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25. September 2008

SPONtanum schreibt Ove Saffe

von @ 18:24. abgelegt unter Pressefreiheit, Gedankenkontrolle, Spon, Zensur, Medienmanipulation, Spiegel, Spiegel-Zensur

Bekanntlich ist der Spiegel eines der wichtigsten Propaganda-Outlets der Jünger der transatlantischen Freundschaft in Deutschland. Um sich die schönen Erfolge bei der Gehirnwäsche der Bevölkerung nicht kaputtmachen zu lassen, löscht der Spiegel bekanntlich in seinem Internet-Forum alle Beiträge, die ein auch nur annähernd realistisches Bild der USA und ihrer Freunde zeichnen. Im Forum Spontanum haben sich einige Forumsteilnehmer zusammengeschlossen und entwickeln Strategien gegen die beim Spigel übliche Zensur. Nachdem bisherige Briefe leider nur unbefriedigende Ergebnisse brachten, hat das Action Board des Forum SPONtanum nun dem gerade frisch eingesetzten Spiegel-Geschäftsführer Ove Saffe geschrieben. Auch Mein Parteibuch veröffentlicht das schon bei Spiegelkritik online gestellte Schreiben gern.


Betreff: Resümee eines Vorstoßes zur Verbesserung der Moderation im SPIEGEL ONLINE Forum oder Aufruf zur Niederlegung der Doktrin, den SPIEGEL-Leser als ‚saudummen’ Kunden zu behandeln.

Sehr geehrter Herr Saffe,

wir gratulieren Ihnen herzlich zu Ihrer Berufung als neuer Geschäftsführer des SPIEGEL- Verlags und setzen einige Hoffnungen auf Ihren Wiedereinstieg in den Verlag.

Wir, das ist eine Gruppe engagierter Nutzer des SPIEGEL ONLINE Forums, die sich mit der derzeit praktizierten Zensur durch die Moderation im SPON-Forum nicht abfinden wollen und deshalb mit der Redaktion SPIEGEL ONLINE in Kontakt getreten ist.

Bekanntlich hatten wir die Chef-Redakteure von SPIEGEL Online, Herrn Büchner und Herrn Dietz, in unserem Schreiben vom 18.08.2006 darauf hingewiesen, dass wir immer noch auf eine inhaltliche Antwort der Redaktion SPIEGEL ONLINE auf unsere Vorschläge zu einer http://object- transparenteren Moderation im SPIEGEL ONLINE Forum warten: innovation.de/kommunikation/keine_antwort_auf_replik_auf_antwort_begruessung.pdf

Dennoch ist keine Reaktion seitens des SPIEGEL erfolgt, worauf wir als Folgereaktion auf die ausgebliebenen Antworten weiter unser zensurfreies Forum SPONtanum ausbauen, um damit der willkürlichen Zensur der Meinungsfreiheit im SPIEGEL ONLINE Forum und der Moderation nach Gutsherren-Art wirksam entgegen zu treten.

Wir möchten Sie deshalb als neuen Geschäftsführer des SPIEGEL-Verlags etwas umfassender über den bisherigen Stand der Dinge informieren und bitten Sie, das o.a. Anschreiben, dessen Anlagen und folgende Punkte zum besseren Verständnis genauer aufzunehmen:

1. Bekanntlich hatten wir SPIEGEL-Leser und SPIEGEL ONLINE-Foristen dem SPIEGEL konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Moderation im SPON-Forum auf Grund der Auswüchse der willkürlichen Zensur am 14.02.2008 unterbreitet (s. Anlage).

Leider hat die Redaktion SPIEGEL ONLINE bis heute nicht auf unser Anliegen in angemessener Form geantwortet. Das ist bedauerlich, scheint es doch zu zeigen, dass wir mit unserem Ansinnen nicht ernst genommen werden (s. Anlage). Für uns ist das Thema aber zu wichtig, um es als erledigt anzusehen. Wir meinen, es sollte auch für den SPIEGEL nicht erledigt sein, denn Aussitzen a la Telekom ist keine Lösung für dieses Problem.

2. Uns als Forum-Benutzer ist natürlich klar, dass wir uns der sogenannten “Netiquette“ beim Eintritt in den Kreis der Forum-Teilnehmer unterworfen haben und diese respektieren - deshalb geben wir aber nicht unsere Persönlichkeitsrechte an der Garderobe von SPIEGEL ONLINE ab.

3. Des weiteren sollten die Moderatoren darauf hingewiesen werden, dass eine Moderation neutral zu erfolgen hat, das heißt, die persönlichen Ansichten und Einstellungen des Moderators zum behandelten Thema bei seiner Tätigkeit außen vor zu bleiben haben.

