Wolfgang Kraushaar erwähnte den angeblich linken Politologen Said Dudin 2006 im Buch “Die RAF und der linke Terrorismus” wie folgt:
Ohne die Unterstützung des an der freien Universität Politikwissenschaften studierenden und nach Akten des MfS möglicherweise für den KGB oder einen anderen Geheimdienst operierenden Palästinensers Said Dudin wäre eine der beiden wegen falscher Pässe in Beirut aufgeflogenen RAF-Gründergruppen bereits im Juni 1970 an die bundesdeutschen Behörden ausgeliefert worden. Die Abhängigkeit der RAF von den Palästinensern war zeitweilig so groß, dass Peter-Jürgen Boock, der 1977 maßgeblich an der Schleyer-Entführung beteiligt war, später feststellte:
“Ohne die Unterstützung der Palästinenser wäre die RAF von Mitte der siebziger bis Anfang der achtziger Jahre nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt aktionsfähig gewesen.”
So, so, “einen anderen Geheimdienst” schreibt Wolfgang Kraushaar. Nur einen? Von CIA über BfV, LfV und BKA Sondereinheiten bis hin zu militärischen Diensten der NATO ist die Auswahl an Geheimdiensten schon in der “freien Welt” ja riesig. Said Dudin behauptete jedenfalls, das Buch von Wolfgang Kraushaar sei falsch, er sei im Libanon nicht für die RAF, sondern für die deutsche Botschaft tätig gewesen. Das wird dann wohl so stimmen, wie Said Dudin es behauptet hat.
Keinesfalls soll verbreitet werden, Said Dudin hätte, wie Oberst Schönley vom MfS es seinerzeit wohl vermutete, auch für westliche Geheimdienste gearbeitet. Auch dass die Ford Foundation Said Dudin unterstützt hat und die Ford Foundation eine Tarnorganisation der CIA ist, soll nicht verbreitet werden. Das alles ist sicherlich falsch, schlimm und gefährlich. Und es ist auch nicht rechtens. In den USA ist es übrigens, obwohl das hier natürlich gar nichts damit zu tun hat, auch nicht rechtens, Geheimagenten der CIA zu enttarnen.
Denn, würde man von diesen grundverkehrten Annahmen ausgehen, dann könnte man auf die Idee kommen, dass der Linksterrorismus der RAF von der CIA oder anderen westlichen Diensten im Rahmen der Strategie der Spannung gezielt gefördert wurde, um damit die Linke öffentlich zu diskreditieren.
In Italien ist das zwar aufgeflogen, dass dort Politik mit Staatsterror zur Beseitigung von Demokraten und zum Diskreditieren der Linken betrieben wurde, aber das heißt ja noch lange nicht, dass es das in Deutschland auch gab. So was würden die in Deutschland nie tun. Dafür sind die viel zu anständig. Den bekannten Agent Provocateur S-Bahn Peter kann man allerdings dazu leider nicht befragen, denn Details der staatlichen Sicherheitspolitik werden in Deutschland gehütet wie ein Staatsgeheimnis.
Aber darum geht es hier gar nicht. Hier geht es darum, dass Said Dudin, der bei bahamas als Betreiber einer Agentur für unterdrückte Nachrichten “One World Media” bezeichnet wurde, sich nun glücklich schätzen darf. Auf seinen Antrag hin wurde der investigative Journalist aus dem linken Spektrum, Jürgen Cain Külbel, von der Klassenjustiz für seine Nachrichten über Said Dudin für 10 Tage ins Gefängnis gesperrt.
Auch der deutsche Superstaatsanwalt Detlev Mehlis und der deutsche Superpolizist Gerhard Lehmann können sich über die gute Zusamenarbeit von Said Dudin mit der Klassenjustiz beim Einsperren kritischer Publizisten freuen. So dauert es wohl nch ein bisschen, bis Jürgen Cain Külbel mehr über die deutsche Art, Ermittlungsergebnisse zu produzieren, veröffentlichen wird. Wenn deshab weitere problematische Berichte zum Mordfall Hariri ausbleiben, wird Detelv Mehlis es möglicherweise leicht verschmerzen, dass Said Dudin, wie hier nachzulesen ist, öffentlich als Verbrecher bezeichnet haben soll.
