“Die Deutsche Welle hat ein Problem.” Mit diesem Satz beginnen Jan-Philipp Hein und Sabine Pamperrien ihren am 26.09.2008 in der FAZ veröffentlichten Artikel mit Titel “Deutsche Welle: Chinas zuverlässigste Plattform in Übersee“. Schon die Überschrift und der erste Satz des Artikels lassen erahnen, dass es in dem Artikel mitnichten darum geht, über ein Problem der deutschen Welle zu berichten. Was dann an einseitiger Hetze folgt, sucht seinesgleichen.
Vordergründig wird in der FAZ über einen Brief von 59 Mitgliedern Kulturschaffenden berichtet, die angesichts der nicht ausreichend linientreuen Berichterstattung der von der DW degradierten Journalistin Zhang Danhong strukturelle Veränderungen bei der deutschen Welle fordern. Hintergründig geht es offenkundig darum, mit personellen Veränderungen dafür zu sorgen, dass die deutsche Welle in der ganzen Welt zukünftig die typische pro-amerikanisch-antikommunistische verlogene deutsche Regierungspropaganda verbreitet.
Leser erfahren, dass jüngst “der „Autorenkreis der Bundesrepublik“ einen geharnischten offenen Brief an den Bundestag, in dem gefordert wird, die Berichterstattung der China-Redaktion der Deutschen Welle der letzten fünf Jahre durch eine unabhängige Kommission zu prüfen”, publizierte. Ausgiebig wird aus dem hetzerischen Brief zitiert.
Auch sonst trieft der FAZ-Artikel nur so von China-Bashing auf niedrigstem Niveau und verdrehten Tatsachen. “Zhang fiel mit regimefreundlichen Aussagen auf”, schreiben Jan-Philipp Hein und Sabine Pamperrien beispielsweise. Mit dem abwertenden Begriff “Regime” bezeichnen sie natürlich nicht die deutsche Bundesregierung. Aus dem Skandal, dass bei der deutschen Welle eine Journalistin degradiert wurde, weil sie nicht bei der einseitigen Hetze gegen die KP Chinas mitgemacht, sondern auch über die Erfolge der chinesischen Regierungspolitik gesprochen hat, machen Jan-Philipp Hein und Sabine Pamperrien “regimefreundliche Aussagen”.
Dass der “Autorenkreis der Bundesrepublik” eine CDU-nahe Vereinigung ist, erfahren die Leser der FAZ nicht. Auch dass der der CDU-Politiker Uwe Lehmann-Brauns 2. Vorsitzender des sich als Freundeskreis gebenden Autorenkreises Bundesrepublik ist, erfahren Leser der FAZ nicht. Natürlich erfahren Leser der FAZ auch nicht, dass der “Autorenkreis der Bundesrepublik” sich auf seiner Webseite der Mitgliedschaft des berühmten, vor kurzem verstorbenen Geldverteilers der CIA, Melvin J. Lasky, rühmt, erfahren Leser der FAZ natürlich genausowenig, wie dass seine Frau Helga Hegewisch–Lasky zu den Unterzeichnern des Briefes gehört.
Anstatt ihre Leser mit Recherche zu langweilen, erklären Jan-Philipp Hein und Sabine Pamperrien, dass Imre Kertész, Mario Vargas Llosa, Lutz Seiler, Ralph Giordano, Arnulf Baring, Katja Lange-Müller und Henryk M. Broder zu den 59 Unterzeichnern des Briefes gehören. Zwar können gut informierte Leser so herzhaft darüber lachen, dass sich ausgerechnet Publizisten wie Henryk M. Broder über “so ideologisch penetrante wie selektive Beiträge” bei der DW echauffieren, aber wer die von der FAZ hingeworfenen Namen nicht kennt, bekommt davon nichts mit.
Wer den Brief der rechten Publizisten des Autorenkreises Bundesrepublik selbst lesen will, findet den übrigens nicht in der FAZ, sondern bei Perlentaucher. Robert John hat sich den Brief angeschaut und dazu geschrieben “Strukturproblem Meinungsfreiheit“. Die 59 unterzeichnenden Publizisten beklagen sich darüber, dass bei der deutschen Welle die Meinungsfreiheit ein Strukturproblem darstelle. Dem ist wenig hinzuzufügen. Damit haben die Unterzeichner mit den ach-so-großen Namen sich selbst bloß gestellt und als platte Propagandisten geoutet.
