Seit einiger Zeit finden sich alte Ausgaben des Spiegels bei Spiegel Online. Die Lügengespinste, die der Spiegel so druckt, sollte man zwar tunlichst nicht für bare Münze nehmen und sich dabei insbesondere auch des Third Person Effects bewusst sein, demzufolge die meisten Menschen glauben, nur andere ließen sich durch Propaganda manipulieren, aber die eine oder andere zeitgeschichtlich interssante Quelle findet sich doch dabei.
Im Januar 1978 druckte der Spiegel beispielsweise ein bemerkenswertes Interview mit dem ehemaligen CIA-Direktor William Colby.
Feindbild der freien Länder waren William Colby zufolge unter anderem Gewerkschaften, Jugendgruppen und Kulturgruppen. Etwas stolz klang bei William Colby an, als er erklärte, dass die CIA den Kampf gegen diese Bedrohung gewonnen hat:
“Im Nachkriegs-Europa der 50er Jahre gab es … eine politisch-subversive Bedrohung, die von den kommunistischen Parteien, den Gewerkschaften, von Jugendgruppen, Kulturgruppen und so weiter ausging. Diese politische Bedrohung wurde nicht nur durch die CIA ausgeschaltet. Aber ich glaube, die freien Länder haben diesen Kampf nicht zuletzt dank Unterstützung der CIA gewonnen.”
In diesem Punkt hatte William Colby, wie heute bekannt ist, ausnahmsweise mal nicht gelogen. Die CIA hatte die Demokratie in Deutschland gefälscht.
In Vietnam William Colby war für die CIA unter anderem für das zur “Neutralisierung” von FNL-Kadern durchgeführte Phoenix-Programm verantwortlich. Ende 1969 lag die geforderte Quote bei 1.800 Personen pro Provinz. Barton Osborn, Phoenix-Resident der CIA für Da Nang, erklärte die gelebte Praxis des “Programms” wie folgt:
“Wie bekannt ist, zog eine Einheit der Army nach My Lai 4 und brachte alles um. Frauen, Kinder, alte Menschen, Hühner und Enten. Alles Lebende, was da war. Die weit gezogenen Grenzen dieser Kategorie C von Phoenix machten es möglich, jeden, der nur aussah wie ein Asiat, gleich als einen Feind zu betrachten.”
William Colby erklärte auf die Frage, wie das denn nun “mit den 20 587 getöteten Menschen” gewesen sei:
“Sie wurden meist bei militärischen Aktionen getötet, wenn nachts außerhalb der Dörfer gekämpft wurde. Sie wurden nicht ermordet. Ich sage nicht, daß es keine illegalen Todesfälle gab. Aber ich sage: Das “Phoenix-Programm” war ein Versuch, sich in den blutigen Kampf zwischen dem geheimen kommunistischen Apparat und dem Regierungsapparat einzuschalten, und auch ein Versuch, die Opfer auf die geringstmögliche Zahl zu reduzieren.”
So offen in die Psyche eines Massenmörders zu schauen, ist schon schwer erträglich. Etwas später sagte William Colby dann im Interview:
“Ich halte Mord für falsch — außer in Kriegszeiten.”
Dass der nicht erklärte Krieg der USA gegen Nordvietnam obendrein ein verbrecherischer Angriffskrieg der USA war, nahm der fanatische verblendete Massenmörder William Colby offenbar nicht einmal wahr.
Die umfangreichen Geheimkrieg der CIA gegen das damals neutrale und heute Vietnam nahestehende Laos, wo von den USA mehr Bomben abworfen wurden als im zweiten Weltkrieg über Deutschland und Japan zusammen, wertete William Colby im Interview als “Erfolg”.
William Colby hat offenbar nicht nur ohne schlechtes Gewissen hemmungslos morden lassen, sondern war da auch noch stolz drauf. Manche Dinge in der schandvollen Geschichte der USA sind auch nach mehr als dreißig Jahren einfach nur schockierend.
