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26. Juli 2008

Der Mythos J. Edgar Hoover bricht zusammen

von @ 14:13. abgelegt unter Kriminalität, USA

In der Tagesschau findet sich heute ein Beispiel dafür, wie sich das Bild von Personen im Laufe der Geschichte ändert. Zu FBI-Chef J. Edgar Hoover vermittelte der Spiegel im Jahre 1970, also nachdem der FBI-Boss den Zenit seiner Macht überschritten hatte, etwa folgendes Bild:

“Wie Hoover sich seine Beamten wünscht, demonstriert er in eigener Person. Der Junggeselle (”Ich bin mit dem FBI verheiratet”) gilt in Washington als Musterbürokrat.”

Das schöne mediale Bild des Musterbürokraten J. Edgar Hoover wurde im Laufe er Geschichte getrübt. Jens Borchers zeichnet heute bei tagesschau.de einen Mythos mit größeren Schwächen vom Chef der US-amerikanischen Bundespolizei FBI:

“J. Edgar Hoover bleibt unter acht US-Präsidenten im Amt, keiner wagt es, den mächtigen FBI-Direktor abzulösen. Er stirbt im Amt. Das Hauptquartier der Bundespolizei ist heute noch nach ihm benannt - obwohl das Image des FBI durch Hoovers Abhörorgien schwer beschädigt wird. Denn die einst bewunderten Gangster-Jäger sind zu gefürchteten Gesinnungs-Schnüfflern geworden.”

Selbst das ist jedoch noch Schönfärbung. Im Parteibuch Wiki gibt es einen sehr detaillierten Artikel zu J. Edgar Hoover, dem größten Erpresser aller Zeiten, der das FBI zu seinem privaten Geheimdienst und die USA zu einem gigantischen Überwachungsstaat umgebaut hat.

Das Thema ist nach wie vor hochaktuell. Zum einen zeigen die Geschichte von Sybel Edmonds und der unaufgeklärte Mord an John O’Neill, dass sich das FBI nach wie vor nicht so sehr mit der Aufklärung von Verbrechen wie mit Gesinnungsschnüffelei beschäftigt. Und zum anderen ist in Deutschland mit Wolfgang Schäuble gerade ein Mann Innenminister, der in Deutschland ganz ähnliche Pläne wie einst J. Edgar Hoover in den USA verfolgt.

Die Biografie von John Edgar Hoover lehrt, dass Machtmissbrauch durch nahezu allmächtige Polizeibehörden eine der größten Gefahrenquellen ist, die es für ein demokratisches Staatswesen überhaupt gibt. Die aufgeflogenen FBI-Programme wie COINTELPRO und COMINFIL sind heute eine wertvolle Erkenntnisquelle, um zu erahnen, mit wie totalitäre Sicherheitsbehörden durch den Einsatz von Provokateuren und beauftragten Störern friedliche Bürgerbewegungen zerschlagen haben.

Und auch die deutsche Geschichte lehrt übrigens, dass, wenn jemand mit einer geheimen Staatspolizei Allmachtsphantasien ausleben will, es höchste Zeit ist, dem frühzeitig, entschlossen und friedlich entgegenzutreten.

17 Kommentare zum Beitrag “Der Mythos J. Edgar Hoover bricht zusammen”

  1. westernworld sprach

    “Bulldogge vom Dienst” (”Newsweck”).

    das muß wohl das berühmte mainzer nachrichtenmagazin für wurscht, weck und wein sein …

  2. Lemmy Caution sprach

    Wir haben doch grade in einem Kommentar 2 Beiträge gelernt, dass Arnold Schölzel - Chefredakteur deiner Lieblingszeitung Jungen Welt - selbst als IM der Stasi Studentengruppen in der Humboldt-Universität unterwandert und bespitzelt hat.
    Das ist dann ok in deinem Kampf für die “gerechte Gesellschaft”?
    Solche wie du oder Schölzel sind doch von Hoover gar nicht so verschieden.
    Das Ziel rechtfertigt die Mittel und ihr kennt die Wahrheit ganz genau.
    Naja zum Glück haben solche wie du hier keinerlei Macht.
    Arbeitende Menschen wie ich müssen nur das Hartz IV für dich finanzieren.

  3. Der Nordstern sprach

    “Lemmy Caution”, der Agent gegen das “böse Linke”(TM) ist wieder unterwegs!

    Jaja, der Zweck heiligt immer die Mittel für die ge-rechte Sache.

    Und Verbrechen einer Seite lassen sich durch die Verbrechen der anderen - selbstverständlich - relativieren.

    Aber “Lemmy Caution” ist natürlich kein Agent der Agitation, sondern verbreitet seinen Meinungsmüll nur aus reinem “Sendungsbewusstsein”.

    Und der Agenten-Nick ist logischerweise reiner Zufall, der Herr ist ja “in der Westgesellschaft etabliert”…

    Der Nordstern.

  4. Lemmy Caution sprach

    Nein. Mal wirklich im ernst. Wenn man sich mit solchen nun wirklich sehr fragwürdigen Publikationen wie der “Jungen Welt” identifiziert, dann liegen solche Fragen doch nahe, oder nicht?
    Wer selbst im Glashaus sitzt…
    Angesichts von 30% Wählervotum für eine unserer Gesellschaftsordnung gegenüber feindlich gesonnenen Partei in dem von uns ernährten Ostdeutschland liegt das nahe, oder?
    Falls es euch nicht paßt, müßt ihr euren eigenen Staat aufmachen.
    Zu vernünftigen Preisen, werden wir, die Polen, Tschechen und Slowaken euch gerne als verlängerte Werkbank einsetzen.
    Ihr könnt dann mit blauen Hemdchen marschieren und Solidaritätskundgebungen für Mucho Macho aus Hugoslawien oder so abhalten.

