Die Deutsche Presse-Agentur dpa - nicht zu verwechseln mit dem Bundesnachrichtendienst BND, die legen großen Wert auf ihre eigene Vertriebsmarke - ist in Deutschland juristisch gesehen eine “privilegierte Quelle“. Ihre Meldungen gelten vor Gericht grundsätzlich als wahr. Darauf, die Journalisten zu benennen, die die Meldungen fabrizieren, kann die dpa deshalb verzichten. Die Welt meldete vorgestern um 17:29h in ihrem DPA-Ticker: “Chávez will nun Venezuelas Banken verstaatlichen“. Gleich im ersten Satz war da zu erfahren, dass Hugo Chavez “im Rahmen seines sozialistischen Enteignungsprogramms” eine Bank in Venezuela verstaatlichen wolle:
Caracas/Madrid (dpa) - Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez will im Rahmen seines sozialistischen Enteignungsprogramms nun auch die drittgrößte Bank des südamerikanischen Landes verstaatlichen.
Der erste Satz einer Agenturmeldung ist immer besonders wichtig. Das ist nicht nur deshalb so, weil er sich den meisten Lesern besonders ins Gehirn brennt, sondern auch deshalb so, weil die Zeitungsredaktionen, die die Agenturmeldungen unbekannter Journalisten ungeprüft weiterverbreiten, Meldungen meist hinten kürzen, kommt der erste Satz fast immer fast überall an. “Im Rahmen seines sozialistischen Enteignungsprogramms” ist in Deutschland eine juristisch als wahr unterstellte Behauptung.
Etwas später heißt es dann in der dpa-Meldung überraschenderweise:
Die Santander-Gruppe bestätigte unterdessen, dass sie mit Caracas Verhandlungen über einen Verkauf ihrer Tochter führe. Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, die Banco de Venezuela an einen privaten venezolanischen Investor zu verkaufen, teilte die größte spanische Bank mit. Es habe jedoch keine Einigung gegeben.
Ach so, die Santander-Gruppe wollte die Bank sowieso verkaufen? Aber eine Enteignung ist natürlich trotzdem eine Riesen-Schweinerei. Wenn das jeder so machen würde, dann geriete ja die gesamte freie kapitalistische Weltordnung in Gefahr. Weiter schreibt der anonyme dpa-Autor:
Die Banco de Venezuela war 1994 inmitten einer schweren Krise des Finanzsektors ertsmals verstaatlicht worden. Zwei Jahre später wurde sie von Santander erworben.
Was, der Chavez hat die Bank 1994 schon mal enteignet? Oh, Entschuldigung, da warder Chavez ja noch gar nicht Präsident von Venezuela. 1994 war das demnach also eine staatliche Rettunsaktion für eine Privatbank, die sich dummerweise etwas verspekuliert hatte. Weiter meldet dpa:
Experten schätzen, dass die Übernahme der Bank den Staat rund eine Milliarde US-Dollar (etwa 650 Mio Euro) kosten wird.
Bei der von dpa gemeldeten “Enteignung” handelt es sich lediglich also um ein Angebot zum staatlichen Ankauf einer Firma im Privatbesitz. Schön, dass diese Worte so weit hinten in der Meldung kommen. So kann das unwesentliche Detail, dass es sich bei der Enteignung “im Rahmen seines sozialistischen Enteignungsprogramms” von den Zeitungsredaktionen, die die dpa-Meldung bringen, “aus Platzgründen” problemlos weggelassen werden. Dann wird auch die Botschaft vom “sozialistischen Enteignungsprogramm” in Venezuela nicht durch Fakten verwässert.
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Die Sprache bestimmt das Denken. Erst wars der Kommunismus, dann auf einmal der Sozialismus, wird wohl nicht mehr lang dauern dann ists der Hummanismus.
Das ist nun mal alles ein sehr anschaulicher Geschichtsunterricht und wir dürfen gemeinsam erfahren warum der Kapitalismus immer wieder im Faschismus endet.
Aufgelesen: 49…
• Genfraß 4: GEN MACHT GELD oder Geiz macht geil!!!
• Beraten und verkauft
• Wasser auf dem Mars
• Deutsche Propaganda-Agentur
• Trau Dich, Clement
Genfraß 4: GEN MACHT GELD oder Geiz macht…
[…] Deutsche Propaganda-Agentur Die Deutsche Presse-Agentur dpa - nicht zu verwechseln mit dem Bundesnachrichtendienst BND, die legen großen Wert auf ihre eigene Vertriebsmarke - ist in Deutschland juristisch gesehen eine “privilegierte Quelle“. […]