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24. Juli 2008

Barack Obama oder Freigeist Music Festival?

von @ 10:38. abgelegt unter Berlin, Deutschland, USA, Politik, Wahlen

Barack O'CainDer von den Medien gehypte US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama wird heute in Berlin auf einer privaten Veranstaltung an der Siegessäule eine Rede halten. Transparente oder Plakate, auf denen die Zuhörer ihre eigenen Meinungen zum Ausdruck bringen, hat Barack Obama auf seiner Privatveranstaltung, die wie der Auftritt von George H. W. Bush neulich von der US-Firma Medienpool gemanagt wird, nicht erlaubt. Barack Obama will nicht, dass seine Rede optisch dadurch gestört wird, dass Zuhörer ihre Meinung auf Plakaten kundtun. Barack Obama will Bilder von ihm ergeben zujubelnden Massen, die er dann für seine Wahlpropaganda im TV einsetzen kann.


Obama Superstar
Obama Superstar
Copyleft2008 Lurusa Gross

Was Barack Obama erzählen wird, ist schon vor der Rede klar. Nachdem im Irak zwischenzeitlich die Kriegsbeute verteilt wird, sollen ihm die transatlantischen Kolonien der USA dabei helfen, den Krieg gegen Afghanistan mit mehr militärischem Einsatz zu gewinnen. Die Botschaft seines außenpolitischen Beraters Zbigniew Brzezinski könnte nicht deutlicher formuliert sein: Die Welt ist ein Schachbrett, dessen natürliche Bestimmung es ist, von den USA dominiert zu werden. George W. Bush habe dabei ein paar taktische Fehler gemacht, aber Barack Obama wird die Aufgabe der Errichtung der US-amerikanischen Weltherrschaft zukünftig lösen und das besser als John McCain. Barack Obama fordert nicht die Beendigung der Eroberungskriege der NATO. Auch die israelische Regierung kann mit Barack Obama sicher so weiter machen wie bisher. Und von einer Forderung nach Aufklärung der offiziell als Kriegsgrund vorgeschobenen Verbrechen des 11. Septembers wird es erst recht keine Spur geben.

Barack Obama wird weder ein Bier trinken noch etwas neues sagen, aber Bilder für seine Propaganda wollen, die ihn als neuen Kennedy propagieren. Der Rest wird aus inhaltsleeren Floskeln eines Wechsels bestehen, der keiner ist.

Wer Lust hat, Barack Obama als kostenloser Komparse für seine Propaganda zu dienen, der ist an der Siegessäule heute Abend sicher richtig. Wer dagegen mithelfen will, den Widerstand gegen die Kriegspolitik von Barack O’Cain zu organisieren, der darf sich heute, morgen und übermorgen auf das Freigeist Music Festival in Berlin freuen.

12 Kommentare zum Beitrag “Barack Obama oder Freigeist Music Festival?”

  1. Will Sagen sprach

    Weswegen in meinem Beitrag ein neuer Kennedy propagiert wird, hätte ich gern mal erklärt bekommen.

  2. Blimp sprach

    Lenin hat gesagt: Religion ist Opium für das Volk.

    Obama ist Hoffnung für die Naiven.

  3. W. Weller sprach

    Schade, dass ich am FREIGEIST Music Festival nicht teilnehmen kann. Man sieht überzeugende Namen (und Unterstützer) auf dem Plakat.
    “Neues Deutschland” beispielsweise, oder die “Junge Welt”. Namen bzw. Zeitschriften, die bekanntermaßen für einen Freien Geist stehen!

    Ich hätte gerne einmal mit dem Chefredakteur der Jungen Welt gesprochen, mit Arnold Schölzel.
    Dessen sozialistische Prinzipientreue ist beeindruckend, ebenso, was dazu in der Wikipedia (und im Parteibuch-Wiki) zu lesen ist:

    “Nachdem Schölzel in die DDR gewechselt war, verpflichtete er sich unter dem Decknamen „André Holzer“ als inoffizieller Mitarbeiter (IM) für das Ministerium für Staatssicherheit. Als IM „André Holzer“ war er auf eine studentische Oppositionsgruppe an der Humboldt-Universität angesetzt, der er zum Schein selbst angehörte. Zeitweise gab er täglich detaillierte Informationen an das Ministerium für Staatssicherheit weiter.”

