Mit dem jüngsten Bombenanschlag auf das Marriott Hotel in Islamabad, der Hauptstadt von Pakistan, wurden eine Reihe von Menschen umgebracht. Schon drei Tage nach der Tat ist der Anschlag von den Titelseiten der Medien verschwunden. Dabei haben die Medien zu dem Anschlag bisher nur ziemlich wirres Zeug berichtet. Hintergrund, Täter und Tatmotiv liegen völlig im Dunkeln.
Sicherlich macht sich das in den Medien schlecht, wenn berichtet werden muss: “Wir haben von nichts eine Ahnung”. Vielleicht haben die Medien den Anschlag allerdings auch bloß so schnell vergessen, weil dabei zwangsläufig Details ans Tageslicht kommen, von denen die Leute lieber nichts wissen sollen.
Mein Parteibuch stellt deshalb nachfolgend einige Links zusammen. Leser mögen zum Bombenanschlag dann selbst weiterrecherchieren und sich ihre eigenen Gedanken machen.
Was in Islamabad passiert ist, ist recht gut dokumentiert. Saeed Shah berichtete gestern im Guardian, dass die Bombe 600 kg schwer war und aus einer Mischung von RDX und TNT bestand, wozu Aluminium-Pulver als heiß brennender Brandbeschleuniger gepackt worden sei. Auf Youtube findet sich ein Video, in dem die vier Minuten vor der Explosion der Bombe gezeigt werden und zu sehen ist, dass ein LKW einige Minuten vor der Explosion vergeblich versucht hat, die Absperrung zum Hotel zu durchbrechen. Zu sehen ist dabei auch eine kleine Explosion im Führerhaus des LKW und ein mehrere Minuten dauernder Brand auf dem LKW, mit dem die Hauptladung offenbar zur Explosion gebracht wurde.
Auch die Folgen, die die Bombe hatte, sind recht gut dokumentiert. Über den Krater, den die Bombe in die Erde gerissen hat, über den auf die Explosion folgenden Brand im Hotel und die mehreren Hundert Verletzten und rund 50 Todesopfer, die der Bombenanschlag gefordert hat, berichtete die BBC am Sonntag in aller Ausführlichkeit. Die meisten Toten waren offenbar Pakistanis, Hotelangestellte und andere einfache Leute, jedoch berichtete die BBC auch von zwei toten US-Amerikanern, einem toten dänischen “Diplomaten” und davon, dass der tschechische Botschafter umgekommen sei. Ungeklärt ist bisher allerdings die Frage, warum die oberen Stockwerken vier und fünf des Hotels, wie die Fotos in den oben genannten Berichten nahelegen, besonders heftig brannten. Dass, wie Stefanie Bolzen am Montag in Springers Märchenblatt Berliner Morgenpost berichtete, im obersten Stockwerk eine Gasleitng beschädigt sein soll, überzeugt als Begründung dafür kaum, denn angesichts der auf den Fotos dokumentierten Zerstörungen wären wohl auch Gasleitungen in den darunter liegenden Stockwerken zerstört worden.
Bei der Frage, wem der Anschlag eigentlich gegolten habe, gibt es dicke Widersprüche.
Die deutsche Lügenschau berichtete am Montag, dass der pakistanische Ministerpräsident Jussuf Raza Gilani und Präsident Asif Ali Zardari “dem verheerenden Anschlag auf das Marriott-Hotel in Islamabad möglicherweise nur knapp entgangen” sind. Der pakistanische Innenminister Rehman Malik habe Agenturberichten zufolge gesagt, die “Politiker hätten am Samstag in dem Hotel gemeinsam essen wollen”, das Essen jedoch in letzter Minute an einen anderen Ort verlegt. Während die NZZ am Montag Nachmittag basierend auf Agenturmeldungen behauptete, die Bombe habe der Staatsführung von Pakistan gegolten, die in dem Hotel gemeinsam mit mehreren Armeeoffizieren essen wollten, berichteten Oliver Meiler und Christian Wernicke am Montag Abend in der Süddeutschen Zeitung, der Sprecher des Hotelbesitzers Sadruddin Hashwani bestreite, dass der Premier und der Präsident ein Essen gebucht gehabt hätten. Jochen Buchsteiner berichtete gestern in der FAZ, für Innenminister Malik gelte Islamist Baitullah Mehsud als hauptverdächtig und sagte, dass alle Wege nach Waziristan führen.
