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15. Juni 2008

Field Manual 30-31B

von @ 21:43. abgelegt unter Deutschland, USA, Demokratie
Field Manual 30-31B
“Field Manual 30-31B”

Der Inhalt des sogenannten “Field Manual 30-31B” der US-Armee ist hochbrisant. In dem Dokument wird detailliert beschrieben, wie US-Geheimdienste in fremden Ländern im Falle von missliebigen Regierungsbildungen oder Volksaufständen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Kommunismus Terroranschläge unter falscher Flagge inszenieren müssen, damit die USA die politische Kontrolle über diese Länder behält.

Offizielle Stellen in den USA behaupten stets steif und fest, zuletzt wieder im Jahr 2006, dass das “Field Manual 30-31B” der US-Army eine Fälschung des russischen Geheimdienstes KGB ist. Auch in der Wikipedia, deren englische Ausgabe dem US-Army Field Manual 30-31B einen eigenen Artikel widmet, wird inzwischen felsenfest behauptet, dass dieses Dokument eine Fälschung ist. Das Kriegsministerium der USA bestreitet weiterhin, mit Hilfe von Terroranschlägen für eine ihr genehme Kontrolle der politischen Macht in befreundeten Staaten gesorgt zu haben.

Der schweizer Historiker Daniele Ganser ist hingegen nach wie vor der Ansicht, dass es sich bei dem Field Manual 30-31B vermutlich um ein echtes authentisches Dokument handelt und sieht politisch motivierte von den USA unterstützte blutige Terroranschläge in Europa als erwiesene Tatsache an.

Sitzt Daniele Ganser einer Fälschung auf oder lügt die US-Regierung? Mein Parteibuch möchte seine Leser auf eine Internetreise mitnehmen und dazu animieren, sich in dieser wichtigen Frage selbst eine Meinung zu bilden. Für Kommentare mit Hinweisen auf weitere lesenswerte Texte zum Field Manual 30-31B wäre Mein Parteibuch dankbar.

Auszüge aus dem “Field Manual 30-31B” finden sich im Internet. Bei Cryptome findet sich ein Scan einer angeblich 1976 verteilten Originalversion in englischer Sprache, die jedoch aufgrund der geringenen Qualität des Scans recht schlecht lesbar ist. Wesentlich besser lesbar ist die angeblich von 1970 stammende deutschsprachige Version des FM 30-31B, die im Archiv des mit Daniele Ganser verbundenen Parallel History Project veröffentlicht wurde. Ein stichprobenartiger Vergleich des bei Daniele Ganser publizierten deutschsprachigen Dokuments mit dem bei Cryptome veröffentlichten Dokument zeigt, dass der Inhalt der Dokumente im Wesentlichen der gleiche ist. Mein Parteibuch bezieht sich bei den folgenden Ausfürhungen auf diese deutschsprachige Fassung.

Bereits zweimal war das “Field Manual 30-31B” Gegenstand von parlamentarischen Untersuchungen, einmal in den USA 1979/80 und einmal in Belgien 1990/91. Wenn das Dokument eine Fälschung ist, wie von offiziellen Stellen innerhalb der NATO-Strukturen stets behauptet wurde, dann muss diese Fälschung also schon sehr gut gemacht sein. Vom Grundsatz her hat Ray Cline, der von 1962 bis 1966 CIA Deputy Director war, wie in einem Artikel von Frank Morales aus dem Jahr 2005 nachzulesen ist, bestätigt, dass das Dokument wohl echt sein könnte: “Also, ich vermute, das Dokument ist authentisch. Ich bezweifle das nicht. Ich habe es nie gesehen, aber es ist in der Art, so wie Special Forces Militäroperationen beschrieben sind.”

Das bedeutet natürlich noch lange nicht, dass das Field Manual 30-31B wirklich ein authentisches Dokument der US Armee ist. Interessant ist es aber, dem Hinweis, es sei so die Art, wie militäroperationen der Special Forces beschrieben seien, nachzugehen. Seit den ersten öffentlichen Auseinandersetzungen um das Dokument sind inzwischen über 30 Jahre vergangen. Da kann man den geschichtlichen Kontext analysieren und der Vermutung nachgehen, dass inzwischen geschichtliche Fakten bekannt geworden sind, die mehr Hinweise darauf geben können, ob das FM 30-31B überhaupt in den zeitgeschichtlichen Kontext passt. Es darf vermutet werden, dass es sehr schwierig ist, Fälschungen mit erst viel später bekannt gewordenen geschichtlichen Tatsachen abzugleichen.

