Einen Lacher zum Ende der Woche brachte RIA Novosti gestern mit einer subtilen Art von Humor:
MOSKAU, 25. September (RIA Novosti). Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat den russischen Behörden empfohlen, Mittel des nationalen Wohlfahrtsfonds nicht auf dem Inlandsmarkt zu platzieren und von staatlicher Einmischung auf dem Wertpapiermarkt abzusehen.
“Wir gehen davon aus, dass solche Schritte nicht unternommen werden sollen”, sagte der Chef der IWF-Mission in Russland, Paul Thomsen, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Moskau. “Die russischen Behörden sollen ihre Anstrengungen auf die Festigung von Vertrauen im Bankensektor richten. Sowie das Vertrauen wiederhergestellt worden ist, werden die Banken wieder genug Mittel für die Finanzierung auf dem Inlands- und dem Außenmarkt haben”, sagte der Experte.
Die staatliche Einmischung auf dem Effektenmarkt könne Thomsen zufolge seine Sanierung verlangsamen und die Volatilität auf dem Markt nur verstärken.
Hoffentlich verklagt niemand Paul Thomsen, weil er vor Lachen Bauchschmerzen bekommen hat.
PR-Inside meldete am Dienstag:
Der Internationale Währungsfonds hat die Industriestaaten zu Rettungsplänen nach dem Beispiel der USA aufgefordert, um die erschütterten Finanzmärkte zu stabilisieren. Nur wenn die Finanzinstitute von öffentlicher Hand mit ausreichend Kapital versorgt würden, könne das System auf Dauer ins Gleichgewicht gebracht werden, schrieb IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in einem Beitrag für die Zeitung «Le Monde» (Mittwoch-Ausgabe). Es reiche nicht, wenn die Zentralbanken Liquiditäten bereitstellten.
Während die USA auf ihrem Finanzmarkt mit Billigung des IWF $700 Mrd US für ihren nationalen Sozialismus ausgeben, sollen andere Länder ihre Märkte nach dem Willen des IWF also dem zerstörerischen Wirken von Finanzhaien aussetzen.
Die dahinter steckende Moral des IWF wurde vor einiger Zeit mal so beschrieben: Was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen noch lange nicht erlaubt. Da soll mal einer sagen, der IWF wäre kein parteiisches Instrument zur Durchsetzung von Interessen der USA.
Nachtrag 30.09.2008: Finanznachrichten berichtete vorgestern, dass der IWF weiter die Politik der Milliardärssubventionierung durch die US-Regierung lobt:
“Der Internationale Währungsfonds (IWF) begrüßt nach Zeitungsangaben das US-Rettungspaket für die angeschlagene Finanzbranche. “Ohne die Maßnahme wäre die Gefahr einer Kreditklemme für die Unternehmen deutlich höher”, sagte IWF-Kapitalmarktchef Jaime Caruana dem “Handelsblatt” (Montagausgabe).”
Da wusste der IWF noch nicht, dass der US-Kongress die 700 Mrd Dollar Sozialleistungen für Milliardäre abgelehnt hat. Peinlicher geht’s nimmer.
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