Neben der SPD, die vor so leichten Glaubwürdigkeitsproblemen steht, wie ihren Mitgliedern erklären zu müssen, warum sie im Bundestag gemeinsam mit der CDU gegen ihre eigene Wahlkampagne stimmt, gibt es auch andere Parteien, deren Führung das Problem hat, dass Mitglieder das Spiel der Parteiführung nicht länger mitspielen wollen. Kurt O. Wörl, FDP Mitgliedsnummer 1111111, und seit 1974 Mitglied der FDP, hat die FDP wegen der Zustimmung zum Gesetz zur Anerkennung des EU-Reformvertrages, der hier im Parteibuch unter anderem wegen der Ermächtigung der EU-Exekutive zur beliebigen eigenen Kompetenzerweiterung schlicht als Diktaturverfassung bezeichnet wurde, verlassen.
Seit letzte Woche steht die Austrittserklärung von Kurt O. Wörl auf seinem Blog K.O.W. - Reflexionen.
Mein Parteibuch findet das bemerkenswert, jedoch bedauerlich, wenn kritische und mitdenkende Zeitgeister die Parteien verlassen. Wenn es eine andere Politik geben soll und man davon ausgeht, dass die großen Parteien in der politischen Landschaft ähnlich starke Markennamen wie Coca-Cola oder Pepsi in der Getränkeindustrie sind, dann wird durch den Austritt aus der Partei erst recht der Weg frei gemacht für diejenigen, deren Handeln ursächlich für den Austritt war.
Mein Parteibuch wünscht sich stattdessen, dass viel mehr gut informierte, mutige und kritische Menschen in die Parteien eintreten und dann in den Parteien mit Stimme und Wahlzettel dafür streiten, dass diese Parteien auf einen vernünftigen Kurs gebracht werden. Vielleicht wird es ja irgendwann mal eine Bewegung von Bloggern aller Couleur geben, die die Idee des Entrismus für eine demokratische Bewegung aufgreifen?
Ein gutes hat der Austritt von Kurt O. Wörl allerdings immerhin. Mein Parteibuch hat so wenigstens einen willkommenen Anlass, auf das durchaus lesenswerte Blog K.O.W. - Reflexionen hinzuweisen.
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| Aus allen Wolken |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Nein. Das ist vorbei. Wenn ich mir die Parteien in Marburg angucke, bekomme ich das große Kotzen. Die neueste üble Überraschung sind die hessischen Grünen. Es sind verlogene Verräter und opportunistische Schleimer, die, sobald sie es können, Menschen unterdrücken. Von wegen antiautoritär…
http://bloegi.w...ahler-zutreibt/
Wer diesen Parteien beitritt, verspielt seine Glaubwürdigkeit. Es muss möglich sein andere Formen der politischen Zusammenarbeit zu finden, also ohne Parteiorganisation, ohne Parteihierarchie und ohne Parteiführer.
Ach Kurt O. Wörl, Du warst 34 Jahre ein Idealist!
Schon spätestens 1982 wäre der Austritt aus der FDP zwingend notwendig gewesen, denn damals hat sie sich auf das willigste dem Oggersheimer angebiedert.
Und wirklich “liberale” Werte und Ideale hat diese deutsche Partei zu keiner Zeit so hoch gehalten wie Nepotismus, Geldfixierung und die systematische Verharmlosung von Wirtschaftskriminalität.
Bis auf ihre (immer weiter schwindende Zahl an) “Alibi-”Liberalen bekommt man immer nur den Eindruck, das wäre der “wirtschaftspolitische Flügel” der CDU. (Einer Partei die ja nun wirklich nicht mit dem Geld der Steuerzahler umgehen kann.)
Der Nordstern.