Im Dokument FM 30-31B heißt es im 3. Kapitel “Aufgaben des US-Militärgeheimdienstes” unter Punkt 4 “Identifizierung besonderer Zielgruppen” beispielsweise:

Der US-Militärgeheimdienst befindet sich in einer Position, die es ihm erlaubt, Informationen über weite Bereiche des Gastlandes zu beschaffen. Das Hauptinteresse des US-Militärs liegt darin, seine geheimdienstlichen Anstrengungen zum Zweck interner Verteidigungsmaßnahmen auf das Militär des Gastlandes sowie damit verbundener Organisationen zu richten.

Besondere Zielgruppen innerhalb des Militärs des Gastlandes stellen Mitarbeiter in besonderen Positionen dar, z.B.

a. Einheiten auf nationaler und lokaler Ebene, mit denen der US-Militärgeheimdienst direkt zusammenarbeitet.
b. Einheiten auf nationaler und internationaler Ebene, über die der US-Militärgeheimdienst mittels seiner aktiven Kontake weitere produktive Kontakte üer die Grenzen der üblichen militärischen Aktivitäten hinaus erschließen kann.
c. Lokale Einheiten, mit denen der US-Militärgeheimdienst weder in direktem noch indirektem Kontakt steht und die daher besonders anfällig für die politische Einflußnahme lokaler aufständischer Kräfte sind.
d. Mobile Einheiten, wie etwa Spezialeinheiten und LangstreckenAufklärungspatroullien, die in Gebieten operieren, die teilweise oder nur zeitweilig unter der Kontrolle der Aufständischen sind, und die dahr ebenso leicht von solchen Einflüssen betroffen sind.

Zusätzlich zum Militär des Gastlandes und seiner Ausrichtung auf interne Verteidigungsstrategien muß die Aufmerksamkeit auch auf den Polizeiapparat gerichtet werden.

Vergleicht man diese Strategie mit der in Italien 1981 bei einer Hausdurchsuchung beim Logenvorsitzenden der P2, Licio Gelli, der als Leiter der italienischen Tarnorganisation für die NATO-Geheimarmee Gladio betrachtet wird, gefundenen Mitgliederliste der P2, so kann man feststellen, dass auf der Mitgliederliste der P2 nicht nur Militärs, Polizisten und Geheimdienstler stehen, sondern auch zahlreiche hohe Politiker und Wirtschaftskapitäne. Das deckt sich nicht ganz mit dem Field Manual 30-31B.

Es bleibt allerdings festzuhalten, dass das spätestens 1976 bekannt gewordene “Field Manual 30-31B” die erst wesentlich später bekannt gewordene Information vorwegnahm, dass US-Geheimdienste in fremden Ländern geheime Organisationen von strikt antikommunistischen hochrangigen Persönlichkeiten unterstützt haben, die zum Ziel hatten, einen Wahlsieg der kommunistischen Partei mit allen Mitteln zu verhindern und im Falle eines Wahlsieges der kommunistischen Partei einen Staatsstreich durchzuführen.

In Kapitel 11 “Agenten für Spezialeinsätze” des “Field Manual 30-31B” steht zur Förderung des Terrorismus durch US-Geheimdienste im Falle von friedlichen gewaltfreien Aufständen folgendes:

Es kann vorkommen, daß die Regierungen der Gastländer gegenüber dem Kommunismus oder kommunistisch inspirierter Unterwanderung Passivität oder Unentschlossenheit zeigen und gemäß den Einschätzungen der US-Geheimdienste mit ungenügender Schlagkraft reagieren. Meist entstehen solche Situationen, wenn die Aufständischen zeitweilig auf Gewalt verzichten und sich somit einen Vorteil zu verschaffen hoffen, da sich die Führungskräfte des Gastlandes in falscher Sicherheit wähnen. In solchen Situationen sollten dem US-Militärgeheimdienst alle Mittel zur Verfügung stehen, gezielte Operationen zu starten, die sowohl die Regierungen der Gastländer als auch die Öffentlichkeit von der Gefahr einer Rebellion und der Notwendigkeit eines Gegenangriffes überzeugen.