  5. Lemmy Caution sprach

    Ihr seid nicht böse. Ihr seid lustig.

  6. Lemmy Caution sprach

    Und was hab ich denn mit Hoover zu tun?
    Es waren westliche Medien und Zeithistoriker, die seine Skandale aufgedeckt haben.
    Ihr müßt mal von eurem Kampftripp runterkommen.
    Wenn ihr die Gesellschaft ändern wollt, schön.
    Aber in Deutschland existieren dafür keine Mehrheiten.
    Also müßt ihr eure eigene Reservation aufmachen.

  7. Franz-Josef Hanke sprach

    “Geht doch rüber!” - Das kennen wir doch irgendwoher …
    Bespitzelung bei Hoover bedeutete, dass er alle (!) Exil-Autoren aus Deutschland hat überwachen lassen. Dabei hat er - den Dokumenten zufolge - anscheinend sogar Daten mit der GEeStaPo der Nazis ausgetauscht.
    Schnüffler, aller Länder, vereinigt Euch!
    Nur: Wo kann man dann noch hingehen, wenn hüben wie drüben die Schlapphüte alle einschüchtern, die ein paar freie Gedanken wagen.
    Von Thomas Mann bis Bertolt Brecht reichte die Phalanx derer, die hOOVER ÜBERWACHEN LIEß. Er hat Brecht vor den McCarthy-Ausschuss gebracht.
    Leon Feuchtwanger hat Hoover die Einbürgerung verweigert. Darüber ist der gestorben.
    So sieht die tolle Kriminal-Arbeit dieses edlen Detektivs aus.
    fjh

  8. Fanatiker sprach

    @6. “So sieht die tolle Kriminal-Arbeit dieses edlen Detektivs aus.”
    Und wie es scheint, hat sich bis heute nichts geändert, nicht wahr, Lemmy?

  9. Lemmy Caution sprach

    Im Kalten Krieg gab es natürlich Übertreibungen von Personen, deren Politik ich sicher nicht gutheisse.
    Herje.Wir streben überhaupt keine perfekte Gesellschaft an. Diesen Versuch überlassen wir den anderen DDR, UdSSR, Nord-Korea, Zimbabwe, Chile unter Allende, Kuba, Hugoslawien, Nicaragua unter den Ortega Brüdern, China unter Mao. Lach.
    Inzwischen hat der Sozialismus aber den Kalten Krieg verloren und der bombastisch angekündigte Versuch des “Sozialismus des 21. Jhdts.” in Venezuela und Bolivien sieht auch (mal wieder) zunehmend nach Desaster aus (trotz extrem hoher Öl- und Rohstoffpreise).
    Nein, Jungs.

    Über Spanien lacht nur die Sonne.
    Über die DDR lacht die ganze Welt. :-)

    Stellt euch mal vor auf desdecuba.com gäbe es einen ähnlich dumpf-agressiven Blog wie diesen.

  10. Ulrich Brosa sprach

    CAUTION! Er ist BELEMMERT schrieb:

    Angesichts von 30% Wählervotum für eine unserer Gesellschaftsordnung gegenüber feindlich gesonnenen Partei in dem von uns ernährten Ostdeutschland liegt das nahe, oder?

    “UNSERE Gesellschaftsordnung”, “von UNS ernährten Ostdeutschland”. Dass der Wichtigtuer “CAUTION BELEMMERT” irgendjemanden ernährt, darf bezweifelt werden. Die Frage ist: Wer ernährt “CAUTION BELEMMERT”

  11. schlauermann sprach

    belämmert>>>in dem von uns ernährten Ostdeutschland

  12. Ulrich Brosa sprach

    dummermann schrieb:

    belämmert>>>

    ist eines der Standardbeispiele gegen die neue ‘Recht’schreibung.
    http://www.aben.../30/256900.html

  13. Lemmy Caution sprach

    Ulrich Brosa, Du solltest einmal ein wenig an deinen Manieren arbeiten.
    Ich liefere hier Argumente für eine ernsthafte Diskussion und als Antwort erhalte ich persönliche Angriffe mit ungestümen Unterstellungen. Da mach ich mir schon Gedanken, ob ich hier noch weiter Beiträge liefern möchte :-)

    Letztlich werde ich für meine Programmier- und PM- und IT-Beratungs-Dienstleistungen von Unternehmen aus Deutschland und dem europäischen Ausland bezahlt.

  14. Lemmy Caution sprach

    Lemmy Caution ist übrigens eine Figur aus Jean Luc Goddards Alphaville. Ich mag den Film wegen seiner Stimmung und der Figur.

  15. Redaktion sprach

    @Lemmy
    Du schreibst:

    “Da mach ich mir schon Gedanken, ob ich hier noch weiter Beiträge liefern möchte”

    Bye, bye, keiner vermisst Rechtsextremisten wie Dich hier.

  16. Ulrich Brosa sprach

    Caution: Belemmert! schrieb:

    Lemmy Caution ist übrigens eine Figur aus Jean Luc Goddards Alphaville.

    Ogottogottogott, wie gebüldit! Das wusste ich noch gar nicht.

    Da mach ich mir schon Gedanken, ob ich hier noch weiter Beiträge liefern möchte

    Bravo! Der erste vernünftige Gedanke.

  17. Harry Schwiebert sprach

    Lemminge schwimmen zum Paradis und ereichen es wann?
    Mehr und mehr mißfällt er mir, dieser …
    Herr Broser hingegen ist authentisch, nicht gekauft.

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