Robert Wood, Sprecher des Außenministeriums der USA, nannte das 9/20-Bombing von Islamabad am Montag, wie AFP berichtete, “Pakistan’s 9/11″. Die USA würden nach dem Anschlag gemeinsam mit Pakistanern und Afghanen ihre Anstrengungen zur Bekämpfung des Terorismus “verdoppeln”.
Angesichts des Verweises auf 9/11 liegt der Gedanke nahe, es handle sich bei dem Anschlag auf das Marriott Hotel von Islamabad um einen False-Flag-Anschlag mit Beteiligung der US-Regierung, ganz so, wie die US-Regierung selbst die Anschläge vom 11. September organisiert hat, um die Zustimmung der Bevölkerung zum Krieg gegen den Terror zu gewinnen. Zu den bekannten Charaktereigenschaften der US-Regierung passt auch der auf “Pakistan Daily” geäußerte Verdacht, sie könnte versucht haben, die pakistianische Regierung zu ermorden. Man könnte meinen, der Anschlag nutzt den USA, denn durch den Anschlag stieg, wie in US-Medien nun auch prompt behauptet wird, der Druck auf die pakistanische Regierung, der USA bei ihrem Krieg gegen Afghanistan besser beizustehen.
So ist es kein Wunder, dass viele Kommentatoren der Webseite “Pakistan Daily” von einem erneuten False-Flag-Anschlag der USA überzeugt sind. Dass anonyme US-Geheimdienstpfeifen und Journalisten wie Christine Möllhoff weltweit mit Titeln wie “Al Qaidas Kampfansage an den Westen” nun auch noch behaupten, der Anschlag würde die Handschrift von Al-Qaida tragen, obwohl Al-Qaida schon längst als ein Tarnname für die CIA aufgeflogen ist, erhöht die Glaubwürdigkeit der US-Regierung auch nicht gerade. Und zahlreiche Medienberichte, in denen behauptet wird, die neue pakistanische Regierung lasse die pakistanische Armee auf nach Pakistan eindringende US-Soldaten schiessen, gäben einem solchen Mordplan ein weiteres Motiv.
Das macht jedoch keinen Sinn, denn wenn der Anschlag ein False-Flag-Attentat der US-Regierung gewesen wäre, dann hätte sie einen denkbar ungünstigen Zeitpunkt für das Attentat gewählt.
In einer anonymen Bekenner-Botschaft an Al Arabia, die angeblich von den Attentätern stammt, wird dem Tagesspiegel zufolge behauptet, der Anschlag richtete sich gegen “ausländische Soldaten sowie Vertreter der US-Regierung und der NATO”, die in dem Hotel untergebracht gewesen seien. Die Begründung für den Anschlag ist in der Tat schlüssig, auch wenn der Name der angeblichen islamistischen Gruppe “Fedajin-e- Islam” eine extra für diesen Anschlag geschaffene Kreation sein dürfte.
Die Regierung der USA und die Regierung von Pakistan stehen durch den Anschlag nämlich nun vor dem schwierigen Problem, erklären zu müssen, was zahlreiche US-Marines in dem Hotel gemacht haben. Da kommt durch den Anschlag nun ein Stückchen Wahrheit ans Licht, das die pakistanische Regierung nur zu gern vor der Öffentlichkeit verborgen hätte. Die US-Regierung inzwischen zugegeben, dass zwei Mitarbeiter des US-Kriegsministeriums, genauer gesagt zwei Marines bei dem Anschlag auf das Marriott Hotel ums Leben kamen. Das ist richtig peinlich, denn schließlich hat der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari der Öffentlichkeit noch wenige Stunden vor dem Anschlag mit markigen Worten weißzumachen versucht, dass er das Eindringen amerikanischer Soldaten nach Pakistan nicht hinnehmen werde. Und nun hat das Marriott Hotel in der pakistanischen Hauptstadt nur wenige Meter von seinem Regierungssitz entfernt zahlreiche US-Marines, die - angeblich in Afghanistan - gegen Taliban und Al-Kaida kämpfen sollten, beherrbergt? Und dann hat sich Medienberichten zufolge der US Chief of Staff Admiral Michael Mullen auch noch mit seinem Regierungschef und pakistanischen Miitärs getroffen? Das sieht ganz schlecht aus für die sich nationalistisch und von den USA unabhängig handelnd gebende Regierung von Pakistan, die vorgibt, dass sie mit der pakistanische Armee die im Grenzgebiet lebenden Pakistani vor den bösen US-Truppen beschützen will.