Zu diesem Zweck sollte der US-Militärgeheimdienst alles daran setzen, Agenten mit Spezialaufträgen in die aufständische Bewegung einzuschleusen, welche die Aufgabe haben, spezielle Aktionsgruppen innerhalb der radikaleren Elemente der Bewegung zu bilden. Entsteht eine der oben genannten Situationen, sollten diese durch den US-Militärgeheimdienst kontrollierten Gruppen eingesetzt weden, um je nach Lage des Falls entweder gewaltfrei oder auch gewaltsam einzugreifen. Diese Operationen können solche beinhalten, die in FM 30-31 als Phasen II oder III eines Aufstandes bezeichnet werden.

Das “Army Field Manual FM 30-31: Stability Operations–Intelligence.” ist leider nicht kostenlos, sondern nur zum Bestellen gegen Gebühr, öffentlich verfügbar. Auf Cryptome wird behauptet, dies schließe Terrorismus und offene Kriegshandlungen ein (”The actions contemplated, “those described in FM 30-31 as characterizing Phases II and III of insurgency,” including terrorism and outright warfare.”).

Dass es zur Strategie der US-Geheimdienste im Ausland gehört, oppositionelle Bürgerbewegungen zu unterwandern und radikalisieren, um sie dann abräumen zu können, trägt wenig dazu bei, um die Authentizität des FM 30-31B verifizieren zu können. Schießlich hat FBI-Chef J. Edgar Hoover in den USA selbst mit dem 1976 im offiziellen Rahmen des Church Committee detailliert untersuchten Geheimprogramm COINTELPRO friedliche oppositionelle Bürgerbewegungen wie die von Martin Luther King geführte massiv zu unterwandern und zu radikalisieren versucht sowie rechtsextreme rassistische Bewegungen fördern lassen. Geht man wie die US-Regierung davon aus, dass das Field Manual 30-31B eine 1976 lancierte Fälschung ist, so waren diese Informationen zu den Untaten der US-Geheimdienste also bereits bekannt.

Überraschend ist hingegen, glaubt man den Beteuerungen der US-Regierung, dieses Dokument sei eine Fälschung, dass im spätestens 1976 erschienenen “Field Manual 30-31B” erklärt wurde, die Geheimdienste der USA würden Terroranschläge unter falscher Flagge ausführen. Die US-Regierung leugnet zwar, dass jemals Terroranschläge unter falscher Flagge von US-Geheimdiensten durchgeführt wurden, doch 1997 wurden, nach entsprechenden Klagen im Rahmen des Freedom of Information Acts von der CIA selbst Dokumente zur geplanten Operation Northwoods veröffentlicht. Im Rahmen der Operation Northwoods wurden unter anderem Terroranschläge unter falscher Flagge geplant und nur deshalb nicht ausgeführt, weil Präsident John F. Kennedy den Befehl dafür verweigerte. Das deutet, selbst wenn man von der Annahme ausgeht, das “FM 30-31B” sei eine Fälschung, darauf hin, dass der Autor wusste, das Flase-Flag-Terroranschläge bei den US-Geheimdiensten nicht grundsätzlich auszuschließen sind. Schließlich wäre das Field Manual 30-31B von den hohen Führungspersönlichkeiten, an die es gerichtet war, schnell als Fälschung entlarvt worden, wenn sich diese aufgrund eines internen Ehren- und Verhaltenskodices nicht hätten vorstellen können, dass US-Geheimdienste solche Verbrechen begehen. Dass es eine realistische Vermutung gibt, Präsident Lyndon B. Johnson habe nach der Ermordung von John F. Kennedy 1967 in Kooperation mit der israelischen Armee US-Soldaten auf dem US-Armeeschiff USS Liberty unter falscher Flagge ermorden lassen, um einen Kriegsvorwand gegen Ägypten zu produzieren, war schließlich 1976 noch nicht bekannt.

Der letzte Satz des Kapitels aus dem Field Manual 30-31B gibt der der US-Regierung ein handfestes Motiv, die Authentizität des “Field Manual 30-31B” nach wie vor zu bestreiten, auch wenn es authentisch sein sollte:

In Fällen, in denen ein erfolgreiches Einschleusen solcher Agenten in die Führungsriege der Rebellen nicht durchgeführt werden konnte, kann es, um die oben genannten Ziele zu erreichen, hilfreich sein, die Mitarbeit extrem linksgerichteter Organisationen für die eigenen Zwecke zu nutzen.