Der später auch zu Gladio recht geschwätzige Ex-Geheimdienstchef William Colby ist übrigens später, ähnlich wie Pressezwar Robert Maxwell kurz darauf, ertrunken.
![]() |
| Utopie |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
[19 queries. 3.694 seconds. 10 level2 caches. Top ]
Les mal besser die Geschichte von deinem eigenen Land (DDR) und die eurer russischen Herren. *Lach*
@Lemmy
Dass Du als Under-Cover-Agitateur vom rechten Rand Du die Wahrheit nur schlecht verträgst, hast Du hier schon hinreichend bewiesen.
Damit passt Du von der Geisteshaltung nicht nur hervorragend zu William Colby, sondern auch bestens zu Pinochet, Botha, Pol Pot und Tony Blair, die stets betont haben, nur im Interesse ihres Landes zu morden.
Hoffentlich rafft die Menschheit eines Tages was alles schiefgelaufen ist …
Hörmal Bürschchen,
der rechte Rand tummelt sich in der Sächsischen Schweiz, ok?
Ich gehöre zur Mitte der west-deutschen Gesellschaft: steuer-zahlend, erfolgreich und zufrieden.
Versuch dich mal ein bischen von diesem DDR Katechismus des Gut/Böse zu lösen und öffne dich einem Denken, das diesen Namen auch verdient.
SÍ, SE PUEDE. YES, YOU CAN. DU SCHAFFST DAS SCHON.
Pol Pot ist übrigens ein Sozialist. Botha hat mich nie besonders interessiert. Zu Pin8 hab ich eine eindeutig ablehende, wenn auch differenzierte Haltung, die aus vielen Texten, Freundschaften mit Chilenen, längeren Aufenthalten in Chile und vielen Gesprächen entstanden ist, Tony Blair war ein britischer Premierminister, während dessen Amtszeit die in der freien Wirtschaft UKs qualifizierten Beschäftigten (wie ich in D) große Lohnsteigerungen erzielten, also mag ich ihn, obwohl der Irak-Krieg in der Rückschau vermutlich keine so gute Idee war. Besondere Solidarität mit Saddam Hussein empfinde ich allerdings auch nicht.
Gruß Lemmy
@Lemmy
Der rechte Rand tummelt sich beileibe nicht nur in der sächsischen Schweiz. Im Gegenteil, wie zahlreiche Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigen, ist Rechtsextremismus ein weitverbreitetes Problem, auch in der Mitte der westdeutschen Gesellschaft, steuer-zahlend, erfolgreich und selbstzufrieden.
Es ist allerdings gut verständlich, dass Dich das Vorhalten des Spiegels schmerzt und du nun - wie in primitiven rechten Denkmustern üblich - mangels Argumenten verbal aggressiv wirst, wo Du mit der Nase auf deine simplen Denkschemata vom rechten Rand gestoßen wirst. Eine solche primitive Gesinnung gesteht sich schließlich niemand gern ein.
Bürschchen,
ob so einer wie du mich als rechten Rand wahrnimmt, tangiert mich wirklich höchst peripher.
Lemmy
@Lemmy
versuch doch mal deine DDR Kritik auf die politischen Bestrebungen des letzten Jahres und der Gegenwart zu übertragen. Du wirst dich wundern wie gut das klappt..
Dummerweise hab ich was essentielles vergessen. Es ging um England. Aber auch nur weil ihr über Tony Blair geredet habt. Die kritik lässt sich auf die ganze EU übertragen
“Ich gehöre zur Mitte der west-deutschen Gesellschaft: steuer-zahlend, erfolgreich und zufrieden.”
Selbständiger Taxifahrer? Na, dafür immerhin mit Mercedes.
Bei dem schlichten Weltbild sollte man den gar nicht erst ernst nehmen, wird wohl sowieso nur ein “gesponserter” Poster sein.
Der Nordstern.