Dumm ist in dem Plot nur, dass die Inhaftierung von Jürgen Külbel nun auch international für Schlagzeilen sorgt. Das Voltairenet, in dem bereits letztes Jahr unter
http://www.voltairenet.org/article150418.html
ein Interview veröffentlicht wurde, das den sauberen Herren Dudin, Mehlis und Lehmann gar nicht gefallen dürfte, hat nun in französischer Sprache einen Artikel zur Inhaftierung von Jürgen Cain Külbel publiziert. Dadurch wird der arabischen Welt nun wohl nach der deutschen Art, Ermittlungsergebnisse zu produzieren, nun auch noch die deutsche Art mit kritischen Publizisten umzugehen, bekannt werden.
Nachtrag: Nun gibt es zur Inhaftierung von Jürgen Külbel im Voltaire Network auch einen Artikel auf Englisch.
Nachtrag 2: Den Artikel zur Inhaftierung von Jürgen Külbel gibt es nun auch auf arabisch.
![]() |
| Gebrauchsanweisung |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei

[21 queries. 4.604 seconds. 10 level2 caches. Top ]
Eine verständliche automatische Überstezung
Eine verständliche automatische Überstezung des franzlösischen Atikels zur Haft von Cain Külbel.
LOLROTFL
In 5 Jahren gilt dann in den extrem aufgeklärten Hugo Chávez als Agent Provocateur des CIA, um die Linke zu diskreditieren…
… nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch.
@Lemmy
Zuzutrauen sind der CIA Verbrechen unter jeder x-beliebigen Fahne. Gladio, False-Flag-Terror westlicher Geheimdienste und die Stratgie der Spannung sind leider keine Illusionen, sondern nachgewiesene Verbrechen, die von der CIA und verbündeten Geheimdiensten jeweils unter einer gerade passenden Fahne durchgeführt wurden. Die Antikommunisten von der CIA haben bei ihren Verbrechen gerne linke Fahnen ausgewählt, um die Linke damit zu diskreditieren. Der deutsche Arm von Gladio wurde bisher, sieht man mal vom Oktoberfestattentat und von der Finanzierung anderen rechtsextremen Terrors durch Franz-Josef Strauß ab, noch nicht wirklich aufgedeckt.
Was Hugo Chavez betrifft, so hat die CIA hat versucht, den demokratisch gewählten Präsidenten mit einem Staatsstreich zu beseitigen. Der beinahe gelungene Staatsstreich sieht nicht so aus, als ob das ein Fake der CIA war. Dagegen spricht auch die anhaltende verlogene Kampagne der CIA-nahen Medien gegen Hugo Chavez.
Ulrich Brosa und Rolf Schälike, ich bitte ein letztes mal: beachtet die derzeitigen Entwiklungen bei Deutschland Debatte.
Ich glaube wir brauchen euch
herausfordernd,
Harry
@Redaktion: Die effektivste Möglichkeit gegen sozialistische Regierungen besteht darin, einfach gar nichts zu tun. Die stolpern sowieso irgendwann über ihre eigenen Füße.
Kennzeichnend für eine populistische Wirtschaft ist ja, dass zunächst durch massive Subventionierung des Massenkonsums die Wirtschaft gut aufdreht. Es fehlt aber jegliche Nachhaltigkeit. Am Ende stehen die “Befreiungskämpfer gegen den Imperialismus” dann immer mit heruntergelassenen Hosen da. In Venezuela war der Fiesta-Teil des populistischen Kreislaufs nur ein bischen länger wg. Erdölboom. Jetzt dreht es aber in die andere Richtung. So gesehen in Chile 1972/3, Nicaragua Ende der 80er, Alan García I Ende der 80er, Perón I, Brasilien in den frühen 60ern, etc. Diese permanente Wiederholung bedient schon einen gewissen slapstick-artigen Humor, mir tut nur die Bevölkerung leid.
Heinz Dieterich wußte, warum er das chavistische Schiff vor 6 Monaten verliess.