Wenn damit nur so offensichtliche Fakes wie die Neue Linke gemeint wären, dann wäre das sicher kaum ein Motiv für die US-Regierung, zu lügen. Zum Kontext der Phase II und III eines Aufstandes passen allerdings extrem linksgerichtete Terrororganisationen wie die Brigadi Rossi in Italien oder die RAF in Deutschland besser. Angenommen, die US-Geheimdienste haben, wie das Field Manual 30-31B nahelegt, linksextreme Terrorgruppen in Europa gefördert, um linke Bewegungen zu diskreditieren und gleichzeitig ihnen missliebige Personen wie Aldo Moro oder Detlev Rohwedder ermorden zu lassen, dann hätte nicht nur die US-Regierung ein dickes Problem damit, die Wahrheit zu sagen. Mord verjährt schließlich nicht. Und zu einigen Alleintätertheorien gibt es durchaus noch offene Fragen. Angenommen, das “Field Manual 30-31B” ist wie von der US-Regierung behauptet eine Fälschung, dann stellt sich die Frage, wie die Autoren bereits spätestens 1976, also noch vor Herbst 1977, auf die gerade erst in der Entstehung befindliche These, US-Geheimdienste hätten den Linksterrorismus in Europa gefördert, kamen.

Zur Justiz sagt das “Field Manual 30-31B” übrigens auch etwas, in Kapitel 6. “Eingreifen des US-Militärgeheimdienstes” heißt es:

Der US-Militärgeheimdienst muß darauf vorbereitet sein, entsprechende Maßnahmen vorzuschlagen, für den Fall, daß die Symptome der Schwachstellen lange genug existieren, um wirksamen Schaden anzurichten. Solche Maßnahmen können sich gegen einzelne Personen richten oder darauf ausgerichtet sein, Druck auf Gruppen, Organisationen und, in letzter Instanz, auf die Regierung des Gastlandes auszuüben.

Der US-Militärgeheimdienst ist gehalten, die Kooperation mit der entsprechenden Autorität des Gastlandes anzustreben, die Strafmaßnahmen gegen Bürger des Gastlandes einleiten kann. Die Zusammenarbeit kann jedoch in Bereichen problematisch werden, in denen abweichende oder widersprüchliche Ziele angestrebt werden. In diesem Fall muß der US-Militärgeheimdienst die Haltung der USA gegenüber den widerstrebenden Kräften im Gastland verteidigen.

Die Rechtsstaatlichkeit derart in Frage zu stellen, war, wenn das “Field Manual 30-31B” eine Fälschung gewesen ist, 1976 sicherlich gewagt. Tatsächlich wurde erst nach 1981 in Italien aufgedeckt, dass 80 hohe Richter in der Gladio-Tarnorganisationen P2 Mitglied waren. Ein Staat mit einer solchen ihre Entschiedungen im verborgenen treffenden Politjustiz zur Unterdrückung der Opposition ist zwar kein demokratischer Rechtsstaat, aber zur Demokratie sagt das “Field Manual 30-31B” schließlich auch etwas.

In Kapitel 2 mit Titel “Notwendigkeit politischer Flexibilität” heißt es:

Aus verschienden Gründen sind weder das US-amerikanische Militär noch andere US-Geheimdienste unwiderruflich dazu verpflichtet, irgendeine Regierung des Gastlandes zu unterstützen:

a. Eine von den USA unterstützte Regierung kann im Kampf gegen einen kommunistischen oder kommunistisch inspirierten Aufstand aufgrund magelnden Willens oder fehlender Durchschlagskraft Schwächen zeigen.
b. Sie kann sich selbst aufgrund der Nichtbeachtung grundlegender nationaler Strukturen kompromittieren.
c. Sie kann sich zu extrem nationalistischen Verhaltensweisen hinreißen lassen, die mit den US-amerikanischen Interessen unvereinbar sind oder ihnen schaden.