Die derzeitige Praxis der Moderation wird von uns aber als Zensur empfunden, weil weder Gründe für Nichtveröffentlichungen, Veränderungen oder Löschungen nachvollziehbar sind. Diese Praxis steht den Regeln von Wahrheit und Klarheit entgegen und schadet zu allererst dem SPIEGEL selbst enorm.

4. Wir sind sicher, dass Sie positive Veränderungen in der Art und Weise der Moderationen im SPIEGEL ONLINE initiieren können. Und wir meinen sehr deutlich, dass gerade Sie beim SPIEGEL-Verlag das tun sollten, weil Sie nach wie vor eine Verpflichtung gegenüber der Meinungsfreiheit haben.

Wir dürfen Ihnen versichern, dass wir an einer qualifizierten Diskussion dieses Themas mit der Redaktion von SPIEGEL ONLINE großes Interesse haben und daran festhalten wollen. Sollten unsere berechtigten Wünsche weiterhin unbeachtet bleiben, sind wir auch vorbereitet, dieses Thema erneut in geeigneter Form einer breiteren Öffentlichkeit zu verdeutlichen.

5. Bitte nehmen Sie deshalb zur Kenntnis:

Auf dieser Bühne, z.B. in der Zeitschrift ‚journalist’ Heft 09/2008, des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Artikel ‚Die lieben Leser’, gibt der SPIEGEL keine besonders gute Figur gegenüber anderen Presse-Organen ab, sich unter der Tastatur versteckt zu haben, denn es wirft einen Schatten auf die Unternehmens-Kultur des Hauses, wenn selbst gegenüber Journalisten-Kollegen das Thema Moderation in SPIEGEL ONLINE abgeschottet wird, s. „Wir danken Ihnen für dieses Gespräch“ in http://spiegelkritik.de/2008/09/01/wir-danken-ihnen-fuer-dieses-gespraech/

6. Es helfen auch keine Ausflüchte zu dieser betriebenen Art und Weise der Moderation wg. der Arbeitsüberlastung des Moderatoren-Teams, die sich dann nach erfolgter Recherche bei der FAZ als peinliche Fehler in der Darstellung und Rohr-Krepierer herausstellen.

7. Die Redaktion SPIEGEL ONLINE lehnt es schlichtweg ab, das Problem Moderation und Zensur im eigenen Bereich zu thematisieren und hüllt sich ein in vorgetäuschte Veränderungen, z.B. eines zusätzlichen Moderators Wolfgang Büchner SPIEGEL ONLINE, der nicht moderiert oder im SPIEGEL ONLINE-Forum aktiv ist.

Gleichzeitig betreibt man eine rigide Zensur aller Aussagen über das Wesen der Demokratie – auch noch derjenigen Zitate honoriger Personen des Zeitgeschehens wie die zensierten Beiträge mit Bezug Demokratie im Café SPONtan in der Zeit vom 25.-27.03.2008 zeigen, u.a.:

7.1 Titel: Ernst Zermelo Wegen Gesundheitsproblemen gab er seine Professur in Zürich auf und nahm seinen Wohnsitz im Schwarzwald. Er arbeitete mit einer Ehren-Professur in Freiburg im Breisgau, musste diese Arbeit aber wieder aufgeben, da er sich weigerte die Vorlesungen mit Hitlergruß zu beginnen, was von Kollegen (Gustav Doetsch und dessen Assistent Eugen Schlotter) denunziert wurde. zensiert (Ernst Zermelo)

7.2 Jetzt ist es hier im Forum geschafft: „Es kommt nicht so sehr darauf an, daß die Demokratie nach ihrer ursprünglichen Idee funktioniert, sondern daß sie von der Bevölkerung als funktionierend empfunden wird.” zensiert (Rudolf Augstein)

7.3 [QUOTE=who;2103309]Ich kenne das, Ernst Zermelo! Auch Ernst ist hier durch die Roste gefallen… Und das davor war Helmut Schmidt.[/QUOTE] Also stellen wir sie her: “Öffentlichkeit ist der Sauerstoff der Demokratie.” zensiert (Günter Grass)

8. Ferner werden Benutzereinstellungen ohne Vorankündigung und ohne Begründung geändert. So ist bei allen Foristen die Signaturfunktion abgeschaltet worden. Bereits existierende Signaturen verschwanden einfach. Die Funktion ‘Wohnort’ wurde bei allen Foristen ohne Angabe von Gründen abgeschaltet. Inzwischen können Foristen auch ihre Registrierung nicht mehr selbsttätig löschen und auf Löschungsgesuche reagiert der Sysop nicht. Solche willkürlichen und unangekündigten Änderungen verstärken den Eindruck, dass das Forum eine Spielwiese für Administratoren ist und nicht ein Freiraum für Lesermeinungen.