Selbst Erdöl scheint den weitgehend investitionsfreien venezoelanischen Selbstbedienungsladen und Bürokratie-Moloch auf Dauer nicht finanzieren zu können. Die wenigen Chávez Anhänger, die so etwas wie eine wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung besitzen (sehr selten unter Linken), äußern sich inzwischen kritisch über die Nachhaltigkeit dieser Politik.
http://oilwars....-who-needs.html
@Lemmy
Schön wär’s, wenn das was Du schreibst der Wahrheit entsprechen würde. Leider ist das nicht die Wahrheit. Wer sich den USA entgegenstellt, wird unerbittlich mit Krieg überzogen. Es ist dann kein Wunder, wenn die Wirtschaft sich dann nicht vernünftig entwickeln kann.
Dem in den USA regierenden Verbrecherklüngel aus Mafia und Geheimdiensten war es schon immer total egal, ob die Regierung eines Landes eine rechtsextremistische Diktatur, islamisitsch, sozialistisch oder sonstwas ist. Das einzige, was für die USA zählt, ist, dass die Regierung gefälligst den Befehlen der Verbrecher von Washington zu gehorchen hat. Gehorcht eine Regierung nicht, dann versuchen die USA, das Land kaputt zu machen und so die Regierung zu stürzen. Chile und Nicaragua sind da treffende Beispiele für die amerikanischen Mordprogramme der Vergangenheit, Argentinien und Venezuela zeigen, wie die USA das heute machen.
Ein Blick auf die Geschichte von Guatemala, Iran und Kuba verdeutlicht die Zusammenhänge. In Guatemala haben die USA mit der Operation PBSUCCESS einen fast 50-jährigen Bürgerkrieg mit weit mehr als 100.000 Toten organisiert, weil die demokratisch gewählte Regierung den USA nicht ergeben genug war. Wen wundert es da, dass die Wirtschaft von Guatemala sich schlecht entwickelt hat.
Im Iran gefiel den USA nicht, dass die demokratisch gewählte Regierung das Öl nicht zu Dumping-Preisen verticken wollte und hat mit der Operation AJAX eine Periode von Schreckensherrschaften eingeläutet, die bis heute anhält. Wen wundert es angesichts dessen, dass die USA den Iran durch ihren Agenten Saddam Hussein in einem achtjährigen Krieg angreifen ließen, dass es Probleme in der Wirtschaft gibt?
Kuba stand hingegen nach Bush’s gescheitetem Angriff mit der Operation Zapata unter dem Schutz der Sowjetunion und hat sich wegen der Sciherheit vor den USA trotz des US-Boykotts deutlich besser entwickelt als vergleichbare Länder in der Region. Man nehme nur Haiti als vergleichendes Beispiel zur Wirkung der US-Wirtschaftspolitik.
Raubt ein Land einem Andren sehr viel, dann wird es reich.
Die USA sind ein Beispiel dafür, wie Reichtum mit räuberischen militärischen Feldzügen erbeutet wird. Und wie derzeit in der “Immobilienkrise” zu sehen ist, endet dieser Reichtum abrupt, wenn die militärischen Erfolge bei den Beutezügen ausbleiben.
Wirtschaftswissenschaften vernachlässigen diese entscheidenden Zusammenhänge der politischen Randbedingungen jedoch regelmäßig. Stattdessen wird in den Vereinfachungen der Wirtschaftswissenschaften wie vor Hunderten von Jahren mit Schwachsinn wie unsichtbaren Händen argumentiert. Wird verstecktes Vermögen retransferiert, dann sprechen “Wirtschaftsexperten” von einem Wirtschaftswunder. Wenn die Füße im Backofen liegen und der Kopf im Eisschrank, dann fühlen sich die Statistiker der Wirtschaftswissenschaften rundum wohl. Genauso gut könnte man Experten im Kaffeesatzlesen befragen.
Deshalb kommt bei dem, was die Wirtschaftswissenschaften als Ergebnis produzieren, meist nur Mist raus. Vielleicht ist Heinz Dieterich deshalb ja vernünftigerweise aus Venezuela rausgeflogen.