Solche Faktoren können eine Situation hervorrufen, in der US-amerikanische Interessen einen Wechsel der Regierungsausrichtung erforderlich machen, der es dem Gastland erlaubt, konstruktivere Vorteile aus der US-amerikanischen Unterstützung und Anleitung zu ziehen.

Während gemeinsame Maßnahmen zur Niederschlagung eines Aufstandes grundsätzlich und bevorzugt im Namen von Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie durchgeführt werden, behält sich die US-Regierung einen breiten Ermessensspielraum vor, um zu entscheiden, welches Regime ihre volle Unterstützung verdient.

Nur wenige der unterentwickelten Länder bieten einen fruchtbaren Grund für Demokratie im weitesten Sinne. Unter Einfluß der Regierung, sei es durch Überzeugung oder durch schärferes Eingreifen, müssen umfassende Wahlen vorangetrieben werden, denn autokratische Führungstraditionen sind so tief verwurzelt, daß sich der Wille des Volkes nur selten ausmachen läßt.

Grundsätzich kommt es dem Interesse der USA an weltweitem Ansehen mehr entgegen, wenn Regierungen, die US-amerikanische Unterstützung erhalten, demokratische Prozesse aufweisen oder zumindest den Anschein einer Demokratie wahren. Eine demokratische Struktur ist daher zu favorisieren, vorausgesetzt, daß sie den grundlegenden Erfordernissen einer antikommunistischen Haltung entspricht.

Der amerikanische Standpunkt lässt sich zusammenfassen dahingehend, dass Wahlen in “befreundeten” Staaten ganz nett für die eigene Reputation sind, aber wenn sie ein nicht genehmes Ergebnis bringen, die Regierung eben ersetzt und Wahlen verboten werden müssen. Das spricht allerdings nicht unbedingt für die Authentizität des “Field Manual 30-31B”.

Schließlich war 1976 bereits lange bekannt, dass für die US-Regierung Werte wie Demokratie zweitranig sind. Um das zu wissen, muss man nicht den von den USA unterstützten gescheiterten Putschversuch gegen die der US-Regierung nicht genehme, aber demokratisch gewählte Regierung von Venezuela kennen. Schließlich war 1976 trotz des von der CIA gesteuerten Journlismus bereits bestens bekannt, dass die USA in ihrem Kampf gegen den Kommunismus und anti-amerikansiche Tendenzen die Demokratie in Guatemala und im Iran zerschlagen und in Chile offen den Putsch des mörderischen Diktators Pinochet gegen die Regierung von Salvador Allende unterstützt haben.

Die Massenmedien erwähnt das “Field Manual 30-31B” nur einmal, und zwar in Kapitel 9. “Unterstützung durch US-Bürger im Ausland”:

Der US-Militärgeheimdienst muß die mögliche Mitarbeit von US-Bürgern, die in den Gastländern arbeiten, einerseits als direkte Informationsquellen, andererseits aber auch als offizielle und inoffizielle Mittler bei der Anwerbung von Bürgern des Gastlandes als Langzeit-Agenten berücksichtigen. Zu diesen benannten US-Bürgern zählen Beamte, die für einen anderen als den US-Militärgeheimdienst tätig sind, sowie Geschäftsleute und Repräsentanten der Massenmedien.

Dass US-Beamte passende Ansprechpartner für den US-Militärgeheimdienst sind, überrascht kaum, und sagt nichts über Insider-Wissen des Autors aus. Dass von ehemaligen hohen US-Beamten geleitete Clubs wie das Aspen-Institut ein exzellenter Anprechpartner für Geheimdienste sind, ist eine Binsenweißheit. Mit Geschäftsleuten mit weitreichenden Kontakten zu kooperieren ist für einen Militärgeheimdienst sicher auch keine weltbewegende Idee.

Überraschend ist, dass Repräsentanten der Massenmedien der Massenmedien nur am Rande erwähnt werden. Schließlich sitzen in den Führungspositionen der Massenmedien reihenweise Mitarbeiter der CIA. Was läge näher als da eine intensive Kooperation zu suchen? Dass das “Field Manual 30-31B” darafu nur am Rande eingeht, spricht wohl eher dafür, dass das Manual tatsächlich eine Fälschung ist und der Autor 1976 einfach noch nicht wusste, dass die CIA die Medien nicht nur mithilfe von Korruption wie bei der Operation Mockingbird infiltriert, sondern die gesamte Medienlandschaft nahezu vollständig kontrolliert. Schlecht passt zu den bisherigen Entdeckungen über die Verbrechen der US-Geheimdienste in Europa auch, dass im “Field Manual 30-31B” anstelle von der CIA stets vom US-Militärgeheimdienst gepsrochen wird.