    Heute engagiert sich Schölzel wieder unermüdlich für das Gute und gegen das Böse.
    Zum Beispiel für Karadzic.

    Zu dem war in der “Jungen Welt” gestern dies zu lesen:

    “Karadzic wird es nicht leicht haben, sich vor dem ICTY zu behaupten. Wie schon das Verfahren gegen den bisher bekanntesten Angeklagten Slobodan Milosevic zeigte, hat er keinen fairen Prozeß zu erwarten. Wie der ehemalige jugoslawische Präsident will auch Karadzic sich selbst verteidigen – eine mutige Entscheidung, wenn man bedenkt, daß das Tribunal keinen Versuch ausgelassen hat, die offensive Verteidigung von Milosevic zu verhindern. Mit den USA und Deutschland hatte er die wahren Anstifter für das schreckliche Blutvergießen auf dem Balkan beim Namen genannt. Letztlich hat Milosevic dies mit seinem Leben bezahlt.”

    Originelle Thesen! Das muss man der “Jungen Welt” schon lassen.
    Der Name “Junge Welt” ist übrigens nicht ganz so originell

    Für das 1947 gegründete „Zentralorgan der Freien Deutschen Jugend“ hatte man einen Namen gewählt, der auch frühere Angehörige der Hitler-Jugend anziehen sollte. Warum?

    Das kann man auch in der Wikipedia nachlesen:

    “Die Junge Welt – die Reichszeitschrift der Hitler-Jugend war eine jugendpropagandistische Zeitschrift in der Zeit des Nationalsozialismus. Ihre Zielgruppe waren die Mitglieder der Hitlerjugend. Sie erschien monatlich von April 1939 bis Ende 1944 in Berlin im Zentralverlag der NSDAP. Herausgeber war die Reichsjugendführung der NSDAP. Titel der Zeitschrift war zunächst Die HJ. Das Kampfblatt der Hitler-Jugend. Ab 1942 wurde sie von Herbert Reinecker geleitet. Sie diente insbesondere der Kriegsbeschönigung.”

    Im Parteibuch-Wiki heißt es zur Jungen Welt:

    “Die junge Welt ist im 21. Jahrhundert eine der wenigen deutschen Zeitungen, die nicht einfach die geheimdienstlich gestreuten Lügen von Nachrichtenagenturen der CIA nachdruckt, sondern deren Autoren sich durch Recherche und Sachkundigkeit auszeichnen.”

    Das galt ja nun für die “Junge Welt” (HJ), die “Junge Welt” (FDJ) und die “Junge Welt” von Arnold Schölzel: “Den gestreuten Lügen” der Amerikaner wurde und wird konsequent entgegengetreten.

    “Obama wird die Aufgabe der Errichtung der US-amerikanischen Weltherrschaft zukünftig lösen und das besser als John McCain”

    Ich dachte, diese “Weltherrschaft” sei bereits errichtet?

    Wäre es vielleicht wünschenswert, dass anstelle der USA ein erstarktes Russland oder China oder ein islamisches Kalifat die Welt beherrscht? Oder gar ein “Neues Deutschland” - unter Führung von Arnold Schölzel?

    Freigeistige Grüße WW

  4. Geist sprach

    Freigeister via Lurusa Gross

    http://www.freigeistmusic.org/
    Das Festival läuft prima, soviel Menschen wie bei Obama sind es natürlich nicht, aber es sind nette und aufgeschlossene Leute hier. Rolf von Buskeismus wurde ebenfalls gesichtet und viele andere mehr. Wer wird aber nicht verraten, kommt selbst nachschauen, die Musik, das Essen und natürlich die Filme und die Diskussionen sind prima. Es ist noch Platz da, und geht noch länger.
    Also bis gleich!

    Ich würde mich freuen ein paar von Euch mal kennenzulernen, anonym, aber das versteht sich ja von selbst oder wenn sich jemand outet, umso besser. Also bis gleich!

    L.G.