Der unbestrittene wirtschaftliche Erfolg der Kommunistischen Partei von China, vo dem selbst Spiegel Online stets Panik verbreitet, straft deine unsinnige Theorie, sozialistische Staatsformen wären unfähig zu wirtschaften, übrigens ohnehin Lügen.
Och Bürschchen.
Wo genau hat denn die USA die Entwicklung von Allende-Chile behindert?
Die USA hat sich nicht gegen die Verstaatlichung von Kupferminen in Hand von US-Konzernen gewehrt. Diese Kupferminen blieben über die gesamte Pinochet-Periode bis heute staatlich. Und zwar vor allem deshalb weil in dem staatlichen Kupfer-Konzern Codelco Mechanismen eingezogen wurden, die es stark an die Arbeitsweise von Privatunternehmen annähern.
Ich habs schon mal gesagt. Selbst mir bekannte Chilenen, die die UP Zeit noch als junge Erwachsene miterlebt haben, sagen heute, dass es der wirtschaftliche Wahnsinn war. Du müsstest mal Zeitungsartikel von 1973 selbst aus gemässigten Zeitungen lesen. Da brauchts keinen El Mercurio für. Die USA ist wirklich weit weg.
Arbeitsleute wie ich haben einfach keinen Bock sich von irgendwelchen Theorie-Spinnern unsere Produktionsweise vorschreiben zu lassen. Oh der große Durchblick. Ich sag dir. Die Welt ist komplexer. Eine dezentrale Marktwirtschaft funktioniert in der Art, dass sich viele Leute mit starken Abhängigkeiten (Kunden, Vorgesetzte, etc.) sich oft aus der Froschperspektive anstrengen. Davon können wir gut leben. Wir können davon sogar die sozial schwächeren mit Transferzahlungen alimentieren. Kein Problem.
Es sind nicht große Operationen, die den Weltlauf beeinflussen. Es sind frustrierte LKW Besitzer irgendwo in einem sommer-staubigen Chillán, VIII Región, denen die großen Mathematiker in Santiago sagen, wie viel sie für eine Fuhre zu nehmen haben und das deckt nicht mal die Betriebskosten.
Und Hausfrauen, die von höchst korrupten Netzwerken abhängen, um an Informationen zu kommen, wann zufällig einmal ein paar Waren im Supermarkt ankommen. Weil zu den Preisen, die der große Mathematiker in Santiago vorgibt, kein vernünftiger Bauer mehr verkauft. Weil die sind nämlich niedriger als die Betriebskosten. Aber aus Liebe zur Revolution und dem Mathematiker in Santiago sollte er eigentlich. Sonst ist er ein hortender burgúes.
Es existiert ein Expertendiskurs über wirtschaftliche Themen. Manche Leute finden das spannend und anregend. Aber du. Du wischst das einfach nur mit einem Federstrich weg und sagst, dass sie 100 Jahre Unsinn reden.
Im übrigen ist Kuba und Haiti von den Voraussetzungen 1958 so vergleichbar wie heute vielleicht München und die sächsische Schweiz. Haiti war immer das Armenhaus der Karibik. Havana war dagegen seit dem 17. Jhdt. ein internationaler Handelsknotenpunkt. Kuba gehörte 1958 zu den reicheren Ländern Lateinamerikas. Heute zu den Ärmeren. Lern Spanisch und red da mal mit jüngeren Leuten wie doll die sich mit der “Revolution” identifizieren. Die dürfen nicht mal einen privaten Internetanschluß haben. Aber vermutlich ist sowas aus deiner Sicht nichts für Latinos, weil sie dem “treusorgenden” Schutz des Castro Klans bedürfen.
Zu Lemmy Caution #8:
Hast, was die Tatsachen betrifft, fast recht. Die Zusammenhänge sind jedoch andere und komplizierter. In jedem System gibt es von Allem etwas.
Versuche, bestimmte Gruppen besser leben zu lassen, gab es auch in der Marktwirtschaft. Hitler in Deutschland ist en kleuchtendes Beispiel. Wozu das führte, wissen wir.
Mathematiker, die für die Wirtschaft arbeiten, gibt es überall. Die Versicherungen, unser wichtigstes Standbein, beschäftigt sehr gute Mathematriker. Die Börse ebenfalls.