Und dann ist da noch ein für die pakistanische Regierung äußerst hässlicher Bericht des regierungskritischen Journalisten Ansar Abbasi über versiegelte Stahlkisten, die die US-Botschaft vier Tage vor dem Anschlag unter den Augen von pakistanischen Regierungspolitikern in die von den Soldaten besetzten oberen Stockwerke des Marriott Hotels geliefert haben, ohne dass die Kisten die üblichen Sicherheitschecks des Hotels durchlaufen mussten. Mit solcher Diplomatenpost transportieren üblicherweise Spezialeinheiten genannte Mordkommandos der US-Armee Mordwerkzeuge wie die jüngst in Kirgisien aufgetauchten Waffen heimlich in fremde Länder.
Angesichts dessen, dass es damit nun auf der Hand liegt, dass die pakistanische Regierung heimlich Mordkommandos der US-Armee nach Pakistan eingeladen hat, damit die Jagd auf widerspenstige Bürger in den pakistianischen Stammesgebieten machen, erscheinen dann auch US-Meldungen glaubwürdig, die von der pakistanischen Regierung großspurig verbreiteten Zwischenfälle der pakistanischen Armee mit der US-Armee hätten gar nicht stattgefunden, sondern seien eine platte Lüge der pakistanischen Regierung, die heimlich hervorragend mit den USA kooperiert. Nun sieht das so aus, als würde die pakistanische Regierung gemeinsam mit der US-Armee einen blutigen Krieg gegen Teile der eigenen Bevölkerung führen.
Angesichts der aufgeflogenen Lüge wundert es wenig, dass der pakistanische Regierungspolitiker Mumtaz Alam Gillani vehement bestreitet, Zeuge der Entladung der Kisten der US-Botschaft ins Hotel geworden zu sein, behauptet, das nur so vor sich hingesagt zu haben, und damit droht, Ansar Abbasi wegen illegalen Zitierens eines nicht zur Veröffentlichung freigegebenen Gespräches mit einem Journalisten zu verklagen. Dass die US-Regierung größten Wert darauf legt, in den Kisten, die die Botschaft ins Hotel geliefert hat, habe sich lediglich Kommunikationstechnik und Büromaterial befunden, passt da bestens ins Bild.
Der Zeitpunkt des Anschlages, wo so viele US-Soldaten im Gebäude waren, hätte für die heimlich unheimlich gut kooperierenden Regierungen von Pakistan und den USA kaum ungünstiger sein können. Offen ist trotzdem die Frage, wer das Verbrechen begangen hat. Baitullah Mehsud ließ - selbstverständlich - Presseberichten zufolge sofort bestreiten, dass er etwas mit der Tat zu tun habe. Innerhalb des Geheimdienstes ISI wird es sicher auch den einen oder anderen Offizier geben, der mit der heimlich unheimlich guten Kooperation (Nachtrag 17.11.2008: die heimlich unheimlich gute Kooperation steht nun sogar in der Washington Post) der pakistanischen Regierung mit der US-Armee nicht einverstanden ist.
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| Zur Hölle mit .... |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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@Admin
Hi kannst du vielleicht mal mit den Personen/Blogs reden die immer die ganze Seite überfluten. Heute ist das schon 3 mal passiert das ein Blog die ganze Seite in Anspruch nimmt indem er innerhalt kürzester Zeit massig Beiträge einstellt. Dabei verschwinden oft auch interessante Artikel wie von Duckhome,Radio Utopie,Parteibuch,deutschland-debatte irgendwo ins hintertreffen. Müsste doch möglich sein , das man das ganze auf 1 bis 2 Beiträge beschränkt in denen man zb. Links zu den Themen postet damit die anderen Schreiber nicht in der Flut untergehen.
Denke mal es geht nicht nur mir so
ps: hat jetzt nichts mit der Qualität dieser Beiträge zu tun , meine Kritik dient alleine der Übersicht die dabei mMn. verloren geht.
[…] Marriott Hotel in Islamabad Wer war es denn in Pakistan? […]
@Chemiestudent
Für die vielen Beiträge, die den Ticker heute überflutet haben, können die entsprechenden Blogbetreiber gar nichts. Bitte entschuldige das und überspringe die Beiträge einfach.
Irgendwo scheint der Ticker gerade ein Problem mit Feeds von Blogs zu haben, die bei Blogspot gehostet sind. Wir arbeiten daran, herauszufinden, woran das liegt, und den Fehler dann zu beseitigen.
[…] Laden würde sich in Pakistan verstecken. Die Regierung der Atommacht Pakistan hat sich bereits energisch dagegen gestellt, dass US-Soldaten Menschen in Pakistan ermorden. Sollte Barack Obama […]