In den Blogsphären vom Handelsblatt gab es letzten Sonntag einen Artikel von Harald Uhlig mit Titel “Die Welt-Finanzkrise: was ist los mit Commerzbank, Dresdner Bank, UBS und Fortis?” Den lustigen Artikel gibt es nun beim Handelsblatt nicht mehr. Der bloggende Volkswirtschafts-Professor Harald Uhlig - was will der schon von richtiger Wirtschaft verstehen - fand das nicht schön, dass sein Blog-Eintrag “von der Redaktion des Handelsblatts gelöscht” wurde und “daher hier nicht mehr verfügbar” ist und hat sich vom Handelsblatt verabschiedet.
Den gelöschten Artikel gibt es dafür nun in einem neuen Blog. Und dank der innovativen Löschmarketing-Strategie ist der Artikel auch nicht nahezu ungelesen verstaubt, sondern richtig berühmt geworden. Soviel Aufmerksamkeit hätte der Artikel nicht mal bekommen, wenn die Holtzbrinck-Verlagsgruppe ihn in allen seinen Schmierblättern abgedruckt hätte. Und Holtzbrinck hat eine gute Ausrede, falls der Vorwurf kommt, einen Bank Run ausgelöst zu haben. Stattdessen lästern die Leute über die offene Zensur bei Holtzbrinck. Dabei ist Meinungsmanipulation bei Holtzbrinck wahrlich nichts neues.
Das könnte man einen richtigen “Reputation Default Swap” nennen. Die transatlantische Milliardärspresse von Holtzbrinck verspielt ein weiteres Stück der nicht vorhandenen eigenen Glaubwürdigkeit und zieht die “Russenbank” dabei mit runter. Da soll mal einer sagen, Deutschland wäre ein Land ohne Innovationen.
Mein Parteibuch beglückwünscht die Holtzbrinck-Milliardäre zu der gelungenen PR-Aktion für den sicherlich guten Werbekunden “Commerzbank”. Gespannt darf man nun sicher sein, wie die Commerzbank das den Milliardären von Holtzbrinck aus- oder heimzahlt.
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| Teures Versehen |
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So siehtdie Meinungsfreiheit der Eigentümer aus!
Um die HAbenden geht’s in unserem Land, nicht um die Habenichtse.
Übrigens kann man dem Verlag eine gewisse Innovationsfähigkeit nicht absprechen: da erhält man ungefragt und unaufgefordert sogar Werbeexemplare des Handelsblattes. Wenn das nicht Dienst am potentiellen Kunden ist!
In Zukunft wird die Auflage angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung wohl sinken.
Am vergangenen Sonntag wurde auf Veranlassung der Handelsblatt-Chefredaktion der Beitrag „Die Welt-Finanzkrise: was ist los mit Commerzbank, Dresdner Bank, UBS und Fortis?“ aus dem Handelsblatt-Blog von Harald Uhlig entfernt.
Uns ist bewusst, dass dies einen tiefgreifenden Eingriff in das Blog von Herrn Uhlig darstellt.
Grund für unsere Entscheidung war die Befürchtung, dass der Blog-Beitrag von Herrn Uhlig in der Öffentlichkeit irrtümlich nicht als die persönliche Meinung eines Wissenschaftlers, sondern als redaktioneller Beitrag des Handelsblatt wahrgenommen werden könnte und der Eindruck entsteht, das Handelsblatt rufe zu einem „Run“ auf die Commerzbank und andere Finanzhäuser auf.
In einer Situation, die ohnehin sehr fragil ist, wollten wir jedes Risiko ausschließen, durch missverständliche Äußerungen eine Panik in der deutschen Finanzindustrie zu verursachen. Dies haben wir höher bewertet als die Meinungsfreiheit unseres Bloggers.
Wir bitten Herrn Uhlig und unsere Leser dafür um Verständnis.
Bernd Ziesemer & Sven Scheffler
[…] möchte ich an dieser Stelle nicht mehr kommentieren. Das Wichtigste ist bereits vielfach gesagt. Bemerkenswert finde ich in diesem Kontext aber auch die Haltung des Handelsblattes, sich im […]