Wer immer mal wissen wollte, wozu es Terrorismus gibt, kann die Strategie der Spannung heute am Beispiel Türkei kennenlernen. Fefe zitiert zur Lage in der Türkei heute aus einem Artikel von Jürgen Gottschlich, der gerade bei Spiegel-Online erschienen ist:
“Obwohl die Anklage gegen insgesamt mittlerweile rund 60 “Ergenekon”-Verhaftete erst in den kommenden Tagen vorgelegt werden soll, ist schon so viel bekannt: Die Organisation soll versucht haben, durch politische Attentate, gezielte Manipulation der Öffentlichkeit und mit Unterstützung besonders nationalistischer ziviler Organisationen so viel Chaos und Aufruhr zu schaffen, dass das Volk nach der Armee ruft - die die Ordnung wieder herstellt.”
Das sieht nach einem Supergau für Ergenekon aus und erinnert daran, wie es in Italien aussah, als die Geheimloge P2 aufgeflogen ist. Boris Kalnoky beklagte vorgestern in Springers NATO-Postille “Die Welt” schon mal vorsorglich, dass in die Ermittlungen gegen Ergenekon so viele Resourcen gesteckt werden:
“Aber der Fall Ergenekon ist eine Terror-Ermittlung, die von der Regierung mit höchster Priorität betrieben wird. Aus Sicherheitskreisen ist zu hören, dass auf Befehl des Innenministeriums soviele Ressourcen in die Ergenekon-Ermittlungen gelenkt werden, dass kaum genügend die Mittel und Personal bleiben, um wirkungsvoll gegen islamische Terrorgruppen vorzugehen.”
Nun darf man sicher gespant sein, ob auch noch justiziable Verbindungen zum NATO-Geheimkommando Gladio ermittelt werden.
Die News-Suche nach Ergenekon sei hiermit zum Google des Tages ernannt.
Nachtrag 07.07.2008: Nico Sandfuchs schreibt in der jungen Welt, dass an einer tatsächlichen Aufarbeitung in der Türkei offenbar niemand Interesse hat: “Beziehungen der türkischen Geheimorganisation »Ergenekon« zum Militär bislang nicht Gegenstand von Ermittlungen“
![]() |
| Presseball |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
[43 queries. 26.382 seconds. 10 level2 caches. Top ]
Links - 06.07.2008…
Meine Wahlheimat ist jetzt ja Marktführer mit dem Bundestrojaner. Die können alles, sogar Daten verändern. Hail to the Freistaat oder so… Aber hey, auch ohne Kodifizierung im Grundgesetz hat das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ja scho…