Telekom beschäftigt Spitzel und bezahlt diese besser als die Stasi. Wurde marktwirtschaftlice wahrscheinlich gar nicht kalkuliert wegen der mangelnden Konkurrenz.
Seit dem Mauerfall zerfällt sie soziale Marktwirtschaft. Ich möchte kein Loblied auf die Vorjahre von 1989 singen, aber was heute abläuft, ist nicht viel anders als damals in Chile unter Alienede.
Gibt es eigentlich eine wegweisende Wirtschaftstheorie, oder entscheiden enfach die Interessen mit deren Macht, Demagogie und Phantasien plus Medien und Geheimdiensten?
Das wir und unsere Regierungen nicht wissen, was wir und diese tun, gilt wohl heute mehr als in Kuba und Chile, sowie der DDR und der Sowjetunion.
Auf die Einzelheiten Deines langen Postings möchte ich nicht eingehen. Zu ernst die sache, um Tore zu zählen und zu versichen, mehrsich Beispiele zu bringen als der andere.
Diese Diskussionsweise überlasse ich anderen.
Sehe ich völlig anders und deutlich positiver.
Warum wird hier eigentlich andersdenkenden Medien unterstellt, sie würden demagogisch wirken und mit den Geheimndiensten zusammenarbeiten?
Die Globalisierung ist für mich schon verdammt real. War um die Jahrtausendwende mehrfach in Chile und dort gabs diese wachsende Zahl von technologisch und organisatorisch gut ausgebildeten Mittelstandsleuten. Da war kein Unterschied zu mir. Natürlich nach wie vor eine im Endeffekt härtere Klassengesellschaft und ein für sehr weite Bevölkerungsschichten aus unterschiedlichen Gründen schlechteres Bildungssystem. Die Tendenz in der Produktions-Fähigkeit gleicht sich aber gegenüber hierzulande an. Dasselbe hab ich später in Brasilien und Indien festgestellt. Als Java-Programmierer sind das für mich Referenzpunkte, weil die eine gute Community haben und ich kann Englisch und Portugiesisch zumindest lesen. Deren Aufholprozeß führt selbstverständlich hierzulande dazu, dass die Wettbewerbsbedingungen härter werden. Die haben auch nach wie vor “billigere” Sozialsysteme, obwohl sich dort relativ einiges verbessert. An dem Aufholprozeß nehmen nur Teile der Bevölkerungen teil. Es ist aber nicht völlig abgeschlossen. Ich kenne eine geradezu in Armut aufgewachsene Chilenin, die heute mit Universitätsausbildung eine obere Mittelschichts-Karriere macht. Und natürlich ist dieser Aufholprozeß gerecht. Ende des 15. Jhdt. begann das Zeitalter der europäischen Dominanz. Diese Phase endet aber jetzt. Die steigenden Rohstoffpreise, die wachsende Konkurrenz für Europäer und Nordamerikaner sind sichtbares Zeichen dieser Entwicklung. Natürlich hat dies Auswirkungen auf unsere Situation.
Geheimdienste besitzen gar nicht so die große Bedeutung. Ich beschäftige mich wirklich relativ intensiv mit der US Lateinamerika-Politik und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass das sich im Prinzip zu keiner Zeit großartig von Washington steuern ließ. Das tragische ist, dass es nicht selten lokalen Eliten gelang, die USA für ihre Zwecke einzuspannen. Ähnliches geschieht heute wohl in Afganistan. Das ist vom Projektmanagement extrem schwer und gerade die Bush-Regierung hat diese Problematik systematisch heruntergespielt. Aber es gab immer wieder interne Gegenbewegungen und heute ist der US Einfluß in Lateinamerika wirklich nicht besonders groß. Der erodiert auch schon allein wirtschaftlich, da die Wirtschaftszusammenarbeit mit Asien viel stärker zunimmt als der mit den USA.
Die chilenische Koalitionsregierung unter sozialistischer Führung ist übrigens in ihren Mitteln und Zielen der Politik nicht wesentlich verschieden von unserer Großen Koalition. Vermutlich bekennen sie sich sogar noch eindeutiger zur Marktwirtschaft und es ist zudem denkbar, dass sich bei den nächsten Wahlen erstmals seit den 50er Jahren eine mitte-rechts Koalition durchsetzt.
