Die Entführung der Landshut 1977, in derem blutigen Verlauf der Entführer Zohair Youssif Akache Flugkapitän Jürgen Schumann erschossen hat, war eines der Schlüsselereignisse in der Geschichte der Kanzlerschaft von Helmut Schmidt und in der Geschichte der RAF. Der Bertelsmann-Random House-Historiker und Bertelsmann-Autor Klaus Wiegrefe berichtet auf der Spiegel-Plattform Einestages von einem bisher wenig beachteten Detail, nämlich einem schriftlich festgehaltenen Kalkül.
Hier ist der entsprechende Auszug aus dem Beitrag von Klaus Wiegrefe:
Da das Scheichtum bis 1971 zum Commonwealth zählte, suchte die Bundesregierung die Hilfe der Briten. Jürgen Ruhfus, Abteilungsleiter im Kanzleramt, besprach sich in London mit Terrorexperten und dem Botschafter der VAE. Der Vermerk offenbart ein bemerkenswert zynisches Kalkül der Runde, denn die Männer erklärten, “wenn eine Geisel erschossen ist, würde es leichter sein, die Notwendigkeit einer Polizeiaktion vor der internationalen Öffentlichkeit zu vertreten”.
Ausgerechnet der Bonn wohlgesinnte Scheich Mohammed trug dann dazu bei, dass es zu einem Toten kam. Wie ein deutscher Diplomat berichtete, erklärte der Prinz “auf Fragen ihn umringender Journalisten”, Flugkapitän Jürgen Schumann habe “verschlüsselt formulierte Mitteilungen” übermittelt: “Wir wissen vom Kapitän, dass es vier Entführer wären und dass sie mit zwei Bomben und zwei Pistolen bewaffnet seien.”
Die Kidnapper erfuhren davon – vielleicht aus dem Radio – und tobten.
Scheich Mohammed Bin Raschid ist Herrscher von Dubai, Absolvent der britischen Militär-Akademie in Sandhurst war auch 1977 schon Minister der Verteidigung der Vereinigten Arabischen Emirate.
Preisfrage: Wurde dieses Detail im Film oder Buch Baader-Meinhof Komplex von Stefan Aust wohl erwähnt oder vergessen? Oder sollte man besser fragen: Warum wurde dieses Detail vergessen?
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Weil es unerheblich ist.
Wie auch die siegreiche kolumbianische Armee in den letzten Monaten und Jahren immer wieder erfolgreich beweist:
- Verzicht auf ernsthaften Verhandlungen, weil die Gegenseite das eh als Schwäche auslegt.
- Lösungen für Aussteiger (im Fall der RAF ja in Zusammenarbeit mit der Stasi)
- und für den Rest blaue Bohnen.
Irgendwann stehen dann die linken Terroristen als die Trottel da, die sie sind.
Och Axel-Lemmy,
darum, ob man mit Terroristen verhandeln sollte oder nicht, geht es in dem Artikel gar nicht. Es geht hier darum, dass von der deutschen Regierung offenbar die Ermordung von Geiseln gewünscht war, um die öffentliche Meinung im Sinne eines Militäreinsatzes zu beeinflussen.
Sollte dir das etwa entgangen sein?
[…] oder vergessen? Oder sollte man besser fragen: Warum wurde dieses Detail vergessen? (Quelle: Mein Parteibuch) Bookmarken Sie diesen Artikel in den diversen “Internetcharts”AutorMein […]
Leser,
Es ist doch eine völlig nachvollziehbare Aussage:
[quote]
wenn eine Geisel erschossen ist, würde es leichter sein, die Notwendigkeit einer Polizeiaktion vor der internationalen Öffentlichkeit zu vertreten
[/quote]
Der Scheich hat die Information an die Presse weitergegeben.
Soll er jetzt von der Bundesregierung dazu angestiftet worden sein, damit die öffentliche Meinung…
Das ist doch lachhaft.
und warum zitiert ihr seit neuestem aus imperialisitischer-nazi-kommunisten-scientology-illuminaten hetzblatt Spiegel?
Weil der Spiegel etwas Diskussionswürdiges veröffentlicht hat.
Hinter den Titel “Kalkül” gehört eigentlich ein Fragezeichen. Es sind nämlich nur Indizien.
Ich arbeite in cv-mässig echt recht angesehenen IT Umgebung. Mit internationalen Tel/Desksharing-Konferenzen über 4 Standorte auf 3 Kontinenten, intelligenteren Leuten wie ich, etc.
Und im Prozess der Arbeit passieren massig Fehler.
Das ist nicht anders als wie in den Fabriken und Baustellen meiner frühen Studienzeit.
Warum solls in der Politik anders sein?
Anzunehmen, dass in diesem Chaos der Landshut-Entführung die Bundesregierung diesen Scheich angestiftet hätte, die Informationen zu lanzieren…
Por Díos…
@Lemmy
Was ist schon ein Menschenleben wert?
Hat Helmut Schmidt den Flugkapitän erschossen?
@Lemmy
Nein, das hat Helmut Schmidt nicht. Aber möglicherweise hat Helmut Schmidt - das hier benannte propagandistische Kalkül ist ein Indiz dafür - politisch gezielt darauf hingearbeitet, dass die Entführer einen Mord begehen. Ein Strafrechtler würde das Verhalten von Helmut Schmidt, so es denn das Kalkül gab und es dem Kalkül entsprang, womöglich “unterlassene Hilfeleistung” nennen.