeller tummelten sich da mit Leuten wie George H. W. Bush, Dick Cheney, Paul Wolfowitz und Richard Perle nicht nur die wichtigsten Kriegstreiber der noch im Amt befindlichen Regierung, sondern mit Leuten wie dem legendären Ex-Chef der trilateralen Kommission, Zbigniew Brzezinski, und dem langgedienten Kriegsverbrecher Henry Kissinger auch gleich die richtigen Policy Maker als Garanten der Fortsetzung der Kriegspolitik. Und natürlich ist auch die Finanzelite dabei. Zentralbankchef Alan Greenspan und Finanzminister Henry Paulson passen in den CFR natürlich auch prima rein.
So wundert es nicht, dass Barack Obama rechtzeitig verbale Kniefälle bei den Kriegstreibern der Israelloby AIPAC macht und sich mit Zbigniew Brzezinski den stolzen Erfinder des Afghanistan-Krieges genauso wie seinen Sohn Mark Brzezinski als Berater zugelegt hat. Um sicherzugehen, dass Barack Obama die Kriegspolitik als Prsident nicht eigenmächtig beendet, wurde ihm vorsichtshalber Joe Biden zur Seite gestellt.
Bei John McCain trifft es sich gut, dass er gleich selbst ein alter Hase des CFR ist. Da war der Draht zu Henry Kissinger sicher nicht weit, der dann auch prompt frühzeitig John McCain unterstützt hat. Da auch bei John McCain nichts dem Zufall überlassen werden darf, hat er mit Ian Brzezinski auch einen waschechten Brzezinski in sein Wahlkampfteam bekommen. Und als “außenpolitischer Berater bei der NATO” von Bush’s Kriegsminister Donald Rumsfeld wird Ian Brzezinski ja nun auch nicht mehr gebraucht.
Den Leuten weißmachen zu wollen, da kämen nun nach der Präsidentschaftswahl andere Leute an die Macht, als die, die für die Kriegspolitik von George W. Bush verantwortlich sind, ist Unfug. Aber darum geht es ja auch gar nicht. Den Leuten soll die Legende vom guten Kapitalismus eingetrichtert werden, der nur aus Versehen mal, wenn ein “verantwortungsloser” Mensch Präsident wurde, Angriffskriege entfesselt. Die Geschichte des Verbrecherstaates USA zeigt, dass den Präsidenten der letzten Jahrzehnte zur Steigerung und Sicherung des Profits ihrer Förderer kein Mord zu heimtückisch und kein Krieg zu schmutzig war. Dass immer wieder solche Menschen Präsident werden, ist kein Zufall. Schließlich sichert nichts den Profit der Milliardäre besser als Krieg.
Die Medienmilliardäre, die nicht ganz zufällig auch im Council on Foreign Relations sitzen, belügen ihre Leser systematisch und sorgen so mit ihrer gigantischen Propaganda-Maschine dafür, dass jemand, der eine friedliche Außenpolitik möchte, erst gar keine Chance hat, Präsidentschaftskandidat der beiden großen Parteien zu werden. Aber davon erzählt Wolfram Weimer seinen Lesern natürlich nichts. Das geht nicht. Da könnte man ja gleich den deutschen Haushalt einen Kriegshaushalt nennen.
Ganze siebenmal verwendet Wolfram Weimer in seinem theatralischen Aufsatz stattdessen das Wort oder den Wortbestandteil “Bush”, um auch jedem Unterbelichteten klarzumachen, dass von nun an das Abladen aller Schuld auf den Alleintäter George W. Buch und seine Regierung angesagt ist. Solange er für seine Mord- und Schandtaten nicht vor Gericht gestellt wird, braucht den Hampelmann das nicht weiter zu stören. Schließlich ist eine Amtszeit praktisch zu Ende. Neugierig darf man sicher jetzt schon sein, ob es das fröhliche Spiel “Blame Bush” nun auch bald im Rest der Milliardärspresse geben wird.
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| Der GG-Tod |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Klar, jetzt da Bush am Ende angekommen ist, können die eigentlichen Machthaber ihrem Erfüllungsgehilfen alle von ihnen selbst betriebenen Schweinereien Bush in die Schuhe schieben.
Auf ein Neues, ohne grundlegende Änderungen.
[…] Parteifreunde George W. Bush und Dick Cheney wurden von der “freien Presse” bereits zum Abschuss freigegeben und die übelsten Kriegshetzer schieben sich öffentlich die Schuld am Desaster gegenseitig […]
[…] Parteifreunde George W. Bush und Dick Cheney wurden von der “freien Presse” bereits zum Abschuss freigegeben und die übelsten Kriegshetzer schieben sich öffentlich die Schuld am Desaster gegenseitig in die […]