Wie die Zugriffe zeigen, hat der eine oder andere bereits bemerkt, dass es im Parteibuch Blog und einigen anderen Blogs unten rechts seit ein paar Wochen einen Parteibuch Counter gibt, der auch Dritten zur Benutzung offensteht. Seit heute lässt sich Parteibuch Stats auch als anonymer Counter benutzen, der die IP-Adresse von Webseitenbesuchern nicht an den Server überträgt.
Übliche Dienste für Counter oder Besucherzähler sind genau wie von anderen Seiten eingebundene Javascripts oder Images für kritische Webseiten insofern heikel, als dass dabei zum Zählen von Hits und Besuchern die IP-Adressen sämtlicher Besucher der Webseite an den Betreiber des Counter-Dienstes übertragen werden.
Wie sich nach der jüngsten Datenschutzaffäre bei Telekom & Co jedermann selbst ausrechnen kann, können die Informationen, wer welche Webseiten besucht, nicht nur für Linksbemmer oder SEOs, sondern auch für Schnüffler hochinteressant sein. Das gilt umso mehr, wenn dabei auch noch Infomationen wie die IP-Adresse anonym gesendeter Kommentare an den Counterdienst mit übertragen werden. Dagegen half bisher nur, die Besucherstatistiken - etwa mit Semmelstatz - komplett selbst auf dem eigenen Rechner zu erstellen. Verloren gehen dabei jedoch unter anderem Community Funktionen, wie sie beispielsweise das leider vor einiger Zeit beendete Projekt Blogscout in hervorragender Weise geboten hat. Im Parteibuch hat es deshalb für eine ganze Weile gar keinen Counter gegeben.
Mit der Eigenentwicklung eines Counters möchte Mein Parteibuch nun langsam Stück für Stück einen eigenen Counterdienst aufbauen. Seit heute steht dabei das erste geplante wichtige Feature der Öffentlichkeit zur Verfügung: die Nutzung des Parteibuch Counters, ohne dass die IP-Adressen der Webseitenbesucher an den Server übertragen werden.
Das funktioniert so: Anstelle der für Counter typischen Javascript und Image Codes, die vom Browser des Besuchers direkt vom Server des Counters geladen werden, können sich nun Webseitenbetreiber das Javascript und den Imagegenerator auf den eigenen Server legen. Der eigene Webserver anonymisiert die IP und macht dann per php die Verbindung zum Counter Server auf, der die anonymisierten Zugriffsdaten zum Zählen per CGI entgegennnimmt und eine XML-Antwort mit dem Zählerstand an den anfragenden Server schickt. Das kann dann vom Server ausgewertet werden und aus dem übermittelten Zählerstand auf dem Server des Webseitenbetreibers mit php ein Counter Image erzeugt werden. Der Browser des Benutzers bekommt dann vom Webserver des Webseitenbetreibers das Image mit dem korrekten Zählerstand ausgeliefert. Der Browser des Webseitenbesuchers hat somit keinerlei direkten Kontakt mit dem Statistik-Server.
Hört sich kompliziert an? Ist es eigentlich gar nicht. Die Scripts, die auf dem eigenen Server zwischen Browser und Statistik-Server zwischengeschaltet sind, könenn beispielsweise einfach ins Plugin-Verzeichnis als Wordpress-Plugin gelegt werden. Da braucht dann nur noch der Benutzername noch ein bisschen Zufallstext als Salz zum simplen Anonymisieren per Hash-Funktion in die Konfigurationsdatei eingegeben werden, und schon gibt es den Counter-Code, genauso wie das von anderen einfachen Counter-Diensten bekannt ist, nur das der Countercode in diesem Fall auf dem eigenen Server liegt.
Wer Lust hat, das mal auszuprobieren, kann sich gern beim Parteibuch Counter registrieren und dann das simple Wordpress Plugin mal ausprobieren. Hilfestellungen und weitere Informationen gibt es vom Parteibuch gern auch per E-Mail.
Natürlich kann der Parteibuch Counter auch so genutzt werden, dass Webseitenbetreiber nur einen Javascript Counter-Code auf ihre Webseiten einfügen und der Browser der Besucher dann den Counter mit Counterwert vom Parteibuch Server lädt. Nur wird in diesem Fall natürlich vom Browser des Benutzers die IP-Adresse an den Parteibuch-Server übertragen.
Die Features und Reports des Counters sind bsher noch zwar recht bescheiden und Community Funktionalität noch gar nicht vorhanden, aber das soll nun Stückchen für Stückchen ausgebaut werden, wenn klar ist, dass die Grundfunktionalität soweit läuft und funktioniert.
Damit das Projekt nicht stirbt, auch wenn Mein Parteibuch den Counter Traffic irgendwann vielleicht nicht mehr leisten kann, ist es geplant, die für den Counter erstellte Software, wenn sie möglichst stabil ist und von Fehlern und Bugs soweit befreit ist, dass auch eine genaue Kenntnis der Software hoffentlich keine Angriffe mehr ermöglichen, komplett als freie Software zu veröffentlichen. Mein Parteibuch bittet diesbezüglich noch um etwas Geduld.
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| Mimosen |
Par·tei·buch n. Heft mit persönlichen Daten und Mitgliedsnummer zum Beweis der Mitgliedschaft in einer Partei
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Eine Frage stellt sich mir: was zählt der Counter eigentlich? So nach dem Lesen des Artikels würde ich auf “Aufrufe des Skripts” schätzen, was ja nur bedingt das Ziel des Zählens ist. Vielmehr interessieren sich viele Seitenbetreiber für “echte Besucher”. Diese Informationen ziehen die bekannten Counterdienste aus der IP-Adresse, die sie z.B. innerhalb von sechs Stunden nur einmalig zählen, um so auf Besucherzahlen zu kommen.
@L-Roy
Der Counter zählt sowohl Hits als auch Besucher basierend auf den IPs der letzten 48 Stunden. Beim anonymen Counter wird die IP vor der Übertragung an den Statistik-Server anonymisiert - konkret: es wird zur IP ein vom Nutzer einmalig einzugebender geheimer String hinzugefügt und dann ein md5 draus gezogen, von dem ein Teil anstelle der IP an den Server übertragen wird. Das mag noch nicht ganz perfekt sein, aber das zu entschlüsseln dürfte auch nicht ganz einfach sein.
Welcher Wert - Besucher oder Hits - als Counter-Wert ausgegeben wird, kann sich jeder Nutzer selbst aussuchen. Möglich ist auch die Ausgabe “Besucher heute” oder “Hits heute”. Außerdem lassen sich verschiedene Projekte als Teilmengen anlegen, ähnlich wie das bei Google mit den Channels möglich ist. So kann man auf unterschiedlichen Bereichen einer Seite unterschiedliche Unterzähler packen und dann sehen, wie sich bestimmte Teilbereiche einer Webseite entwickeln.