  5. The Fellow Passenger » Fans von Barack Obama aufgepasst! sprach

    […] Mein Parteibuch über Obama […]

  6. Tutsi sprach

    Wer sich die ganze Wahlwerbung im Originaltext geben möchte, oder das Video (in guter Qualität) noch einmal ansehen will: http://www.tuts...i-blog-aktuell/

    Gruß aus Berlin

  7. Lemmy Caution sprach

    Aber gut, das ein paar Leute dieses Junge Welt Blatt kaufen.
    Immer wieder amüsant.
    Heute z.B. “Barack Obama in Berlin: 30 Minuten heiße Luft ließen Zigtausende Herzen höher schlagen.”
    Dieser arrogante Tonfall. Als Kommunist. *lach* Ein Kommunist kommt wirklich kurz vor dem Nazi. Da sollte man nicht mit Steinen werfen.
    Werd mir mal so ein Kurz-Abo kaufen, um an dieses Kuba-Special zu kommen.
    “Die Meinung über Kuba im Ausland hat kaum etwas mit der Realität in dem sozialistischen Inselstaat zu tun”
    Das wird bestimmt geil.

  8. Bär sprach

    Don`t feed the Troll

  9. Hartmut Pilch sprach

    Auch die israelische Analytikerin Caroline Glick sieht auf ihre Weise eine starke Konvergenz zwischen Bush und Obama.

  10. Rolf Schälike sprach

    Weder die “Junge Welt”, noch das “Neue Deutschland”, noch Obama oder Merkel, auch nicht Schäuble, auch nicht die inzwischen gut eingetackteten früheren Bürgererchtler der DDR, noch die heutigen Systemverweigerer und - System-Möchtegernbeseitiger werden von meiner Buskeismsu-Forschung begeistert sein, um diese zu unterstützen. Punktuell schon. Die Unterstptzung kommt aus allen Kreisen.

    Punktuell unterstützt jeder von denen irgendwen, irgendwo, irgendwann. In der obigen Diskusssion nach dem Mottto, seht doch mal, was der Arnold Schölzel alles gemacht hat und noch macht, und damit ist alles, was er unterstützt Mist, irren sich die Aufklärer.

    Arnold Schölzel, Obama oder Merkel, auch Schäuble, Bush und Fischer unterstützen das, was sie auch später bekämpfen oder früher bekämpft haben. Denen geht es um was ganz anderes, als den meisten Teinehmern des Freigeist Musical Festivals.

    Um zu entscheiden, ist das Freigeist Musical Festival ein tolles Ereignis, ist die Analyse derer offiziellen Unterstüzler nicht sehr hilfreich. Hingehen und selbst entscheiden. Freunde fragen, und sich selbst ein Bilf machen. Dafür baucht man die Politiker nicht.

  11. blog.politik.de » Blog Archive » Blogschau - Die Woche im Rückblick VI sprach

    […] Viele finden die Rede ja ganz gut, Andere kritisieren Obama für eine allzu glatte “Wahlpropaganda-Veranstaltung”. Wer zur Siegessäule gehe, verkaufe sich als Gratis-Statist der Obama-Show, rügt Mein Parteibuch. […]

  12. David Weinberg sprach

    Viel aufschlußreicher ist doch dabei die Äußerung von McCain:

    —-”Statt die verwundeten amerikanischen Soldaten in Landstuhl zu besuchen redet Obama lieber vor unterwürfigen Deutschen in Berlin.”—-

    Oder hätte McCain von deutschen Arschkriechern reden sollen? Offenbar wird die Arschkriecherei der Deutschen langsam auch den Ultrakonservativen in den USA zu viel.

    Schon mein Vater(Berliner) sagte: Die Berliner rennen jeder Fahne nach, egal welcher.
    ———-
    Das Führerproblem, genetisch betrachtet

    Als Gott am ersten Wochenende
    Die Welt besah, und siehe, sie war gut,
    da rieb er sich vergnügt die Hände.
    Ihn packte eine Art Übermut.

    Er blickte stolz auf seine Erde
    und sah Tuberkeln, Standard Oil und Waffen.
    Da kam aus Deutschland die Beschwerde:
    „Du hast versäumt , uns Führer zu erschaffen!“

    Gott war bestürzt. Man kann´s verstehn.
    „Mein liebes deutsches Volk“, schrieb er zurück,
    „es muß halt ohne Führer gehen.
    Die Schöpfung ist vorbei. Grüß Gott. Viel Glück.“

    Nun standen wir mit Ohne da,
    der Weltgeschichte freundlichst überlassen.
    Und : Alles was seidem geschah,
    ist ohne diesen Hinweis nicht zu fassen.

    Erich Kästner

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