@Lemmy
Die Steuerung der Medien durch die CIA ist hinreichend belegt. Und es passt zusammen. So ist auch der auffäillige Spin der Medien erklärbar. Das geht weit über die aufgeflogene Operation Mockingbird hinaus.
Es wäre ungeschickt von der CIA gewesen, jährlich über eine Viertel-Milliarde Dollar für das Einkaufen von Journlisten zu verwenden, wo sie doch über das Einkaufen von Verlegern viel mehr viel billiger erreichen konnte.
Die ganze Geschichte von Reinhard Mohn und Bertelsmann wird auf einmal sehr schlüssig, wennman dem Verdacht nachgeht, dass Reinhard Mohn vom späteren CIA-Chef Bill Casey protegiert wurde. So wird es erklärbar, dass Reinhard Mohn de CIA-Agenten Joseph Caspar Witsch beim Verlegen einer für die Desinformaion strategisch wichtigen ublikation ausbooten konnte. Und mit der CIA im Rüvcken wird auch die überraschende Einbürgerung von Rupert Murdoch erklärbar.
Auch in deutschen Publikationen wie der Zeit sind die geheimdienstliche Rolle der Gräfin und die familiären Verhältnisse von Michael Naumann bestens bekannt.
Um so tiefer man zu Nachrichtenmagazinen recherchiert, um so deutlicher wird die tragende Rolle des EInflusses der Nachrichtendienste. CIA-Direktor William Colby hat, ein paar Jahre, bevor er zufällig gestorben ist, das so erklärt:
“The Central Intelligence Agency owns everyone of any significance in the major media.”
Es gibt viele weitere Indizien für ine nahezu völlige Mediensteuerung durch Geheimdienste. Recherchiere das mal selbst nach. Die Konstruktion einer gefälschten Realität durch Geheimdienste musst Du selbst recherchieren, um sie zu begreifen.
Dieses Spiel der Geheimdienste ist enorm wichtig zum Verständnis der Vorgänge in der Welt, denn daraus folgt nichts geingeres, als dass Berichte der westlichen Massenmedien wegen der verborgenen zenstralen Steuerung völlig unglaubwürdig und als Quelle weitestgehend unbrauchbar sind.
[…] Frage, wie die Autoren bereits spätestens 1976, also noch vor Herbst 1977, auf die gerade erst in der Entstehung befindliche These, US-Geheimdienste hätten den Linksterrorismus in Europa gefördert, […]
Und siehst Du, so ist das mit Verschwörungstheorien. Je weiter Du sie verfolgst, desto größer werden sie.
Bezogen auf den Fall Allende/Pinochet, mit dem ich mich sehr intensiv beschäftigt habe, stammen meine Informationen gar nicht aus den “Massenmedien”, sondern vielmehr aus Büchern, den Archiven einer chilenischen Provinzzeitungen (La Discusión, Chillán -> http://www.diar...ladiscusion.cl/), persönlichen Gesprächen mit sehr unterschiedlichen Zeitzeugen. Der Einfluß des CIA war einfach nicht besonders groß. Vermutlich hatte Edwards als Herausgeber des Mercurio CIA-Kontakte, aber wieviel Personen wurden vom El Mercurio erreicht? Weder in der Armee, noch im Kleinbürgertums als tragende Säulen des Putsches wird dies besonders viel gelesen.
Der CIA Teil wurde auch von den linken chilenischen Exilianten systematisch aufgebaucht, um Solidarität in linken Kreisen in Europa und Nordamerika zu erhalten.
Die Welt ist halt ein bischen komplexer…
2 aus meiner Sicht bestimmt nicht “rechte” Bücher, die dich zum Nachdenken anregen könnten:
- John Dinges, The Condor Years (http://tinyurl.com/4×9f9f) und
- Constable, Valenzuela, A nation of Enemies (http://www.amazon.de/gp/product/0393309851)
Eine übertriebene CIA Hysterie bringt auch den Linken nichts. Führt nur dazu, dass Entwicklungen als heroischen Kampf gegen das ewige Böse interpretiert werden. Sehr notwendige Kritik an linken Akteuren bleibt damit aus (halte Chávez unter Beobachtung).