Um die Vorwürfe wichtiger aussehen zu lassen, berichten Jan-Philipp Hein und Sabine Pamperrien ihren Lesern weiterhin davon, dass sich “chinesische Dissidenten in einem offenen Brief an den Bundestag gewandt” hatten und zitieren daraus genüßlich. Darüber, dass die FAZ ihren Lesern damit Inhalte der Hauszeitung der Falun Gong Sekte - Epoch Times Deutschland - wiedergekäut hat, informiert die Qualitätszeitung FAZ ihre Leser natürlich nicht.
Mit Unkenntnis hat das sicherlich wenig zu tun, was Jan-Philipp Hein und Sabine Pamperrien ihren Lesern bei der FAZ unterjubeln. Als Macher und Autoren von Berliner Journalisten und “Netzwerk Gegenrecherche” dürfte ihnen auch die Ausrede mangelnder Recherche schwerfallen. Jan-Philipp Hein und Sabine Pamperrien haben ein Problem.
Nachtrag 01.10.: Bei Spiegel-Online, wo auch Briefunterzeichner Henryk M. Broder schreibselt, haben Jan-Philipp Hein und Sabine Pamperrien ihre einseitige Hetze teils wortgleich schon am 24.09. platziert. Durch einen Vergleich der Unterschiede lässt sich analysieren, mit welchen Unterschieden die FAZ und der Spiegel Hetzerei verpacken.
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| Angiffspakt |
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Immer feste druff!!!
Im ersten Satz des Berichtes der FAZ heißt es: “Die Deutsche Welle hat ein Problem. Sie steht in der Kritik, weil im chinesischen Programm propagandistische Inhalte im Sinne der Kommunistischen Partei der Volksrepublik auftauchten.”
Umgemünzt auf Täuschland:
Die deutschen Medien haben ein Problem. Sie stehen n i c h t in der breiten öffentlichen Kritik, wenn in deutschen Programmen propagandistische Inhalte im Sinne der hier herrschenden wirtschaftlichen und politischen Machthaber auftauchen.
Alltägliche Manipulation und Propaganda.
Lasst Euch nicht verarschen!
http://www.nach...iten.de/?p=3485
Die Unterzeichner des Briefes sind teilweise schon recht glaubwürdige Demokratie-Aktivisten, die man nicht mit Falungong gleichsetzen kann.
Dem Grundanliegen, ein Sender des deutschen Staates sollte im Zweifelsfall eher deutsche als chinesische Regierungspropaganda aussenden, ist auch kaum zu widersprechen.
Allerdings ist inzwischen der Demokratie- und Menschenrechtsaktivismus westlicher Medien und hiesiger exilchinesischer Organisationen in China nicht mehr wirklich attraktiv oder populär. Vieles ist veraltet und fordert ebenso zum Widerspruch heraus wie die Aussage jenes Briefes der 50 Autoren, die explizit das heutige Russland als eine “totalitäre Diktatur” bezeichnen. Da ist es kein Wunder, wenn sich eine Redakteurin berufen fühlt, hier etwas gegenzusteuern. Sie ist bei weitem nicht die einzige. Wenn es nach den Unterzeichnern geht, ist vermutlich auch Helmut Schmidt ein Mitglied der KPCh. Mit der immer hölzerner werdenen Sprache der westlichen Wertegemeinschaft erreicht man in China und Russland immer weniger Leute. Hexenjagden passen gut dazu und zeugen von Hilflosigkeit.
[…] eigen gemacht hat, dafür aber sehr aggressiv die Frankfurter Allgemeine, wie jüngst bei mein-parteibuch.com zu lesen war. Sie laufen auf eine verschäfte Kontrolle und daraus folgende Einschränkung […]
[…] 30. September berichtete Mein Parteibuch davon, dass rechte Publizisten ein Problem mit der Meinungsfreiheit haben und nach der Degradierung der […]