Der SPIEGEL und die Redaktion SPIEGEL ONLINE sollten beachten, dass die Abschottung des Themas ‚Zensur in SPIEGEL ONLINE’ nicht gelingen wird.

Nehmen Sie bitte ebenfalls zur Kenntnis, dass wir zumindest eine vernünftige inhaltliche Antwort auf unser Anliegen erwarten und simples Abtauchen und Ignorieren nicht akzeptieren werden. Handeln nach altvorderen Prinzipien - agieren ohne zu erklären - ist nach unserer Meinung weder einem mitteleuropäischem Periodikum, geschweige denn den Ansprüchen des SPIEGEL angemessen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Forum SPONtanum. Action Board

______ Anlagen:

http://object-innovation.de/kommunikation/anschreiben_zum_forum.pdf

http://object-innovation.de/kommunikation/antwort_auf_anschreiben.pdf

http://object-innovation.de/kommunikation/replik_auf_antwort.pdf

Gern veröffentlicht Mein Parteibuch in der Rubrik Spiegel-Zensur auch weiterhin, was Spiegel-Leser nicht wissen sollen.

5 Kommentare zum Beitrag “SPONtanum schreibt Ove Saffe”

  1. Klaus Baum sprach

    Ich würde bei spiegelonline mal Äußerungen von amerikanischen Autoren posten, ohne dies kenntlich zu machen. Wenn diese Beiträge auch gelöscht werden, kann man den Spiegel als antidemokratisches Blatt endgültig vergessen.

  2. Der Nordstern sprach

    Sehr ehrlicher, aber letztendlich naiver Versuch ein klar positioniertes Propagandablatt zum Einlenken zu bewegen.

    Mit dem Tod Augsteins ist dem Spiegel im Prinzip das Gleiche “zugestossen”, wie der SPD nach dem Tod Willy Brandts: der Abschied von jeglichen Prinzipien und Moral und die völlige Unterwerfung unter das Diktat des Grosskapitals.

    Der Nordstern.

  3. Redaktion sprach

    @Nordstern
    Der Spiegel war schon immer das Hetzblatt, was er heute ist. Otto Köhler hat das in der von ihm verfassten Biografie von Augstein detailliert beschrieben. Nur hat’s früher kaum einer gemerkt, dass da zu Transatlantikern gewendete alte Nazi-Kader ihre Propaganda nahtlos fortgesetzt haben.

    Willy Brand hat eine ähnliche mediale Verklärung wie Rudolf Augstein erfahren. Dabei war die wichtigste Leistung des CIA-Agenten Willy Brandt der parallel zur Umarmung des Ostens unterzeichnete Radikalenerlass, mit dem er der Opposition gegen die amerikanische Kriegspolitik das Genick gebrochen hat.

  4. Der Nordstern sprach

    @Redaktion: Über die diversen “Gemeinsamkeiten” von Spiegel (bzw. Augstein) und Brandt war ich mir durchaus bewusst.

    Unglücklicherweise sind sogar diese Herren noch wahre “Lichtgestalten” im Vergleich zu dem, was bei uns nach 1945 noch so alles in Amt und Würden zurückkehren und Politik machen durfte.

    Von der Situation bei Presse und Medien ganz zu schweigen!

    Der Nordstern.

  5. hans sprach

    CREALITÄT - diese Mischwort aus Realität und Creativität gehört in den Bereich der Kunst, der Erschaffung künstlicher Welten. Noch immer machen die Medien uns glauben, islamische Terroristen hätten eine Paassagiermaschiene in das Pentagon gelenkt. Ted Olsens Berichte an CNN vom Anruf seiner Frau Barbara aus der entführten Maschiene sind längst als Märchen entlarvt und seine Familie ist zum Teil gar nicht erst zur “Beerdigung” gegangen, da sie wußte das sie nicht gestorben war und kein Flugzeug in das Pentagon gestürzt war, sondern eine Rakete. Crealität wird heute von den Massenmedien erschaffen und von deren Hütern vertedigt. Die Presse verfolgt schon lange keine moralischen Ideale oder Wahrheiten mehr - naiv, wer das noch erwartet. Die Presse ist ein Instrument gezielter Desinformation geworden, ein perfides System, in dem kein Verantwortlicher mehr besteht. Politik,Medien und Kapital arbeiten Hand in Hand. Wer heute noch ein profitorientiertes Magazin unterstützt ist wohl süchtig danach. MultiMedia ist das neue Opium des Volkes.

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