Z.B. ist es doch auch in Nicaragua sehr auffällig, dass unmittelbar nach der Beendigung der massiven Militärhilfe der Contras die Nicaragüenses plötzlich die anti-sandinistische mehr katholisch inspirierte Witwe eines von Somoza erschossenen Somoza-kritischen Journalisten gewählt haben… Natürlich litt die Wirtschaft des Landes unter dem in einigen Provinzen tobenden Krieges. Die Frage ist nur, ob die Politik der Ortega Brüder dies nicht alles noch v.a. wirtschaftlich verschlimmerte.
Zwischen Rhetorik und Wirklichkeit klafft eben überall oft eine Lücke. Ich könnte eine Menge stories aus meinem 3 wöchigen Kuba-Aufenthalt erzählen, in dem es permanent zu Reibereien meiner kubanischen Freunde mit der Staatsgewalt kam, nur weil wir uns gemeinsam durch die Insel bewegen wollten. Das waren sehr ehrenwerte Leute, teilweise glühende Verehrer von Ernesto Ché Guevara.
@Lemmy
Mit dem Umfang der Verschwörungstheorien ist das so eine Sache. Es gab ja sogar vor wenigen Jahren noch die Verschwörungstheorie, Saddam Hussein hätte Massenvernichtungswaffen und würde damit Al Kaida unterstützen.
Die nahezu vollständige Kontrolle der CIA über die Medien der westlichen Welt macht es schwierig, die tatsächlichen Geschehnisse und die Geschichte der USA sowie die ihrer führenden Personen überhaupt zu erkennen. Opfer der Konstruktion einer falschen Wirklichkeit durch die CIA sind nicht nur Endkonsumenten der Medien, sondern natürlich auch Medienmacher selbst. Tatsächlich ist es so, dass es den meisten Menschen an den grundlegenden Kenntnissen über nachgewiesene Geheimdienstoperationen fehlt und die Vorstellungskraft kaum ausreicht, um sich den Umfang der von den verschiedenen US-Regierungen begangenen Verbrechen auch nur vorstellen zu können. Da geht es sicher der kubanischen Jugend kaum anders als früheren DDR-Bürgern. Einige von denen, die vor 18 Jahren in Leipzig laut “Wir sind ein Volk” gerufen haben, hätten heute, wo sie die Bundesrepublik Deutschand besser kennen, ihre DDR sicher gern zurück. Nur, wenn die Mafia einmal am Drücker ist, dann ist das, da die Demokratie im Westen auch nur eine von Geheimdiensten gepflegte Illusion ist, leider nicht so einfach.
Ein recht brauchbarer, weil personalisierter und deshalb gut nachprüfbarer Ansatz der Geschichtsschreibung der jüngeren Geschichte der USA findet sich beispielsweise hier: Mafia, Geheimdienste und Politik der USA.
Die Rolle der CIA beim Putsch in Chile ist bestens dokumentiert und belegt: Project FUBELT. Auch die Unterstützung der USA für das Mordprogramm Operation Condor ist bestens belegt.
Dass die CIA in ihrem antikommunistischen Wahn wie in Nicaragua größere Fehler macht und auch dann noch für Terror und Krieg sorgt, wenn sie ohne den Krieg eine mehr proamerikanische Ausrichtung der Bevölkerung erreichen würde, wurde hier nie bestritten.
Die von dir verlinkten Bücher mögen einen interessanten Inhalt haben. Das kann so sein, muss aber nicht so sein. Nirgendwo wird mehr gelogen als in geduldigen Büchern. Poste einfach mal die entsprechenden Auszüge oder stelle Links darauf ein. Dann lässt sich der entsprechende Inhalt der Bücher auch Online bewerten. Sonst ist das Online nicht bewertbar.
[…] die Frage, wie die Autoren bereits spätestens 1976, also noch vor Herbst 1977, auf die gerade erst in der Entstehung befindliche These, US-Geheimdienste hätten den Linksterrorismus in Europa gefördert, […]