Insgesamt bleibt der Eindruck, dass, gleichgültig, ob das “Field Manual 30-31B” eine Fälschung oder authentisch ist, der Verfasser exzellent darüber informiert war, dass die Demokratie in den amerikanischen Satellitenstaaten eine Farce ist. Mein Parteibuch möchte sich keine entgültige Entscheidung darüber anmaßen, ob das Dokument echt ist. Kommt es da eigentlich noch darauf an, ob das Dokument authentisch ist oder nicht? Vielleicht war das “Field Manual 30-31B” tatsächlich ein geschickter Hinweis des KGB an den USA missliebige Bürgerbewegungen, mit dem diese vor den verbrecherischen Arbeitsweise der US-Geheimdienste gewarnt werden sollten. Das “Field Manual 30-31B” gibt in jedem Falle erstaunlich viele zutreffende Hinweise auf die Muster der Verbrechen der US-Regierung, die 1976 der Öffentlichkeit noch nicht bekannt waren.

Leser mögen sich die 8 Seiten des kaum 250 kb großen pdf-Dokuments selbst zu Gemüte führen und sich selbst ein Urteil bilden.

Es gibt bei der Enttarnung des Secret Warfare der NATO noch viel zu tun. Schon ein mindestens dreißig Jahre altes Papier wie das “Field Manual 30-31B” bietet für acht Seiten ganz schön viel Stoff. Vielleicht schreibt ja jemand noch etwas zu offenen Fragen wie den in dem Dokument offen gelegten Methoden der Infiltrierung von friedlichen “aufständischen” Bewegungen.

Welche Methoden wenden die Transatlantiker wohl im Deutschland heute an, um friedliche, aber wegen der zahlreichen Verbrechen der verschiedenen US-Regierungen den USA gegenüber kritische Bürgerbewegungen zu infiltrieren und unschädlich zu machen? Es ist kaum anzunehmen, dass die Herrscher von Bilderberg und Atlantik-Brücke sich bei der Sicherung der Macht in Deutschland allein auf die “Generation Doof” verlassen. Wo sind die geheimen Agenten, die im heutigen Deutschland Bürgerbewegungen infiltrieren, um sich an die Spitze zu setzen, sie zu radikalisieren und gegen die Wand zu fahren? Wo ist das deutsche Pendant zur italienischen Loge Propaganda Due?

3 Kommentare zum Beitrag “Field Manual 30-31B”

  1. Harry Schwiebert sprach

    Wenn ich mich recht erinnere ist in Endes “Jimm Knopf und die wilde 13″ der Scheeinriese beschrieben, der sich, wenn er dann vor einem steht als Zwerg erweist.
    Im vorliegeden Falle wohl als Giftzwerg.

  2. USA: Field Manual 30-31B » Beitrag » SaarBreaker sprach

    […] Welche Methoden wenden die Transatlantiker wohl im Deutschland heute an, um friedliche, aber wegen der zahlreichen Verbrechen der verschiedenen US-Regierungen den USA gegenüber kritische Bürgerbewegungen zu infiltrieren und unschädlich zu machen? Es ist kaum anzunehmen, dass die Herrscher von Bilderberg und Atlantik-Brücke sich bei der Sicherung der Macht in Deutschland allein auf die “Generation Doof” verlassen. Wo sind die geheimen Agenten, die im heutigen Deutschland Bürgerbewegungen infiltrieren, um sich an die Spitze zu setzen, sie zu radikalisieren und gegen die Wand zu fahren? Wo ist das deutsche Pendant zur italienischen Loge Propaganda Due? (Quelle: Mein Parteibuch) […]

  3. otti sprach

    Wer die ‘Operationen’ der USA kennt, der kann sich’s denken.

    Wer sich eingehender mit Propaganda befasst hat, der kennt die Wahrheit bzw. die Unwahrheit der Machhaber, deren Lügen.

    Wo Lug und Trug herrscht, da gibt es kein Wahr und Falsch,sondern nur das Böse, da regiert der Teufel.

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